Liebe als Kommunikationsmedium. Liebesbeziehungen und mögliche auftretende Probleme


Essay, 2018
10 Seiten, Note: 2.3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Definition des Begriffs Liebe

Liebe und Gesellschaft

Kommunikation innerhalb von Liebesbeziehungen

Fazit und Ausblick

Literatur- und Quellenverzeichnis

Einleitung

Das Konzept der Liebe, welches der vorliegenden Arbeit zu Grunde liegt, geht von einem Fureinander zweier Personen aus, die nicht nur den jeweiligen Liebespartner einschlieBt, sondern gleichzeitig alle anderen Personen auBerhalb der Liebesbeziehung ausschlieBt. Dieses Prinzip der Exklusivitat des jeweiligen Liebespartners ist trotz vermeintlicher Trivialitat hochkomplex. Fur die Aufrechterhaltung der Exklusivitat spielen sich innerhalb der Liebesbeziehungen standig Kommunikationsprozesse ab, welche im Kontext der Liebe stattfinden. Diese Kommunikation dient der gegenseitigen Bestatigung der Liebe und Exklusivitat. Welche Inhalte und auf welche Art und Weise diese kommuniziert werden, bildet das theoretische Fundament der vorliegenden Arbeit. „ Wie kommuniziert sich Liebe innerhalb von Liebesbeziehungen?“, dient dabei als Leitfrage. Die Frage nach der Art und Weise der Kommunikation stoBt dabei in Form der Inkommunikabilitat an ihre Grenzen (vgl. Luhmann 1994: 153ff.). Daraus haben sich in der Kommunikation bestimmte Formen entwickelt, welche sich standig wiederholen. Die Fragestellung verbindet folglich gesellschaftstheoretische, kommunikationstheoretische und historische Perspektiven.

Im Folgenden soll nach einer Darstellung der Liebe und die Funktion die sie in der gegenwartigen Gesellschaft einnimmt, auf die Art und Weise der Kommunikation und Interaktion innerhalb von Liebesbeziehungen und den daraus resultierenden Problemen in modernen Gesellschaften eingegangen werden. In diesem Zusammenhang wird Liebe nicht als objektiv feststellbares Gefuhl behandelt (Vgl. Luhmann 2016, 11). Zunachst wird auf die Formen der Entstehung von Liebesbeziehungen hingearbeitet. Im Zuge dessen werden die romantische Liebesbeziehung sowie das daraus resultierende Zusammenleben und die Rolle der Kommunikation fokussiert und dargestellt. Im Sinne eines chronologischen Verlaufs folgt schlieBlich die Auseinandersetzung mit einem moglichen drohenden Ende der Beziehung. Daruberhinaus soll ein Ausblick gegeben werden, welche moglichen Strategien es fur eine bessere Kommunikation gibt.

Definition des Begriffs Liebe

Fur die vorliegende Arbeit werde ich als Grundlage die Definition der Liebe nach Izard (1994) verwenden. Demnach lautet die Definition: „Liebe ist eine affektiv-kognitive Orientierung, die sich aus den Emotionen Interesse und Freude und dem Trieb Sexualitat zusammensetzt.“ (1994: 201f.) Diese Definition der Liebe ist deshalb nutzlich, da sie die Irrationalitat des Gefuhlszustands der Liebenden beschreibt. Die Gedanken der Liebenden sind von dieser Liebe ergriffen und fuhren zu einem wichtigen Merkmal: Die Exklusivitat. Im Gegensatz zu Freundschaft oder Bekanntschaft fordert die Liebe eine Exklusivitat des Partners. Der geliebte Mensch kann nach Alberoni (1998: 88) mit keiner anderen Person verglichen werden. Es ist das einzige Lebewesen auf der Welt, das geliebt werden kann. Hier ist der bereits erwahnte Unterschied zur Freundschaft: Wahrend mehrere Freundschaften co-exisitieren konnen, kann die Liebe nach Alberoni, wahrhaftig nur fur eine Person empfunden werden. Die Definition Izards betont neben der affektiven auBerdem die kognitive Komponente. Der Liebende muss sich seinen Gefuhlen bewusst sein und sich selbst als Liebenden definieren. Rationale Annahmen werden allerdings aus der Liebesdefinition ausgeschlossen, da sie dem romantischen Liebesverstandnis widersprechen wurden. Berechnung und Kalkul konnen somit als kontrar zur Liebe betrachtet werden (Bspw. eine Kosten-Nutzen Abwagung). Allerdings ist eine authentische Liebe, die sich nachtraglich aus einer rationalen Form der Partnerschaft entwickelt, nicht unmoglich. Izard beschreibt daruberhinaus Liebe auch als eine Form der Orientierung der Liebenden in Richtung der einzigartigen und liebenswerten Person, welche Emotionen, Interesse und Freude hervorruft. Dabei wird die Gesamtheit der Eigenschaften dieser Person begehrt.

Neben dieser geistigen Anziehungskraft spielt die sexuelle Triebhaftigkeit eine entscheidende Rolle. Der geliebte Mensch wird leidenschaftlich begehrt und neben der geistigen wird auch die korperliche Verschmelzung gesucht.

Liebe und Gesellschaft

Die gegenwartige Lebenslage der Menschen ist gekennzeichnet durch eine komplexe und kontingente Welt (vgl. Luhmann 2016: 12). Max Horkheimer und Niklas Luhmann sind sich einig, wenn es darum geht die Rolle der romantische Liebe in modernen Gesellschaften einzuordnen. Wahrend Horkheimer die Liebe als kontrar zur Gesellschaft einordnet, attestiert Luhmann die Familie1 als „Modell einer Gesellschaft, die nicht mehr existiert“ (Luhmann 2005a: 199). Luhmann betrachtet im Gegensatz zu Horkheimer das Liebesgeschehen allerdings als Zeichen der Moderne und begrundet dies mit dem Wandel des Differenzierungstypus' der Gesellschaft auf funktionale Differenzierung (vgl. Luhmann 1982: 1997). Beide Theoretiker sind sich einig, dass sich der Begriff der Liebe stets wandelt. Horkheimer bezeichnet das Verhalten von Liebespaaren beispielsweise als „Absonderlichkeiten des Zeitalters“ (2007: 224). Das Liebespaar tritt durch die Heirat gemeinsam in die Offentlichkeit und verbringt das gesamte Leben miteinander bis zum Tod, „gerade bloB deshalb, weil sie miteinander geschlafen haben“ (ebd. 225). Dem modernen Menschen mag an diesem Ablauf nichts ungewohnlich erscheinen, da diese dem gesellschaftlichen Usus entsprechen. Aus Horkheimers erkenntnistheoretischen Perspektive und Uberlegung ergibt sich allerdings eine andere Sichtweise. Das Verhalten sowie die Gefuhle und deren Interpretation stehen in einem bestimmten historischen sowie gesellschaftlichen Kontext und befinden sich deswegen in einem standigen Wandel (vgl. Horkheimer 2011: 217). Luhmann beschreibt in seiner Veroffentlichung „Gesellschaftsstruktur und Semantik“ eben dieses Phanomen. Eine Evolution der Sozialstruktur kann nicht ohne eine einhergehende Veranderung der Semantik stattfinden. Diese Veranderungen betreffen auch die Liebe (vgl. Luhmann 1982: 9). Um den Grund fur die Tatsachen zu untersuchen, warum wir heute so lieben wie wir es tun, bezieht Luhmann einen entsprechenden Theoriekomplex ein. Die Liebe wird folglich nicht als Gefuhl, sondern als Kommunikationsmedium behandelt. Kommunikation ist das wichtigste menschliche Ordnungsmittel mit dem sich die Menschen verstandigen. Durch die Struktur der Sprache, erreicht die Kommunikation einen Grad der Effektivitat, welcher auch bei der Kommunikation innerhalb von Liebesbeziehungen entscheidend ist.

[...]


1 Der vorliegende Zusammenhang zwischen Liebe und Familie basiert auf der systemtheoretischen Betrachtung von Fuchs (2003), die besagt, dass auch Intimsysteme und Familien konstituieren.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Liebe als Kommunikationsmedium. Liebesbeziehungen und mögliche auftretende Probleme
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Soziologie)
Veranstaltung
Soziologie der Liebe
Note
2.3
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V537895
ISBN (eBook)
9783346132970
ISBN (Buch)
9783346132987
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Liebe, Kommunikation, Soziologie, Luhmann
Arbeit zitieren
David Breitwieser Alfaro (Autor), 2018, Liebe als Kommunikationsmedium. Liebesbeziehungen und mögliche auftretende Probleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537895

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Liebe als Kommunikationsmedium. Liebesbeziehungen und mögliche auftretende Probleme


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden