Wissenschaftliche Psychologie, Alltagspsychologie, Soziale Ungleichheit und Plazeboeffekt

Begrifflichkeiten sozialwissenschaftlicher Grundlagen im Gesundheitsmanagement


Einsendeaufgabe, 2019

23 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Aufgabe A1
1.1 Alltagspsychologie
1.2 Wissenschaftliche Psychologie
1.3 Alltagspsychologie und wissenschaftliche Psychologie im Vergleich
1.4 Empirische Untersuchung von Alltagsphänomenen mittels Psychologie

2 Alternative A2
2.1 Soziale Ungleichheit
2.2 Historische Entwicklung der sozialen Ungleichheit
2.3 Soziale Ungleichheit in Deutschland
2.3.1 Demographischer Wandel in Deutschland
2.3.2 Soziale Ungleichheit der Einwanderungsbevölkerung
2.3.3 Auswirkung von osteuropäischen Arbeitskräften auf den deutschen

Arbeitsmarkt

3 Alternative A3
3.1 Der Plazeboeffekt
3.2 Ethnische Aspekte bei der Gabe von Placebo
3.3 Der Placeboeffekt im Arbeits- und Berufsalltag

Literatur-/ Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Ausländische Bevölkerung in Deutschland von 1970-2010

Abbildung 2 Arbeitslosigkeit in Deutschland im Verlauf

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Unterschiede zwischen Alltagspsychologie und wissenschaftlicher Psychologie

1 Aufgabe A1

1.1 Alltagspsychologie

Die Alltagspsychologie befasst sich mit dem Erleben und Verhalten der Menschen unter den alltäglichen Bedingungen. Sie gibt nicht nur Erklärungen für das eigene Verhalten, sondern auch für das Verhalten Anderer und entwickelt Annahmen darüber, wie sich ein Mensch in Zukunft verhalten wird. Alltagspsychologie entsteht aufgrund von Bauchgefühlen oder Vorstellungen, das heißt sie wird rein spekulativ erstellt, ohne dass sie vorher einer Prüfung standhalten musste.

Sie beruht demnach auf Intuition und Erfahrungen oder wird sozialisiert bzw. erlernt, indem man sie sich selbst oder durch Dritte aneignet.

In diesem Zusammenhang sind auch die Alltagsmythen zu nennen, auf denen sich die Alltagspsychologie aufbaut. Alltagsmythen haben sich über Generationen durchgesetzt und sind Vorstellungen einer Gesellschaft, welche sehr unterschiedlich sein können wie die Beispiele „Gleich und gleich gesellt sich gern“ und „Gegensätze ziehen sich an“ zeigen.

Prinzipiell gilt, dass Alltagspsychologie rein subjektiv ist, da das Wissen auf eigenen oder fremden Erfahrungen beruht und das sie nicht systematisch ist, d.h. mithilfe eines empirischen Forschungsprozesses, überprüft und erfasst wird.

Das Finden von Erklärungen für spezielles Verhalten und die Vorhersage von bestimmten Verhaltensweisen dienen dazu, im täglichen Leben Orientierung zu schaffen um sich darin besser zurecht zu finden und sein eigenes Vorgehen zu planen.

Zusammenfassend kann man die Alltagspsychologie als ein System, dass auf kulturell tradierter Überzeugungen beruht definieren, welche zur Beschreibung, Erklärung und Vorhersage des menschlichen Erlebens und Verhaltens von Mitmenschen und von uns selbst angewendet werden1.

1.2 Wissenschaftliche Psychologie

Die wissenschaftliche Psychologie besteht aus zwei Teilen. Das ist zum einen die Psychologie die sich auch den altgriechischen Wörtern „Psyche“ (Seele) und „logos“ (Kunde) zusammensetzt und die Wissenschaft. Die Psychologie ist die Lehre vom Erleben und Verhalten des Menschen und kann „als die wissenschaftliche Untersuchung des Verhaltens von Individuen und ihren mentalen Prozessen“2 definiert werden.

Zentral bei der wissenschaftlichen Psychologie ist die Wissenschaft. Das heißt Schlussfolgerungen basieren immer auf empirisch gewonnen Daten. Man trifft rein objektive Aussagen über das Erleben und Verhalten. Diese Aussagen sind systematisch mithilfe wissenschaftlich anerkannter Methoden erfasst worden. Ziel der wissenschaftlichen Psychologie ist das Erklären, Beschreiben, Vorhersagen treffen und Erkennen von Veränderungen von Erleben und Verhalten.

1.3 Alltagspsychologie und wissenschaftliche Psychologie im Vergleich

Während die Alltagspsychologie eher auf der Gefühlsebene agiert und verallgemeinerte Aussagen beinhaltet, beruht die wissenschaftliche Psychologie auf überprüfbaren Tatsachen, welche allgemeingültig sind.

Die Alltagspsychologie trifft rein intuitive Aussagen, welche nicht geprüft werden und subjektiv sind. Sie dient dazu das alltägliche Leben zu erleichtern.

Die wissenschaftliche Psychologie dagegen knüpft an der Alltagspsychologie an und überprüft Alltagstheorien auf ihre Allgemeingültigkeit. Sie wird in vielen verschiedenen Bereichen gezielt angewandt wie etwa in der Pädagogik, der Politik, in der Forensik oder im Klinischen Bereich.

Folgende Tabelle stellt die Alltagspsychologie und die wissenschaftliche Psychologie gegenüber:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 Unterschiede zwischen Alltagspsychologie und wissenschaftlicher Psychologie

(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Prof. Dr. Arenberg, P.: 2015, S. 15, Tabelle 1)

1.4 Empirische Untersuchung von Alltagsphänomenen mittels Psychologie

Um ein Alltagsphänomen zu Untersuchen gibt es zwei verschiedene Methoden, die vorgeben wie untersucht wird. Es gibt die qualitative Forschung, die allgemein dem Verstehen dient und die quantitative Forschung, welche dem Erklären dient.

Die qualitative Forschung oder auch explorative Forschung genannt, ist ein weiches Verfahren, welches angewandt wird, wenn es noch keine oder nur sehr wenige Forschungsergebnisse zu einem bestimmten Gebiet gibt. Ziel dieser Forschung ist es, erste Erkenntnisse auf einem neuen Feld zu gewinnen. Es handelt sich dabei um eine Exploration eines ausgewählten Gegenstandsbereiches, wodurch Formen der standardisierten Befragung oder Beobachtung nicht anwendbar sind, da zur Erstellung eines Untersuchungsbogens die Beschreibungskategorien bereits bekannt sein müssten.3 Ein nicht standardisiertes Interview, eine freie Beobachtung, eine

Gruppendiskussion, Einzelfallstudie oder Dokumentenanalyse dienen hier als geeignete Methodenwahl.4

Für die Datenerhebung wird eine kleine Stichprobe gewählt.

Die Wissenschaftler orientieren sich bei ihren Forschungen an Individuen und führen auf Grund dessen meist Einzelfallstudien durch. Anhand der Ergebnisse können dann erste Ideen für eine Theorieentwicklung entstehen.

Grundlage für die quantitative Forschung sind Hypothesen, die geprüft werden müssen.5 Dazu werden standardisierte Verfahren verwendet. Besonders gut geeignet sind dafür standardisierte Befragungen, das Experiment oder Beobachtungen. Außerdem wählt man hier eine große Stichprobe, um ein möglichst repräsentatives Ergebnis zu erzielen. Bei der anschließenden Auswertung der gesammelten Daten kommen häufig mathematisch-statistische Verfahren zum Einsatz.6

In der Psychologie wird die quantitative Forschung bevorzugt, aber auch ein Methodenmix, eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Verfahren, setzt sich immer mehr durch. Dieser Methodenmix ist auch als Mixed Method Research oder Multimethoden-Ansatz bekannt.

Um die Herangehensweise zur Untersuchung eines Alltagsphänomens darzustellen ziehen wir folgendes Beispiel heran:

Herr Kaiser ist auf den Weg nach Hause, welcher über die Autobahn führt. Heute verzögert sich allerdings die Fahrt durch einen 2 Km langen Stau. Herr Kaiser hat es sehr eilig und unternimmt daher einen stetigen Wechsel auf die Spur, die momentan einen zügigeren Verkehr anbietet, denn dort wo man schneller fahren kann, muss man auch schneller vorankommen.

Am Anfang der Untersuchung steht zunächst die Formulierung der Fragestellung, die verdeutlicht, was unser Forschungsziel ist.

Im Beispiel wäre es die Frage: „Führt ein ständiger Spurenwechsel im Stau zu einem zügigeren Vorankommen?“

Ist die Frage formuliert geht es zu den theoretischen Annahmen. Wir prüfen, ob es bereits theoretische und methodische Grundlagen gibt, an denen wir anknüpfen können. Gibt es bereits Berechnungen, Statistiken oder Überlegungen wie es sich auf die Ankunftszeit auswirkt, wenn man verschiedene Fahrverhalten aufweist und wenn ja wie nützlich sind diese Quellen für meine eigene Fragestellung. Stimmt der Zusammenhang zwischen dem Verhalten und der Ankunftszeit oder gibt es noch andere Faktoren, die berücksichtigt werden müssen.

Nach der Recherche wird dann die Hypothese gebildet: Ein ständiger Spurenwechsel im Stau führt zu einem zügigeren Vorankommen.

Nun folgt die Datenerhebung, die mittels verschiedener Methoden erfolgen kann. Dies kann beispielsweise eine mündliche oder schriftliche Befragung, eine Beobachtung oder ein Experiment sein.

Für unser Beispiel wählen wir ein Experiment. Vorab können mathematische Berechnungen zu der Ankunftszeit erstellt werden die anhand eines Experiments geprüft und gestützt werden. Für das Experiment wird eine künstliche Situation mit den gleichen Bedingungen erzeugt und man misst mit einer Stoppuhr die Zeit, die benötigt wird, wenn man auf einer Spur bleibt und die Zeit die gebraucht wird, wenn man die Spuren wechselt.

Um ein reliables Ergebnis zu erhalten wiederholen wir den Test einige Male und errechnen einen Mittelwert.

Da jetzt alle Daten gesammelt wurden, kann die Hypothese geprüft werden. Dazu vergleichen wir die gemessenen Zeiten miteinander und stellen fest, dass beide Fahrverhalten zu den selben Ergebnissen führen und unsere Hypothese damit falsifiziert wurde.

Aufgenommene Daten können eine Hypothese, sofern diese bestätigt wurde, auch verifizieren.

Anschließend folgt eine Diskussion der Ergebnisse und des Versuchsaufbaus und wir prüfen, ob anderen relevanten Faktoren einen Einfluss auf das Ergebnis haben.

In der Schlussfolgerung nehmen wir dann Stellung zu unserer Studie und ziehen ein Fazit aus unserer Arbeit.

[...]


1 Vgl. Asendorpf, J.B., Neyer, F. J., 2012, S. 2

2 Vgl. Prof. Dr. Arenberg, P.: 2015, S. 17 zit. nach Gerrig, R.J./ Zimbardo, P.G.:2008, S. 2

3 Vgl. Schreier, M.: 2002/2003, S. 50

4 Vgl. Baustein II.: Erhebungsmethoden, Uni Augsburg

5 Mietzels, G.: 2008, Quantitative Methoden wissenschaftlichen Arbeitens

6 Prof. Dr. Arenberg, P.: 2015, S. 19

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Wissenschaftliche Psychologie, Alltagspsychologie, Soziale Ungleichheit und Plazeboeffekt
Untertitel
Begrifflichkeiten sozialwissenschaftlicher Grundlagen im Gesundheitsmanagement
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
2,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V538653
ISBN (eBook)
9783346164285
ISBN (Buch)
9783346164292
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wissenschaftliche und Alltagspsychologie, soziale Ungleichheit, Plazeboeffekt, wissenscgaftliche Psychologie, Alltagspsychologie
Arbeit zitieren
Stephanie Krüger (Autor), 2019, Wissenschaftliche Psychologie, Alltagspsychologie, Soziale Ungleichheit und Plazeboeffekt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538653

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