Ziel der vorliegenden Arbeit war es die theoretischen Erkenntnisse über Kreativität und Musikalität für die pädagogische Arbeit zu gewinnen und zu prüfen, ob diese zwei Eigenschaften in Beziehung zueinander stehen. Dabei wurden Themen wie menschliche Kreativität, menschliche Musikalität und deren Entfaltungsmöglichkeiten, sowie musikalische Bildung in Kitas, intensiv genauer betrachtet, um die Handlungsempfehlungen für die Praxis herauszuarbeiten.
Die Fachliteratur definiert die menschliche Kreativität als angeborenes Phänomen und ist die Fähigkeit eines Individuums Probleme zu lösen, etwas Neues zu erfinden oder Altes umzugestalten. Dabei spielt das Denken eine wesentliche Rolle, um die Ideen in kreative Handlungen umzusetzen. Diese Prozesse werden von einem starken Glücksgefühl begleitet und beflügeln die kreative Persönlichkeit, alle Herausforderungen selbstsicher zu bewältigen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Kreativität sowohl im alltäglichen, als auch im beruflichen Leben von großer Bedeutung ist. Es wurde festgestellt, dass die Erwachsenen und deren Biografie eine große Rolle spielen, um die natürliche Kreativität der Kinder zu bewahren und diese zu fördern.
In Bezug auf die menschliche Musikalität ist festzuhalten, dass diese ebenfalls eine natürliche Gabe ist und eine Verbindung nicht nur zur Kreativität sondern auch zur Ästhetik aufweist. Zu den herausgearbeiteten Merkmalen der Musikalität gehören: die alltäglichen Klänge neu entdecken und mit diesen experimentieren; Musik selbst produzieren und dabei Glücksgefühle erleben sowie die Schönheit der Materialien und Instrumente wahrnehmen.
Schlussfolgernd kann davon ausgegangen werden, dass in Kitas die leidenschaftliche Gestaltung musikalischer Aktivitäten in einer ästhetischen Atmosphäre einen wesentlichen Beitrag zur Entfaltung natürlicher Kreativität darstellt. Dabei geben die Pädagogen Zeit und Raum für die musikalisch-kreative Improvisation, wobei ganzheitliche sinnliche Erfahrungen ermöglicht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Menschliche Kreativität
2.1. Begriffsklärung – Kreativität. Kurzfassung über den historischen Rückblick der Kreativitätsforschung.
2.2. Der Mensch ist von Natur aus kreativ
2.3. Fantasie als treibende Kraft der kindlichen Kreativität – Rolle des menschlichen Denkens
2.4. Bedeutung von Kreativität im Alltag
2.5. Kreative Prozesse – Glücksgefühl und Flow-Zustand nach Csikszentmihalyi
2.5.1. Das angemessene Verhältnis zwischen herausfordernder Aktivität und dazu erforderlichen Fähigkeiten
2.5.2. Die Konzentration auf die anstehende Aufgabe
2.5.3. Die klare Zielsetzung und unmittelbare Rückmeldung
2.5.4. Die Mühelosigkeit
2.5.5. Das Gefühl von Kontrolle und die Veränderung der Zeit
2.5.6. Die autotelische Erfahrung
2.6. Phasen der kreativen Prozesse
2.7. Das kreative Kind und seine Leistungen im kreativen Prozess
2.8. Entfaltung natürlicher Kreativität
2.8.1. Hemmungen der kreativen Entwicklung
2.8.2. Förderung der kreativen Entwicklung
3. Menschliche Musikalität
3.1. Begriffsklärung Musik
3.2. Musik als Phänomen
3.3. Der Mensch ist von Natur aus musikalisch
3.4. Bedeutung von Musikalität im Alltag
3.5. Flow in der Musik nach Csikszentmihalyi
3.6. Entfaltung natürlicher Musikalität
3.6.1. Hemmungen der musikalischen Entwicklung
3.6.2. Förderung der musikalischen Entwicklung
4. Musikalische Bildung in Kitas
4.1. Bildungsfeld Musik – Diskussion über die Begrifflichkeiten
4.2. Musik als ästhetische Kreativität – Ästhetisch-musikalische Bildung
4.3. Phasen der musikalischen Prozesse im musikalischen Konzept
4.4. Das musikalisch-kreative Kind und seine Leistungen im musikalischen Prozess
5. Handlungsempfehlungen für die Umsetzung in der Praxis
5.1. Bedeutung der theoretischen Erkenntnisse für die Praxis
5.2. Das kreative Fachpersonal
5.3. Die ästhetische Raumgestaltung – Materialien und Instrumente
5.4. Zielentwicklung
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, die theoretischen Erkenntnisse über Kreativität und Musikalität für die pädagogische Praxis in Kindertagesstätten zu erschließen und zu untersuchen, inwieweit diese beiden Konzepte in Beziehung zueinander stehen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die These, dass musikalische Bildung im Kindergartenalter die Entfaltung der natürlichen Kreativität eines Kindes unterstützt.
- Menschliche Kreativität als angeborenes Potenzial und Lebenskompetenz
- Die Bedeutung von Flow-Erlebnissen und Glücksgefühlen in kreativen und musikalischen Prozessen
- Analyse des kindlichen Verhaltens als musikalischer und kreativer Prozess
- Praktische Handlungsempfehlungen für Fachpersonal zur Gestaltung ästhetischer Lernumgebungen
Auszug aus dem Buch
2.7. Das kreative Kind und seine Leistungen im kreativen Prozess
Hanna, das vierjährige Mädchen, spielt in der Kita vertieft mit seiner Barbie-Puppe. Irgendwann nimmt es ein Blatt Papier, legt die Puppe auf das Blatt und führt einen Stift um die Puppe herum. Es zeigt das Bild seiner Erzieherin. „Hast du deine Barbie gemalt?“ fragt die Erzieherin. „Nein“ sagt das Mädchen und fügt hinzu „Das bin ich!“
Es stellt sich die Frage, wie kommt ein Kind auf die Idee auf diese Weise sich selbst zu malen. Die Vorgeschichte gibt dazu eine mögliche Erklärung.
An diesem Morgen fragte die Erzieherin das Mädchen, ob es Lust hat, sein Selbstporträt für das eigene Portfolio zu malen. „Ich kann mich doch nicht selbst malen“ meinte das Kind entsetzt. Die Erzieherin schlägt vor gemeinsam zum Spiegel zu gehen, um sich im Spiegelbild genau anzuschauen. Nach dem gemeinsamen Betrachten und der wiederholten Frage der Erzieherin, ob es sich jetzt vorstellen kann sich zu malen, sagt das Mädchen: „Ich muss noch überlegen“. Währenddessen hielt Hanna ihre Barbie ohne Bekleidung, in der Hand, welche sie an diesem Tag von zu Hause mitbrachte.
Die Zeit verging und dann… einige Stunden später, zeigte das Kind mit einem breiten und zufriedenen Lächeln, welches sich über das ganze Gesicht ausbreitete, der Erzieherin das Barbie-Bild. „Hast du deine Barbie gemalt?“ fragt die Erzieherin. „Nein“ sagt das Mädchen und fügt hinzu „Das bin ich! Meine Barbie sieht doch genauso aus, wie ich!“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Kreativität im Alltag und im Beruf und formuliert die These, dass musikalische Bildung die kindliche Kreativitätsentfaltung stützt.
2. Menschliche Kreativität: Dieses Kapitel definiert Kreativität als angeborenes Phänomen, erläutert den Flow-Zustand nach Csikszentmihalyi sowie die Phasen kreativer Prozesse und deren Hemmungs- oder Förderfaktoren.
3. Menschliche Musikalität: Es wird die These untermauert, dass Musikalität eine natürliche menschliche Anlage ist, die bereits vor der Geburt existiert und durch bewusste musikalische Erfahrungen vertieft werden kann.
4. Musikalische Bildung in Kitas: Dieser Abschnitt diskutiert Begrifflichkeiten musikalischer Frühförderung und verknüpft Musik als ästhetische Kreativität mit dem ganzheitlichen Lernen.
5. Handlungsempfehlungen für die Umsetzung in der Praxis: Hier werden praktische Strategien für Fachkräfte entwickelt, wie sie durch Raumgestaltung und reflektierte Haltung die musikalische und kreative Entwicklung fördern können.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass eine musikalisch-kreative pädagogische Haltung maßgeblich dazu beiträgt, kindliche Potenziale zu erhalten und in den Schulalltag zu integrieren.
Schlüsselwörter
Kreativität, Musikalität, Flow, Ästhetik, Kindertagesstätte, pädagogische Praxis, Frühförderung, musikalische Bildung, Kompetenz, Selbstvertrauen, Lernumgebung, Improvisation, ganzheitliches Lernen, Persönlichkeitsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundlegend?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Kreativität und Musikalität und deren Wechselwirkung im Kontext der pädagogischen Arbeit in Kitas.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit umfasst die Entfaltung natürlicher Kreativität und Musikalität, das Flow-Konzept nach Csikszentmihalyi sowie die ästhetisch-musikalische Bildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist zu prüfen, ob und wie musikalische Bildung im Kindergartenalter die Entfaltung natürlicher Kreativität eines Kindes unterstützen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch Einzelfallbeispiele aus der eigenen pädagogischen Praxis der Verfasserin untermauert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen menschlicher Kreativität und Musikalität sowie deren Umsetzung durch Fachpersonal und ästhetische Raumgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kreativität, Musikalität, Flow-Zustand, pädagogische Fachkraft, ästhetische Bildung und frühkindliche Förderung.
Warum ist die Rolle der pädagogischen Fachkraft so entscheidend?
Die Fachkraft fungiert als Begleiterin, die durch ihre eigene Begeisterung und wertschätzende Haltung den Rahmen für kreative und musikalische Prozesse schafft.
Welche Rolle spielen die "Kreativitätskiller" in dieser Arbeit?
Sie dienen als Warnung, dass Faktoren wie übermäßige Bewertung oder Druck die intrinsische Motivation und somit die natürliche kreative Entwicklung von Kindern behindern.
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- Elena Wamboldt (Author), 2016, Kreativität und Musikalität. Theoretische Grundlagen für die pädagogische Praxis in der Kita, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537703