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Der erste Kreuzzug. Ein gerechter Krieg?

Die Lehre des gerechten Krieges nach Augustinus von Hippo

Titel: Der erste Kreuzzug. Ein gerechter Krieg?

Hausarbeit , 2013 , 9 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Maximilian Posch (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kriege spielen seit jeher eine große Rolle in der Geschichte der Menschheit. Bis heute werden Kriege aus den unterschiedlichsten Gründen geführt, sei es aus religiösen Gründen, aus wirtschaftlichen, aus machtpolitischen oder diversen anderen Gründen.

Da der Krieg offensichtlich ein ständiger Begleiter der Menschheit ist versuchte man schon oft, ihn in geordnete Bahnen zu lenken und gewisse Regeln einzuführen, wie z.B. nach dem zweiten Weltkrieg durch Artikel 1 der UN - Charta . Dies erkannte man auch bereits in der Antike. Es wurden mehrere Theorien bzw. Lehren über den Krieg verfasst, mit denen man versuchte, zwischen legitimen und illegitimen Kriegen und deren Rechtmäßigkeit zu unterscheiden. Eine von diesen antiken Lehren ist die Lehre des gerechten Krieges (bellum iustum) von Augustinus von Hippo, die er in seinem Werk „De civitate Dei“ Anfang des fünften Jahrhunderts verfasste .

Im Zuge dieses Beitrags soll zu Beginn die Lehre vom gerechten Krieg von Augustinus von Hippo vorgestellt werden. Da der Kreuzzugsaufruf von Papst Urban II. in Clermont 1095 als Initialzündung der Kreuzzüge gilt, soll anschließend dieses theoretische Konzept des bellum iustum auf eben diesen Aufruf angewandt werden. Dabei soll überprüft werden, ob in diesem Aufruf zum Kreuzzug Elemente vorhanden sind, die der Lehre von Augustinus entsprechen und der erste Kreuzzug (1095/96 – 1099) somit als rechtmäßiger und gerechter Krieg bezeichnet werden kann. Hierbei wird sich in diesem Beitrag auf die Fassung des Kreuzzugsaufrufs von Fulcher von Chartres bezogen, der in der Wissenschaft als wohl glaubwürdigster Autor gilt .

Leseprobe


1.) Einleitung

2.) Die Lehre des gerechten Krieges nach Augustinus von Hippo

2.1) Zum Hintergrund der Entstehung

2.2) Die Lehre vom gerechten Krieg

3.) Der erste Kreuzzug – Ein gerechter Krieg?

3.1) Bestand ein gerechter Grund?

3.2) Der Blick auf den Frieden

3.3) Der Papst – Eine legitime politische Autorität?

3.4) Sittlichkeit und Lauterkeit als Voraussetzung, aber gewünscht?

4.) Ergebnisanalyse

5.) Abschlussbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das theoretische Konzept des "gerechten Krieges" (bellum iustum) nach Augustinus von Hippo und wendet dieses auf den Kreuzzugsaufruf von Papst Urban II. im Jahr 1095 an, um zu prüfen, ob der erste Kreuzzug nach den augustinischen Kriterien als rechtmäßiger Krieg eingestuft werden kann.

  • Theoretische Grundlagen des bellum iustum nach Augustinus
  • Analyse des Kreuzzugsaufrufs von Papst Urban II.
  • Überprüfung der Kriterien causa iusta, intentio recta, legitima auctoritas
  • Vergleich der christlichen Nächstenliebe mit der Forderung nach Ausrottung
  • Bewertung der Rechtmäßigkeit des ersten Kreuzzugs

Auszug aus dem Buch

3.1) Bestand ein gerechter Grund?

Für Augustinus ist es wichtig, wie oben beschrieben, dass für einen gerechten Krieg ein gerechter Grund vorliegen muss, also ein begangenes Unrecht vergolten wird. Papst Urban II. nennt dazu in seiner Rede die Türken, die zuvor Unrecht an den im Orient lebenden Christen begangen haben sollen. Urban II. erzählt seiner Zuhörerschaft, die Türken hätten „(..) Länder der Christen an sich gerissen, (…), viele getötet oder gefangengenommen, haben Kirchen zerstört und haben Gottes Königreich verwüstet“.

Weiterhin macht er den Anwesenden deutlich, „wenn Ihr ihnen gestattet, noch viel länger weiterzumachen, werden sie Gottes gläubiges Volk auf weiter Flur unterwerfen“. Mit diesen angeführten Gründen und Vorkommnissen entspricht Papst Urban II. dem Kriterium des causa iusta. Augustinus sieht es als gerechten Grund an, einen Krieg zum Schutze der Gläubigen vor Andersgläubigen zu führen. Dieses Kriterium führt Papst Urban II. in seiner Rede an, indem er explizit auf die Überfälle der Türken eingeht.

Weiterhin sei es ein gerechter Grund Krieg zu führen, wenn durch geschehenes Unrecht die Kirche zu Schaden gekommen sei. Dies ist laut Urbans Ausführungen ebenfalls geschehen. Die Angriffe der Türken auf die Christen und Kirche im Orient können auch als Unrecht am Heilsplan Gottes angesehen werden. Dies wird im Kreuzzugsaufruf nicht wörtlich ausgeführt, dennoch kann man davon ausgehen, dass Papst Urban II. dies so auffasste. Es lässt sich also erkennen, dass alle möglichen Punkte des causa iusta in der Rede erwähnt werden und somit nach diesem Kriterium von einem gerechten Krieg gesprochen werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz von Kriegen ein und stellt das augustinische Konzept des bellum iustum als theoretischen Rahmen zur Bewertung des ersten Kreuzzugs vor.

2.) Die Lehre des gerechten Krieges nach Augustinus von Hippo: Hier werden die historischen Ursprünge der augustinischen Lehre sowie die zentralen Kriterien für einen "gerechten Krieg" detailliert erläutert.

3.) Der erste Kreuzzug – Ein gerechter Krieg?: In diesem Kapitel wird das theoretische Modell von Augustinus kritisch auf den Aufruf von Papst Urban II. angewandt, um die verschiedenen Kriterien einzeln zu prüfen.

4.) Ergebnisanalyse: Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass lediglich einige Kriterien des gerechten Krieges erfüllt sind, während insbesondere die Forderung nach Ausrottung der Feinde den augustinischen Prinzipien widerspricht.

5.) Abschlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung unterstreicht die Diskrepanz zwischen der Theorie des gerechten Krieges und der grausamen Realität des Kreuzzugs, was eine Einordnung als "gerechten Krieg" unmöglich macht.

Schlüsselwörter

Augustinus von Hippo, bellum iustum, gerechter Krieg, Kreuzzug, Papst Urban II., causa iusta, intentio recta, legitima auctoritas, christliche Ethik, Nächstenliebe, Mittelalter, Kirchengeschichte, Gewaltlegitimation, Kriegstheorie, Verteidigungskrieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische und ethische Rechtmäßigkeit des ersten Kreuzzugs unter Anwendung der antiken Lehre vom "gerechten Krieg" nach Augustinus von Hippo.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Definition des gerechten Krieges in der Spätantike und deren Transformation durch die kirchliche Autorität im Mittelalter sowie die Analyse konkreter Kreuzzugsaufrufe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob der Aufruf zum ersten Kreuzzug von Papst Urban II. die theoretischen Kriterien für einen gerechten Krieg (bellum iustum) erfüllt oder ob ein fundamentaler Widerspruch vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es wird eine komparative Analyse angewandt, bei der die theoretischen Kriterien von Augustinus als Maßstab genutzt und auf die historische Quelle, den Kreuzzugsaufruf von Fulcher von Chartres, angewandt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Kriterien (gerechter Grund, Friedensabsicht, legitime Autorität und sittliche Einstellung) im Kontext der päpstlichen Rede analysiert und gegen die augustinische Theorie abgewogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind bellum iustum, Augustinus von Hippo, Papst Urban II., Kreuzzug, causa iusta, legitima auctoritas und christliche Kriegsethik.

Warum spielt die Person Augustinus von Hippo eine so zentrale Rolle?

Augustinus lieferte die maßgebliche theologische Grundlage, mit der die christliche Kirche versuchte, die Anwendung von Gewalt mit dem christlichen Glauben in Einklang zu bringen.

Inwieweit widerspricht die Ausrottung der Türken dem augustinischen Ideal?

Augustinus sah Krieg als Mittel zur Bestrafung und Besserung des Gegners sowie als Akt der Nächstenliebe; die explizite Forderung nach physischer Vernichtung bzw. Ausrottung ist mit seinem Verständnis einer heilsorientierten Ordnung nicht vereinbar.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der erste Kreuzzug. Ein gerechter Krieg?
Untertitel
Die Lehre des gerechten Krieges nach Augustinus von Hippo
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,0
Autor
Maximilian Posch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
9
Katalognummer
V538082
ISBN (eBook)
9783346144706
ISBN (Buch)
9783346144713
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kreuzzug krieg lehre krieges augustinus hippo
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Posch (Autor:in), 2013, Der erste Kreuzzug. Ein gerechter Krieg?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538082
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Leseprobe aus  9  Seiten
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