Die Erlösung Angelburgs und die 2. Ehefrau in Friedrich von Schwaben unter Berücksichtigung des Feenmärchenschemas
Zieht man zur Definition der Mahrtenehe Panzers Ausführungen heran, wie sie in der Enzyklopädie des Märchens beschrieben werden, liest man dort es handele sich um eine Ehe oder eheähnliche Verbindung eines Menschen mit einer Fee oder feenähnlichem Wesen. Ferner wird auf die explizite erotische oder sexuelle Komponente hingewiesen. Ebenso wird der unglückliche Ausgang der Feenliebe durch den obligatorischen Tabubruch in oben angeführter Enzyklopädie als gattungstypisch benannt. Auch Armin Schulz beschreibt unter anderem: „Die Fee verspricht dem Helden, gegen die Heiratszwänge der Feudalgesellschaft, Minne und erotische Erfüllung[…]. Der anderweltliche ‚Überschuß‘ der Feenliebe kompensiert einen Mangel, den der jugendliche Protagonist in der ‚normalen‘ Adelsgesellschaft hat, und genau dies erklärt wohl die Faszination des Erzähltyps.“ Wie aber lässt sich das Epos Friedrich von Schwaben in diese Definition eingliedern? Oft wird es dem Schema der Mahrtenehe zugeschrieben, dennoch enthält es zum einem auch aventiurenhafte Züge, weshalb es eben auch als Minne- und Aventiurenroman bezeichnet wird, und zum anderen lässt sich die oben genannte Definition nicht ohne weiteres auf die Handlungs- und Figurenstruktur des Friedrich von Schwaben übertragen. Ausgehend von dieser Problemstellung soll im Folgenden das Epos unter dem Aspekt von Angelburgs Erlösung und der zweiten Ehe Friedrichs mit Jerome beleuchtet werden und die in der Sitzung zusammengetragenen Ergebnisse, teilweise unter Bezug auf die thematisch zugehörige, vorangegangene Sitzung, aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Friedrich von Schwaben - Erlösung Angelburgs und die 2. Ehefrau
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Epos "Friedrich von Schwaben" in das literarische Schema der Mahrtenehe einzuordnen ist. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Frauenfiguren Angelburg, Flanea und Jerome, um aufzuzeigen, wie das Feenmärchenschema durch eine Aufspaltung der Charaktereigenschaften modifiziert wird, um ein christliches Idealbild zu entwerfen.
- Analyse des Feenmärchenschemas und der Mahrtenehe
- Dekonstruktion der Feenfigur in "Friedrich von Schwaben"
- Rolle und Funktion der Frauenfiguren Angelburg, Flanea und Jerome
- Prozess der Idealisierung und christlichen Erlösung im Epos
Auszug aus dem Buch
Friedrich von Schwaben - Erlösung Angelburgs und die 2. Ehefrau
Zieht man zur Definition der Mahrtenehe Panzers Ausführungen heran, wie sie in der Enzyklopädie des Märchens beschrieben werden, liest man dort es handele sich um eine Ehe oder eheähnliche Verbindung eines Menschen mit einer Fee oder feenähnlichem Wesen. Ferner wird auf die explizite erotische oder sexuelle Komponente hingewiesen. Ebenso wird der unglückliche Ausgang der Feenliebe durch den obligatorischen Tabubruch in oben angeführter Enzyklopädie als gattungstypisch benannt. Auch Armin Schulz beschreibt unter anderem: „Die Fee verspricht dem Helden, gegen die Heiratszwänge der Feudalgesellschaft, Minne und erotische Erfüllung[…]. Der anderweltliche ‚Überschuß‘ der Feenliebe kompensiert einen Mangel, den der jugendliche Protagonist in der ‚normalen‘ Adelsgesellschaft hat, und genau dies erklärt wohl die Faszination des Erzähltyps.“
Wie aber lässt sich das Epos Friedrich von Schwaben in diese Definition eingliedern? Oft wird es dem Schema der Mahrtenehe zugeschreiben, dennoch enthält es zum einem auch aventiurenhafte Züge, weshalb es eben auch als Minne- und Aventiurenroman bezeichnet wird, und zum anderen lässt sich die oben genannte Definition nicht ohne weiteres auf die Handlungs- und Figurenstruktur des Friedrich von Schwaben übertragen. Ausgehend von dieser Problemstellung soll im Folgenden das Epos unter dem Aspekt von Angelburgs Erlösung und der zweiten Ehe Friedrichs mit Jerome beleuchtet werden und die in der Sitzung zusammengetragenen Ergebnisse, teilweise unter Bezug auf die thematisch zugehörige, vorangegangene Sitzung, aufgezeigt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Friedrich von Schwaben - Erlösung Angelburgs und die 2. Ehefrau: Diese Arbeit analysiert die Einordnung des Epos in das Mahrtenehe-Schema und begründet, warum die klassischen Feen-Merkmale durch eine Aufspaltung der Rollen auf verschiedene Figuren wie Angelburg, Flanea und Jerome ersetzt wurden.
Schlüsselwörter
Mahrtenehe, Friedrich von Schwaben, Feenmärchenschema, Angelburg, Flanea, Jerome, Minne, Aventiurenroman, Erlösung, Spaltung der Figur, Mittelalterliche Literatur, Anderwelt, Christliche Idealisierung, Sexualität, Tabubruch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Struktur der Mahrtenehe im mittelhochdeutschen Epos "Friedrich von Schwaben" und hinterfragt die traditionelle Einordnung als Feenmärchen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Konzepte von Minne und Erlösung sowie die Darstellung und Funktion weiblicher Figuren im Kontext mittelalterlicher Erzählstrategien.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?
Die Arbeit geht der Frage nach, warum das Epos trotz deutlicher Abweichungen vom klassischen Feenmärchenschema in diesen Kontext gestellt wird und wie die Figur der Fee dabei auf verschiedene Charaktere aufgeteilt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Analyse verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Begriffe der Mahrtenehe definiert und diese durch einen Vergleich mit der Figurenkonstellation im Epos auf den Text anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Frauenfiguren Angelburg, Flanea und Jerome und ihrer jeweiligen Rolle innerhalb der Handlungsstruktur und der christlichen Erlösungsthematik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Mahrtenehe, Spaltungsphantasmen, höfische Minne, Erlösung und die spezifische Charakterkonstellation rund um Angelburg.
Wie unterscheidet sich Angelburg von einer typischen Feenfigur?
Angelburg ist keine anderweltliche Fee, sondern eine höfische Dame und Christin, die passiv ist, erlösungsbedürftig erscheint und von jeglichen bedrohlichen oder erotischen Zügen befreit wurde.
Welche Rolle spielt die Zwergenkönigin Jerome für das Ende des Epos?
Jerome fungiert als Bindeglied zwischen den Welten; durch ihre Heirat mit Friedrich nach Angelburgs Tod werden die anfänglichen Ambivalenzen der Frauenfiguren aufgehoben und in eine harmonische, christliche Ordnung überführt.
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- Anonym (Autor), 2012, Die Erlösung Angelburgs und die 2. Ehefrau in "Friedrich von Schwaben" unter Berücksichtigung des Feenmärchenschemas, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537431