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Werbung und Kultur

Title: Werbung und Kultur

Diploma Thesis , 2005 , 141 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Natalie Korobenik (Author)

Psychology - Media Psychology
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Summary Excerpt Details

Die für eine internationale Werbestandardisierung relevanten kulturellen Faktoren, nämlich die affektive Bedeutung von Positionierungskonzepten unterschiedlicher kultureller Kreise und Geschlechtsunterschiede wurden bei Rezipienten einer Sprach- und Kulturgemeinschaft anhand der Technik des Semantischen Differentials untersucht. Dafür wurde bei 103 deutschen Probanden konnotative Bewertung der Werbespots russischer, amerikanischer und eigener Kultur sowie die Idealvorstellung von Werbung erhoben und mithilfe von Korrelationen, Euklidischer Distanzwerte, Varianzanalyse, T-Tests und Faktorenanalyse auf die Übereinstimmung untersucht. Die theoretischen Vorüberlegungen konnten empirisch nur partiell unterstützt werden: Ergebnisse zeigen, dass zwar Unterschiede in der Wahrnehmung, die zu einer unterschiedlichen kulturellen Angemessenheit einer Positionierungsidee führen können vorliegen, von der kulturellen Distanz als Indikator für negative Gefühle jedoch nicht generell ausgegangen werden kann. Außerdem konnte ein Einfluß des Geschlechts auf die affektive Bewertung nachgewiesen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

1 Situation und Problemstellung

2 Zielsetzung

3 Aufbau der Arbeit

II Einführung in die Thematik

1 Werbung

1.1 Definition und Aufgaben der Werbung

1.2 Standardisierungsdebatte in der internationalen Werbung

1.3 Erlebnisorientierte Kommunikation

1.3.1 Kulturelle Einflüsse im Konditionierungsprozess

1.4 Bildkommunikation

1.4.1 Einsatz emotionaler Schemabilder

2 Kultur

2.1 Definition des Kulturbegriffs und Kulturmerkmale

2.1.1 Psychologische Bedeutung

2.2 Wertorientierungen als kulturelles Strukturmerkmal

2.3 Kulturelle Dimensionen

2.3.1 Hofstede’s Typologie der Wertedimensionen

2.3.2 Andere Wertedimensionen

2.3.3 Weitere Gründe für eine differenzierte Werbegestaltung

3 Psychische Determinanten der Werbewirkung

3.1 Kognitive Prozesse

3.1.1 Semantisches Netzwerk-Modell

3.1.2 Schematheorie

3.2 Das emotionale Erleben

3.2.1 Abgrenzung des Emotionsbegriffs

3.2.2 Emotionstheorien

3.2.3 Emotionale Schemata

III Empirischer Teil

1 Eigene Fragestellungen und Hypothesen

2 Empirische Untersuchung der konnotativen Bedeutungsunterschiede in der Bewertung erlebnisorientierten Bierwerbung unterschiedlicher Kulturen

2.1 Semantisches Differential - Methode der Bedeutungsmessung

2.1.1 Struktur des SD

2.1.2 Bedeutungskomponenten

2.1.3 Gütekriterien

2.1.4 Beurteilungsfehler

2.1.5 Problemadäquatheit vs. Universalität der Methode

2.2 Untersuchungsdesign

2.2.1 Stichprobe

2.2.2 Stimulusmaterial

2.2.3 Auswahl der Kulturen

2.2.4 Durchführung der Untersuchung

2.3 Methoden der Datenauswertung

2.3.1 Operationalisierung statistischer Hypothesen

IV Auswertung

1 Darstellung der Ergebnisse

2 Diskussion der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht den Einfluss kultureller Faktoren auf die internationale Standardisierung von Werbung, insbesondere die affektive Bewertung von Positionierungskonzepten bei unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob Rezipienten Werbebotschaften unterschiedlicher kultureller Herkunft verschieden wahrnehmen und welche Rolle die kulturelle Distanz sowie das Geschlecht bei der affektiven Bewertung spielen.

  • Internationale Werbestandardisierung und ihre Herausforderungen
  • Einfluss kultureller Unterschiede auf kognitive und emotionale Prozesse bei der Werbewirkung
  • Analyse kultureller Dimensionen (z. B. nach Hofstede) in Bezug auf Werbung
  • Einsatz des Semantischen Differentials als Methode zur Messung konnotativer Bedeutungsunterschiede
  • Empirische Untersuchung anhand von Bierwerbung (russisch, amerikanisch, deutsch)

Auszug aus dem Buch

1 Situation und Problemstellung

Die Kommunikationsbedingungen haben sich in den letzten Jahrzehnten in dramatischer Weise geändert. Die bei weitem wichtigste Bedingung ist die zunehmende Werbe- & Informationsüberlastung - höchstens 5% der angebotenen Werbeinformation erreichen ihre Empfänger, der Rest landet auf dem Müll. Dazu rechnet man mit einem weiteren dramatischen Anstieg der Werbemittel, und zwar bis zum Jahr 2010 mit einer Vervierfachung der Fernsehwerbung in Deutschland (Kroeber-Riel & Esch, 2000).

Bei der Mehrzahl der angebotenen Produkte und Dienstleistungen (nicht bei allen!) ist das Marktpotential bereits heute weitgehend ausgeschöpft. Das heißt, dass die Wachstumsraten bestenfalls sehr niedrig ausfallen, was zu verstärkter Konkurrenz und zum Verdrängungswettbewerb führt. Die meisten Produkte sind ausgereift und von ihrer Funktionalität her mehr oder weniger austauschbar, wodurch sich das Marketing der jeweiligen Anbieter vor besondere Herausforderungen gestellt sieht (Schnierer, 1999). Obendrein wird in vielen Bereichen eine Veränderung der Lebensumstände festgestellt. Durch den Anstieg des Wohlstandes, die Zunahme der Freizeit, den technischen Fortschritt sind die Möglichkeiten der Lebensführung gewachsen. Da grundlegende Bedürfnisse zum größten Teil befriedigt sind, werden Werte wie Selbstverwirklichung und sensuelle Anregungen wichtiger (Dmoch, 1997).

Viele Angebote haben während dieser Zeit an Gebrauchsbedeutung verloren, um an Erlebnisbedeutung hinzuzugewinnen, wie bspw. Möbel oder Nahrungsmittel. Der Konsum wird zum Erlebnis und das Produkt zum Träger von Erlebnissen, die die Werbung vermittelt. So appelliert die Werbung heutzutage zunehmend an die Gefühle ihrer Empfänger. Sie nutzt die emotionale Wirkung von Bildern, Farben, Worten und Musik für den Aufbau von Phantasiewelten, um ihre Zielgruppen zu faszinieren, sie gefühlsmäßig positiv zu stimmen und ihnen dadurch Produkte und Dienstleistungen näher zu bringen. Die Gefühle, die der Konsument dabei empfindet, verbindet er mit dem beworbenen Produkt, dem so ein besonderes Image verliehen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Beschreibt die veränderten Kommunikationsbedingungen und die zunehmende Relevanz emotionaler Erlebniswerte in der Werbung sowie die Zielsetzung und Struktur der Arbeit.

II Einführung in die Thematik: Erläutert theoretische Grundlagen zu Werbung, Kultur, psychologischen Determinanten der Werbewirkung und die Problematik internationaler Standardisierung.

III Empirischer Teil: Detaillierte Darstellung der Hypothesenbildung, der Untersuchungsmethode (Semantisches Differential), des Forschungsdesigns sowie der Durchführung und Auswertung der empirischen Studie.

IV Auswertung: Präsentiert die deskriptiven Ergebnisse und die statistische Überprüfung der Hypothesen sowie eine kritische Diskussion der Befunde im Kontext bestehender Forschung.

Schlüsselwörter

Internationale Werbung, Werbestandardisierung, Kulturdimensionen, Semantisches Differential, emotionale Konditionierung, affektive Bewertung, Erlebnisorientierung, interkulturelles Marketing, Konsumentenpsychologie, Werbewirkungsforschung, Schematheorie, kulturelle Distanz, Geschlechtsspezifische Unterschiede.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht, inwiefern kulturelle Faktoren die Wirksamkeit international standardisierter Werbung beeinflussen und wie Konsumenten emotionale Werbebotschaften unterschiedlicher kultureller Herkunft bewerten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit verknüpft die Bereiche Werbung und Kultur. Dabei werden Konzepte wie die erlebnisorientierte Kommunikation, kulturelle Wertedimensionen nach Hofstede und psychologische Prozesse der Werbewirkung analysiert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu operationalisieren, wie sich die unabhängige Variable „Kultur“ auf die affektive Bewertung von Werbebotschaften auswirkt, insbesondere um zu prüfen, ob die kulturelle Distanz als Indikator für negative Emotionen bei Rezipienten dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet das Semantische Differential (Polaritätsprofil) zur Messung konnotativer Bedeutungsunterschiede und statistische Analyseverfahren (Korrelationen, Varianzanalyse, Faktorenanalyse) zur Untersuchung der erhobenen Daten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Theorieteil werden die Grundlagen der Werbewirkung, kulturelle Einflussfaktoren und psychologische Modelle dargelegt. Im empirischen Teil wird die Untersuchung der Bewertung von Bierwerbung unterschiedlicher Kulturen (deutsch, russisch, amerikanisch) bei deutschen Probanden beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind internationale Werbung, kulturelle Dimensionen, Semantisches Differential, affektive Bewertung, emotionale Konditionierung und interkulturelles Marketing.

Wie beeinflusst das Geschlecht laut der Studie die Werbebewertung?

Die Arbeit konnte geschlechtsspezifische Unterschiede in der emotionalen Wahrnehmung nachweisen. Insbesondere bei der Bewertung von Werbung der eigenen Kultur zeigten sich signifikante Differenzen zwischen männlichen und weiblichen Probanden.

Warum wurde ausgerechnet Bierwerbung für die Untersuchung gewählt?

Bier ist ein kulturgebundenes Produkt, das ein breites Publikum anspricht, wodurch die Varianz der Kultur als Einflussvariable bei der Untersuchung maximiert werden konnte.

Wie bewerten deutsche Rezipienten russische gegenüber amerikanischer Werbung?

Überraschenderweise entsprach russische Werbung in der Studie bezüglich der Dimension „Aktivität“ eher den Idealvorstellungen deutscher Rezipienten als die amerikanische Werbung.

Excerpt out of 141 pages  - scroll top

Details

Title
Werbung und Kultur
College
Free University of Berlin
Grade
1,0
Author
Natalie Korobenik (Author)
Publication Year
2005
Pages
141
Catalog Number
V53797
ISBN (eBook)
9783638491440
Language
German
Tags
Werbung Kultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalie Korobenik (Author), 2005, Werbung und Kultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53797
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