In dieser Hausarbeit werde ich mich mit der Farbenkugel von Philipp Otto Runge auseinandersetzen.
Nachdem ich einen kurzen Einblick in Runges Biografie gewähre, werde ich mich der Geschichte der Farbenlehre widmen. Innerhalb dieses Rahmens ist es mir jedoch nicht möglich, die geschichtlichen Aspekte bis ins kleinste Detail zu verschriftlichen bzw. ausnahmslos jede Person zu nennen, die sich in der Vergangenheit und Gegenwart mit dem Phänomen 'Farbe' beschäftigt/e.
Anschließend thematisiere ich die Farbenkugel Runges und gliedere diesen Hauptabschnitt in mehrere Teile. Anfänglich werde ich die Farbenkugel als Ganzes und die Hintergedanken Runges beschreiben. Folglich widme ich mich den acht konstruierten Figuren, die die Entstehungsgeschichte der Farbenkugel nachvollziehbar machen. Daraufhin thematisiere ich den Zusammenhang zwischen dem "Farbglobus" und der Weltkugel. Abschließend möchte ich den Kontakt zwischen Runge und Goethe darstellen und ihre Farbenlehren vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Philipp Otto Runge
3. Geschichte der Farbenlehre
4. Die Farbenkugel
4.1 Allgemeines
4.2 Die acht Figuren
4.3 Farbenkugel und Weltkugel
5. Runge und Goethe
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich mit der Farbenkugel von Philipp Otto Runge auseinander, um deren Bedeutung als erstes vollständiges dreidimensionales Farbsystem im Kontext der frühromantischen Kunsttheorie zu untersuchen und Runges theoretischen Ansatz zu erläutern.
- Biografische Einordnung von Philipp Otto Runge
- Historische Entwicklung von Farbordnungssystemen
- Struktur und Konstruktion der acht Figuren der Farbenkugel
- Vergleich der Farblehren von Philipp Otto Runge und Johann Wolfgang von Goethe
Auszug aus dem Buch
4.2 Die acht Figuren
Die erste Figur umfasst ein gleichseitiges Dreieck, dessen Eckpunkte mit Großbuchstaben bezeichnet wurden. Die Bezeichnungen stehen für die Grund- und Primärfarben Blau, Gelb, Rot (B, G, R). Sie sind nicht weiter reduzierbare Einheiten. Da das Verhältnis der drei Farben zueinander gleich ist, haben sie auch den gleichen Abstand zueinander.
Aus dieser Figur heraus entwickelt er eine zweite. Jene bezieht die Misch- bzw. Sekundärfarben mit ein. Auf der Strecke zwischen jeweils zwei Primärfarben (BG, BR, GR) werden im Mittelpunkt die entsprechenden Bezeichnungen grün, violett und orange platziert. (vgl. Betthausen 1983, S.248)
„Dass diese Farben […] ausgeschrieben und als Adjektive entlang der Geraden vor Augen geführt werden, illustriert ihre besondere Beschaffenheit. Waren die isolierten „reinen Farben“ als nicht mehr zu reduzierende Einheiten gedacht, macht die Schreibweise der reinen Mischungen diese sofort als zusammengesetzte Mehrheiten deutlich.“ (Lange 2010, S.210)
Die darauffolgende Figur macht aus den vorherigen Adjektiven reine Mischungspunkte (Gr, V, O). Somit lassen sich Primär- und Sekundärfarben ein Stück weit besser vergleichen, wenngleich letzteres einen niedrigeren Rang einnimmt. Um diesen Vergleich zu verdeutlichen, werden Gr-V-O zu einem weiteren kleinen gestrichelten Dreieck verbunden. Das Neuartige in der dritten Figur ist hauptsächlich die farbliche Abstufung nach gelb (gelblich), rot (rötlich) oder blau (bläulich).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: In diesem Kapitel wird der Aufbau der Hausarbeit dargelegt, beginnend bei Runges Biografie über die historische Einordnung bis hin zur detaillierten Analyse der Farbenkugel und dem Vergleich mit Goethes Lehre.
2. Philipp Otto Runge: Es wird das Leben des frühromantischen Künstlers skizziert, wobei insbesondere sein Weg von der Kaufmannslehre zur künstlerischen Laufbahn und seine gesundheitliche Situation beleuchtet werden.
3. Geschichte der Farbenlehre: Dieses Kapitel gibt einen Abriss über die Farbforschung von der Antike bis zu den Zeitgenossen Runges, unter anderem Aristoteles, Leonardo da Vinci und Isaac Newton.
4. Die Farbenkugel: Das Kernkapitel beschreibt Runges dreidimensionales Farbsystem, unterteilt in die methodische Herleitung durch acht Figuren und die Analogie zur Weltkugel.
5. Runge und Goethe: Hier werden die Korrespondenz und der fachliche Austausch zwischen den beiden Männern analysiert sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren jeweiligen Farblehren herausgearbeitet.
6. Schlusswort: Das Fazit würdigt Runges wissenschaftliche Leistung und betont die dauerhafte Relevanz seines farbtheoretischen Modells für Kunst und Wissenschaft.
Schlüsselwörter
Philipp Otto Runge, Farbenkugel, Farblehre, Farbsystem, Dreidimensionalität, Primärfarben, Sekundärfarben, Johann Wolfgang von Goethe, Romantik, Farbmischung, Farbordnung, Farbwirkung, Indifferenzpunkt, Weltkugel, Farbtheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Farbenlehre von Philipp Otto Runge und stellt dessen wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Farbenkugel im Kontext der Kunsttheorie dar.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie Runges, der historischen Entwicklung von Farbsystemen, der konstruktiven Herleitung der Farbkugel und dem theoretischen Abgleich mit Johann Wolfgang von Goethe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entstehungsgeschichte und die Struktur von Runges Farbenkugel zu erläutern und ihre innovative Bedeutung als erstes vollständiges dreidimensionales Farbsystem zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die historische Quellen, Korrespondenzen und kunsttheoretische Fachliteratur auswertet, um Runges Systematik nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Farbenkugel, die methodische Herleitung über acht Figuren sowie eine vergleichende Betrachtung der Farbenlehren von Runge und Goethe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Farbenkugel, Philipp Otto Runge, Farbsystem, Dreidimensionalität und den Vergleich mit Goethe charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Weltkugel für das Modell von Runge?
Runge verwendet die Weltkugel als Metapher und geometrische Analogie, um die dreidimensionale Verteilung der Farben, die Pole und die klimatisch-geografische Anordnung auf sein Modell zu übertragen.
Warum unterscheidet Runge zwischen reinen Farben und Mischungen?
Für Runge bilden Weiß und Schwarz eine entgegengesetzte Klasse zu den Primärfarben, da sie als Finsternis und Licht die Reinheit und Klarheit der Farben beeinflussen.
Wie unterscheidet sich Runges Ansatz von dem Newtons?
Runge baut auf Newtons Erkenntnissen auf, erweitert diese jedoch zu einem komplexen, dreidimensionalen System, das explizit auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der malerischen Praxis ausgerichtet ist.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Philipp Otto Runges Farbenlehre. Zum Aspekt einer dreidimensionalen Farbtheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538719