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Die Ruhe nach dem Shitstorm. Politik in Zeiten kollektiver Aufregung

Title: Die Ruhe nach dem Shitstorm. Politik in Zeiten kollektiver Aufregung

Term Paper , 2019 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jens Janßen (Author)

Politics - Other International Politics Topics
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Als „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“ definiert seit dem Jahr 2013 der Duden formal das Phänomen „Shitstorm“ und hat diesen damit offiziell in den deutschen Wortschatz aufgenommen. Ob Prominente, Politiker, Parteien oder Unternehmen, die Sturmopfer der öffentlichen Entrüstung im Internet sind vielfältig, doch die Auswirkungen auf die Reputation einer Marke oder Person können gleichsam verheerend sein. Mit der Verbreitung sozialer Medien hat sich die Wucht und Schlagzahl öffentlicher Erregung und Skandalisierung verändert. Heute sind es nicht mehr nur die klassischen Medien, die Skandale öffentlich anprangern. Jede und jeder Einzelne kann jederzeit ungefiltert der persönlichen Empörung auf verschiedensten Kanälen freien Lauf lassen. In der Folge lässt sich eine Verrohung des öffentlichen Diskurses und der Sprache beobachten. Im Wechselspiel zwischen sozialen und klassischen Medien bauen sich Empörungswellen auf, um dann über dem Ziel der öffentlichen Kritik zusammenzubrechen. Ob berechtigt oder unberechtigt, ein Shitstorm zieht selten ohne Konsequenzen vorüber. Schon kleinere Fehltritte, unüberlegte Äußerungen oder Handlungen können ganze Kampagnen und Karrieren in kürzester Zeit in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und in vielen Fällen auch zerstören.

Anhand ausgewählter Beispiele aus den vergangenen Jahren soll in der vorliegenden Hausarbeit das Phänomen „Shitstorm“ dargestellt, grundlegende Ursachen, Abläufe und Wirkungen beschrieben und in einen Gesamtzusammenhang mit der Skandalisierung von Politik gestellt werden.

Dabei soll der Frage nachgegangen werden, welche Faktoren einen Shitstorm begünstigen und welche Handlungsempfehlungen sich zur Bewältigung eines solchen aus der Vergangenheit ableiten lassen. Ferner soll die Frage beantwortet werden, ob ein Shitstorm per se negativ bewertet werden muss oder ob er nicht gerade auch Ausdruck einer gesunden und lebhaften Demokratie sein kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HAUPTTEIL

2.1 DAS PHÄNOMEN „SHITSTORM“

2.2 SHITSTORM-ANALYSE MIT GOOGLE TRENDS

2.3 BEISPIEL „KARL-THEODOR ZU GUTTENBERG“

2.1 BEISPIEL „RAINER BRÜDERLE“

2.2 BEISPIEL „VOLKER BECK“

2.3 BEISPIEL „SAWSAN CHEBLI“

2.4 BEISPIEL „SARAH RAMBATZ“

2.5 BEISPIEL „ALEXANDER GAULAND“

3 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das Phänomen „Shitstorm“ im Kontext politischer Akteure in Deutschland. Ziel ist es, die Ursachen, Abläufe und Auswirkungen digitaler Empörungswellen zu beleuchten, Faktoren für deren Entstehung zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für den Umgang mit solchen Krisen abzuleiten.

  • Charakterisierung des Shitstorms als gruppendynamischer Prozess.
  • Wechselwirkung zwischen klassischen Medien und digitalen Kanälen.
  • Empirische Untersuchung prominenter Fallbeispiele mittels Google Trends.
  • Analyse der persönlichen und parteipolitischen Konsequenzen für Betroffene.
  • Diskussion über Prävention und zivilisierte Debattenkultur im Internet.

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Phänomen „Shitstorm“

Der Begriff Shitstorm wurde maßgeblich durch den deutschen Blogger Sascha Lobo geprägt und hielt als Neologismus im Jahr 2009 zunächst in den digitalen Medien Einzug. Ausgangspunkt bildete dabei eine Werbekampagne der britischen Firma Vodafone, der insbesondere in Deutschland von Netzaktivisten vorgeworfen wurde, die Netzneutralität aushebeln zu wollen. Hinter dem Hashtag #vodafail versammelten sich damals die Gegner der Werbekampagne mit zum Teil beleidigenden und verhöhnenden Beiträgen und Kommentaren, die sich dabei auch gegen Sascha Lobo selbst richteten, der als Werbepartner für die Kampagne fungierte. Vom Internet ausgehend schaffte es diese Empörungswelle nach kurzer Zeit auch in die klassischen Medien. In der Folge verwendete Sascha Lobo den Begriff Shitstorm in einem Vortrag mit dem Titel „How to survive shitstorms“ unter anderem auf der re:publica, der bekanntesten deutschsprachigen Konferenz rund um Themen wie Netzpolitik, sozialen Medien und digitaler Gesellschaft. Der Begriff als solcher wird ausschließlich im deutschsprachigen Raum verwendet.

Shitstorm bezeichnet einen gruppendynamischen Prozess kollektiver Erregung, der seinen Ausgangspunkt typischerweise im Internet hat, außerhalb dessen aber ebenfalls seine Wirkung entfaltet. Christian Stegbauer beschreibt dies als sozialen Anpassungsprozess: „Kommt es zum Skandal, so gewinnen auch die Unentschlossenen sehr schnell den Eindruck, dass die Empörung von praktisch allen anderen auch geteilt wird. Dann ist es leicht, sich dieser anzuschließen, zumal man dadurch eher Unterstützung anstatt Ausgrenzung erfährt.“

Filterblasen und die vermeintliche Anonymität des Internets können die Enthemmung noch zusätzlich verstärken. Es entsteht ein Nährboden für Hasskommentare und Beleidigungen von dem aus die Empörungswelle dann unaufhaltsam ihren Lauf nehmen kann. Vergleichbar mit dem historischen Pranger auf öffentlichen Plätzen, dient somit heute das Medium Internet als Mittel und Ort der öffentlichen Bloßstellung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Definiert den Begriff Shitstorm und führt in die Thematik der digitalen Skandalisierung von Politik und deren Auswirkungen auf die Reputation ein.

2. HAUPTTEIL: Analysiert theoretisch das Entstehen von Skandalen im Web 2.0 und untersucht anhand von Fallbeispielen (u.a. zu Guttenberg, Brüderle, Chebli) die Dynamiken von Shitstorms.

3 FAZIT: Fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die Rolle der Medien als Verstärker und diskutiert Präventionsmöglichkeiten sowie die Bedeutung einer zivilisierten Debattenkultur.

Schlüsselwörter

Shitstorm, digitale Kommunikation, politische Skandalisierung, Social-Media-Monitoring, Google Trends, öffentliche Entrüstung, Reputation, Web 2.0, Empörungswellen, digitale Öffentlichkeit, politische Kommunikation, Krisenmanagement, Partizipation, Debattenkultur, Netzpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Shitstorms als digitale Form der öffentlichen Entrüstung, insbesondere mit Fokus auf Politiker in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Entstehung digitaler Empörung, das Zusammenspiel von sozialen und klassischen Medien sowie die Folgen für politische Akteure.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll analysiert werden, welche Faktoren einen Shitstorm begünstigen und welche Strategien zur Bewältigung oder Prävention politisch relevant sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse anhand ausgewählter Fallbeispiele und visualisiert deren Resonanz mit Hilfe von Google-Trends-Daten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zum Shitstorm-Phänomen und eine detaillierte Fallstudien-Analyse verschiedener prominenter Politiker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Shitstorm, politische Skandalisierung, Social Media, öffentliche Reputation und digitale Debattenkultur.

Welche Rolle spielen klassische Medien bei Shitstorms?

Klassische Medien agieren häufig als Verstärker, indem sie digitale Empörungswellen aufgreifen, um die Reichweite der Berichterstattung und damit Auflage oder Quote zu erhöhen.

Wie lässt sich ein Shitstorm mit Google Trends analysieren?

Google Trends ermöglicht es, durch eine Schlagwortsuche nach der betroffenen Person das zeitliche Interesse und den genauen Höhepunkt einer öffentlichen Empörungswelle zu visualisieren.

Ist ein Shitstorm immer negativ zu bewerten?

Die Arbeit stellt zur Diskussion, ob Shitstorms lediglich destruktiv sind oder ob sie als Ausdruck einer lebhaften Demokratie auch gesellschaftlich relevante Debatten anstoßen können.

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Details

Title
Die Ruhe nach dem Shitstorm. Politik in Zeiten kollektiver Aufregung
College
University of Bonn
Grade
2,0
Author
Jens Janßen (Author)
Publication Year
2019
Pages
20
Catalog Number
V538260
ISBN (eBook)
9783346146601
ISBN (Book)
9783346146618
Language
German
Tags
ruhe shitstorm politik zeiten aufregung kultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Janßen (Author), 2019, Die Ruhe nach dem Shitstorm. Politik in Zeiten kollektiver Aufregung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538260
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