Im Folgenden wird eine Unterrichtssituation aus dem Praxissemester in einer 5. Klasse beschrieben, in welcher ein Schüler sich der gestellten Aufgabe verweigert. Nach einem kurzen Gespräch und einem individuellen Aufgabenziel erarbeitet der Schüler die Aufgabe doch. Dennoch verliert er viel Zeit durch seine Diskussion.
Im Hinblick auf diese Situation kommen Überlegungen auf, inwiefern Lernumgebungen individualisierter, kooperativer und motivationsfördernder gestaltet werden können. Gleichzeitig sollte beachtet werden, warum es zu dem Verhalten des Schülers kommt und welche Ursachen dafür möglicherweise zugrunde liegen. Ein Aspekt ist an dieser Stelle die Diagnose und Förderung von Begabungen und Interessen. Sofern in Bezug auf diesen Aspekt etwas bekannt wird oder ist, ist es besser möglich betroffene Schülerinnen und Schüler zu fordern und zu fördern und ihnen geeignete Lernumgebungen zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Falldarstellung
2.1 Auffälligkeiten in der Falldarstellung
2.2 Relevanz für den Unterricht
3. Einordnung als Unterrichtsstörung
3.1 Auszeiten
3.2 Ursachen
4. Motivation von Schülerinnen und Schülern
5. Lernumgebung
6. Gestaltung der Lernumgebung
6.1 Sandwich-Prinzip
6.2 Individualisierte und differenzierte Lernumgebung
7. Begabungen und Interessen
7.1 Diagnose und Förderung von Begabungen
7.2 Diagnose und Förderung von Interessen
8. Konsequenzen für zukünftige Rolle als Lehrkraft
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer konkreten Unterrichtssituation aus dem Praxissemester, inwiefern der Zeitpunkt von Arbeitsaufträgen innerhalb einer Lernumgebung die Motivation und das Interesse von Schülerinnen und Schülern beeinflusst. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie individualisierte und motivationsfördernde Lernumgebungen zur Bewältigung von Unterrichtsstörungen beitragen können.
- Analyse von Unterrichtsstörungen und Vermeidungsverhalten
- Theorien zur intrinsischen und extrinsischen Motivation
- Bedeutung der Lernumgebung für heterogene Lerngruppen
- Methoden der Differenzierung im Unterricht
- Diagnose und Förderung von Begabungen und Interessen
Auszug aus dem Buch
3.2 Ursachen
Ursächlich können in dieser Situation verschiedene Faktoren sein. Am offensichtlichsten erscheint der Zeitpunkt, da es, wie bereits erwähnt, unmittelbar vor den Sommerferien ist, kurz nach der letzten Klassenarbeit und außerdem sehr warm im Klassenzimmer. Ferner sitzt der Schüler inmitten des Klassenzimmers und erhält dadurch eine Weitsicht über seine Mitschüler und wird dadurch möglicherweise motiviert mit seinen Störungen fortzufahren. Zuvor sind andere Sitzordnungen mit jenem Schüler ausprobiert worden. So saß er zuvor allein in der ersten Reihe, dann allein in der Mitte der Sitzordnung und zum Zeitpunkt der Durchführung mit einem Jungen gemeinsam am Tisch, der sich mittig in der Sitzordnung befindet. Die Gruppeneinteilung, für die am Tag zuvor erledigte Aufgabe geschieht nach dem Ordnungs- und Zufallsprinzip, so dass die SuS in einer Gruppe sind, die nebeneinandersitzen, jedoch keine Rücksicht auf Freunde innerhalb der Klassengemeinschaft genommen wird, um die Konzentration nicht zu gefährden.
Es gilt zu beachten, dass es für Unterrichtsstörungen wie bei dem beschriebenen Schüler „keine monokausalen Erklärungen gibt“ (Egle 2010: 57). Anhand der Situation und dem beschriebenen Zeitpunkt liegt es nahe, dass es sich hier um ein Vermeidungsverhalten des Schülers handelt. Einerseits ist der Schüler nicht motiviert nun nach der geschriebenen Klassenarbeit weiterzuarbeiten, andererseits ist die Klassenarbeit für ihn möglicherweise nicht zufriedenstellend verlaufen, so dass er nun verunsichert ist und durch die Vermeidung der Aufgabe von seiner Unsicherheit ablenken möchte (Vgl. Egle 2010: 57). Eine mögliche Botschaft in dieser Störung ist, dass die Methode gewechselt werden sollte, da diese den Schüler offenkundig zu sehr beengt oder langweilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz des Praxissemesters für die eigene professionelle Entwicklung und führt in die unterrichtliche Problemstellung ein.
2. Falldarstellung: Hier wird eine konkrete Unterrichtsstörung durch einen Schüler während einer Arbeitsphase beschrieben und im Kontext des schwierigen Zeitpunkts (kurz vor den Sommerferien) analysiert.
3. Einordnung als Unterrichtsstörung: Dieses Kapitel untersucht die Störung theoretisch, diskutiert Interventionsmöglichkeiten wie „Auszeiten“ und beleuchtet mögliche Ursachen für das Verhalten.
4. Motivation von Schülerinnen und Schülern: Hier werden psychologische Motivationstheorien auf die konkrete Unterrichtssituation angewendet, um die fehlende Lernbereitschaft des Schülers zu erklären.
5. Lernumgebung: Dieses Kapitel definiert Lernumgebung als vielschichtigen Begriff und betont die Bedeutung einer ansprechenden und funktionalen Gestaltung für heterogene Gruppen.
6. Gestaltung der Lernumgebung: Hier werden schulische Rahmenbedingungen wie das Sandwich-Prinzip sowie Strategien der Individualisierung und Differenzierung detailliert dargestellt.
7. Begabungen und Interessen: Dieses Kapitel analysiert Möglichkeiten der Diagnose und Förderung individueller Potenziale und Interessen, um intrinsische Motivation zu steigern.
8. Konsequenzen für zukünftige Rolle als Lehrkraft: Der Autor reflektiert das eigene Handeln und zieht Schlüsse für eine zukünftige, professionellere und objektivere Rolle als Lehrperson.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt den großen Einfluss des zeitlichen Rahmens und der methodischen Gestaltung auf die Motivation von Lernenden.
Schlüsselwörter
Unterrichtsstörung, Arbeitsverweigerung, Lernumgebung, Motivation, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Individualisierung, Differenzierung, Heterogenität, Schülermotivation, Begabungsförderung, Interessen, Praxissemester, Unterrichtsqualität, Lehrkraftrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert eine Unterrichtsstörung durch einen Schüler, der sich während einer Arbeitsphase verweigert, und untersucht, wie der Zeitpunkt der Aufgabe sowie die Gestaltung der Lernumgebung dieses Verhalten beeinflusst haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Motivationstheorien, die Gestaltung effektiver Lernumgebungen, der Umgang mit Heterogenität im Klassenzimmer sowie Diagnose- und Fördermöglichkeiten für Begabungen und Interessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, auf Basis einer konkreten Falldarstellung zu klären, inwiefern der Zeitpunkt von Arbeitsaufträgen innerhalb einer Lernumgebung die Motivation und das Interesse der Schülerinnen und Schüler beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fallorientierten Reflexion und Analyse einer selbst erlebten Unterrichtssituation aus dem Praxissemester, die durch theoretische Konzepte und Literatur gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Fallanalyse, die theoretische Einordnung von Unterrichtsstörungen, die Auseinandersetzung mit Motivationsfaktoren sowie eine tiefgehende Diskussion über Lernumgebungen und Möglichkeiten zur individuellen Begabungs- und Interessenförderung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Unterrichtsstörung, Arbeitsverweigerung, Lernumgebung, Motivation, Individualisierung, Differenzierung und die reflektierte Lehrerrolle.
Welche Rolle spielte der Zeitpunkt der Unterrichtsstunde für den Fall?
Der Zeitpunkt kurz vor den Sommerferien und direkt nach einer Klassenarbeit wirkte sich laut Analyse demotivierend aus, da für die Schüler das Ziel des Unterrichts nicht mehr klar erkennbar war.
Warum war der Schüler aus dem Fallbeispiel eine besondere Herausforderung?
Er verweigerte aktiv die Arbeit und versuchte, auch Mitschüler durch Ablenkungsmanöver zur Arbeitsverweigerung zu bewegen, was die Dynamik der gesamten Klasse negativ beeinflusste.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2019, Inwiefern wirkt sich der Zeitpunkt von Arbeitsaufträgen innerhalb einer Lernumgebung auf die Motivation und das Interesse von SchülerInnen aus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538621