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Hegemonie und Populismus. Ernesto Laclaus und Chantal Mouffes radikaldemokratische Theorie als Analyserahmen der Pegida Bewegung

Title: Hegemonie und Populismus. Ernesto Laclaus und Chantal Mouffes radikaldemokratische Theorie als Analyserahmen der Pegida Bewegung

Term Paper , 2015 , 19 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: David Breitwieser Alfaro (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die grundlegende Fragestellung dieser Arbeit lautet, ob die Hegemonietheorie nach Laclau und Mouffe als Analyserahmen für rechtspopulistische Bewegungen wie Pegida hilfreich sein und einen möglichen präventiven und analytischen Beitrag zu zukünftigen rechtspopulistischen Entwicklungen leisten kann? Anhand ihrer Definitionen der Begriffe des Politischen und der Hegemonie soll eine mögliche Erklärung für aktuelle rechtspopulistische Bewegungen erörtert werden.

Ernesto Laclau und Chantal Mouffe veröffentlichten vor 30 Jahren ihr Werk Hegemonie und radikale Demokratie, welches als moderner Klassiker der Sozial- und Politischen Theorie gilt und in dem sie erstmals eine "poststrukturalistische Diskurstheorie als umfassende Gesellschaftstheorie" (Martell 2014) entwerfen. Sie überarbeiten und hüllen das sozialistische Projekt in die Form der radikalen Demokratie. In ihrer Überarbeitung und Radikalisierung von Gramscis Hegemonietheorie reagieren Laclau/Mouffe auf die Ausweitung sozialer Kämpfe, wie sie in den erwähnten Protestbewegungen zum Ausdruck kommen.

Zentraler Gedanke ihrer radikalen und agonistischen Demokratietheorie ist dabei, dass sich politische Konflikte weder neutralisieren noch als Feinde betrachten lassen. Vielmehr lebt Demokratie von Konflikten um die Hegemonie im demokratischen Raum. Chantal Mouffes agonistisches Demokratieverständnis geht darüber hinaus von wechselseitigen Gegner aus, die um die Hegemonie im demokratischen Raum streiten, allerdings nicht als Feinde mit dem Ziel der gegenseitigen Vernichtung. Dieser radikaldemokratische Ansatz wird im Verlauf dieser Arbeit dargestellt und als Analyserahmen für das aktuelle rechtspopulistische Phänomen mit dem Namen "Pegida" verwendet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Populismus und Populistische Bewegungen

2. Die Hegemonietheorie nach E. Laclau und C. Mouffe als Gesellschaftstheorie

3. Rechtspopulistische Bewegungen, Antagonismus und Hegemonie

3.1 Die Hegemonietheorie als theoretischer Analyserahmen

3.2 Kritik an Laclaus und Mouffes postrukturalistischer Demokratietheorie

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das aktuelle rechtspopulistische Phänomen der "Pegida"-Bewegung durch die theoretische Brille der Hegemonietheorie von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe. Ziel ist es, die Beweggründe und die diskursive Dynamik der Protestbewegung zu analysieren und zu bewerten, inwiefern dieser poststrukturalistische Ansatz als präventiver und analytischer Rahmen für zukünftige rechtspopulistische Entwicklungen dienen kann.

  • Rekonstruktion der radikaldemokratischen Theorie von Laclau und Mouffe
  • Analyse der diskursiven Konstruktion von "Volk" und "Eliten"
  • Untersuchung der Rolle von Antagonismen und Feindbildern bei Pegida
  • Kritische Würdigung der Anwendbarkeit des theoretischen Modells auf reale politische Phänomene

Auszug aus dem Buch

3.1 Hegemonietheorie als theoretischer Analyserahmen

Die bisher skizzierte Grundlagen Laclaus und Mouffes poststrukturalistischer Demokratietheorie sollen nun als theoretischer Ansatz genutzt werden, um die politischen Wurzeln der erwähnten Pegida Bewegungen zu analysieren. Das Politische wie es Laclau und Mouffe verstehen, ist konstitutiv sowie subversiv für jede soziale Identität und Handlung und somit essentiell für die Strukturierung und Dynamik der Gesellschaft (Vgl. Wullweber 2012: 51). Das Politische ist somit gleichermaßen die Bedingung sowie Unmöglichkeit des Sozialen, aufgrund dessen bereits erläuterte Unbegründbarkeit (ebd.f.). Da in der Demokratie der Ort der Macht nur temporär besetzt ist, ist dieser Raum für verschiedene hegemoniale Formationen offen und nicht bestimmbar (leere Signifikanten).

Im folgenden soll nun versucht werden, die Rechtspopulistische Pegida Bewegung aus hegemonietheoretischem Blickwinkel zu untersuchen und auf Grundlage dieser zu analysieren. Dazu werde ich Forderungen und Inhalte dieser Bewegung auf Laclaus und Mouffes Theoriekonstruktion übertragen.

Ausgangspunkt der Untersuchung der Pegida Bewegung ist die Frage nach einer gemeinsamen Forderung. Nach Laclau und Mouffe ist wie bereits skizziert, keine ursprüngliche und verbindende Basis vorhanden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass zu Beginn der Bewegung und in der weiteren Entwicklung dieser, Differenzen zwischen den einzelnen Teilnehmern vorhanden waren, die sich schließlich auch in Form der Auflösung der Pegida-Führung manifestierte (Eichstädt 2015). Trotz der Differenzen und Heterogenität der Pegida Bewegung verbindet die Sympathisanten eine persönliche, individuelle Angst vor einer Religion, konkret: dem Islam. Es ist davon auszugehen, dass die persönliche Ängste der Teilnehmer viele verschieden Facetten und Ebenen erreichen, allerdings kann durch die Konstruktion des Feindbildes der „Islamisierung“ eine erste interne Verbindung innerhalb der Bewegung als „Nicht-Muslime“ geschaffen werden. An diesem Punkt findet die erwähnten Äquivalenz- und Differenzlogik von Laclau/Mouffe ihre Anwendung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Thematik des Rechtspopulismus ein und verortet die Pegida-Bewegung theoretisch im Diskurs um Laclau und Mouffes Hegemonietheorie.

1. Populismus und Populistische Bewegungen: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über den Populismus und arbeitet die zentralen Kennzeichen populistischer Bewegungen wie die Dichotomie zwischen „Volk“ und „Elite“ heraus.

2. Die Hegemonietheorie nach E. Laclau und C. Mouffe als Gesellschaftstheorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der postmarxistischen Diskurstheorie sowie Konzepte wie Äquivalenzketten, Knotenpunkte und der leere Signifikant rekonstruiert.

3. Rechtspopulistische Bewegungen, Antagonismus und Hegemonie: Das Kapitel verknüpft die Theorie mit der Praxis und erläutert die Funktionsweise von Agonismus und Antagonismus im politischen Raum.

3.1 Die Hegemonietheorie als theoretischer Analyserahmen: Anwendung der theoretischen Konzepte auf die konkrete Dynamik der Pegida-Bewegung und deren Mobilisierungsstrategien.

3.2 Kritik an Laclaus und Mouffes postrukturalistischer Demokratietheorie: Dieses Kapitel beleuchtet die Schwachstellen der Theorie, insbesondere die Schwierigkeit der Anwendung auf alltagsrelevante politische Dimensionen und die institutionelle Ebene.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial der radikaldemokratischen Theorie für das Verständnis heutiger populistischer Herausforderungen.

Schlüsselwörter

Populismus, Rechtspopulismus, Pegida, Hegemonietheorie, Ernesto Laclau, Chantal Mouffe, Radikale Demokratie, Agonismus, Antagonismus, Äquivalenzkette, Diskurs, Leere Signifikanten, Politische Identität, Poststrukturalismus, Gesellschaftstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das aktuelle Phänomen der rechtspopulistischen "Pegida"-Bewegung unter Anwendung der hegemonietheoretischen Ansätze von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Populismusbegriff, die diskursive Konstruktion sozialer Identitäten, die Bedeutung von politischen Konflikten für die Demokratie sowie die Dynamik von Protestbewegungen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob die Hegemonietheorie nach Laclau und Mouffe als Analyserahmen für rechtspopulistische Bewegungen hilfreich sein kann und welchen Beitrag sie zur Analyse dieser Phänomene leistet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriebasierte Analyse, bei der Konzepte aus dem Poststrukturalismus auf empirische Beobachtungen aktueller politischer Ereignisse übertragen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Hegemonietheorie), die praktische Analyse von Pegida mittels dieser Theorie und eine abschließende kritische Auseinandersetzung mit der Theorie selbst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Populismus, Hegemonie, radikale Demokratie, Antagonismus, Diskurs und Pegida.

Warum wird Pegida als "repressiv" oder "radikaldemokratisch" analysiert?

Die Arbeit nutzt Laclau und Mouffe, um zu zeigen, dass Pegida versucht, durch die Artikulation einer eigenen "Volksidentität" gegen ein "Establishment" zu mobilisieren, was ein typisches Muster populistischer Hegemoniebildung ist.

Welche Kritik übt der Autor an Laclau und Mouffe?

Der Autor bemängelt, dass ihre Theorie zu abstrakt bleibt, die institutionelle Dimension der Politik vernachlässigt und die praktische Anwendbarkeit auf reale, alltägliche politische Prozesse nur schwer umsetzbar ist.

Welche Rolle spielt der Begriff des "leeren Signifikanten" bei Pegida?

Der Begriff dient dazu, die mangelnde inhaltliche Substanz der Proteste zu erklären: Da Pegida viele verschiedene Ängste vereint, fungiert das Feindbild der "Islamisierung" als leerer Signifikant, der unterschiedliche Akteure unter einem gemeinsamen Label vereint.

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Details

Title
Hegemonie und Populismus. Ernesto Laclaus und Chantal Mouffes radikaldemokratische Theorie als Analyserahmen der Pegida Bewegung
College
Technical University of Darmstadt  (Politikwissenschaft)
Course
Politische Theorie und Philosophie
Grade
2.0
Author
David Breitwieser Alfaro (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V537892
ISBN (eBook)
9783346144546
ISBN (Book)
9783346144553
Language
German
Tags
Populismus Politische Theorie Chantal Mouffe Ernesto Laclau Hegemonie Demokratietheorie Gesellschaftstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Breitwieser Alfaro (Author), 2015, Hegemonie und Populismus. Ernesto Laclaus und Chantal Mouffes radikaldemokratische Theorie als Analyserahmen der Pegida Bewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537892
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