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Passage als Interaktion. Zwischenmenschliche Sehnsucht nach sensus infinitus bei Walter Benjamin

Title: Passage als Interaktion. Zwischenmenschliche Sehnsucht nach sensus infinitus bei Walter Benjamin

Academic Paper , 2018 , 7 Pages , Grade: Bestanden

Autor:in: Sarah Dietrich (Author)

Literature - General
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Die folgende Arbeit untersucht das Phänomen des sensus infinitus im Passagenwerk von Walter Benjamin. Genauer will diese Arbeit, ausgehend von einem literarisch-analysierenden Ansatz, hervorheben, dass Benjamin die Wissenschaft sucht, um das Zwischenmenschliche näher in den Vordergrund zu rücken.

Das Passagenwerk von Walter Benjamin scheint keine empirische (Literatur-) Wissenschaft zu betreiben, dafür ist es zu sehr ein sammelndes Werk. Vielmehr gleicht es der Arbeit eines Ethnologen. Auch scheint es sich nicht in einem bestimmten Kanon einzugliedern zu wollen, da es mehrere Textsorten aufweist. Benjamins Methode ist vielschichtig. Das Zwischenmenschliche scheint bei ihm mehr als bloße Notwendigkeit des menschlichen Daseins zu sein. Es scheint auch als beschreibt und bewohnt Benjamin seinen eigenen Traum, dessen Funktion und Sinn er damit herauszufinden versucht der Literatur einen möglicherweise höheren Stellenwert als die Moral (Philosophie) einzuräumen. Dies soll im Folgenden untersucht werden im Hinblick auf die Funktion der Passagen im Traum.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Passage als „l'interaction interpersonelle“ am Beispiel des Flaneurs Walter Benjamin in Paris.

2. Das Passagenwerk als Reklame für die Pariser Passagen.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Walter Benjamins "Passagen-Werk" unter dem Fokus einer zwischenmenschlichen Interaktion. Dabei wird analysiert, wie Benjamin den Flaneur als Beobachter und Akteur in der städtischen Umgebung von Paris konzeptualisiert und welche Rolle der Traum sowie der "sensus infinitus" als Ausdruck zwischenmenschlicher Verbundenheit dabei spielen.

  • Die Rolle des Flaneurs in den Pariser Passagen.
  • Die Passagen als Räume zwischen Traum, Realität und zwischenmenschlicher Begegnung.
  • Kritik am Weltmarkt und die Bedeutung des Tauschwerts in Benjamins Denken.
  • Die Analogie zwischen der Passage und dem sakralen Raum der Barockkirche.
  • Das Konzept des "sensus infinitus" als Paradigmenwechsel in der zwischenmenschlichen Beziehung.

Auszug aus dem Buch

Passage als „l'interaction interpersonelle“

Setzen wir nun, die von Benjamin hervorgehobenen Pariser Passagen, die als ' Passage de la Vie ' (G: Seite 11) Raum für Bewegungsmechanismen zur Verfügung stellen, dann wird der Anteil des Passanten, an der Gesamtkonstellation Raum-Zeit deutlich: Der Passant, der als Flaneur durch die Passage (de la vie) flaniert, weitet diese durch 'Dekonstrukiton des Raum-Zeit-Gebildes aus. Passagen als reversibel anzusehen, wird wohl am deutlichsten zu einem Sybillinischen Rätsel im Charakter des Flaneurs, der versucht zwischen Müßiggang und gezeichneten Vorurteilen seiner Langeweile Herr zu werden (P: S. 540,Bd.1).

Dennoch schreibt Benjamin ihm „leiseAllwissenheit“ (F: Seite 196) zu. Für Benjamin - als ein Flaneur der Pariser Passagen - sind die Passagen, mehr als ausgeweitete Korridore, die für eine Zeit Waren zum Verkauf anbieten. Er sieht in ihnen Lebendiges, daß heißt Bewegendes, eine Ortschaft für zwischenmenschliche Begegnung, die in sich kontinuierlich ist, weil die Kommunikation so zufällig ist, der Flaneur scheint das zu wissen und zu begrüßen.

Die Passage hat eine Analogie mit der Barockkirche, wie Benjamin schreibt (P: Seite 222, Bd.1). Kirche ist überall, wenn wir sie als ein weiterer Ort für zwischenmenschliche Begegnung, die fortdauert ansehen, und dort, wo Deckengemälde den Gedanken des Ewigen sich bergen (P: Seite 222, Bd.1), wenn wir sie als eine für Menschen gemachte Heiligenstätte wahrnehmen. Der sakrale Charakter des Lebens, wie er einem in der Kirche deutlich bewußt wird, greift auch die Passage als Verbindungsgang auf, (G: Seite 11) wie das Kirchenschiff bei Benjamin (P: Seite 222, Bd.1). Wieder wird der Zwischenmenschliche Charakter deutlich. Der Wunsch nach Begegnung, weist die Passagen als Leben aus, daß immer irreversibel bleibt.Es scheint, als habe der Flaneur genug Wert-Kapital um sich ein ständiges 'Kaufen' und 'Verkaufen' leisten zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

Passage als „l'interaction interpersonelle“ am Beispiel des Flaneurs Walter Benjamin in Paris.: Dieses Kapitel führt in die methodische Herangehensweise an Benjamins "Passagen-Werk" ein und beleuchtet die Rolle des Flaneurs als zentrales Subjekt in den Pariser Passagen.

Das Passagenwerk als Reklame für die Pariser Passagen.: Hier wird die Verknüpfung von Warenwelt, Traum und der Möglichkeit zwischenmenschlicher Begegnungen im urbanen Raum detailliert untersucht.

Schlüsselwörter

Walter Benjamin, Passagen-Werk, Flaneur, Paris, Zwischenmenschlichkeit, Tauschwert, Traum, sensus infinitus, Raum-Zeit-Gebilde, Dekonstruktion, Passant, Warenwelt, Kommunikation, Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Walter Benjamins "Passagen-Werk" unter dem Aspekt, wie der städtische Raum von Paris als Ort der zwischenmenschlichen Begegnung und als Projektionsfläche für Träume fungiert.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentral sind die Figur des Flaneurs, die soziologische Bedeutung der Passagen, die Warenwelt und das Konzept einer tieferen zwischenmenschlichen Verbindung, die Benjamin als "sensus infinitus" bezeichnet.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Benjamin mittels seines literarisch-analysierenden Ansatzes das Zwischenmenschliche in den Fokus rückt und das Passagenwerk über eine rein empirische Analyse hinaushebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird hierbei angewendet?

Die Arbeit nutzt einen literarisch-analysierenden Ansatz, der ethnologische Beobachtungsmethoden mit philosophischen Interpretationen von Benjamins Texten verknüpft.

Welche Inhalte werden im Hauptteil explizit behandelt?

Behandelt werden die räumliche Konstruktion der Passage, die Rolle des Flaneurs als virtuoser Beobachter sowie die Analogie zwischen Passagen und sakralen Räumen wie der Barockkirche.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die zentralen Charakteristika sind durch die Begriffe Flaneur, Passage, Traum, Zwischenmenschlichkeit und Tauschwert definiert.

Inwiefern vergleicht der Autor die Passage mit einer Barockkirche?

Der Autor greift Benjamins Analogie auf, wonach die Passage wie das Kirchenschiff als ein Ort für fortdauernde zwischenmenschliche Begegnung wahrgenommen werden kann, der eine sakrale Dimension im Alltag entfaltet.

Was bedeutet der Begriff "sensus infinitus" im Kontext der Arbeit?

Der Begriff steht für ein unbestimmtes Gefühl der Verbundenheit, das als Gegenentwurf zur rein ökonomischen Warenwelt fungiert und eine Form von universeller Liebe oder Agape andeutet.

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Details

Title
Passage als Interaktion. Zwischenmenschliche Sehnsucht nach sensus infinitus bei Walter Benjamin
College
LMU Munich
Grade
Bestanden
Author
Sarah Dietrich (Author)
Publication Year
2018
Pages
7
Catalog Number
V538507
ISBN (eBook)
9783346161369
Language
German
Tags
Walter Benjamin Passagen-Werk Flaneur Einfühlung in die Ware Tauschwert Traum Passage als Zwischenmenschlicher Durchgang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Dietrich (Author), 2018, Passage als Interaktion. Zwischenmenschliche Sehnsucht nach sensus infinitus bei Walter Benjamin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538507
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