Die Arbeit beschäftigt sich mit der Kommunikationspolitik von Greenpeace, wobei ein Schwerpunkt der Betrachtung auf der Kampagnenpolitik liegt. Ziel der Arbeit war es, zentrale Erfolgsfaktoren für den großen Bekanntheitsgrad herauszufinden, Besonderheiten von Kampagnen und Aktionen aufzuzeigen und aktuelle Herausforderungen für Greenpeace zu erkennen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorstellung der Organisationen
2.1 Geschichtlicher Hintergrund
2.2 Aufgaben und Ziele
2.3 Rechtsform und Organisationsstruktur
2.4 Finanzierungs- und Ausgabenstruktur
3. Grundzüge der Kommunikationspolitik
3.1 Zum Verhältnis von Kommunikation und Legitimität
3.2 Zum Verhältnis von Kommunikation und Aktion
3.3 Zur Funktion der Medien
3.4 Kommunikationsstrategische Kernpunkte
3.5 Grenzen der Kommunikationsqualität
4. Die Brent Spar Kampagne
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Kommunikationsstrategie der Umweltschutzorganisation Greenpeace mit einem spezifischen Fokus auf die Kampagnenpolitik und die zentrale Rolle direkter Aktionen als Kommunikationsinstrument. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche kommunikationspolitischen Charakteristika maßgeblich zum Erfolg der Organisation beitragen und wie sich das Verhältnis zwischen symbolischer öffentlicher Konfrontation und deren medialer Wirkung gestaltet.
- Struktureller Aufbau und Organisationsmodell von Greenpeace
- Grundprinzipien der konfrontativen Kommunikationsstrategie
- Die Rolle von Medienpräsenz und visueller Kommunikation
- Analyse der Brent Spar Kampagne als Fallbeispiel
Auszug aus dem Buch
3.2 Zum Verhältnis von Kommunikation und Aktion
„Die Planung einer Kampagne ist die Planung einer öffentlichen Konfrontation.“40 Diese Losung ist ein Leitsatz der Greenpeace-Strategie, der nach wie vor aktuell ist. Durch ihn wird die Verbindung zwischen Öffentlichkeit und Konfrontation zum Ausdruck gebracht, die für den Erfolg der Organisation maßgeblich sind. Wie bereits beschrieben, ist bei der Strategie der symbolischen öffentlichen Konfrontation die Wirkung vollständig vom Interesse und der Unterstützung durch die Öffentlichkeit abhängig. Die sensationellen Aktionen im Rahmen der verschiedenen Kampagnen sorgen dabei für den notwendigen öffentlichen Druck und stellen für Greenpeace das „Kommunikationsmittel Nr. 1“ dar. Die Aktion als Form der öffentlichen Konfrontation ist das entscheidende Mittel für Greenpeace sich zum Berichtsgegenstand der Medien zu machen und ihre Anliegen so im öffentlichen Raum zu positionieren, dass gesellschaftliche Diskussionen entstehen können. Dahinter steht der Gedanke, dass Argumente, Berichte und Lösungen alleine nichts bewirken. Erst der durch die Aktionen ausgelöste öffentliche Druck bzw. die überzeugende Darstellung einer möglichen öffentlichen Reaktion gegenüber dem Konfrontationsgegner führt zu Veränderungen. Die strategische Absicht einer Aktion beinhaltet dabei das Aufzeigen eines konkreten ökologischen Missstandes, um diesen über die Initiierung öffentlicher Aufmerksamkeit und den daraus entstehenden Druck zu beseitigen. Das Oberziel ist es dann, über das spezielle umweltpolitische Problem hinaus, dass dem zugrunde liegende allgemeine Problem zu verdeutlichen und die Umweltproblematik weltweit aufzuwerfen.41
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz von Greenpeace als medienwirksame Umweltschutzorganisation und definiert das Ziel der Arbeit, die Kommunikations- und Kampagnenstrategie der Organisation zu untersuchen.
2. Vorstellung der Organisationen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den historischen Werdegang, die strukturelle Organisation und die finanzielle Basis von Greenpeace als professionell agierende Nonprofit-Organisation.
3. Grundzüge der Kommunikationspolitik: Das Kapitel analysiert die strategische Kommunikation von Greenpeace, wobei insbesondere das Zusammenspiel von Konfrontation, Legitimität, Medienfunktion und dem Selbstverständnis der Organisation im Zentrum steht.
4. Die Brent Spar Kampagne: Anhand der Brent Spar Besetzung wird die theoretisch erläuterte Kampagnenstrategie in der Praxis evaluiert, wobei Erfolgsfaktoren sowie die damit verbundenen Herausforderungen kritisch beleuchtet werden.
5. Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die Effektivität der konfrontativen Strategie zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Anforderungen an die Organisation.
Schlüsselwörter
Greenpeace, Kommunikationsstrategie, Kampagnenpolitik, Öffentlichkeitsarbeit, Symbolische Konfrontation, Umweltpolitik, Nonprofit-Organisation, Brent Spar, Medienresonanz, Taten statt Warten, Interessenvertretung, Lobbyarbeit, Imagebildung, Umweltschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Kommunikationsstrategie der Umweltschutzorganisation Greenpeace und untersucht, wie die Organisation durch ihre spezifische Kampagnenpolitik politisches und gesellschaftliches Gewicht erlangt.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Struktur der Organisation, die Grundzüge ihrer Kommunikationspolitik sowie die Analyse der Kampagnenpraxis, exemplifiziert durch die Brent Spar Kampagne.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die kommunikationspolitischen Mechanismen und Charakteristika zu identifizieren, die den Erfolg der Organisation ausmachen, und dabei insbesondere die Bedeutung der Aktionspolitik hervorzuheben.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Es handelt sich um eine analytische Untersuchung, die auf Basis von Literaturstudien, Satzungsanalysen und der Auswertung der Kampagnenpraxis (Fallstudie Brent Spar) die Kommunikationsstrategie von Greenpeace dekonstruiert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Organisation als Struktur, die detaillierte Untersuchung der Kommunikationsprinzipien (Legitimität, Aktion, Medien) und eine tiefergehende Analyse der Brent Spar Kampagne als praxisbezogenes Anwendungsbeispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Kommunikationsstrategie, Konfrontation, Medienwirkung, Kampagnenpolitik, Greenpeace, öffentliche Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit.
Welchen Stellenwert nimmt die Aktion für die Kommunikation bei Greenpeace ein?
Die Aktion fungiert als zentrales Kommunikationsmittel, um durch öffentliche Konfrontation den notwendigen Druck auf politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger auszuüben und Themen medienwirksam zu platzieren.
Warum wird die Brent Spar Kampagne als Fallbeispiel gewählt?
Die Brent Spar Kampagne stellt eines der bekanntesten Beispiele für den Einsatz der Greenpeace-Kampagnenpolitik dar und eignet sich besonders gut, um sowohl die Wirksamkeit als auch die Risiken der konfrontativen Strategie (z.B. Glaubwürdigkeitsfragen durch Messfehler) zu illustrieren.
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- Susanne Kroll (Author), Katharina Möbius (Author), 2006, Kommunikation als strategischer Erfolgsfaktor der Umweltschutzorganisation Greenpeace, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53739