Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Qualitäts- und Risikomanagement im Krankenhaus vorzustellen und zu systematisieren. Zu diesem Zweck wird zunächst der Begriff Krankenhaus definiert. Zudem erfolgt ein Einblick in die Klassifikation der Krankenhäuser nach ihrem Tätigkeitsschwerpunkt, den Krankenhausträgern und den Versorgungsstufen.
Deutsche Krankenhäuser unterliegen einem zunehmenden ökonomischen Druck und steigenden Qualitätsansprüchen seitens der Interessengruppen, wie zum Beispiel Patienten, Kostenträger, Mitarbeiter, Gesellschaft. Die Veränderung der Vergütungsform von stationären Krankenhausleistungen bis hin zur Abrechnung nach diagnosebezogenen Fallpauschalen zwangen Krankenhäuser zum Umdenken und zur Umstrukturierung sowie zur strategischen Neuausrichtung.
Der entstandene Kostendruck führte zur Optimierung der Behandlungsprozesse, um unter anderem die Verweildauer der Patienten zu kürzen und somit Kosten zu senken. Gleichzeitig hatte die Ökonomisierung der Krankenhäuser einen hohen Arbeits- und Zeitdruck zur Folge, womit auch das Risiko für Behandlungsfehler gestiegen ist. Zudem verpflichtet der Gesetzgeber die Krankenhäuser zur Implementierung und Weiterentwicklung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements.
Diese Entwicklung setzt eine umfassende Orientierung an den Kunden, z.B. Patienten und an Qualitätsmaßstäben voraus. Des Weiteren sind neben einem funktionierenden Qualitätsmanagement die Implementierung eines Risikomanagements von immenser Bedeutung, um insbesondere wettbewerbsfähig zu bleiben und die Patientensicherheit verstärkter zu gewährleisten sowie Patienten zu gewinnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
2. Krankenhäuser
3. Qualitätsmanagement
3.1 Normen im Qualitätsmanagement
3.2 Kosten des Qualitätsmanagements
3.3 Qualitätsbericht
3.4 Qualitätsbeauftragter
3.5 Einführung des Qualitätsmanagements
3.6 Entwicklungsphasen des Qualitätsmanagements
4. Zertifizierung des Qualitätsmanagements
4.1 Externe und Interne Audits
4.2 Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen
4.3 ISO 9001
5. Beispiel des Qualitätsmanagements im Krankenhaus XY in Musterstadt
6. Risikomanagement
6.1 Risikomanagementprozess
6.2 Klinisches Risikomanagement
6.3 Gesetzliche Grundlagen zum Risikomanagement im Krankenhaus
7. Patientensicherheit
8. Beschwerdemanagement
9. CIRS – Critical Incident Reporting System
9.1 Formen von CIRS
9.1.1 Interne Formen des CIRS
9.1.2 Externe Form des CIRS
9.2 4-Schritt-Methode
9.3 Vor-und Nachteile von CIRS
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Qualitäts- und Risikomanagement in deutschen Krankenhäusern systematisch darzustellen, um die Notwendigkeit dieser Systeme angesichts ökonomischen Drucks und steigender Qualitätsanforderungen zu verdeutlichen und deren Beitrag zur Patientensicherheit zu erläutern.
- Strukturelle Anforderungen und Normen des Qualitätsmanagements
- Zertifizierungsverfahren wie KTQ und ISO 9001
- Prozesse und Grundlagen des Risikomanagements im klinischen Umfeld
- Bedeutung der Patientensicherheit und Sicherheitskultur
- Implementierung von Fehlermeldesystemen (CIRS)
Auszug aus dem Buch
3.1 Normen im Qualitätsmanagement
Um eine Maßnahme bewerten zu können, wird ein Standard benötigt, der als anerkannte Bezugsgröße für die Bewertungen schlecht oder gut im Vergleich dienen kann. Allgemein gültigen Normen gelten natürlich auch bei der Bewertung und Beurteilung eines Qualitätsmanagements. Als Bewerteter und Geprüfter muss darauf vertraut werden, dass bei der Bewertung nachprüfbare, einforderbare und objektive Regeln gelten.
Die DIN EN ISO 9001:2000 ist eine für die Zertifizierung und Erstellung eines QMS bedeutsame Norm. Die ISO hat den Vorteil, dass sie von unabhängigem, staatlichem Einfluss freien Institutionen erarbeitet wird. Aus Sicht für die Belange der Arztpraxis, ist es wichtig zu erwähnen, dass Normen wie die ISO nicht nur abhängig, sondern auch unabhängig von Einrichtungen und Standesorganisationen der ärztlichen Selbstverwaltung sind. Dabei bedingt natürlich die Unabhängigkeit des Normengebers auch die Unabhängigkeit des Normenanwenders.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den ökonomischen Druck und die Qualitätsanforderungen, denen Krankenhäuser unterliegen, sowie die Notwendigkeit von Qualitäts- und Risikomanagementsystemen.
2. Krankenhäuser: Definiert Krankenhäuser, deren Klassifizierungsmerkmale und die Struktur der Krankenhauslandschaft in Deutschland.
3. Qualitätsmanagement: Erläutert die Grundlagen, Kosten, Personalvorgaben und die historische Entwicklung des Qualitätsmanagements.
4. Zertifizierung des Qualitätsmanagements: Behandelt den Prozess der Zertifizierung sowie wichtige Verfahren wie KTQ und ISO 9001.
5. Beispiel des Qualitätsmanagements im Krankenhaus XY in Musterstadt: Dient als praxisbezogenes Beispiel für die Umsetzung von Qualitätsmanagementsystemen.
6. Risikomanagement: Definiert den Risikomanagementprozess, unterscheidet zwischen betriebswirtschaftlichem und klinischem Risikomanagement und führt gesetzliche Grundlagen auf.
7. Patientensicherheit: Betont die zentrale Bedeutung der Patientensicherheit und die Notwendigkeit einer Sicherheitskultur im Krankenhaus.
8. Beschwerdemanagement: Zeigt den systematischen Umgang mit Patientenbeschwerden als Chance zur Qualitätsverbesserung und Patientenbindung auf.
9. CIRS – Critical Incident Reporting System: Stellt das Fehlermeldesystem vor, differenziert zwischen internen und externen Formen und erläutert die 4-Schritt-Methode.
10. Fazit: Fasst die Synergien zwischen Qualitäts- und Risikomanagement zusammen und betont die Rolle des Patienten als Kunden.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Risikomanagement, Krankenhäuser, Patientensicherheit, CIRS, Zertifizierung, ISO 9001, KTQ, Beschwerdemanagement, Fehlermeldesystem, Qualitätsbericht, Gesundheitswesen, Prozessoptimierung, Patientenzufriedenheit, Audits
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Struktur, den Zielen und der praktischen Anwendung von Qualitäts- und Risikomanagement-Systemen in deutschen Krankenhäusern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf Qualitätsmanagement, Risikomanagement, Patientensicherheit, Beschwerdemanagement und dem Critical Incident Reporting System (CIRS).
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Notwendigkeit und Systematisierung von Qualitäts- und Risikomanagement zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Patientensicherheit darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen mit praxisrelevanten Ansätzen und gesetzlichen Rahmenbedingungen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagen von Qualitätsmanagement, Zertifizierungen, ein Praxisbeispiel, Risikomanagement-Prozesse, Patientensicherheit sowie Fehlermeldesysteme.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Krankenhausmanagement, Patientensicherheit, Qualitätszertifizierung, Risikominimierung, CIRS, Prozessqualität.
Welche Rolle spielt die gesetzliche Vorgabe nach SGB V § 135a?
Sie bildet die rechtliche Verpflichtung für Krankenhäuser, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement aufzubauen und weiterzuentwickeln.
Warum ist das Beschwerdemanagement für ein Krankenhaus wichtig?
Es dient der Patientenbindung, hilft Schwachstellen in der Versorgung zu identifizieren und trägt durch Qualitätssteigerung positiv zum Image des Krankenhauses bei.
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen internem und externem CIRS?
Das interne CIRS dient dem Lernen innerhalb der eigenen Klinik, während das externe CIRS eine webbasierte, institutionsübergreifende Plattform zur Fehleranalyse und zum Wissensaustausch darstellt.
- Arbeit zitieren
- Philipp Schiffer (Autor:in), 2017, Qualitäts- und Risikomanagement in deutschen Krankenhäusern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539035