Auswirkungen und Folgen des sozialstrukturellen Wandels auf Kleinstädte in Ostdeutschland


Hausarbeit, 2018

16 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Forschungsfrage und Vorgehensweise

2 Begriffsdefinitionen
2.1 Sozialstruktureller Wandel
2.2 Kleinstadt
2.3 Ostdeutschland

3 Grundlagen – Theorie
3.1 Historischer Abriss
3.2 Lage in Ostdeutschland

4 Empirische Überprüfung
4.1 Theoretische Vorüberlegung
4.2 Umsetzung

5 Zu erwartende Ergebnisse

6 Quellenverzeichnis
6.1 Literatur
6.2 Internetquellen
6.3 Sonstiges

1 Forschungsfrage und Vorgehensweise

Forschungsfrage:

Welche Auswirkungen gibt es? Welche Folgen haben sie? Wie könnte man ihnen entgegenwirken?

Vorgehensweise:

Um die vorangestellte Forschungsfrage zu überprüfen, sollen in dieser Arbeit fünf ausgewählte Kleinstädte im Zielgebiet (Ostdeutschland) auf die Auswirkungen/ Folgen des sozialstrukturellen Wandels hin untersucht werden. Dies geschieht anhand einiger Bestandteile des Merkmals „Demografischer Wandel“.

Aus jedem Bundesland im Osten der Republik wurde eine Kleinstadt ausgewählt.

Die Städte besitzen alle eine vergleichbare Einwohnerzahl und liegen in eher ländlich geprägten Regionen. Zudem sind sie Verwaltungssitz für eingemeindete Dörfer.

Folgende Orte sollen betrachtet werden:

- Sachsen-Anhalt: Barby/Elbe; Einheitsgemeinde; 11 Ortsteile; Salzlandkreis; 8.700 Einwohner; 3 Industriegebiete1
- Sachsen: Geithain; 6 Ortsteile; Landkreis Leipzig; 7.100 Einwohner2
- Thüringen: Bleicherode; „erfüllende Gemeinde“; 8 Ortsteile; Landkreis Nordhausen; 6.200 Einwohner; 4 Gewerbegebiete3
- Brandenburg: Drebkau; 10 Ortsteile; Landkreis Spree-Neiße; 5.600 Einwohner; 1 Gewerbegebiet4
- Mecklenburg-Vorpommern: Burg Stargard; Amt; 6 Teilegemeinden; Landkreis Mecklenburger Seenplatte; 5.500 Einwohner; 1 Gewerbegebiet5

Alle Kommunen besitzen zudem die Funktion eines Unter-/ Grundzentrums für ihr Umland. Dies bedeutet, es gibt eine ausreichende medizinische Versorgung mit Ärzten und Apotheken, mehrere Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs – sprich: Nahrungsmittel, Getränke, Kleidung, … - eine Auswahl an gastronomischen Betrieben, ausreichend kulturelle Angebote und eine akzeptable Anbindung an das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs in Form von Taxi, Bus und/ oder Straßenbahn bzw. Eisenbahn.

Grundzentren sind nach dem Landesentwicklungsgesetz Sachsen-Anhalt (2015; §§ 5 - 9)6 zentrale Orte der unteren Stufe. Zentraler Ort ist darin definiert als ein „im Zusammenhang bebauter Ortsteil als zentrales Siedlungsgebiet einer Gemeinde einschließlich seiner Erweiterungen im Rahmen einer geordneten städtebaulichen Entwicklung…“. Ähnliche Kategorisierungen werden in den anderen Landesentwicklungsgesetzen vorgenommen.

2 Begriffsdefinitionen

2.1 Sozialstruktureller Wandel

Def. nach „Schader Stiftung“7 „Der Soziale Wandel ist eines der Ur-Themen für Untersuchungen im sozialwissenschaftlichen Bereich.

Vereinfacht gesagt, befasst er sich mit den Prozessen und Gründen für gesellschaftliche Veränderungen. Zu den bekanntesten Begleiterscheinungen zählen die Globalisierung, die Urbanisierung (Sprich: Verstädterung) und der demografische Wandel.

Als Sozialstruktur gelten zum Beispiel Strukturen sozialer Ungleichheit, welche vergleichend beschrieben werden. Dazu gehören:

- Haushaltseinkommen
- Wohnverhältnisse
- Schichten und Milieus
- Bildung und Ausbildung
- Beruf und Arbeit -“8

„Aber auch Gesetze, angemessene Verhaltensweisen, die guten Sitten und ähnliches gehören zum Wortfeld „Sozialstruktur“.“9

Der Sozialstrukturelle Wandel bezeichnet also die Veränderung solcher zusammenhängenden Wertgefüge.

2.2 Kleinstadt

Eine Kleinstadt hat im Regelfall zwischen 5.000 und 20.000 Einwohner.10

Nach der KGSt gehören sie demnach zur Größenklasse 7, welche Kommunen bis maximal 10.000 Einwohner umfasst.11

Zur besseren Vergleichbarkeit soll in diesem Exposé von Kleinstädten mit einer Einwohnerzahl zwischen 5.000 und 9.000 ausgegangen werden.12 13 14

2.3 Ostdeutschland

Damit sind die Bundesländer gemeint, welche sich auf dem Gebiet der ehemaligen DDR (Deutsche Demokratische Republik) befinden. Diese existierte zwischen 1949 und 1990. Namentlich sind damit die sogenannten „neuen Bundesländer“ Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gemeint.

3 Grundlagen – Theorie

3.1 Historischer Abriss

Überblick:

In der Weltgeschichte bestanden bereits einige soziale Systeme. Damit ist die Struktur gemeint, auf die die Gesellschaft aufgebaut war. Näheres ist in der nachfolgenden Tabelle (Abbildung 1) zu sehen:

Abbild. 1 – Soziale Systeme und ihr Zeitalter

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erläuterungen:

Die Ständegesellschaft war auf das Feudalsystem aufgebaut. Dem zugrunde lag eine religiös begründete Ordnung. Die Landesherren waren für die Ausführung zuständig und durften auch eigene – zum Teil willkürliche – Gesetze erlassen. Bauern waren als Leibeigene praktisch rechtlos. Der dominierende Wirtschaftszweig war hier die Landwirtschaft.

Die Klassengesellschaft bildete sich zum Ende des Biedermeier heraus. Die großbürgerlichen Industriellen beuteten die nun als Arbeiter in die Städte gezogenen Bauern aus. Die Arbeit in den Fabriken war sehr hart und wurde zudem schlecht bezahlt. Die Arbeiter hatten keine Rechte. Hier war der sekundäre/ verarbeitende Sektor prägend – die Industrie.

Die Schichtengesellschaft stellt eine bedeutende Verbesserung dar. Zum ersten Mal besteht für die Menschen die Möglichkeit aus ihrer eigenen sozialen Schicht in die nächsthöhere aufzusteigen. – Die Schranken zwischen den Gruppen werden durchlässiger. Der tertiäre Sektor – der Dienstleistungsbereich ist hier prägend.

„Die Abgrenzungen zwischen den sozialen Milieus ähneln den Grenzlinien in den Schichtmodellen: Sie markieren keine scharfen "realen" Grenzen; Milieus sind wie Schichten keine klar voneinander abgrenzbaren Gruppen, sondern es gibt fließende Übergänge, Zwischenformen und Überschneidungen.“15

3.2 Lage in Ostdeutschland

„Zwischen 1949 und 1990 befand sich auf dem Gebiet Ostdeutschlands die Deutsche Demokratische Republik, ein Staat, welcher nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mithilfe der kommunistischen Partei der Sowjetunion aus der sowjetischen Besatzungszone gegründet wurde.

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschland (SED) hatte ein Zwei-Klassen-System nach Marx´schem Vorbild etabliert, wobei die Arbeiter und Bauern die herrschende Klasse darstellten. Der Arbeiter-und-Bauern-Staat war schwerindustriell und landwirtschaftlich geprägt. Die Lebensweise der Menschen war eher einfach und vom Staat gesteuert. Zudem gab es sogenannte 5-Jahres-Pläne. Darin wurden Quoten festgesetzt, welche die Produktionsbetriebe zu erfüllen hatten. - Bürgerlichen Individualismus sollte es nicht geben.

Mit der Wende und dem darauffolgenden Beitritt der DDR zur BRD nach 1990 fiel es daher vielen Menschen schwer, sich auf die neue Situation einzustellen, da nun andere Lebensumstände herrschten.“16 Mit der im Westen vorherrschenden Marktwirtschaft taten sich viele schwer – sie „kamen einfach nicht damit klar.“ Hinzu kam eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der eigenen ökonomischen und sozialen Zukunft, da viele ehemalige VEB (Volkseigene Betriebe) geschlossen wurden. Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit machten sich breit. Eine weitere Folge des daraus resultierenden wirtschaftlichen Wandels im Osten ist der Wegzug in die alten Bundesländer. „In den folgenden vier Jahren verließen fast 1,4 Mio. Bürger ihre ostdeutschen Herkunftsländer. Gleichzeitig zogen jetzt aber auch vermehrt Westdeutsche in Richtung Osten. Doch die gesamten Austauschsalden für Ostdeutschland blieben immer negativ.“17

Noch heute stehen sich Ost- und Westdeutsche zuweilen eher misstrauisch gegenüber. Die sogenannte „Deutsche Einheit“ ist bis heute – 2017 - in vielen Lebensbereichen nicht abgeschlossen. „Bis heute unterscheiden sich beide deutsche Teilgesellschaften in Ost und West in ihren sozialen Formationen und Schichtungen sowie den damit einhergehenden Orientierungen.“18

„Das fortbestehende West-Ost-Gefälle ist zum Teil strukturell bedingt: gut zahlende Branchen sowie Fach- und Führungskräfte mit hohen Verdiensten sind im früheren Bundesgebiet häufiger.“19

Ein Merkmal dessen sind die Ungerechtigkeit bezüglich der Höhe für Löhne und Renten. - Dies schürt natürlich Konflikte und Vorurteile.

Einige, dem Volksmund nach, bekannte Vorurteile sind zum Beispiel:

- dauernörgelnder Ossi
- fauler Ossi
- arroganter Wessi
- jemand hat dem anderen etwas weggenommen

4 Empirische Überprüfung

4.1 Theoretische Vorüberlegung

Begleitende Prozesse des sozialstrukturellen Wandels

- Urbanisierung: Verstädterung; Stadt-Land-Flucht
- Demografischer Wandel: Bevölkerungspyramiden; natürliche Fluktuation; die Menschen werden immer älter; es gibt immer weniger junge Menschen, die einer zunehmenden Anzahl von älteren Menschen gegenüberstehen

Als theoretischer Ansatzpunkt gilt die Tatsache, dass es – gerade im ländlichen ostdeutschen Raum – zunehmend zu einem Dorfsterben kommt.

Die jüngeren Leute ziehen aus den Dörfern und Kleinstädten weg, Grund ist meistens eine gewisse Perspektivlosigkeit – es gibt wenig Jobs und die Löhne sind niedrig. Ziel sind größere Städte im attraktiven Westen – dort gibt es gut dotierte Jobs und ein ansprechendes Freizeitangebot.

Die ältere Bevölkerung hingegen zieht von den Dörfern in die Kleinstädte. In den Grundzentren gibt es zumeist eine gute medizinische Versorgung – worauf Senioren aufgrund ihrer zunehmenden körperlichen Schwäche angewiesen sind. Auch Lebensmittelgeschäfte und der öffentliche Personennahverkehr befinden sich hier in einer zu bewältigenden Entfernung.

Diese Hypothese soll demnach überprüft werden.

Das anwendbare theoretische Mittel ist die sogenannte Coleman´sche Badewanne , ein sozialwissenschaftliches – optisch trapezförmiges – Modell (hier vereinfachte Darstellung).

Dies macht sich eine einfache Ursache-Folgen-Analyse zunutze: Links steht der Ausgangspunkt und rechts die Folge, es gibt einen direkten und einen indirekten Weg. Auf dem indirekten Weg steht unten links ein Grund für die Ursache (hier: Mitte oben) und rechts ein Grund für die Folge (Mitte unten).

Da allerdings zwei zu untersuchende Gruppen vorliegen, müssen auch zwei Modelle aufgestellt werden:

Junge Menschen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ältere Menschen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.2 Umsetzung

Um nun zu überprüfen, ob die vorangestellten Aussagen zutreffen, sollen die Kleinstädte Barby/E., Bleicherode, Burg Stargard, Drebkau und Geithein nun hinsichtlich des Merkmals „Demografischer Wandel“ miteinander verglichen werden. Es sollen bereits vorhandene – qualitative - Daten der Jahre 2013 – 2015 genutzt werden. Sie wurden von den statistischen Ämtern der Länder erhoben und von der Bertelsmann-Stiftung auf der Internet-Seite „Wegweiser Kommune“ zusammengefasst und zur Verfügung gestellt. Eine Auswertung soll später vorgenommen werden.

[...]


1 http://www.stadt-barby.de/de/ (01.12.2017)

2 http://www.geithain.net/ (01.12.2017)

3 http://www.bleicherode.de/willkommen.html (01.12.2017)

4 http://www.drebkau.de/ (01.12.2017)

5 http://www.burg-stargard.de/start/ (01.12.2017)

6 Landesentwicklungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt; 2015 (12.12.2017)

7 https://www.schader-stiftung.de/themen/demographie-und-strukturwandel/fokus/sozialer-wandel/artikel/sozialer-wandel-der-begriff/ (16.12.2017)

8 https://www.schader-stiftung.de/themen/demographie-und-strukturwandel/fokus/sozialer-wandel/artikel/sozialer-wandel-der-begriff/ (16.12.2017)

9 https://www.schader-stiftung.de/themen/demographie-und-strukturwandel/fokus/sozialer-wandel/artikel/sozialer-wandel-der-begriff/ (16.12.2017)

10 http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/9180/stadt-v12.html (27.12.2017)

11 https://www.kgst.de/groessenklassen (27.12.2017)

12 Hofmann, M.; BPB; 2010; S. 2

13 Hofmann, M.; BPB; 2010, S. 3ff

14 Geißler, R.; BPB; 2014, S. 2ff

15 Geißler, R.; BPB, 2014, S. 2

16 Geißler, R.; BPB, 2009, S. 3f.; Hofmann, BPB, 2010, S. 5

17 Martens, B.; SFB 580 (Jena/Halle), S. 3

18 Hofmann, M.; BPB, 2010, S. 1ff

19 Geißler, R.; BPB, 2009, S. 2

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen und Folgen des sozialstrukturellen Wandels auf Kleinstädte in Ostdeutschland
Hochschule
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)
Note
3,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V538236
ISBN (eBook)
9783346177001
ISBN (Buch)
9783346177018
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswirkungen, folgen, kleinstädte, ostdeutschland, wandels
Arbeit zitieren
Oliver Sieweck (Autor), 2018, Auswirkungen und Folgen des sozialstrukturellen Wandels auf Kleinstädte in Ostdeutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538236

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