Fake News im Deutschunterricht. Medienkompetenz bei Schülern für einen kritischen Umgang mit Falschmeldungen


Seminararbeit, 2019

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was sind Fake News?
2.1 Begriffsbestimmung und Typologie
2.2 Funktions- und Wirkungsmechanismen
2.3 Produktion und Verbreitung

3 Fake News im Deutschunterricht
3.1 Begründung
3.2 Entwicklung von Medienkompetenz
3.3 Kritisch-reflexives Lesen
3.4 Anforderungen an Lehrkräfte

4 Fazit

Literatur

1 Einleitung

Der Begriff „Fake News“ ist mit der amerikanischen Präsidentsschaftswahl im Jahr 2016 zum politischen Schlagwort geworden, nachdem Donald Trump verschiedene Nachrichtensender beschuldigte, Falschmeldungen über ihn zu verbreiten. Auch nach der Präsidentsschaftswahl taucht der Begriff noch immer in den Medien auf und begegnet so auch Kindern und Jugendlichen insbesondere in sozialen Netzwerken. Aus diesem Grund ist es notwendig, Schülerinnen und Schüler für das Problem Fake News zu sensibilisieren und sie zu einem kritischen Umgang mit Falschmeldungen zu befähigen.

In dieser Arbeit sollen Antworten auf die Frage gegeben werden, warum Fake News als Unterrichtsgegenstand im Fach Deutsch behandelt werden sollten. Darüber hinaus verfolgt die Arbeit das Ziel, zentrale Kompetenzen herauszustellen, die im Deutschunterricht vermittelt werden müssen, damit Schülerinnen und Schüler kritisch mit Falschmeldungen umgehen können.

Zu Beginn dieser Arbeit wird der theoretische Hintergrund von Fake News erläutert. Dafür erfolgt zunächst eine Begriffsbestimmung und es werden zentrale Merkmale von Fake News benannt. Ferner werden die unterschiedlichen Kategorien von Fake News vorgestellt. Diese Darstellungen erfolgen mithilfe des 2018 von Himmelrath und Egbers erschienenen Werkes Fake News. Ein Handbuch für Schule und Unterricht. Im Anschluss daran werden die Funktionen und die daraus resultierenden Wirkungen auf die Rezipientinnen und Rezipienten und darüber hinaus auf das gesellschaftliche Zusammenleben vorgestellt. In Kapitel 2.3 wird auf Faktoren und Motive eingegangen, welche zu der Produktion und Verbreitung von Falschmeldungen führen. Die Ausführungen stützen sich vor allem auf den Beitrag von Colin Porlezza in dem 2017 erschienenen Sammelband Smartphone­Demokratie. Auf der Grundlage der theoretischen Ausführungen soll in Kapitel 3 das Phänomen Fake News als Unterrichtsgegenstand im Deutschunterricht thematisiert werden. Zunächst werden Begründungen angeführt, welche die Relevanz und Notwendigkeit des Themas als Unterrichtsgegenstand verdeutlichen und Gründe angeführt, warum dieser Unterrichtsgegenstand im Deutschunterricht seine Berechtigung hat. Dabei wird unter anderem der Kernlehrplan Deutsch für die Gesamtschule herangezogen. Im Anschluss daran werden Kompetenzen erläutert, die im Deutschunterricht vermittelt werden sollten, damit Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit erlangen, Fake Newszu erkennen. Dabei soll das Hauptaugenmerk auf der Entwicklung von Medienkompetenz und der Förderung des 1 kritisch-reflexiven Lesens liegen. Kapitel 3.2 wird zunächst auf die Medienkompetenz eingehen. Dafür werden einzelne Fähigkeiten, welche im Hinblick auf Fake News im Deutschunterricht vermittelt werden sollten, den einzelnen Teilbereichen der Medienkompetenz nach Dieter Baacke zugeordnet. Im Anschluss daran wird die Kompetenz des kritisch-reflexiven Lesens erläutert, welche nach Cornelia Rosebrock Voraussetzung für die Beurteilung und Einordnung von Texten ist. Abschließend sollen Anforderungen und Kompetenzen der Lehrkraft in den Blick genommen werden, die notwendig sind, um Schülerinnen und Schüler einen kompetenten Umgang mit Fake News zu vermitteln. Dabei werden insbesondere demokratiebildende Handlungskompetenzen berücksichtigt. Die Ausführungen stützen sich auf den von Janine Patz verfassten Artikel Professionell gegen Fake News, welcher 2018 in der Zeitschrift Pädagogik veröffentlicht wurde.

Diese Arbeit erhebt nicht den Anspruch, konkrete Unterrichtsentwürfe oder - methoden für die Arbeit mit Fake News im Deutschunterricht vorzustellen. Vielmehr soll die Relevanz des Themas hervorgehoben werden und Kompetenzen vorgestellt werden, um Fake News kritisch begegnen zu können.

2 Was sind Fake News?

In dem vorliegenden Kapitel soll zunächst ein theoretischer Überblick über das Phänomen „Fake News“ gegeben werden. Dies erfolgt im ersten Unterkapitel mit einer Begriffsbestimmung; ferner werden Herkunft und Bedeutung des Ausdrucks erläutert. Zudem soll auf zentrale Merkmale und unterschiedliche Kategorien von Fake News eingegangen werden. Daran anschließend werden in dem darauffolgenden Unterkapitel Funktionen von Fake News und die daraus resultierenden Wirkungen untersucht. Wie Falschmeldungen produziert und verbreitet werden, soll in Kapitel 2.3 erläutert werden.

2.1 Begriffsbestimmung und Typologie

Der Begriff „Fake News“ kommt aus dem Englischen und wird wörtlich mit „vorgetäuschte Nachrichten“ übersetzt. Im Deutschen wird der Ausdruck häufig synonym mit „Falschmeldung“ verwendet (vgl. Koebe 2018: 51). Im Jahr 2017 wurde der Begriff Fake News im Duden aufgenommen und dort als „in den Medien und im Internet, besonders in den Social Media, in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen“ beschrieben.1 Obwohl in dieser Erläuterung die Zeitungen nicht explizit erwähnt werden, so werden Fake News dennoch häufig auch in diesem Medium publiziert (vgl. Himmelrath & Egbers 2018: 14). Auch die Zielsetzung von Fake News wird in der Definition des Dudens nicht ganz deutlich. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, eine weitere Definition zur Erschließung des Begriffes heranzuziehen. Himmelrath und Egbers (2018: 29) definieren Fake News als „die gezielte und bewusste mediale Verbreitung von Lügen mit dem Ziel, bei den Rezipienten ein bestimmtes Bild zu erzeugen oder eine bestimmte Handlung anzuregen“ (Himmelrath & Egbers 2018: 29). Diese Definition verdeutlicht, dass Fake News gezielt und bewusst verbreitet werden, um eine bestimmte Wirkung bei den Rezipientinnen und Rezipienten hervorzurufen. Recherchefehler von Journalisten, beispielsweise falsch zugeschriebene Zitate oder auch Fakten, die übersehen oder in ihrer Bedeutung unterschätzt wurden und deshalb nicht in die Berichterstattung mit einfließen, gehören demnach nicht zur Kategorie der Fake News (Himmelrath & Egbers 2018: 28). Fake News beruhen auf illegitimen Mitteln wie Verschleierung, Auslassungen und Falschaussagen und „imitieren [...] den Stil und die Aufmachung journalistischer Nachrichten“ (Birkner et al. 2018: 66). Laut Himmelrath und Egbers (2018: 19) lassen sich Fake News in drei verschiedene Kategorien einteilen, welche im Folgenden erläutert werden sollen.

Eine Kategorie von Fake News bilden Geschichten und Erzählungen, die mit vagen Herkunftsangaben verifiziert werden, solche Geschichten werden als „Urban Legends“ bezeichnet (vgl. Himmelrath & Egbers 2018: 19). Seit den 1980er-Jahren werden diese modernen Legenden von Kulturwisschenschaftlern in den USA untersucht. Urban Legends setzen vor allem auf die Lust am Weitererzählen und sprechen dafür häufig vorhandene Ängste, Vorurteile oder Stereotype an. Die Angst vor unbekannten Situationen und dem Fremden zählt zu einem der häufig wiederkehrenden Grundmuster dieser Art von Fake News. Da Urban Legends immer wieder in journalistischen Medien auftauchen, erhalten sie eine erhöhte Glaubwürdigkeit und Verbreitung (vgl. Himmelrath & Egbers 2018: 19).

Auch zur Kategorie der Fake News gehören erfundene Meldungen, die ursprünglich als Parodie angelegt sind (vgl. Himmelrath & Egbers 2018: 22). Dazu zählen vor allem Nachrichten, welche von dem Satiremagazin „Der Postillon“ veröffentlicht werden. Im Sprachgebrauch und in der Textgestaltung ähneln sie den Medien- und Agenturmeldungen, allerdings stammen sie nicht von der Deutschen Presseagentur. Da die Themen so ausgewählt werden, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie auch wahr sein könnten, erscheint auch diese Art von Fake News immer wieder in den Medien (vgl. Himmelrath & Egbers 2018: 22).

Die sogenannten „Hybrid-Fakes“ gehören ebenfalls zu der Kategorie der Fake News. Bei solchen Nachrichten handelt es sich um „ideologisch geprägte Meldungen, die eine Kernwahrheit enthalten, die aber manipulativ oder nicht korrekt sind“ (zit. nach Volmer 2017). Das geschieht beispielsweise, indem Bilder und Zitate in einen anderen Kontext gebracht werden oder Informationen bewusst nicht genannt werden (zit. nach Volmer 2017).

2.2 Funktions- und Wirkungsmechanismen

Im vorherigen Abschnitt wurde bereits herausgestellt, dass Fake News immer mit dem Ziel verbunden sind, die Rezipientin oder den Rezipienten zu beeinflussen. Dieses Ziel ist zugleich die zentrale Funktion von Falschmeldungen. Im folgenden Abschnitt sollen zum einen weitere Funktionen von Fake News benannt und zum anderen die daraus resultierenden Wirkungen auf die Rezipientinnen und Rezipienten und darüber hinaus auf die Gesellschaft erläutert werden.

Birkner et al. (2018: 65) ordnen Fake News in die Gattung der Persuasionstexte ein. Mit dieser Einordnung wird deutlich, dass die Verfasser von Fake News nicht nur das Ziel verfolgen, zu beeinflussen, sondern auch von deren Meinungen zu überzeugen. Dies geschehe nicht offen, sondern indem sie Falschmeldungen gezielt als neutrale Informations­oder Instruktionstexte tarnen, um so unbemerkt Einfluss auf die Rezipientinnen und Rezipienten zu nehmen (vgl. Birkner et al. 2018: 65). Birkner et al. (2018: 66) sprechen in diesem Zusammenhang von Fake News als „strategisch-intentionales Kommunikationsmittel“, welches benutzt wird, um das Denken und Handeln der Rezipientinnen und Rezipienten zu beeinflussen und gar zu lenken. Aus dieser Aussage wird ersichtlich, dass Falschmeldungen nicht nur Einfluss auf das Denken nehmen können, sondern ferner auch das Handeln einer Person beeinflussen können. Aus diesem Grund können Fake News insbesondere im Rahmen der politischen Meinungsbildung „eine verheerende Wirkung entfalten“ (Kern 2018: 20). Während die Funktionen von Fake News seit jeher die selben sind - schon in der Vergangenheit wurden gezielte Falschmeldungen eingesetzt, um das politische Geschehen zu beeinflussen - haben sich die Dynamiken und Wirkungsweisen in den letzten Jahren stark verändert (vgl. Birkner et al. 2018: 62). Dies ist insbesondere mit dem Wandel der öffentlichen Kommunikation und den zahlreichen Möglichkeiten, Inhalte zu publizieren, verbunden. Durch die Digitalisierung und die Kommunikation über soziale Netzwerke werden Informationen entsprechend der eigenen Präferenzen vorsortiert und scheinbar jeder kann sich beim Schaffen eigener Fakten und beim Senden von Informationen beteiligen (vgl. Patz: 2018: 36). Dadurch ist „die Beeinflussung kommunikativer, gesellschaftlicher und politischer Prozesse durch falsche Informationen auf digitalen Wegen um ein Vielfaches größer als durch Parolen, die noch 20 Jahre zuvor am sozialen Netzwerk ,Stammtisch' inszeniert wurden“ (Patz: 2018: 36). Demnach haben Fake News in der Gegenwart stärkere Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben, als in der Vergangenheit. Welche Wirkungen Falschmeldungen auf die Gesellschaft haben können, beschreibt die schon oben zitierte Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur für Didaktik der Politik Janine Patz (2018: 36): „Der gesellschaftliche Raum, der durch die Strategie der Fake News entsteht, ist ausgrenzend, diskriminierend und somit antidemokratisch“. Denn durch pauschalisierende Zuschreibungen, Verschwörungstheorien und Lügen, die in Fake News enthalten sind, werde definiert, wer mitreden darf und wer zu diesem Zweck ausgegrenzt oder abgewertet werden soll (vgl. ebd.). Betroffen davon seien meist marginalisierte Minderheiten, welche mithilfe von Vorurteilen und gruppenbezogenen menschenfeindlichen Argumentationen abgewertet werden (vgl. Patz 2018: 36).

2.3 Produktion und Verbreitung

Um die Prozesse erschließen zu können, welche zur Produktion und Verbreitung von Fake News beitragen, müssen neben technischen und ökonomischen Aspekten auch kulturelle und politische Entwicklungen berücksichtigt werden (vgl. Porlezza 2017: 38).

Mit jedem Fortschritt in der mediengeschichtlichen Entwicklung, nahmen die Möglichkeiten Fake News schnell weiterzuverbreiten, immer stärker zu (vgl. Porlezza 2017:38). Bereits im 15. Jahrhundert erfolgte durch die Erfindung des Buchdrucks von Johannes Gutenberg eine erste Beschleunigung. In der Moderne verbreiteten sich Falschinformationen dann zunächst in Zeitungen und Radios, im Fernsehen und zuletzt im Internet (vgl. ebd.). Das Internet stelle allerdings eine deutliche „Zäsur in der Geschichte der Desinformation dar“, weil es das Volumen und die Verbreitungsgeschwindigkeit von manipulativen Informationen begünstigt habe (Porlezza 2017: 38). Zudem habe es das „mediale Ökosystem“ verändert, indem es neue technologische Möglichkeiten für die Verbreitung von Medieninhalten bietet, die deutlich kostengünstiger sind, als die vorherigen Medien (Porlezza 2017: 38). Das Internet biete jedem die Möglichkeit, eine eigene Website zu gestalten und Inhalte zu veröffentlichen, wodurch die klassischen Medien ihre „Monopolstellung hinsichtlich der Selektion und der Vermittlung von Informationen“ verloren haben (Porlezza 2017: 39). Zusätzlich ermöglichen Social Media wie Facebook oder Twitter es, Informationen schnell in größeren Netzwerken auszutauschen. Der Media Editor und Faktenchecker von Buzzfeed2 Craig Silverman hat in einer Studie herausgefunden, dass sich ein ,digitales Ökosystem der Desinformation' herausgebildet hat, das mit zunehmender Geschwindigkeit Fake News verbreitet (zit. nach Porlezza 2018: 40) Laut Silverman sind an diesem digitalen Ökosystem drei zentrale Akteure beteiligt. Erstens gebe es offizielle Propagandaquellen, zu denen auch Regierungen gehören, welche versuchen, durch Öffentlichkeitsarbeit ihrer Kommunikationsabteilungen den Informationseinfluss zu beinflussen. Zweitens existieren spezifische Internetseiten, welche sich ausschließlich auf die Verbreitung von Fake News spezialisiert haben. Diese Seiten verbreiten Falschinformationen insbesondere aus ökonomischen Gründen, jedoch wirken sich die Desinformationskampagnen auch negativ auf die politische Berichterstattung aus. Zu der dritten Gruppe der Akteure gehören laut Silverman Menschen, welche traditionelle Medien bewusst mit Falschinformationen versorgen, indem sie beispielsweise Interviews fälschen (zit. nach Porlezza 2018: 40). Trotz dieser zahlreichen Einflüsse und Entwicklungen, welche die Produktion und Verbreitung von Fake News erleichtert haben, sei nach Porlezza (2018: 43) „die spezifische Architektur von Facebook einer der zentralen Gründe für die Verbreitung von Desinformation“. Das läge vor allem daran, dass Facebook monatlich fast zwei Milliarden Menschen erreiche und damit eine zentrale Rolle in der gegenwärtigen Aufmerksamkeitsökonomie spiele (vgl. Porlezza 2018: 43). Über Facebook betreiben politische Akteure eigene Fanseiten, um ihre strategischen Interessen in der Öffentlichkeit durchzusetzen. Darüber hinaus verbreiten Parteien, Unternehmen und Interessenverbände ihre Botschaften durch besonders aktive Anhänger, bezahlte Nutzer oder durch sogenannte „Social Bots“. Social Bots sind softwaregesteuerte Profile oder Seiten, welche Inhalte veröffentlichen, indem sie wie reale Internetnutzer auftreten (vgl. Shao et al. 2017: 2). Nach Shao et al. (2017: 1) würden diese Social Bots eine Schlüsselrolle in der Verbreitung von Fake News spielen. Neben der persönlichen und politischen Interessen, nennen Himmelrath und Egbers (2018: 14) als weiteren Grund für die Verbreitung von Fake News ökonomische Motive: „Spätestens, seit viele Klicks im Netz zu einer Beteiligung an Werbeeinnahmen führen können, ist das Erzeugen von Fake News, die von anderen geliket und weiter verbreitet werden, auch aus ökonomischer Sicht interessant“.

Die Ausführungen zeigen, dass Fake News aus unterschiedlichen Interessen und Motiven publiziert werden. Sowohl die Produktion als auch die Verbreitung von Fake News wurde durch die Fortschritte in der digitalen Medienwelt wesentlich erleichtert. Die technologischen Entwicklungen von Aufzeichnungs-, Informationsverarbeitungs- und Verbreitungsmedien ermöglichen es, Informationen zu fälschen und zu kopieren und in andere Kontexte zu setzen; dadurch „können Fotos geschickt montiert, seriöse Quellen nachgeahmt, Zitate aus dem ursprünglichen Zusammenhang gerissen und schließlich neu zusammengesetzt werden (Birkner et al. 2018: 69). Die Publikation und Verbreitung von Falschmeldungen erfolgt demnach nicht mehr ausschließlich durch Journalisten, sondern insbesondere durch die digitale Öffentlichkeit und die damit verbundenen technischen Möglichkeiten (vgl. Birkner et al. 2018: 70). So werden beispielsweise Algorithmen gezielt zur Verbreitung von Fake News eingesetzt (vgl. Birkner et al. 2018: 69).

3 Fake News im Deutschunterricht

Nachdem der theoretische Hintergrund von Fake News erläutert wurde, soll im Folgenden darauf eingegangen werden, warum Fake News im Deutschunterricht thematisiert werden sollten und welche Kompetenzen in diesem Rahmen Schülerinnen und Schüler vermittelt werden sollten.

Bei der Thematisierung von Fake News im Deutschunterricht sollten Strategien zur Überprüfung von Informationen aus dem Internet erprobt werden (vgl. Kern 2018: 21). Dazu zählen das systematische Erkunden des Urhebers einer Information, die Berücksichtigung des Informationsrahmens und die Überprüfung der behaupteten Fakten (vgl. ebd.). Die benötigten Strategien und Fähigkeiten, die Schülerinnen und Schüler erlernen müssen, um Fake News kritisch begegnen zu können, sind unter anderem dem Bereich der Medienkompetenz zuzuordnen. Zusätzlich verlangt das Aufdecken und Einordnen von Fake News auch die Kompetenz des kritisch-reflexiven Lesens. Beide Bereiche sollen genauer vorgestellt werden, bevor im Anschluss daran, Anforderungen und Kompetenzen der Lehrkraft in den Blick genommen werden, die notwendig sind, um Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Fake News zu stärken.

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1 https://www.duden.de/rechtschreibung/Fake News [Zugriff: 29.04.19]

2 Buzzfeed ist ein unabhängiges Medienunternehmen, das Menschen weltweit Nachrichten und Unterhaltungen liefert. (Vgl. https://www.buzzfeed.com/about) [Zugriff: 26.05.2019]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Fake News im Deutschunterricht. Medienkompetenz bei Schülern für einen kritischen Umgang mit Falschmeldungen
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V537686
ISBN (eBook)
9783346141675
ISBN (Buch)
9783346141682
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fake, news, deutschunterricht, medienkompetenz, schülern, umgang, falschmeldungen
Arbeit zitieren
Madita Dürholt (Autor), 2019, Fake News im Deutschunterricht. Medienkompetenz bei Schülern für einen kritischen Umgang mit Falschmeldungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537686

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