Im Rahmen dieser Hausarbeit soll anhand von Beispielen die wesentlichen Schritte und Entwicklungen von einer eher auf sich selbst fixierten Inselmacht bis hin zum klassischen Empire aufgezeigt und untersucht werden. Besonderes Augenmerk soll auf der frühen Entwicklungsphase liegen, also der Zeit, in der Britannien quasi aus der zweiten Reihe heraus an den anderen europäischen Kolonialmächten vorbeizog. Bei der Betrachtung sollen drei Gebiete in den Mittelpunkt rücken, die als Beispiele für die verschiedenen Vorgehensweisen der Briten bei der Kolonisation untersucht werden.
Nach der Einleitung wird ein knappes Bild der britischen Inseln im späten Mittelalter gegeben, um ein Verständnis der Ausgangssituation herzustellen. Dabei sollen vor allem die britischen Interessen und Gegebenheiten zu dieser Zeit, aber auch die Expansionsbestrebungen anderer europäischer Mächte kurz dargestellt werden. Nach der weiteren Hinführung zum Thema wird an drei Beispielen gezeigt, wie sich die Briten auf dem jeweiligen Schauplatz durchgesetzt haben. Als Beispiel werden Nordamerika, die Westindischen Inseln in der Karibik und schließlich Indien gewählt. Auch in diesem Teil wird nicht auf jedes Detail der viele Jahrhunderte umspannenden Geschichte eingegangen. Vielmehr ist die Untersuchung auf den Beginn der Kolonien beschränkt. In diesem Abschnitt soll auch die Frage nach dem Warum beantwortet werden, also die Motivation, dort eine Kolonie zu gründen oder sich besonders zu engagieren.
Nach der Vorstellung der britischen Expansion in Nordamerika, der Karibik und Indien werden im Fazit schließlich noch einmal Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet. Hier soll auch die Frage beantwortet werden, welches die Erfolgsfaktoren für die Briten in dem jeweiligen Gebiet waren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Britannien im späten Mittelalter
3 Das ältere Empire - Beginn der Kolonisierung
3.1 Karibik
3.2 Nordamerika
3.3 Indien
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die wesentlichen Entwicklungsphasen des britischen Kolonialreichs von einer auf sich selbst fixierten Inselmacht bis hin zum weltumspannenden Empire. Dabei wird der Fokus auf die frühe Kolonisationsgeschichte gelegt, um die verschiedenen Strategien und Erfolgsfaktoren in den Regionen Nordamerika, Karibik und Indien zu analysieren und zu vergleichen.
- Analyse der frühen Entwicklungsphase der britischen Expansion
- Vergleich der Vorgehensweisen in verschiedenen geographischen Gebieten
- Untersuchung der Bedeutung privater Handelsgesellschaften
- Herausarbeitung von Erfolgsfaktoren und ökonomischen Motivationen
- Betrachtung der Konkurrenzsituation mit anderen europäischen Mächten
Auszug aus dem Buch
3.1 Karibik
Die Westindischen Inseln sind schon recht früh in den Fokus der britischen Interessen gerückt. Ab dem späten 16. Jahrhundert war die Karibik das bevorzugte Jagdrevier für britische Piraten und Freibeuter.8 Freibeuter besaßen einen sogenannten „Kaperbrief“, ihre Raubzüge gegen Schiffe feindlicher Nationen waren also von der Krone nicht nur gedeckt, sondern auch gewollt. Piraten hingegen waren allen Nationen in Dorn im Auge, sie überfielen alle Schiffe. Die Karibik war für Piraten und Freibeuter deswegen so interessant, weil es dort zahlreiche nur schwach verteidigte zumeist spanische Handelsposten gab. Außerdem boten die zahlreichen unbewohnten Inseln der Karibik und die Buchten der mittelamerikanischen Küste ausreichend Rückzugsorte für die Seeräuber.
Die aussichtsreichste Beute für Seeräuber waren die spanischen Schatzschiffe, die die Ausbeute der südamerikanischen Gold- und Silberminen einsammelten und vor der Überfahrt über den Atlantik noch durch die Karibik segelten. Die britische Krone konnte durch die Kaperfahrten der Freibeuter das spanische Monopol in der neuen Welt unterlaufen.9 Außerdem konnte sie so Spanien schaden, ohne dabei einen offenen Krieg zu riskieren.
Die Finanziers der Freibeuter, zumeist Londoner Kaufleute, konnte auf gewaltige Gewinne hoffen. Eine dreijährige Fahrt von Sir Francis Drake brachte einen sagenhaften Gewinn von geschätzten 4700%. Drake hatte es geschafft, ein vollgeladenes spanisches Silberschiff zu kapern und nach England zu bringen.10 Solche „Erfolge“ waren eher die Ausnahme, dennoch war die Seeräuberei ein wesentlicher Wirtschaftszweig im England des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Ab 1585 stachen zwischen 100 und 200 Schiffe pro Jahr in See und erbeuteten regelmäßig um die 200.000 Pfund - was in etwas den Jahreseinnahmen der britischen Krone entsprach.11
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt den Aufstieg Britanniens von einer Randprovinz zum Weltreich und definiert das Ziel, die frühen Expansionsstrategien anhand von drei Fallbeispielen zu untersuchen.
2 Britannien im späten Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert die Ausgangslage Englands, das sich zu dieser Zeit primär auf das europäische Festland konzentrierte, bevor sich der Fokus aufgrund wirtschaftlicher Veränderungen Richtung Übersee verschob.
3 Das ältere Empire - Beginn der Kolonisierung: Dieser Hauptteil analysiert die Anfänge der Expansion durch privatfinanzierte Expeditionen und Handelsgesellschaften als Antwort auf wirtschaftliche Zwänge.
3.1 Karibik: Hier wird die Rolle der Karibik als Jagdrevier für Freibeuter und die spätere Etablierung von Plantagenwirtschaft mit Sklavenarbeit beschrieben.
3.2 Nordamerika: Das Kapitel beschreibt die Entwicklung der nordamerikanischen Siedlungskolonien, getrieben durch Migration und das Ziel der ökonomischen Selbstversorgung.
3.3 Indien: Die Darstellung konzentriert sich auf die East India Company, den bewaffneten Handel und den Aufstieg zur politischen Macht infolge der Schwächung des Mogulreiches.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten, wie die zentrale Rolle privater Akteure, und die Unterschiede in der Kolonieform und Strategie zwischen den drei Regionen zusammen.
Schlüsselwörter
Britische Expansion, Empire, Kolonisation, Karibik, Nordamerika, Indien, East India Company, Freibeuter, Plantagenwirtschaft, Sklaverei, Merkantilismus, Handelsgesellschaften, Außenpolitik, Weltmacht, Historische Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert den historischen Aufstieg des britischen Kolonialreichs, mit besonderem Augenmerk auf die frühe Phase der Expansion zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der wirtschaftlichen Motivation der Expansion, der Rolle privater Handelsgesellschaften und dem Wettbewerb zwischen europäischen Mächten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die wesentlichen Schritte des Aufstiegs zum Empire aufzuzeigen und die unterschiedlichen Vorgehensweisen und Erfolgsfaktoren in drei ausgewählten Regionen zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie die Entwicklung an drei spezifischen Fallbeispielen (Nordamerika, Karibik, Indien) untersucht und vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die historischen Ausgangsbedingungen sowie die spezifischen Kolonisationsmodelle in der Karibik, Nordamerika und Indien detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Britische Expansion, Kolonisation, Freibeuter, East India Company, Handelsgesellschaften und Siedlungskolonien.
Warum spielte die Karibik eine so große Rolle für die britische Krone?
Die Karibik diente anfangs als strategisches Jagdrevier für Freibeuter gegen das spanische Monopol und entwickelte sich später durch den lukrativen Zuckeranbau zum Eckpfeiler des atlantischen Handelsdreiecks.
Welchen Einfluss hatte das Ende des Mogulreiches auf die Stellung der Briten in Indien?
Mit der Schwächung der indischen Zentralgewalt nach dem Tod von Aurangzeb änderte sich die politische Situation, was der East India Company die Möglichkeit gab, von einer reinen Handelsgesellschaft zu einer politisch mächtigen Kraft aufzusteigen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2009, The British Empire. Wie und warum gelang der Aufstieg der Britischen Inseln zum Kolonialreich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538207