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Die Freiheit der Untertanen im Leviathan

Titel: Die Freiheit der Untertanen im Leviathan

Hausarbeit (Hauptseminar) , 1999 , 25 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Wolfgang Fischer (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Thomas Hobbes gilt als Begründer der politischen Philosophie der Neuzeit und als einer der bedeutendsten Theoretiker des absolutistischen Staates. Leviathan, der Titel seines staatsphilosophischen Hauptwerkes, ist eine biblische Metapher, ein Bild für ein mächtiges Seeungeheuer, welches Hobbes als ein Symbol für den Staat absoluter und ungeteilter Souveränität verwendet. Leviathan repräsentiert den gesunden Staat, den Zustand politischer Ordnung, sein Gegenbild ist der Behemoth, das dem Leviathan entgegenwirkende Prinzip der Unordnung und des Chaos und damit bezeichnenderweise Titel von Hobbes‘ Analyse des englischen Bürgerkrieges. Hobbes konstruiert seinen idealen Staat als übermächtige Maschine, einen künstlichen Menschen oder einen sterblichen Gott, der über absolute Souveränität und Macht über seine Untertanen verfügen muß, um den Frieden zu gewährleisten und das Leben seiner Untertanen zu schützen.
Es stellt sich damit zwangsläufig die Frage, inwieweit innerhalb eines derart absolut konzipierten Staates überhaupt Raum für Freiheit des einzelnen Untertanen besteht bzw. inwiefern diese überhaupt möglich ist. Die Freiheit der Untertanen im Leviathan ist das Thema der vorliegenden Arbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literaturübersicht

3. Der Freiheitsbegriff bei Thomas Hobbes

3.1. Freiheit im ursprünglichen Sinn

3.2. Freiheit im Naturzustand

3.3. Freiheit der Untertanen im Leviathan

4. Widerstand gegen den Leviathan ?

5. Schlussbetrachtung und Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Freiheitsbegriff in der politischen Theorie von Thomas Hobbes, insbesondere die Frage, inwieweit innerhalb des absolutistischen Staates des Leviathan Raum für individuelle Freiheit und ein Widerstandsrecht der Untertanen besteht.

  • Der Freiheitsbegriff bei Thomas Hobbes
  • Die Freiheit des Individuums im Naturzustand
  • Die Freiheit und Gehorsamspflicht der Untertanen im Leviathan
  • Die Unzulässigkeit eines politischen Widerstandsrechts
  • Das Recht auf Selbstverteidigung als unveräußerliches Individualrecht

Auszug aus dem Buch

3. 3. Freiheit der Untertanen im Leviathan

Der Vertrag, der bei Hobbes zugleich Gesellschaftsvertrag und Staatsvertrag ist, beendet den Naturzustand. Rechtsverzicht, Rechtsübertragung, Autorisierung und politische Einheitsherstellung sind die Komponenten des Vertrages: Um Frieden und Sicherheit zu erlangen, verzichten alle Menschen auf ihre natürliche Freiheit, d. h. auf ihr Recht auf alles, zugunsten des Souveräns. Der Leviathan wird durch die Übertragung aller Rechte institutionalisiert, wobei der Souverän nur Begünstigter des Vertrages, nicht aber Vertragspartner ist.

Eine Schlüsselfunktion kommt hierbei der Rechtsfigur der Autorisierung zu, die Hobbes seinem kontraktualistischen Argument erst im Leviathan hinzugefügt hat: Erst durch die Autorisierung wird der in der Rechtsübertragung begünstigte übriggebliebene letzte Wolf des Naturzustandes zum Leviathan, zur Verkörperung der zur politischen Einheit gewordenen Menge, die ihr Recht auf Selbstregierung auf den Souverän übertragen hat: „Dies ist mehr als Zustimmung oder Übereinstimmung: Es ist eine wirkliche Einheit aller in ein und derselben Person, die durch den Vertrag eines jeden mit jedem zustande kam, als hätte jeder zu jedem gesagt: Ich autorisiere diesen Menschen oder diese Versammlung von Menschen und übertrage ihnen mein Recht, mich zu regieren, unter den Bedingungen, daß du ihnen ebenso dein Recht überträgst und alle ihre Handlungen autorisierst. Ist dies geschehen, so nennt man diese zu einer Person vereinigte Menge Staat, auf lateinisch civitas. Dies ist die Erzeugung jenes großen Leviathan oder besser, um es ehrerbietiger auszudrücken, jenes sterblichen Gottes, dem wir unter dem unsterblichen Gott unseren Frieden und Schutz verdanken.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk von Thomas Hobbes ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Möglichkeit individueller Freiheit im absolutistisch konzipierten Staat.

2. Literaturübersicht: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die für die Arbeit herangezogenen Primärquellen und die relevante Sekundärliteratur zu Thomas Hobbes.

3. Der Freiheitsbegriff bei Thomas Hobbes: Das Kapitel analysiert den Freiheitsbegriff ausgehend vom ursprünglichen Sinn über den Naturzustand bis hin zur spezifischen Rolle der Untertanen im Leviathan.

4. Widerstand gegen den Leviathan ?: Hier wird dargelegt, warum innerhalb des kontraktualistischen Modells von Hobbes grundsätzlich kein Widerstandsrecht existiert, außer im Kontext der Selbsterhaltung.

5. Schlussbetrachtung und Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass der Hobbessche Staat zwar absolute Macht beansprucht, aber durch die Sicherung von Frieden und Sicherheit einen geschützten Raum für die Untertanen schafft.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, politische Philosophie, Freiheit, Untertanen, Naturzustand, Souveränität, Gesellschaftsvertrag, Autorisierung, Widerstandsrecht, Selbsterhaltung, Staatsgewalt, Absolutismus, Frieden, Sicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen dem absolutistischen Herrschaftsanspruch des Staates und der persönlichen Freiheit des Einzelnen in der Philosophie von Thomas Hobbes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Freiheitsbegriff bei Hobbes, die Konstruktion des Naturzustandes, der Staatsvertrag, die Stellung des Souveräns und die Grenzen des Gehorsams.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu klären, wie Freiheit im Leviathan definiert ist und ob es innerhalb eines absolutistischen Systems legitime Möglichkeiten zum Widerstand gegen den Souverän gibt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor arbeitet mit einer philosophisch-analytischen Methode, bei der er das Werk von Hobbes auf Basis der Primärtexte und aktueller Sekundärliteratur dekonstruiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Freiheitsbegriffs im Naturzustand, die Übertragung der Rechte auf den Souverän durch die Autorisierung und die Analyse der Widerstandsproblematik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Leviathan, Naturzustand, Selbsterhaltung, absolute Souveränität und Gehorsamspflicht.

Gibt es ein Recht auf Widerstand gegen den Leviathan?

Nein, ein politisches Widerstandsrecht wird von Hobbes verworfen, da der Untertan durch die Autorisierung zum Teil des Souveräns geworden ist. Widerstand ist nur im Falle einer unmittelbaren Bedrohung des eigenen Lebens durch den Souverän als Akt der Selbstverteidigung denkbar.

Wie begründet Hobbes den Gehorsam der Untertanen?

Der Gehorsam ist notwendig, da der Souverän die einzige Schutzinstanz ist, die das Überleben im kriegshaften Naturzustand verhindert. Der Vertrag ist unkündbar, solange der Souverän die Sicherheit der Bürger gewährleisten kann.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Freiheit der Untertanen im Leviathan
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Die politische Theorie von Thomas Hobbes
Note
sehr gut
Autor
Wolfgang Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1999
Seiten
25
Katalognummer
V53752
ISBN (eBook)
9783638491167
ISBN (Buch)
9783640612895
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freiheit Untertanen Leviathan Theorie Thomas Hobbes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Wolfgang Fischer (Autor:in), 1999, Die Freiheit der Untertanen im Leviathan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53752
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Leseprobe aus  25  Seiten
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