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Ernährung in der Frühen Neuzeit. Allgemeine Darstellungen für den deutschen Raum und konkrete Einblicke für das Herzogtum Mecklenburg

Title: Ernährung in der Frühen Neuzeit. Allgemeine Darstellungen für den deutschen Raum und konkrete Einblicke für das Herzogtum Mecklenburg

Term Paper (Advanced seminar) , 2020 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Gino Massaro (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Da die Ernährung eine so zentrale und existenzielle Rolle der Menschen darstellte, ist es nicht verwunderlich, dass auch die Forschung begann, sich mit dieser Thematik umfassend zu beschäftigen. Für das Mittelalter und den für diese Arbeit eingegrenzten Zeitraum der Frühen Neuzeit sind verschiedene Monografien und Aufsätze erschienen, die unterschiedliche Forschungsperspektiven einnehmen.

Für den großen Komplex der Landwirtschaft sei vor allem Wilhelm Abel zu nennen, der sich intensiv mit dem deutschsprachigen Raum befasste und grundlegende Erkenntnisse für diese Arbeit lieferte. Ebenso essenziell waren auch die Publikationen von Günter Wiegelmann. Der Historiker hat sich in den vergangenen Jahrzehnten besonders mit dem soziokulturellen Wandel der Speisen- und Tischkultur auseinandergesetzt. Bezogen auf die sozialen Gegebenheiten und den daraus resultierenden Konsumgewohnheiten der einzelnen Bevölkerungsschichten sei auch auf das von Irmgard Bitsch und Trude Ehlert herausgegebene Sammelband "Essen und Trinken in Mittelalter und Neuzeit" verwiesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und kulturellen Einflussfaktoren des Mittelalters

3. Die Standeszugehörigkeit als bestimmendes Merkmal der Ernährung der Frühen Neuzeit

4. Das 18. Jahrhundert im Spiegel landwirtschaftlicher Verbesserungen, feudaler Strukturen und Ernährungsinnovationen

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Ernährungsweise der Bevölkerung in der Frühen Neuzeit mit einem besonderen Fokus auf dem deutschen Raum und dem Herzogtum Mecklenburg. Dabei wird analysiert, wie wirtschaftliche Rahmenbedingungen, soziale Strukturen und kulturelle Einflussfaktoren die Essgewohnheiten und den Zugang zu Nahrungsmitteln maßgeblich prägten und welche Veränderungen sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts vollzogen.

  • Wirtschaftliche und soziale Determinanten der Ernährung in Mittelalter und Früher Neuzeit.
  • Die Bedeutung der Ständegesellschaft für Konsumgewohnheiten und Nahrungsmittelwahl.
  • Agrarische Veränderungen und Innovationen im 18. Jahrhundert.
  • Der Einfluss von Importwaren und neuen Genussmitteln auf die Esskultur.
  • Regionale Besonderheiten der mecklenburgischen Agrar- und Ernährungsgeschichte.

Auszug aus dem Buch

Die Standeszugehörigkeit als bestimmendes Merkmal der Ernährung der Frühen Neuzeit

Die im vormodernen christlichen Europa vorherrschende Ständegesellschaft war ein hegemoniales Ordnungsmodell, welches „auf eine[r] Gliederung in distinktive, in ihren Rechten und Pflichten prinzipiell ungleiche, hinsichtlich ihrer Leistung für das Gemeinwesen jedoch vermeintlich komplementäre ständische Gruppen beruhte.“ Die ständischen Gruppen unterschieden sich dahingehend sehr in ihren jeweiligen Handlungsspielräumen und Möglichkeiten, die sich durch die verschiedenen Rechtsstellungen, Erwerbsformen und Fähigkeiten zur Herrschaftsausübung ergaben. Seit dem Mittelalter gab es neben dem zweigliedrigen Sozialmodell, das herrschende und beherrschte Stände unterschied, ein dreigliedriges Gesellschaftsmodell, welches die Menschen auf den Wehr-, Lehr- und Nährstand verteilte. Der Adel sollte schützen, der Klerus die rechte Lehre verkünden und der Bauer die Gesellschaft ernähren.

Dieses dreigliedrige Modell der Stände war aber unzureichend, um die starke Ausdifferenzierung der frühneuzeitlichen Gesellschaft widerzuspiegeln, da sich mit der Zunahme neuer Berufsgruppen nicht nur eine weitere Ständegruppe – das städtische Bürgertum – etablierte, sondern auch der allgemein wachsende Ökonomisierungsgrad zu einer verstärkten Binnendifferenzierung der einzelnen Stände führte, die in einem Modell nicht zusammenzufassen sind, zumal die ständische Gesellschaft der Frühen Neuzeit bis zum 18. Jahrhundert noch nicht streng abgeschlossen und sozusagen vertikal durchlässig war. So war es beispielsweise möglich, dass aufstrebende Bürgerliche in den Adelsstand aufsteigen konnten. Wenn nun die bisherigen Standesschranken überwunden werden konnten und die standesinternen Rollen und Eigenschaften relativ wurden, bleibt die Frage offen, was nun die einzelnen Stände in der damaligen Auffassung voneinander unterschied – vor allem, wenn die verschiedenen Stände in erster Linie nicht durch Besitz und Vermögen voneinander geschieden wurden. Ein Bauer konnte reicher sein als ein Bürger, ein Bürger wohlhabender als ein Adliger. Paul Münch führt dazu an, dass sich die Stände in ihrem jeweiligen „Anteil am ‚symbolischen Kapital der Ehre‘, das in jedem Stand in sehr differenzierter Quantität zur Verfügung stand“, unterschieden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Ernährung seit der Frühen Neuzeit ein und legt die methodische Zielsetzung der Arbeit sowie den geografischen Fokus auf Mecklenburg dar.

2. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und kulturellen Einflussfaktoren des Mittelalters: Das Kapitel beleuchtet die agrarischen Strukturen, die Ernährung der Bauernschaft und die prägenden kulturellen Einflüsse wie kirchliche Fastengebote und die Entwicklung der Kochkultur.

3. Die Standeszugehörigkeit als bestimmendes Merkmal der Ernährung der Frühen Neuzeit: Hier wird analysiert, wie soziale Hierarchien und das Konzept des "symbolischen Kapitals der Ehre" die Ernährungsweise zwischen den Ständen und deren Repräsentationsbedürfnisse beeinflussten.

4. Das 18. Jahrhundert im Spiegel landwirtschaftlicher Verbesserungen, feudaler Strukturen und Ernährungsinnovationen: Das Kapitel untersucht den agrarischen Aufschwung des 18. Jahrhunderts, die Einführung neuer Genussmittel und die Rolle des Feudalwesens, insbesondere am Beispiel Mecklenburgs.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Kontinuität der frühneuzeitlichen Ernährungsbedingungen und die soziale Kluft, die erst mit dem Wandel im 19. und 20. Jahrhundert nachhaltig überwunden wurde.

Schlüsselwörter

Ernährungsgeschichte, Frühe Neuzeit, Agrargeschichte, Ständegesellschaft, Mecklenburg, Feudalwesen, Ernährungsinnovationen, Esskultur, Landwirtschaft, Fastengebote, Herrenspeisen, Armenspeisen, Konsumgewohnheiten, Sozialgeschichte, Agrarreformen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ernährungsweise der Menschen in der Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen im deutschen Raum und im Herzogtum Mecklenburg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die bäuerliche Landwirtschaft, die Bedeutung der Ständegesellschaft für den Speiseplan, der Wandel durch neue Genussmittel und die Auswirkungen feudaler Herrschaftsstrukturen auf die Nahrungsversorgung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich verschiedene Bevölkerungsschichten ernährten, welche Faktoren diese Ernährung beeinflussten und wie der Übergang zu neuen Konsumformen gegen Ende des 18. Jahrhunderts vollzogen wurde.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf der Auswertung historischer Fachliteratur, Monografien und zeitgenössischer Quellen, um die allgemeine Entwicklung der Ernährungssituation mit regionalen Gegebenheiten zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der mittelalterlichen Grundlagen, die Untersuchung der standesspezifischen Esskultur sowie die Betrachtung der agrarischen Innovationen und sozialen Spannungen des 18. Jahrhunderts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Ernährungssituation, Frühe Neuzeit, Feudalismus, Agrargeschichte, soziale Differenzierung, Lebensmittelpreise und regionale mecklenburgische Besonderheiten.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "Herrenspeisen" und "Armenspeisen"?

Herrenspeisen waren exklusive, teure Importwaren oder Wildbret, die den Status der Oberschicht repräsentierten, während Armenspeisen auf einfachen, oft vegetarischen Grundnahrungsmitteln aus lokalem Anbau basierten.

Warum war das Herzogtum Mecklenburg ein spezifischer Fall für die Untersuchung?

Mecklenburg war geprägt von der Gutsherrschaft und dem Phänomen des "Bauernlegens", was die Kluft zwischen den herrschenden Grundbesitzern und den abhängigen ländlichen Unterschichten im Vergleich zu anderen Regionen verschärfte.

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Details

Title
Ernährung in der Frühen Neuzeit. Allgemeine Darstellungen für den deutschen Raum und konkrete Einblicke für das Herzogtum Mecklenburg
College
University of Rostock
Grade
1,3
Author
Gino Massaro (Author)
Publication Year
2020
Pages
33
Catalog Number
V537625
ISBN (eBook)
9783346136589
ISBN (Book)
9783346136596
Language
German
Tags
ernährung frühen neuzeit allgemeine darstellungen raum einblicke herzogtum mecklenburg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gino Massaro (Author), 2020, Ernährung in der Frühen Neuzeit. Allgemeine Darstellungen für den deutschen Raum und konkrete Einblicke für das Herzogtum Mecklenburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537625
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