Die Arbeit setzt sich mit dem Thema der Quantifizierung von Zinsänderungsrisiken für Kreditinstitute auseinander. Veränderungen der Zinssätze im Marktumfeld weisen erhebliche Risiken auf, welche sich positiv, wie auch negativ auf die Zinsspanne und somit auch auf die Bruttozinsspanne der Kreditinstitute auswirken können.
Ziel ist es, die Folgen von Zinsänderungen auf die Bruttozinsspanne darzulegen sowie die Auswirkungen der von der Europäischen Zentralbank betriebenen Niedrigzinspolitik auf die Zinsspanne herauszustellen. Das dynamische Elastizitätskonzept dient hierbei als Instrument zur Bestimmung von Zinsänderungsrisiken und wird im Rahmen einer kritischen Analyse vorgestellt.
Zunächst werden die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank auf das Zinsergebnis beziehungsweise das Zinsänderungsrisiko dargestellt. Basierend auf aktuellen Statistiken werden die Bedeutung und die Entwicklung des Zinsergebnisses für die Kreditinstitute in Deutschland herausgestellt und im Anschluss die von den Banken getroffenen Maßnahmen zum Erhalt der Gewinnspanne beschrieben. Die daraus resultierenden Risiken für das Zinsänderungsrisiko sollen die Notwendigkeit eines Instrumentes zur Quantifizierung dieses Risikos aufzeigen. Anschließend wird im Rahmen einer kritischen Analyse das Elastizitätskonzept vorgestellt. Zunächst werden hierbei die grundlegenden Begriffe des Zinsänderungsrisikos und der Zinsanpassungselastizität definiert. Danach wird ein Verfahren zur Bestimmung von Zinsanpassungselastizitäten erläutert. Basierend auf den ermittelten Zinsanpassungselastizitäten werden mithilfe der statischen und dynamischen Elastizitätsbilanz die Auswirkungen von Marktzinsänderungen auf die Bruttozinsspanne dargelegt. Dabei werden die Konzepte als Messgröße zur Risikoquantifizierung des Zinsänderungsrisikos kritisch beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Das Zinsänderungsrisiko im Niedrigzinsumfeld
- 2.1. Die Bedeutung des Zinsüberschusses für Kreditinstitute
- 2.2. Die Entwicklung des Zinsergebnisses im Niedrigzinsumfeld
- 2.3. Maßnahmen der Kreditinstitute zum Erhalt der Gewinnspanne
- 2.4. Auswirkungen auf das Zinsänderungsrisiko der Kreditinstitute
- 3. Ermittlung von Zinsänderungsrisiken
- 3.1. Definition des Zinsänderungsrisikos
- 3.2. Das Zinselastizitätskonzept
- 3.2.1. Definition der Zinsanpassungselastizität
- 3.2.2. Verfahren zur Bestimmung der Zinsanpassungselastizitäten
- 3.2.3. Die statische Elastizitätsbilanz
- 3.2.4. Die dynamische Elastizitätsbilanz
- 4. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Facharbeit untersucht die Quantifizierung von Zinsänderungsrisiken für Kreditinstitute im Kontext der anhaltenden Niedrigzinspolitik. Ziel ist es, die Folgen von Zinsänderungen auf die Bruttozinsspanne und die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf die Zinsspanne darzustellen. Das dynamische Elastizitätskonzept dient als Instrument zur Bestimmung dieser Risiken.
- Die Folgen von Zinsänderungen auf die Bruttozinsspanne
- Die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf die Zinsspanne von Kreditinstituten
- Das dynamische Elastizitätskonzept als Instrument zur Bestimmung von Zinsänderungsrisiken
- Eine kritische Analyse des Elastizitätskonzepts
- Die Bedeutung des Zinsüberschusses für Kreditinstitute in Deutschland
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 beleuchtet die Einleitung und liefert einen Überblick über das Thema und die Relevanz der Facharbeit. Kapitel 2 analysiert die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf das Zinsergebnis und das Zinsänderungsrisiko von Kreditinstituten. Es werden aktuelle Statistiken und Maßnahmen der Kreditinstitute zur Bewältigung der Situation vorgestellt. Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Ermittlung von Zinsänderungsrisiken. Dabei werden das Zinsänderungsrisiko, die Zinsanpassungselastizität sowie die Verfahren zur Bestimmung dieser Elastizitäten definiert. Die statische und dynamische Elastizitätsbilanz werden als Messgrößen zur Risikoquantifizierung des Zinsänderungsrisikos vorgestellt.
Schlüsselwörter
Zinsänderungsrisiko, Niedrigzinsumfeld, Elastizitätskonzept, Zinsanpassungselastizität, statische Elastizitätsbilanz, dynamische Elastizitätsbilanz, Bruttozinsspanne, Kreditinstitute, Zinsergebnis, Niedrigzinspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem Zinselastizitätskonzept?
Es ist eine Methode zur Quantifizierung des Zinsänderungsrisikos, die misst, wie empfindlich die Zinsspanne eines Kreditinstituts auf Änderungen des Marktzinses reagiert.
Welchen Einfluss hat die Niedrigzinspolitik der EZB auf Banken?
Die Niedrigzinspolitik belastet das Zinsergebnis, da die Margen zwischen Einlagen- und Kreditzinsen schrumpfen, was Kreditinstitute zu Gegenmaßnahmen zwingt.
Was ist der Unterschied zwischen statischer und dynamischer Elastizitätsbilanz?
Die statische Bilanz betrachtet die Risiken zu einem festen Zeitpunkt, während die dynamische Bilanz zukünftige Zinsanpassungen und Bestandsveränderungen einbezieht.
Wie wird die Zinsanpassungselastizität definiert?
Sie gibt das Verhältnis zwischen der relativen Änderung eines Kundenzinses und der relativen Änderung eines Marktreferenzzinses an.
Warum ist die Quantifizierung des Zinsänderungsrisikos wichtig?
Da das Zinsergebnis eine der wichtigsten Ertragsquellen für Banken ist, können unvorhergesehene Zinsänderungen die Rentabilität und Stabilität des Instituts gefährden.
Welche Maßnahmen ergreifen Banken zur Sicherung ihrer Gewinnspanne?
Dazu gehören Kostensenkungen, die Erhöhung von Provisionserträgen oder die Anpassung der Fristentransformation in der Bilanz.
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- Uwe Moormann (Autor), 2020, Das dynamische Zinselastizitätskonzept als Analysemethode für das Zinsänderungsrisiko, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538146