In dieser Arbeit befasse ich mich mit der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, in der die alliierten Mächte die Kontrolle über Deutschland übernehmen. Es wird dargestellt, wie die Alliierten unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg vorgehen und Deutschland in Besatzungszonen einteilen. Bereits auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam, die im zweiten Kapitel beleuchtet werden, treffen die Alliierten Entscheidungen über die Entnazifizierung in Deutschland. Die Mächte zielen darauf ab, alle Bereiche der Gesellschaft vom Nationalsozialismus zu befreien und diesem keine Möglichkeit mehr zur Entfaltung zu geben.
Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone. Die Entnazifizierung wird hier als Mittel der politischen Umstrukturierung genutzt und in den einzelnen Ländern und Provinzen verschieden handgehabt. Wie in den westlichen Zonen auch, sollen alle Kriegsverbrecher vor Gericht gebracht werden und die nationalsozialistische Partei, ihre Gesetze, Organisationen und Einrichtungen beseitigt werden. Die Entnazifizierung in der SBZ wird chronologisch, in vier Phasen eingeteilt, dargestellt. Dabei liegt der Fokus auch auf verschiedenen Direktiven des Kontrollrats, sowie Befehlen der SMAD, die den Vorgang der Entnazifizierung stark beeinflussen.
Ferner werde ich auf die Probleme, die die Entnazifizierung mit sich bringt, eingehen. Auch hier liegt der Fokus auf der SBZ, allerdings werden die Probleme auch verallgemeinert und mit Beispielen verdeutlicht. So soll zum Beispiel deutlich gemacht werden, dass durch die Entnazifizierung ein großer Mangel an Fachkräften entsteht, welche für eine annähernd gute wirtschaftliche Situation und einen reibungslosen Ablauf in der Verwaltung unverzichtbar sind. Außerdem sollen zwei ausgewählte Beispiele deutlich machen, wie einfach es für NS-Täter ist, harten Strafen zu entgehen und somit den Weg zurück in die deutsche Gesellschaft zu finden.
Im letzten Teil dieser Arbeit wird noch ein Vergleich zu den westlichen Zonen herangezogen. Dieser ist, wie der Großteil dieser Arbeit, oberflächlich dargestellt und konzentriert sich auf die wichtigsten Fakten. Weitere und genauere Ausführungen wären möglich, würden den Rahmen dieser Arbeit aber sprengen. Die Basis meiner Ausführungen bildet eine große Bandbreite an Literatur von bekannten Historikern des Antisemitismus und der NS-Forschung, wie zum Beispiel Wolfgang Benz.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Lage nach Kriegsende – Entstehung der Besatzungszonen
- Entnazifizierung in der SBZ
- Probleme der Entnazifizierung
- Unterschiede zu den westlichen Besatzungszonen
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) in den Jahren 1945 bis 1948. Sie analysiert die Prozesse der politischen Umstrukturierung, die mit der Entnazifizierung verbunden waren, und untersucht die konkreten Maßnahmen und Herausforderungen dieser Prozesse.
- Entnazifizierung als Mittel der politischen Umstrukturierung in der SBZ
- Die verschiedenen Phasen der Entnazifizierung in der SBZ
- Probleme der Entnazifizierung, insbesondere der Mangel an Fachkräften und die Schwierigkeit, NS-Täter zur Rechenschaft zu ziehen
- Vergleich der Entnazifizierungspolitik in der SBZ mit den westlichen Besatzungszonen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage und den Fokus der Arbeit dar. Sie befasst sich mit der Entstehung der Besatzungszonen und den Zielen der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg.
- Die Lage nach dem Krieg - Entstehung der Besatzungszonen: Dieses Kapitel beschreibt die Situation in Deutschland nach Kriegsende und beleuchtet die Rolle der alliierten Siegermächte bei der Festlegung der Besatzungszonen. Die Konferenzen von Jalta und Potsdam werden im Hinblick auf die Entnazifizierungspolitik analysiert.
- Entnazifizierung in der SBZ: Dieses Kapitel erläutert die Prozesse der Entnazifizierung in der SBZ. Es beschreibt die verschiedenen Phasen der Entnazifizierung und die Rolle von Direktiven des Kontrollrats sowie Befehlen der SMAD.
- Probleme der Entnazifizierung: Dieses Kapitel analysiert die Herausforderungen und Schwierigkeiten, die mit der Entnazifizierung in der SBZ verbunden waren. Es beleuchtet den Mangel an Fachkräften und die Schwierigkeiten, NS-Täter zur Rechenschaft zu ziehen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Entnazifizierung, politische Umstrukturierung, sowjetische Besatzungszone, Kontrollrat, SMAD, Mangel an Fachkräften, NS-Täter, Vergleich mit den westlichen Zonen. Die Analyse baut auf einer umfangreichen Literaturrecherche, einschließlich der Arbeiten von bekannten Historikern des Antisemitismus und der NS-Forschung, wie zum Beispiel Wolfgang Benz, auf.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterschied sich die Entnazifizierung in der SBZ von den Westzonen?
In der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde die Entnazifizierung radikaler als Instrument zur politischen und gesellschaftlichen Umstrukturierung (Sowjetisierung) genutzt.
Was waren die Hauptziele der Alliierten nach 1945?
Die Ziele waren die vollständige Beseitigung des Nationalsozialismus, die Bestrafung von Kriegsverbrechern und die Auflösung aller NS-Organisationen.
Welches Problem verursachte die konsequente Entnazifizierung in der Verwaltung?
Durch die Entlassung vieler ehemaliger NS-Mitglieder entstand ein massiver Mangel an Fachkräften, was den reibungslosen Ablauf in Wirtschaft und Verwaltung erheblich erschwerte.
Was war die Rolle der SMAD bei der Entnazifizierung?
Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) steuerte den Prozess durch spezifische Befehle und Direktiven, um die politische Umgestaltung in ihrem Sinne voranzutreiben.
Konnten NS-Täter harten Strafen entgehen?
Ja, die Arbeit zeigt anhand von Beispielen auf, dass es für manche Täter möglich war, durch verschiedene Umstände harten Strafen zu entgehen und sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.
- Quote paper
- Julian Bente (Author), 2019, Die Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone (1945-1948), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538158