Companion Robots. Aspekte der Entwicklung sozialer Roboter


Hausarbeit, 2017

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Mögliche Gestaltungsarten von Companion Robots
2.1 Beispiel für eine mögliche Gestaltung: Jibo
2.2 Beispiel für eine mögliche Gestaltung: BUDDY
2.3 Beispiel für eine mögliche Gestaltung: Paro

3 Mensch-Maschine-Kommunikation durch menschliche Eigenschaften bei Companion Robots

4 Der Effekt des Uncanny Valley

4 Fazit und Ausblick

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„I need the feeling of civility in the house and I don't want to be alone. [...] If the robot could provide a civil environment, I would be happy to help produce the illusion that there is somebody really with me."

Roboter stellen in der heutigen Zeit Maschinen dar, die vom Menschen zur Erfüllung jeglicher Aufgaben programmiert werden. Sie dienen der Menschheit als ihr erschaffenes Werkzeug, sodass die menschliche Handlungsfähigkeit sowohl durch Funktionen wie Autonomie oder Bewegungsfähigkeit, als auch durch Verhaltensmerkmalen wie Intelligenz und Emotionen erweitert werden. Mit dem Begriff der sogenannten Companion-Technologie können wiederum Systeme beschrieben werden, die in der Lage sind, einen Nutzer kennenzulernen, sich auf ihn einzustellen und ihm somit bei der Bewältigung des täglichen Alltags zu unterstützen.1 2 Das Einsatzgebiet kann sich hierbei stark unterscheiden: Beispielsweise können Roboter im Haushalt eingesetzt werden, um etwa aufzuräumen oder die Pflanzen zu gießen. Darüber hinaus zeichnet die Companion Robots jedoch auch aus, dass sie dem Nutzer Gesellschaft leisten und sie deshalb mit ihm kommunizieren können.

Ein solcher Roboter wäre insbesondere für ältere oder körperlich eingeschränkte Menschen, die nicht selbstständig alle zuhause anfallenden Aufgaben erledigen können, von großem Nutzen. In Deutschland wird es beispielsweise im Jahr 2050 aufgrund des demografischen Wandels, im Vergleich zum Jahr 2010 nahezu doppelt so viele über 65-jährige geben.3 Deutlich wird hier, dass die Pflege und auch soziale Betreuung der Älteren aus Kostengründen zu erheblichen gesellschaftlichen Problemen führen kann. Besonders für diesen Bereich wären Companion Robotseine Lösungsmöglichkeit.

„Das ultimative Ziel bei der Entwicklung eines Robot Companion ist es also, einen

Roboter zu schaffen, der nicht nur helfen, sondern auch unterhalten und Gesellschaft leisten kann."4

Im Folgenden sollen Aspekte der Nutzung von Companion Robots betrachtet werden, um einen näheren Einblick in die Anforderungen, an die Entwicklung und auch den Einsatz solcher Roboter im Alltag zu geben. Hierzu sollen zunächst einige Gestaltungsanforderungen und auch -möglichkeiten aufgezeigt werden. Ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung von sozialen Robotern und somit auch der künstlichen Intelligenz ist ebenso die Beschäftigung mit der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Auch hier gilt es, die Anforderungen und eventuellen Schwierigkeiten zu beleuchten.

2 Mögliche Gestaltungsarten von Companion Robots

Damit ein Roboter im Alltag nützlich ist, muss er in der Lage sein, autonom Entscheidungen zu treffen und auf seine Umwelt reagieren zu können. Er muss zu jeder Zeit fähig sein, seine Verhaltensweisen anzupassen und ggf. umzulernen. Bei der Entwicklung solcher Roboter wird deshalb versucht, eine Entscheidungsfindung nicht nur aufgrund von Entscheidungs- und Lernalgorithmen zu treffen, sondern er sollte ähnlich wie der Mensch zwischen vorteilhaften und unvorteilhaften Entscheidungen unterscheiden können.

Eine weitere wichtige Voraussetzung für solche Roboter im privaten Bereich stellt auch eine möglichst einfache und intuitive Bedienung, ebenso wie eine natürlich und wenig technisch wirkende Ausstrahlung dar. Die Messinstrumente für die Aufgaben des Roboters müssen deshalb mobil am System mitgeführt werden können und dürfen zudem nicht zu aufdringlich sein. Um eine einfache Benutzung zu ermöglichen, sollte der Roboter ein für den Menschen nachvollziehbares Gesamtverhalten aufweisen. Je besser es gelingt, den Roboter mit solchen Verhaltensmustern auszustatten, die ein Benutzer auch von einem menschlichen Interaktionspartner erwarten würde, desto weniger Berührungsängste und Zweifel könnte er auch gegenüber solchen Systemen haben. 5 Ein wichtiger Faktor ist hierbei auch die Fähigkeit zum sozialen Lernen. Das Robotersystem muss Kommunikationsfähigkeiten besitzen, um z.B. auf Gesten und natürliche Sprache zu reagieren und eine Art Gedächtnis für Gesichter oder vorherige Gespräche anlegen können.

2.1 Beispiel für eine mögliche Gestaltung: Jibo

Ein Beispiel für einen Companion Robot stellt der 2015 als sozialer Roboter vermarktete und durch Crowdfunding finanzierte Jibo dar, der vermeintlich einer der weltweit ersten Familienroboter ist.6 Dieser ist zwar weniger dazu geeignet, das Wohnzimmer aufzuräumen, aber könnte z. B. Wohnzimmertechnik wie etwa ein Tablet ersetzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Jibo beim Erkennen einer leeren Tasse

Jibo bietet sowohl technische Funktionen wie etwa das Aufnehmen von Fotos von Videos, das Abrufen von Informationen aus dem Internet oder das Erinnern an Termine, als auch soziale Funktionen wie das Beantworten von Fragen oder Erzählen von Geschichten.7 Der Fokus der Entwicklung liegt auf dem kommunikativen Aspekt, da er nicht nur Sätze spricht, die sich im Speicher befinden, sondern beispielsweise zunächst auch nachfragt, ob er im Moment eventuell stört. Seine Sensoren können Nutzer an seinem Gesicht mittels zwei HD-Kameras und dessen Stimme aufgrund eines Raummikrofons erkennen. Die Ausdrucksfähigkeit des Roboters wird durch eine auf dem Bildschirm sichtbare, sich verformende Kugel zusätzlich visualisiert. Somit funktioniert er ähnlich wie ein Privatsekretär, der auch zur Familienunterhaltung genutzt werden kann. Die Funktionen zur Dienstleistung im gesamten Haus sind jedoch stark eingeschränkt, da dieses Modell sich nicht autonom frei im Raum bewegen kann.

2.2 Beispiel für eine mögliche Gestaltung: BUDDY

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 BUDDYs Verhalten wird durch ein comichaftes Gesicht visualisiert

Ebenfalls durch Crowdfunding finanziert wurde der Roboter BUDDY, der ähnliche Merkmale wie Jibo aufweist, sich im Gegensatz zu diesem jedoch im privaten Haushalt eigenständig bewegen kann. Um seine Umgebung wahrzunehmen, wurde dieser Roboter mit einer höheren Anzahl an Sensoren wie etwa einem Bodendetektor, Kameras, Ultraschall, Infrarot- und Wärmebild, Temperatur- und einem Entfernungsmessersensor ausgestattet.8 Auch dieser Companion Robot ist darauf ausgerichtet, die typischen Funktionen eines sozialen Roboters zu übernehmen: Das BUDDY­ System kann mit Kindern spielen, ältere Menschen betreuen, sie an ihre Medikamente erinnern, den Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern aufrecht erhalten und auch für die Sicherheit des Hauses durch Überwachung sorgen. Der Roboter könnte somit als Familienmitglied intergiert werden und die eigentlichen Funktionen von Kindermädchen, Haustier oderauch Überwachungssystem übernehmen.

2.3 Beispiel für eine mögliche Gestaltung: Paro

Ein erwähnenswerter sozialer Roboter stellt auch das aus Japan stammende, erfolgreiche Projekt Paro dar. Dieser Companion Robot hat die Gestalt einer 60 cm langen Kuscheltier­Robbe mit weißem Fell und reagiert durch Sensoren, Aktuatoren und einem lernenden Computersystem realitätsnah auf äußere Reize. Paro ist primär als ein emotionaler Roboter in der Demenz-Therapie entwickelt worden und wird deshalb hauptsächlich in Krankenhäusern sowie Pflege- und Altenheimen auch in Deutschland eingesetzt.9

Da sich gerade eine Tiertherapie bei der Behandlung verschiedener neurologischer und psychischer Krankheiten als positiv herausgestellt hat, der Einsatz von Tieren aus Sicherheits­oder Hygienegründen aber nicht immer möglich ist, stellt Paro eine Möglichkeit dar, eine solche Therapie dennoch durchführen zu können. Der Roboter wurde zu diesem Zweck mit Sensoren ausgestattet, die auf Licht, Akustik, Berührungen, Temperatur oder auch auf die Position der Robbe reagieren. Hierdurch ist beispielsweise intensive Interaktion in Kombination mit gespeicherten Stimmbildern eine Wiedererkennung bei Annäherung von bereits bekannten Personen und eine darauffolgende positive Reaktion des Roboters möglich.10

Abb. 3 Paro unterscheidet unter anderem zwischen verschiedenen Intensitäten von Berührungen

3 Mensch-Maschine-Kommunikation durch menschliche

Eigenschaften bei Companion Robots Die vorher betrachteten Funktionen der unterschiedlichen Companion Robots als Integration des Roboters als Familienmitglied oder auch die emotionale Bindung an die Robbe Paro haben verdeutlicht, dass Menschen mit der Maschine bereits auf einer emotionalen Ebene interagieren können. Ein bekanntes Beispiel für eine emotionale Bindung zu einem technischen System ist auch die Bindung, die Jugendliche zu einem Tamagotchi11 aufbauen. Diese und weitere Beispiele konnten zeigen, dass bereits simple Gefühlsregungen ausreichen, um eine emotionale Bindung dem Roboter gegenüber zu erzeugen.12

[...]


1 Zitat Female graduate student of Sherry Turke (2010): In good company? On threshold of robotic companions. In: Wilks, Y. (Hg.): Close Engagements with Artificial Companions. Key social, psychological, ethical and design issues. S. 3.

2 Vgl. Bielenberg, K. (2014): Companion Technologie und Emotionserkennung. S. 1.

3 Vgl. statista (2010): Prognostizierte Entwicklung der Altersstruktur in Deutschland von 2010 bis 2050 (in Millionen Einwohner}. URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163252/umfrage/prognose-der- altersstruktur-in-deutschland-bis-2050/ Zugriff 30.01.2017.

4 Zitat Kleinehagenbrock, M. (2004): Interaktive Verhaltenssteuerung für Robot Companions. S.5.

5 Vgl. ebd. S.3.

6 Vgl. Spiegel-Online (2014): Crowdfunding-Erfolg. Ein Wohnzimmer-Roboter für 500 Dollar. URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/jibo-haushalts-roboter-des-mit-kostet-500-dollar-a-981566.html Zugriff30.01.17

7 Vgl. J/bo-Website, URL: https://www.jibo.com/Zugriff30.01.17

8 Vgl. bluefrogrobotics URL: http://www.bluefrogrobotics.com/en/buddy/Zugriff30.01.17

9 Vgl. Alzheimer Forschung Initivative e.V. URL: https://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer- krankheit/aktuelles.htm?showid=3288 Zugriff 30.01.17

10 Vgl. Alzheimer Forschung Initivative e.V. (2011). URL: https://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer- krankheit/aktuelles.htm?showid=3288 Zugriff 30.01.17

11 Tamagotchi ist ein in den 1990er Jahren beliebtes, aus Japan stammendes Elektronikspielzeug, bei dem es ein virtuelles Haustier zu betreuen gilt.

12 Vgl. Bielenberg, K. (2014): Companion Technologie und Emotionserkennung. S. 5.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Companion Robots. Aspekte der Entwicklung sozialer Roboter
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Veranstaltung
Künstliche Körper
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V538282
ISBN (eBook)
9783346153739
ISBN (Buch)
9783346153746
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Robot, Robotic, Medien, Kommunikation, Technologie, Technology, Virtual, Emotion, Mensch, Maschine, Interatkion, Gesellschaft, KI, künstliche Intelligenz, System, Social, Robots, Computer, Uncanny Valley, humanoid
Arbeit zitieren
Nora Klutzny (Autor), 2017, Companion Robots. Aspekte der Entwicklung sozialer Roboter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538282

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