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Die Emanzipation des Märchenhelden auf Hollywoods Kinoleinwand

Ein intermedialer Vergleich der Heldenfigur des Grimm’schen Märchens 'Dornröschen' und Disneys 'Maleficent'

Titel: Die Emanzipation des Märchenhelden auf Hollywoods Kinoleinwand

Hausarbeit , 2017 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sophie Hohmann (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Lediglich 61 der insgesamt 211 Grimm-Texte werden durch eine weibliche Heldenfigur bestimmt. Das sind nicht einmal 30 % der Märchen, die noch heute als eines der beliebtesten Genres der Kinderliteratur gelten. Obwohl in fast jeder Geschichte eine Frau im Fokus der Erzählungen steht, wird die entscheidende Heldenrolle meist von einer männlichen Figur übernommen. Dies gibt Anlass dafür, Adaptionen klassischer Märchen auf mögliche neue Entwicklungen und zeitgenössische Auseinandersetzungen, die der heutigen emanzipierten Gesellschaft entsprechen, zu untersuchen. Denn Volksmärchen, vor allem die der Brüder Grimm, geltenden nicht nur als Prototyp der kindgerechten Erzählliteratur, sondern sind und waren auch immer ein beliebtes Mittel der Unterhaltungsindustrie. Seither bedienen sich die verschiedensten Sparten an diesem historischen, aber zeitlosen Stoffreservoir und scheuen keine Aktualisierungen der Erzählungen: Neben Umsetzungen und Adaptionen in Theater, Oper, Ballett und Musical, sind es heutzutage vor allem die audiovisuellen Realisierungen, die am häufigsten erkannt und rezipiert werden.

In Deutschland begann der Film als Medium für Kinder 1910 mit der Inszenierung von traditionellen Märchen und Sagen. Allen voran erlangte Paul Lenis 'Dornröschen' (1917), auch aufgrund der zeitlosen „Action- und Romance-Aspekte“ des Märchenstoffes, große Bekanntheit. Bis heute wurde das Märchen der schlafenden Schönheit unzählige Male neu inszeniert und interpretiert. Die neueste Adaption des Grimm’schen Klassikers durch die Disney-Fabrik ist Anlass der vorliegenden Arbeit, die sich mit der medialen und thematischen Aktualisierung der Heldenfigur der Dornröschen-Geschichte auseinandersetzt und dazu konkrete Vergleiche zum Originaltext der Brüder Grimm aus dem Jahr 1857 zieht.

Der Vergleich zweier so verschiedener Medien wie Print und Audiovision ist jedoch mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Zunächst können viele Aspekte nur erschwert direkt gegenübergestellt werden. Zudem liegen zwischen den beiden Fassungen rund 150 Jahre, in denen sich Raum, Zeit, Kultur und Wahrnehmung stark gewandelt haben. Dennoch soll die vorliegende Arbeit einen Ansatz bieten, die gemeinsame Thematik, besonders hinsichtlich des gesellschaftlichen Zeitgeschehens vergleichend zu betrachten. Findet eine Emanzipation der Heldenfigur statt? Falls ja, auf welche Weise und welche Gründe könnte ein Rollenwechsel mit sich tragen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Gattung des Märchens

2.1 Stilmerkmale des Volksmärchens nach Max Lüthi

2.2 Die Heldenfigur im Märchen

2.3 Die filmische Märchenadaption

3. Das Märchen ‚Dornröschen‘ (1857)

3.1 Geschichtlicher Hintergrund

3.2 Die Figur des Helden in der Grimm’schen Märchenvorlage

4. Die Realfilmadaption ‚Maleficent – Die dunkle Fee‘ (2014)

4.1 Handlung

4.2 Die Figur des Helden in Disneys Realfilmadaption

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale und thematische Emanzipation der Heldenfigur in der Walt-Disney-Neuverfilmung "Maleficent – Die dunkle Fee" (2014) im direkten Vergleich mit dem klassischen Märchen "Dornröschen" der Brüder Grimm aus dem Jahr 1857. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und auf welche Weise ein Rollenwechsel vom klassischen männlichen Helden hin zu einer weiblichen, komplexen Protagonistin stattfindet und welche gesellschaftlichen Hintergründe diesen Wandel motivieren.

  • Analyse der Stilmerkmale des Volksmärchens nach Max Lüthi
  • Untersuchung der klassischen Heldenfigur im Grimm'schen Märchen
  • Kritische Betrachtung der filmischen Adaption als "interpretierende Transformation"
  • Vergleich der Darstellung von Gut und Böse in Literatur und Film
  • Bedeutung von Charakterentwicklung und Rollenbildern für ein zeitgemäßes Märchenverständnis

Auszug aus dem Buch

Die Figur des Helden in Disneys Realfilmadaption

„In einem großen Baum, an einer hohen Klippe in den Mooren lebte eines dieser Wesen. Man hätte sie für ein ganz normales Mädchen halten können. Doch das war sie nicht. Sie war eine Fee. […] Und sie hieß Maleficent.“48 So wird Maleficent bereits zu Beginn des Films als Protagonistin identifiziert. Da es sich um ein episodisches Märchen handelt, wird sie dem Zuschauer als ein etwa 10-jähriges Mädchen, mit großen raubvogelähnlichen Flügeln und Hörnern auf dem Kopf vorgestellt. Im Laufe der Geschichte erlebt der Zuschauer verschiedene Stationen ihrer Entwicklung mit: Sie wandelt sich von einem aufgeweckten und fröhlichen Mädchen, über eine verliebte junge Frau, zu einer dunklen und rachsüchtigen Fee, bis hin zu einer sensiblen Sympathieträgerin.

Der Betrachter wird zu jedem Zeitpunkt in ihre Gefühlswelt einbezogen, wodurch sowohl positive als auch negative Charakterentwicklungen nachvollziehbar gemacht werden. So gilt über den gesamten Film hinweg die innere Anteilnahme des Erzählers und des Zuschauers Maleficent, sodass schnell deutlich wird, dass es sich hierbei um die ideale Heldin des Films handelt. Auch dem ‚Dornröschen‘ Aurora kommt die innere Anteilnahme des Zuschauers zu, doch sie spielt im Vergleich eine untergeordnete Rolle. Als Protagonistin tritt Maleficent gleichzeitig am häufigsten auf, alle Handlungen drehen sich um sie, sodass sie sich durch das größte Maß an Aktivität auch als Träger der Handlung qualifiziert und somit auch die Rolle der formalen Heldin annimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterrepräsentation weiblicher Helden in Märchen und stellt die Forschungsfrage zur Emanzipation der Heldenfigur in zeitgenössischen Adaptionen.

2. Zur Gattung des Märchens: Dieses Kapitel definiert das Volksmärchen anhand der Stilmerkmale nach Max Lüthi, analysiert die Rolle der Heldenfigur und erläutert die Grundlagen der filmischen Märchenadaption.

3. Das Märchen ‚Dornröschen‘ (1857): Das Kapitel untersucht den historischen Kontext der Grimm'schen Vorlage und charakterisiert den dortigen Märchenprinzen als klassischen, archetypischen Helden.

4. Die Realfilmadaption ‚Maleficent – Die dunkle Fee‘ (2014): Hier wird die Neuverfilmung als interpretierende Transformation analysiert, wobei der Fokus auf dem Charakterwandel der Protagonistin Maleficent liegt.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Maleficent eine gelungene Emanzipation der Heldenfigur darstellt, die den Fokus von einer romantischen Schwarz-Weiß-Dichotomie hin zu komplexer Eigenreflexion verschiebt.

Schlüsselwörter

Märchen, Dornröschen, Maleficent, Heldenfigur, Literaturadaption, Emanzipation, Volksmärchen, Max Lüthi, Filmvergleich, Charakterentwicklung, Rollenbild, Walt Disney, Geschlechterrollen, Gut-Böse-Dichotomie, Intermedialität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die Heldenfiguren des Grimm'schen Märchens "Dornröschen" mit der Disney-Realfilmadaption "Maleficent" und untersucht die Entwicklung moderner Rollenbilder.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Märchenforschung, Medientheorie von Adaptionen, Heldenbegriffe und die Emanzipation von Frauenfiguren in der Unterhaltungsindustrie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu belegen, dass eine Emanzipation der Heldenfigur in der neuen Adaption stattfindet, indem die böse Fee zur komplexen, handlungstragenden Protagonistin aufsteigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen intermedialen Vergleich sowie literaturwissenschaftliche Theorien, insbesondere die Stilmerkmale des Volksmärchens nach Max Lüthi.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt zunächst die theoretische Herleitung der Märchenmerkmale, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Grimm'schen Vorlage und der Disney-Adaption hinsichtlich Heldenstatus und Charaktertiefe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Emanzipation, Märchenadaption, Heldenfigur, Rollenwechsel, Folklorisierungsprozess und die Abkehr von der klassischen Schwarz-Weiß-Dichotomie.

Wie unterscheidet sich Maleficent vom klassischen Märchenprinzen?

Während der Prinz beim Grimm'schen Dornröschen konturlos und als "strahlende Null" ohne Eigenentwicklung bleibt, durchläuft Maleficent im Film einen tiefgreifenden psychologischen Entwicklungsprozess.

Welche Rolle spielt der "Kuss der wahren Liebe" in beiden Werken?

Im Märchen ist er die klassische, formale Erlösungstat eines Mannes; im Film wird er durch die freundschaftliche, emotionale Zuneigung der Fee Maleficent zu Aurora neu interpretiert.

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Details

Titel
Die Emanzipation des Märchenhelden auf Hollywoods Kinoleinwand
Untertitel
Ein intermedialer Vergleich der Heldenfigur des Grimm’schen Märchens 'Dornröschen' und Disneys 'Maleficent'
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Märchen intermedial
Note
1,3
Autor
Sophie Hohmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
29
Katalognummer
V538142
ISBN (eBook)
9783346141859
ISBN (Buch)
9783346141866
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dornröschen Grimm Maleficent Angelina Jolie Literaturverfilmung Adpation Realfilmadaption Gattung Genre Lüthi Volksmärchen Heldenfigur Löwis of Menar Disney Prinz Filmanalyse Szenenanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sophie Hohmann (Autor:in), 2017, Die Emanzipation des Märchenhelden auf Hollywoods Kinoleinwand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538142
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Leseprobe aus  29  Seiten
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