Arm und Reich in der Global City New York. Schatten in der Stadt der Superlative


Facharbeit (Schule), 2020

16 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Entwicklung New Yorks zur Global City
2.1 Geschichte
2.2 Räumliche Gliederung
2.3 New York als Global City heute

3 Arm und Reich in New York
3.1 Soziale Struktur der Bevölkerung
3.1.1 Unterschicht
3.1.2 Mittelschicht
3.1.3 Oberschicht und oberste Oberschicht
3.2 Folgen der sozialen Disparitäten
3.2.1 Arbeitslosigkeit
3.2.2 Kriminalität

4 Maßnahmen gegen problematische, soziale Situation

5 Zukunft New York - eine Stadt mit Zukunft für alle?

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang

1 Einleitung

Die Sonnenseiten der Global City New York liegen auf der Hand: Geld, Vielfalt, Dichte, Kreativität. Das sind die vier Bausteine, die diese Stadt so besonders machen. New York ist unumstritten die Stadt der Superlative: Wolkenkratzer, teure Immobilien, exklusive Shoppingmeilen, Prunk, Luxus, Reichtum. Demgegenüber stehen die Schattenseiten; Armut, gesellschaftliche Diskrepanz, Obdachlosigkeit. Das sind nur einige der vielen Schattenseiten dieser Global City. Besonders in New York lässt sich die tiefe Kluft zwischen Arm und Reich gut beobachten. Die kleinere Gruppe der Reichen, deren Vermögen immer größere Ausmaße annimmt, entfernt sich mit zunehmender Geschwindigkeit von der restlichen armen Bevölkerung.

In der folgenden Arbeit beschäftige ich mich mit der zentralen Frage, wie die sozialen Unterschiede entstanden sind und wie diese in New York City auszumachen sind. Außerdem widme ich mich den daraus resultierenden Auswirkungen auf das Leben in New York City.

2 Entwicklung New Yorks zur Global City

2.1 Geschichte

Im Jahr 1524 wurde der Bereich des heutigen New Yorks von dem ersten Europäer entdeckt und 1626 wurde dort die Siedlung Nieuw Amsterdam gegründet. Nachdem im Jahr 1825 der Eriekanal fertiggestellt wurde, entwickelte sich New York City in kurzer Zeit zum wichtigsten Warenumschlagsplatz des ganzen Landes. Die Expansion der Stadt war jetzt nicht mehr aufzuhalten, immer mehr Menschen strömten in die Stadt und dadurch wurde der Wohnraum sehr schnell knapp. Wegen des Bevölkerungsdrucks begannen die Städteplaner mit dem Bau von mehrgeschossigen Häusern. Es folgten weitere Einwanderungswellen, die Industrialisierung, und es entstand zunehmend Wohnungsnot. Zwischen 1820 und 1860 wanderten Millionen Europäer über Ellis Island nach Amerika ein, die die Zusammensetzung der Stadt dramatisch veränderten und als minder bezahlte Arbeitskräfte dienten. New York entwickelte sich zunehmend zu einem „melting pot“ aus verschiedenen Kulturen und Nationalitäten. Gebildete Akademiker kamen nach der Revolution von 1848 als politische Flüchtlinge. Um die steigenden Bevölkerungszahlen besser kontrollieren zu können, bestimmte das Einwanderungsgesetz von 1924 ein neues Quotensystem, das bevorzugt Personen aus England und Deutschland das Recht zur Immigration verlieh. Nach 1969 kam es zu einem massiven Arbeitsplatzrückgang um ca. 50%1 in den Bereichen Produktion und Herstellung. New York und auch die gesamte USA, galt damals für Zuwanderer als ein Ort der Hoffnung und Zukunft. Sie wurden von positiven Perspektiven wie politischer und religiöser Freiheit, sowie von wirtschaftlichen Möglichkeiten getrieben.

2.2 Räumliche Gliederung

Zu der Kernstadt New York gehören die fünf Stadtteile, genannt Boroughs: Manhattan, Bronx, Queens, Brooklyn und Staten Island. Mit ca. 9 Millionen Einwohnern2 ist sie die bevölkerungsreichste Stadt der USA. Die einzelnen Bevölkerungsgruppen, beziehungsweise sozialen Schichten leben räumlich separiert und sind auf verschiedene Viertel aufgeteilt. Ihren sichtbaren Ausdruck finden die sozialen Disparitäten im räumlichen Nebeneinander der Hochhäuser, mit ihren glitzernden Glasfassaden einerseits sowie den Slums, Getthos und den ausgedehnten Wüstungsbrachen am Rande der Downtown, andererseits. Insofern kann man, im Falle New Yorks, von einer „sozial fragmentierten“ Stadt sprechen.

Der einkommensstärkste Stadtteil und auch der mit der größten Spanne zwischen Reich und Arm ist Manhattan, mit seinen Sozialvierteln in Harlem einerseits und seinen modernen Gebäuden auf der glanzvollen West Side andererseits. Manhattan hat vom ökonomischen Aufschwung nach 1976 mehr als die weiteren Stadtteile profitiert, welches zu Disparitäten in der Stadtentwicklung führte. Viele Menschen suchen ihr Glück in Manhattan, auch wenn es der teuerste Stadtteil New Yorks ist. Midtown Manhattan ist gezeichnet von gigantischen Wolkenkratzern, von denen die Mehrzahl Büros und Gewerbeflächen beherbergen. Die Wall Street in Manhattan ist das größte und gewichtigste Finanzzentrum der Welt. Aus dem Financial District wird das wirtschaftliche Geschehen bestimmt und geprägt. Die Immobilienpreise und Mieten sind hier immens kostspielig, ebenso die Lebenshaltungskosten. Auf der Upper East Side findet das kulturelle Leben, sowie das Wirken der einflussreichen und superreichen Personen statt.

Dem gegenüber mutierte die Bronx immer mehr zu einem sozialen Brennpunkt. Verbrechen wie Raubüberfälle, Autodiebstahl und organisierte Bandenkriminalität geschehen in einigen Bezirken der Bronx täglich. Heute befinden sich neben Mietshäusern und Sozialwohnungen auch Wohnviertel des Mittelstandes in der Bronx. Das Stadtbild der Bronx ist und wird weiterhin besonders durch Einwanderer geprägt, da die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu den anderen Boroughs relativ niedrig sind.

In Brooklyn existieren wohlhabende Stadtviertel und einfache Arbeiterviertel. Die Wirtschaftskraft Brooklyns zählt zu den unterdurchschnittlichen in den USA, und ist durch eine ungleichgewichtige Verteilung von Wohlstand gekennzeichnet.

Mehr als alle anderen Stadtteile ist die Bevölkerung von Queens sehr multikulturell geprägt. Das wird dadurch deutlich, dass die Bevölkerung von Queens insgesamt über 150 verschiedene Sprachen spricht und ca. die Hälfte3 außerhalb der USA geboren ist. In dem Stadtteil leben viele bekannte Musiker, Schauspieler, Sportler und Designer.

Hinsichtlich des Schiffbaus und der Erdölgewinnung war Staten Island von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Hier leben die reichen, gut ausgebildeten Bürger. Die meisten Einwohner des Stadtteils besitzen Autos und Eigenheime; in anderen Stadtteilen undenkbar und unerschwinglich.

2.3 New York als Global City heute

Global Cities sind bedeutende Konzentrationspunkte der Weltwirtschaft. Es sind nicht nur Städte mit internationaler Bedeutung, sondern vielmehr sich verselbstständigende Knotenpunkte der globalisierten Weltwirtschaft. Bedeutende Merkmale einer Global City sind einerseits der Standort internationaler Finanzzentren, multinationaler Unternehmen, großer Institute, bedeutender Industriezentren, sowie der Standort als Knotenpunkt internationaler Transportnetze.

New York ist eine Global City. Die Stadt ist ein klarer Gewinner des andauernden Globalisierungsprozesses. Heute haben viele große Unternehmen ihren Sitz in New York (bspw. Verizon, Pfizer, JPMorgan Chase u.v.a.). Dort befindet sich die größte Börse der Welt (NYSE). New York ist eines der weltweit größten Zentren für Finanzen, Handel, Kultur, Kunst und Tourismus. Weitere Global Cities sind beispielsweise London, Hong Kong und Sydney.

3 Arm und Reich in New York

3.1 Soziale Struktur der Bevölkerung

3.1.1 Unterschicht

In New York gibt es einen überdurchschnittlichen Anteil an Armut. Die armen, schlecht ausgebildeten Minoritäten konzentrieren sich besonders auf drei Stadtteile, die auch die wesentlichen sozialen Problemgebiete der Stadt sind: South Bronx, Harlem und das östliche Brooklyn. Über 22% aller Haushalte in New York City werden als arm eingestuft. In einer der reichsten Städte der Welt schlafen Nacht für Nacht 50.000 Menschen in einer Obdachlosenunterkunft4. 2,5 Millionen5 Menschen in New York haben Probleme ihre Grundbedürfnisse decken zu können. Das ist die Realität einer Stadt mit zwei Gesichtern. Jeden Monat schließen in New York zwischen 800 und 1000 Kleinunternehmer, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten können. Zudem sind 105.0006 Schulkinder in der Metropole obdachlos und suchen einen Ausweg in den Notunterkünften. Jeder fünfte7 New Yorker gilt offiziell als arm. Ein Großteil der armen Bevölkerung hat keinen Schulabschluss, nur sehr wenige mit Bachelor- Abschluss leben in Armut. Die staatliche Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie liegt bei $ 20,7808. Das Problem besteht darin, dass die Lohnerhöhungen nicht mit den steigenden Lebenshaltungskosten mithalten können. Viele Menschen sind obdachlos, andere haben eine Wohnung, die so kostenaufwändig ist, dass für das Essen kaum noch Budget vorhanden ist, denn in Manhattan kostet eine günstige Einzimmerwohnung rund 2.100 Dollar pro Monat9. Die Mieten steigen stetig, um der wachsenden Bevölkerung der Stadt und dem daraus resultierenden Mangel an bezahlbarem Wohnraum gerecht zu werden. Auch die Gentrifizierung in New York macht der Unterschicht zu schaffen. Dadurch, dass Stadtteile aufgewertet werden, erhöhen sich die Mietpreise und die ärmere Bevölkerung wird in äußere Stadtteile gedrängt. New York City ist sehr teuer und die Chancen für Menschen ohne Ausbildung und ohne Job sind aussichtslos.

3.1.2 Mittelschicht

Als Mittelschicht definiert man meistens die Haushalte mit einem jährlichen Einkommen von 42.000 bis 125.000 US-Dollar10. Die Mittelschicht leidet stark an der größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich, denn in der Global City gibt es zunehmend Billigjobs und hochqualifizierte Tätigkeiten. Die Anzahl der soliden „Normalo“-Jobs, beispielsweise im Produktions- und Herstellungssektor, schrumpft. Zudem gibt es kaum noch Jobs, für die ein Gehalt gezahlt wird, von dem man halbwegs anständig leben kann und die gleichzeitig Aufstiegschancen bieten. Zwar verfügen über 30 Prozent der Haushalte im Großraum New York über ein Einkommen von mehr als 100.000 Dollar im Jahr11, doch das Geld hat in der teuersten Stadt Amerikas nicht so viel Kaufkraft wie anderswo in den USA. Man zahlt zum Beispiel 121 Dollar für ein Monatsticket für den öffentlichen Nahverkehr12. Ausreichend Wohnraum für die Familie und der Besitz eines Autos gehören nicht zu den alltäglichen Standards in New York und sind auch für die Mittelschicht nur schwer zu erreichen. Diese Lebensumstände veranlassen viele Menschen dazu, die Stadt zu verlassen und dadurch schrumpft die Mittelschicht. Daraus geht hervor, dass sich mit dem Rückgang der Mittelschicht, die Kluft zwischen Arm und Reich in der Stadt vergrößert.

3.1.3 Oberschicht und oberste Oberschicht

New York bietet für die Superreichen den perfekten Ort um Geld auszugeben. Die Stadt zieht viele Anleger als Ort für Immobilieninvestitionen an. Die teuren Wohnungen werden von Hedge-Fonds-Managern aus dem In- und Ausland, russischen Oligarchen und chinesischen Bekleidungs- und Fluglinien-Unternehmern gekauft, aber meistens nicht bewohnt. In Manhattan befindet sich die teuerste Wohnimmobilie der USA für 238 Millionen Dollar13. Die teuren Immobilien werden von einer viel zu schnell viel zu reich gewordenen Generation aus aller Welt, die eine Zweitwohnung mit Blick auf den Central Park oder das Empire State Building sucht, gekauft. Die gutverdienende Bevölkerung in New York besteht überwiegend aus Weißen und Asiaten. Die Upper East Side in Manhattan ist das vornehmste Viertel der Stadt. Das geschäftliche und kulturelle Zentrum der Stadt ist Manhattan und gilt als Exklusivzone. Die hoch gebildeten und gutverdienenden Berufstätigen verdrängen zunehmend die soziale und ethnische Vielfalt von der Insel. Durch die Gentrifizierung, die Aufwertung von einkommensschwachen Bezirken, übernimmt die Oberschicht fortlaufend die ärmeren Viertel. Als Paradebeispiel gilt der Stadtteil Williamsburg. Dort ließen sich zuerst die Künstler, angezogen von den billigen Mieten, in einer heruntergewirtschafteten Umgebung nieder. Kurz darauf folgten die Studenten und schon bald war das Viertel so weit aufgewertet, dass den Bewohnern gekündigt wurde, die Gebäude saniert wurden, die Mieten drastisch erhöht wurden und die einkommensstärkere Bevölkerung Einzug erhielt.

[...]


1 Breit, Juliane. Die globale Stadt New York. Soziale und ethnische Segregation durch die global City? (2018)

2 URL: http://ec.europa.eu/eurostat/en/web/population-demography-migration-projections/statistics-illustrated

3 Krause, Michael. Die fünf Stadtteile von New York. URL: https://www.nyc-info.de/stadtteile/ (Abruf am: 15.03.20)

4 Ball, Stefanie. Schatten in der Stadt der Superreichen (2012). URL: https://www.welt.de/politik/ausland/article112146803/Schatten-in- der-Stadt-der-Superreichen.html (Abruf am: 09.03.20)

5 DeVaughn, David. (2018) URL: https://newyorkaktuell.nyc/armut-new-york/ (Abruf am: 20.03)

6 Dodt, Stefanie. URL: https://www.deutschlandfunk.de/metropole-der-ungleichheit-mehr-als-100-000-schulkinder- in.1773.de.html?dram:article id=442533

7 Ball, Stefanie

8 DeVaughn, David.

9 Lang, Eric. Leben und Arbeiten in New York. URL: https://www.newyorkcity.de/leben-und-arbeiten-in-new-york/ (Abruf am: 09.03.20)

10 https://www.handelszeitung.ch/konjunktur/die-usa-verlieren-ihre-mittelschicht-1083230 (Abruf am: 20.03)

11 URL: https://statisticalatlas.com/state/New-York/Household-Income/ (Abruf am: 12.03.20)

12 URL: https://www.businessinsider.de/karriere/arbeitsleben/wie-es-wirklich-ist-in-new-york-zu-leben-r/ (Abruf am: 15.03.2020)

13 URL: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hedgefondsmilliardaer-kauft-teuerste-wohnung-der-usa-a-1250448.html (Abruf am: 20.03)

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Arm und Reich in der Global City New York. Schatten in der Stadt der Superlative
Note
2,0
Jahr
2020
Seiten
16
Katalognummer
V538885
ISBN (eBook)
9783346148902
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reich, global, city, york, schatten, stadt, superlative
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Arm und Reich in der Global City New York. Schatten in der Stadt der Superlative, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538885

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