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Böser Wald, guter Wald. Wald und Bäume in den Märchen der Brüder Grimm

Title: Böser Wald, guter Wald. Wald und Bäume in den Märchen der Brüder Grimm

Examination Thesis , 2005 , 99 Pages , Grade: 2

Autor:in: Claudia König (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit soll zeigen, dass der Wald und die Bäume in den „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm eine besondere Rolle spielen. Es geht darum, die Funktion der Bäume und des Waldes in den Märchen darzustellen. Unter diesem Aspekt habe ich alle Märchen der Gebrüder Grimm einer Analyse unterzogen. In der Arbeit geht es einerseits um die Frage, ob es in den Grimmschen Märchen tatsächlich überwiegend einen dunklen, bösen Wald gibt oder nicht. Woran liegt es, dass der Wald überwiegend dunkel und böse wirkt? Andererseits geht es mir um die Frage, welche Rolle die Bäume in den Märchen spielen. Sind sie nur passive Helfer der Märchenhelden oder können sie aktiv ins Geschehen eingreifen?

Welche Funktion der Wald und die Bäume in den Märchen haben, wird im Verlauf der Arbeit verdeutlicht werden.

Zum Thema gibt es keine spezielle Literatur, deswegen werde ich in erster Linie mit den Märchen arbeiten und dabei einen intensiven Blick auf die Rolle der Bäume und des Waldes in der germanischen Mythologie, der deutschen Volkskunde und der Kulturgeschichte werfen. Anhand einer ausführlichen Textanalyse und -interpretation werde ich die Märchen in Bezug auf die oben angeführten Fragen untersuchen. Es geht mir um „die Bäume in den Köpfen, der Haltung der Früheren zu den Bäumen, deren stets wechselnde und doch immer vorhandene Rolle im Bewusstsein, in der Phantasie: in Religion und Mythos, in Poesie und Kunst, im Denken und Fühlen“. Welche Bedeutung Wald und Bäume in der Kulturgeschichte haben und wie sich das in den Märchen niederschlägt, wird bei der Analyse der Märchen im Einzelnen deutlich werden. Ich verwende die Ausgabe letzter Hand. Wenn es diese Märchen in der Urfassung auch schon gab, zusätzlich auch diese, um deutlich zu machen, was seit der Urfassung verändert wurde. Bevor die Texte analysiert werden, schicke ich einen kurzen Abriss des Lebens und Wirkens der Brüder Grimm voraus, der es einem erleichtert zu verstehen, wie die Brüder Grimm an die Märchen herangegangen sind. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Zum Thema

1.1 Die Bäume in den Märchen

1.2 Der Wald in den Märchen

2 Die Brüder Grimm und die Märchen

2.1 Die Märchen

2.2 Das Märchenschema

2.3 Eine Kurzbiographie der Brüder Grimm

3 Was die Märchen über Bäume sagen

3.1 Aktive Bäume in den Märchen

3.1.1 „Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein“ und der Apfelbaum

3.1.2 „Die Alte im Wald“ und der verzauberte Baum-Prinz

3.1.3 „Aschenputtel“, der Haselbaum und der Birnbaum

3.2 Passive Bäume in den Märchen

3.2.1 „Der goldene Vogel“ und der Apfelbaum

3.2.2 „Der Königssohn der sich vor nichts fürchtet“ und der Baum des Lebens

3.2.3 „Die wahre Braut“ und die Linde

3.2.4 „Die zwei Brüder“, die Birke und der Hexenbaum

3.2.5 „Der Meisterdieb“ und der junge Baum

3.2.6 Weitere passive Bäume

4 Was die Märchen über den Wald sagen

4.1 Der böse Wald in den Märchen

4.1.1 Mut und List im bösen Wald

4.1.1.1 „Hänsel und Gretel“ und der Hexenwald

4.1.1.2 „Die drei Schwestern“ und der Zauberwald

4.1.1.3 „Der Räuberbräutigam“ im dunklen Wald

4.1.1.4 „Der Räuber und seine Söhne“ und der Wald der Menschenfresser

4.1.1.5 Weitere Märchen, in denen Mut und List vorkommen

4.1.2 Zauberwesen im bösen Wald

4.1.2.1 „Der Eisenhans“ im gefährlichen Wald

4.1.2.2 „Das Waldhaus“ im einsamen Wald

4.1.2.3 „Der Eisenofen“ im grausamen wilden Wald

4.1.2.4 Weitere Märchen, in denen Zauberwesen vorkommen

4.2 Der gute Wald in den Märchen

4.2.1 „Schneeweißchen und Rosenrot“ und der Wald als Gottesgarten

4.2.2 „Die drei grünen Zweige“ und der Wald als Schoß der Natur

4.2.3 „Die zwölf Brüder“ und der Wald als Ort des Schutzes

4.2.4 Weitere Märchen, in denen der gute Wald vorkommt

4.3 Mischformen des guten und bösen Waldes in den Märchen

4.3.1 „Die zwei Brüder“ und der Zauberwald

4.3.2 „Die Gänsehirtin am Brunnen“ und die Alte im großen Wald

4.3.3 „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ und der Wald der guten Räuber

4.3.4 Weitere Märchen, in denen der gute und der böse Wald vorkommen

5 Ergebnisse

5.1 Die Bäume in den Grimm’schen Märchen

5.2 Der Wald in den Grimm’schen Märchen

6 Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Studie untersucht die symbolische und funktionale Bedeutung von Bäumen und dem Wald innerhalb der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Ziel ist es, die häufige Darstellung des Waldes und spezifischer Bäume durch eine detaillierte Textanalyse zu interpretieren und dabei kulturgeschichtliche sowie mythologische Hintergründe aufzuzeigen.

  • Die aktive und passive Rolle einzelner Märchenbäume
  • Die Differenzierung zwischen gutem, bösem und neutralem Wald
  • Bedeutung der Natur als Schauplatz und moralische Instanz
  • Die Rolle der Romantik und germanischer Mythologie in Grimms Märchensammlung
  • Interpretation von wiederkehrenden Naturmotiven als Hilfsmittel oder Hindernis

Auszug aus dem Buch

3.1.1 „Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein“ und der Apfelbaum

Dieses Märchen handelt von einem benachteiligten Mädchen. Es wird tyrannisiert, weil es „nicht anders aussah als andere Menschenkinder“ und zwei Augen hat. Es erfährt Hilfe durch eine alte „weise Frau“. Erst verzaubert diese ihr Zicklein, sodass es durch einen bestimmten Spruch Speisen herbeizaubern kann. Dann, nachdem die Mutter die Ziege aus Bosheit getötet hat, lässt dieselbe alte Frau aus den Innereien der Ziege einen Baum wachsen. Dieser Baum ist „ein wunderschöner prächtiger Baum, der hatte Blätter von Silber und Früchte von Gold“.

Der Apfelbaum ist der einzige Baum, der im Märchen vom Zweiäuglein vorkommt. Er hat eine eindeutig helfende, aktive Funktion. Ein benachteiligtes Mädchen benötigt Hilfe. Diese Hilfe widerfährt Zweiäuglein in Gestalt der alten Frau, die eine „Jenseitige“ ist: „Das deutsche Märchen lässt den Jenseitigen gerne als alten Mann oder alte Frau dem Helden in den Weg treten“. Diese „spenden dem Helden zauberische Gaben“. Die gute Alte stellt Zweiäuglein erst eine durch ihre Zauberkräfte Nahrung spendende Ziege zur Seite, dann lässt sie aus deren Eingeweiden den besagten Baum entstehen. Zweiäuglein liebte die Ziege für die Dienste, die sie ihr leistete, wie andere ihre Mutter lieben. Zweiäuglein empfing von dieser Ziege so etwas wie mütterlichen Beistand.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Zum Thema: Einführung in die ambivalente Naturdarstellung in den Märchen und die romantische Sehnsucht nach einer unberührten Welt.

2 Die Brüder Grimm und die Märchen: Überblick über die Entstehungsgeschichte der Sammlung, das zugrunde liegende Märchenschema und eine Kurzbiografie der Brüder.

3 Was die Märchen über Bäume sagen: Analyse der Baumfunktionen, unterteilt in aktiv handelnde, passiv helfende und Mischformen von Bäumen.

4 Was die Märchen über den Wald sagen: Untersuchung der Waldatmosphäre, gegliedert in böse, gute und gemischte Waldformen anhand zahlreicher Märchenbeispiele.

5 Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse über die spezifischen Funktionen von Bäumen und Wald sowie deren mythologische Einbettung.

6 Literatur: Auflistung der verwendeten Sekundär- und Primärquellen zur Untersuchung.

Schlüsselwörter

Brüder Grimm, Märchenforschung, Waldsymbolik, Märchenbäume, germanische Mythologie, Apfelbaum, Haselbaum, Volkskunde, Romantik, Zauberwesen, Naturdarstellung, literarische Analyse, Motivforschung, Gut und Böse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Studie untersucht die Funktion und Symbolik von Bäumen und dem Wald in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.

Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?

Im Zentrum steht die Differenzierung zwischen helfenden und bedrohlichen Naturerscheinungen sowie deren Verbindung zu volkskundlichen und mythologischen Überlieferungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, ob der Wald überwiegend negativ wirkt und welche aktiven oder passiven Rollen einzelne Baumarten in den Märchenhandlungen einnehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine ausführliche Textanalyse und -interpretation der Märchen in Bezug auf mythologische und kulturgeschichtliche Hintergründe.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Bereiche: Die Analyse der Märchenbäume (aktiv/passiv) und die Analyse des Waldes (gut/böse/neutral).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind u.a. Waldsymbolik, Märchenbäume, germanische Mythologie, Volkskunde und Zauberwesen.

Inwiefern beeinflusst der historische Kontext die Märchen?

Die Arbeit beleuchtet, wie die bürgerlichen Ideale und die Sehnsucht der Romantik zur Natur die Wahrnehmung von Wald und Baum in den Märchen prägten.

Warum ist der Haselbaum in "Aschenputtel" besonders bedeutsam?

Der Haselbaum fungiert als aktiver Helfer und Bindeglied zur verstorbenen Mutter; seine mythische Kraft zum Aufspüren von Metallen spiegelt sich im Erhalt der goldenen Kleider wider.

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Details

Title
Böser Wald, guter Wald. Wald und Bäume in den Märchen der Brüder Grimm
College
Technical University of Berlin
Grade
2
Author
Claudia König (Author)
Publication Year
2005
Pages
99
Catalog Number
V53819
ISBN (eBook)
9783638491617
ISBN (Book)
9783656211822
Language
German
Tags
Böser Wald Bäume Märchen Brüder Grimm Thema Märchen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia König (Author), 2005, Böser Wald, guter Wald. Wald und Bäume in den Märchen der Brüder Grimm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53819
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