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Die Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone (1945-1948)

Title: Die Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone (1945-1948)

Term Paper , 2019 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Julian Bente (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit befasse ich mich mit der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, in der die alliierten Mächte die Kontrolle über Deutschland übernehmen. Es wird dargestellt, wie die Alliierten unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg vorgehen und Deutschland in Besatzungszonen einteilen. Bereits auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam, die im zweiten Kapitel beleuchtet werden, treffen die Alliierten Entscheidungen über die Entnazifizierung in Deutschland. Die Mächte zielen darauf ab, alle Bereiche der Gesellschaft vom Nationalsozialismus zu befreien und diesem keine Möglichkeit mehr zur Entfaltung zu geben.

Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone. Die Entnazifizierung wird hier als Mittel der politischen Umstrukturierung genutzt und in den einzelnen Ländern und Provinzen verschieden handgehabt. Wie in den westlichen Zonen auch, sollen alle Kriegsverbrecher vor Gericht gebracht werden und die nationalsozialistische Partei, ihre Gesetze, Organisationen und Einrichtungen beseitigt werden. Die Entnazifizierung in der SBZ wird chronologisch, in vier Phasen eingeteilt, dargestellt. Dabei liegt der Fokus auch auf verschiedenen Direktiven des Kontrollrats, sowie Befehlen der SMAD, die den Vorgang der Entnazifizierung stark beeinflussen.

Ferner werde ich auf die Probleme, die die Entnazifizierung mit sich bringt, eingehen. Auch hier liegt der Fokus auf der SBZ, allerdings werden die Probleme auch verallgemeinert und mit Beispielen verdeutlicht. So soll zum Beispiel deutlich gemacht werden, dass durch die Entnazifizierung ein großer Mangel an Fachkräften entsteht, welche für eine annähernd gute wirtschaftliche Situation und einen reibungslosen Ablauf in der Verwaltung unverzichtbar sind. Außerdem sollen zwei ausgewählte Beispiele deutlich machen, wie einfach es für NS-Täter ist, harten Strafen zu entgehen und somit den Weg zurück in die deutsche Gesellschaft zu finden.

Im letzten Teil dieser Arbeit wird noch ein Vergleich zu den westlichen Zonen herangezogen. Dieser ist, wie der Großteil dieser Arbeit, oberflächlich dargestellt und konzentriert sich auf die wichtigsten Fakten. Weitere und genauere Ausführungen wären möglich, würden den Rahmen dieser Arbeit aber sprengen. Die Basis meiner Ausführungen bildet eine große Bandbreite an Literatur von bekannten Historikern des Antisemitismus und der NS-Forschung, wie zum Beispiel Wolfgang Benz.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Lage nach Kriegsende – Entstehung der Besatzungszonen

3. Entnazifizierung in der SBZ

4. Probleme der Entnazifizierung

5. Unterschiede zu den westlichen Besatzungszonen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) im Zeitraum von 1945 bis 1948. Dabei wird analysiert, inwieweit die Entnazifizierung als Instrument der politischen Umstrukturierung fungierte und welche Probleme bei der praktischen Umsetzung entstanden, insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel und die Schwierigkeiten bei der Differenzierung zwischen verschiedenen Tätergruppen.

  • Chronologische Analyse der vier Entnazifizierungsphasen in der SBZ.
  • Untersuchung der Rolle der SMAD und der angewandten Direktiven (Nr. 24, Nr. 38).
  • Darstellung der Probleme bei der juristischen und personellen „Säuberung“.
  • Fallbeispiele zur Veranschaulichung der Effektivität bzw. Defizite des Prozesses.
  • Vergleichende Perspektive zu den westlichen Besatzungszonen.

Auszug aus dem Buch

3. Entnazifizierung in der SBZ

Wie auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam beschlossen, sollen alle Mitglieder der nazistischen Partei, welche mehr als nominell an ihrer Tätigkeit teilgenommen haben, und alle anderen Personen, die den alliierten Zielen feindlich gegenüberstehen, aus den öffentlichen und halböffentlichen Ämtern und von den verantwortlichen Posten in wichtigen Privatunternehmungen entfernt werden.

Nach dem Krieg verbieten die Kriegskommandaturen die NSDAP und die ihr nahestehenden Organisationen sowie die weitere Anwendung diskriminierender Gesetze des dritten Reiches. Schwieriger als die rechtliche und institutionelle Auslöschung des dritten Nationalsozialismus, die ohne Probleme verlief, erweist sich die personelle Seite der Abrechnung des dritten Reiches. Erste Entnazifizierungen hängen wesentlich vom Zustand der jeweiligen lokalen Behörde und Institution ab. Ein zentraler Staatsapparat (Reichsregierung und Ministerien) existiert im Mai 1945 institutionell und personell nicht mehr.

Die Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone wird von Anfang an neben der Abrechnung mit dem Nationalsozialismus auch als Mittel der politischen Umstrukturierung genutzt. Die wirtschaftlichen und politischen Grundlagen des Kapitalismus sollen vernichtet werden. Dies will man beispielsweise durch die Enteignung von Großgrundbesitzern, Konzernen, Banken aber auch mittelständischer Betriebe erreichen. Das politische Programm, das von der sowjetischen Besatzungsmacht in Verbindung mit deutschen Kommunisten geschaffen wird, unterscheidet sich von den wesentlichen Aspekten der westlichen Alliierten, die dem Elitentausch die oberste Priorität einräumen. Unter Regie des sowjetischen Geheimdienstes werden in der Zone Internierungslager eingerichtet, in denen ehemalige Nationalsozialisten und NS-Funktionäre gefangen sind. Sie dienen neben der Inhaftierung von NS-Leuten auch dazu, Gegner der gesellschaftlichen Umwälzung mundtot zu machen. Die Gefangenen werden willkürlich inhaftiert und schlecht behandelt. Ehemalige KZs fungieren als Speziallager, in denen etwa 50.000 Leute bis Anfang 1950 inhaftiert sind. 12.000 von ihnen kommen ums Leben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Entnazifizierung nach 1945 ein, erläutert den Fokus auf die sowjetische Besatzungszone und umreißt die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Die Lage nach Kriegsende – Entstehung der Besatzungszonen: Das Kapitel beschreibt die Situation unmittelbar nach der Kapitulation, die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen und die ersten alliierten Konferenzen in Jalta und Potsdam.

3. Entnazifizierung in der SBZ: Hier wird der chronologische Ablauf der Entnazifizierung in der sowjetischen Zone in vier Phasen dargestellt, unter Berücksichtigung verschiedener SMAD-Befehle und Direktiven.

4. Probleme der Entnazifizierung: Dieses Kapitel analysiert die Schwierigkeiten des Prozesses, wie etwa den Fachkräftemangel in der Verwaltung und die teils willkürliche oder ineffektive Einordnung der Betroffenen.

5. Unterschiede zu den westlichen Besatzungszonen: Ein Vergleich der Entnazifizierungspraktiken in der SBZ mit denen der Amerikaner, Briten und Franzosen verdeutlicht die unterschiedlichen Ansätze der Besatzungsmächte.

6. Fazit: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Entnazifizierung in der SBZ konsequenter, aber auch als Mittel politischer Umgestaltung vollzogen wurde.

Schlüsselwörter

Entnazifizierung, Sowjetische Besatzungszone, SBZ, SMAD, Nationalsozialismus, Alliierter Kontrollrat, Befehl Nr. 201, Besatzungsmächte, politische Umstrukturierung, Spruchkammern, Mitläuferfabriken, Nachkriegsgeschichte, Deutschlandpolitik, Personalsäuberung, Deutschland 1945-1948.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone in den Jahren 1945 bis 1948 und stellt diesen Prozess in den Kontext der Nachkriegsordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind der chronologische Verlauf der Entnazifizierung, die Rolle der sowjetischen Militäradministration, die Auswirkungen auf Verwaltung und Justiz sowie der Vergleich zu den westlichen Besatzungszonen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Entnazifizierung in der SBZ durchgeführt wurde und inwiefern sie als politisches Instrument zur Umgestaltung der Gesellschaft und Wirtschaft diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf der Auswertung von Fachliteratur und Dokumenten zur Entnazifizierungspolitik der Alliierten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Entnazifizierung, die damit verbundenen strukturellen Probleme, spezifische Fallbeispiele sowie einen Vergleich mit den Westzonen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Entnazifizierung, SBZ, SMAD, politische Umstrukturierung und Alliierte Kontrollratsdirektiven.

Welche Rolle spielte der Befehl Nr. 201 der SMAD?

Der Befehl Nr. 201 war entscheidend, um die Entnazifizierung in der SBZ erstmals auf eine einheitliche Grundlage zu stellen und zwischen aktiven Nationalsozialisten und nominellen Parteimitgliedern zu differenzieren.

Warum wird die Entnazifizierung in der Forschung teils als gescheitert angesehen?

Aufgrund von Problemen wie einem massiven Fachkräftemangel, der Notwendigkeit, ehemalige NSDAP-Mitglieder in der Verwaltung weiterzubeschäftigen, und der Tatsache, dass vielen Tätern keine Straftaten nachgewiesen werden konnten.

Welche Bedeutung hatten die Fälle von Emmy Göring und Paul Reimers?

Diese dienen als konkrete Beispiele für die Kritik an den sogenannten „Mitläuferfabriken“, in denen es hochbelasteten Personen gelang, ihre Strafen durch Falschaussagen oder vorteilhafte Einordnungen signifikant zu mildern.

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Details

Title
Die Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone (1945-1948)
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Course
„Die deutsche Teilung. Die Entstehung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR im inter-nationalen Kontext 1945-1955“
Grade
2,3
Author
Julian Bente (Author)
Publication Year
2019
Pages
24
Catalog Number
V538158
ISBN (eBook)
9783346145062
ISBN (Book)
9783346145079
Language
German
Tags
Entnazifizierung 2. Weltkrieg Nachkreigszeit Sowjetische Besatzungszone
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Bente (Author), 2019, Die Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone (1945-1948), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538158
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