Nicht alle Wirtschaftsbranchen sind mit gleicher Intensität in die Digitalisierung eingestiegen. Das Gesundheitswesen in Deutschland gilt dahingehend europaweit als Nachzügler. Das liegt zum Teil daran, dass es bislang noch keine einheitliche Aufklärungskampagne gab, die Patienten über den Einsatz digitaler Technologien informiert hat.
Nehmen Ärzte oder Patienten das derzeitige Angebot besser an? Hat die Bedienungsfreundlichkeit der Apps einen Einfluss auf die Akzeptanz? Sind die Bürger bereit, sich über das Thema zu informieren? Ist der Datenschutz ein relevanter Faktor für die Patientenakzeptanz?
Marie Albrecht untersucht, inwiefern Ärzte und Krankenversicherte in Deutschland digitale Angebote wie Gesundheits-Apps bereits annehmen. Aus den Ergebnissen entwickelt sie eine Patientenbroschüre, in der sie Vorteile und Beispiele der Digitalisierung im Gesundheitswesen verständlich zusammenfasst.
Aus dem Inhalt:
- Telematik;
- Online-Sprechstunde;
- eRezept;
- Telemedizin;
- Digitale Kompetenz;
- Technology-Acceptance-Model
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage – Thesis
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Digitalisierung - Definition und Historie
2.2 Digitalisierung im Gesundheitswesen
2.3 Digitalisierung im Gesundheitswesen – Chancen und Erwartungen
2.4 Literatur-Auswertung
3 Methodik
3.1 Patienten / Versicherten Online-Umfrage zur Digitalisierung im Gesundheitswesen
3.2 Studiendesign und Teilnehmer
4 Ergebnisse
4.1 Ergebnisse - Häufigkeitsdaten
4.2 Ergebnisse – Korrelationen
5 Diskussion
5.1 Bereitschaft
5.2 Digitalkompetenz
5.3 Aufklärung
5.4 Technology-Acceptance-Model nach Davis (1989)
5.5 Datenschutz
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht den aktuellen Status quo der Akzeptanz der Digitalisierung im Gesundheitswesen unter der Bevölkerung in Deutschland. Ziel ist es, auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse eine optimale Patientenbroschüre zu entwickeln, um das Interesse am digitalen Gesundheitswesen zu fördern und Patienten zum aktiven Mitmachen anzuregen.
- Analyse der Akzeptanz digitaler Gesundheitsangebote
- Identifikation von Aufklärungsmängeln bei Patienten und Ärzten
- Empirische Untersuchung mittels Online-Umfragen
- Anwendung des Technology-Acceptance-Models (Davis, 1989)
- Entwicklung von Strategien zur Verbesserung der digitalen Kompetenz
Auszug aus dem Buch
2.2 Digitalisierung im Gesundheitswesen
Digitalisierung, nicht nur im Gesundheitswesen, gehört ohne Zweifel zu den größten Umbrüchen in der Geschichte. Dieser Wandel eröffnet eine neue Dimension von Vorteilen für sämtliche Akteure des Gesundheitssystems, vor allem aber für Patienten. Was Digitalisierung für das Gesundheitswesen bedeutet, darüber herrscht allerdings keinesfalls Einigkeit. Nicht jeder wird den vorherigen Zeilen zustimmen, dass die Digitalisierung als eine grundlegende Entwicklung anzusehen ist, die einen signifikanten Einschnitt für das Gesundheitswesen bedeutet. Durch zunehmende Digitalisierung werden Prozesse im Gesundheitswesen stark verändert, manchmal aber auch nur zum Teil neu gestaltet. Schon heute stehen den Ärzten z.B. zuverlässige Informationen über Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten in einer extrem gut gefüllten Datenbank zur Verfügung, auf die jeder Arzt und Apotheker zugreifen kann.
Oft wird die Digitalisierung im Gesundheitswesen direkt mit dem Begriff „eHealth“ übersetzt. Doch Digitalisierung im Gesundheitswesen, oder auch „Digital Health“ bedeutet eigentlich mehr (Abbildung 1). Unter eHealth ist „lediglich“ der gesundheitsbezogene Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu verstehen, wie in Abbildung 2 nach Leppert und Greiner veranschaulicht. Die verschiedenen Digital Health Anwendungen sind Basis für Big Data, da diese durch die Nutzung des Tech- und Trend Health erhoben werden. Unter Big Data lässt sich die Gewinnung von neuen Erkenntnissen und Zusammenhängen aus großen unstrukturierten Daten beschreiben. Um diese Daten zu verarbeiten, kommt die Künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel. Die Aufgabe der Künstlichen Intelligenz ist es also, Information, Erkenntnisse und Zusammenhänge aus Big Data destillieren zu können. Ergebnisse aus Big Data Analysen dienen wiederum als Basis für die sinnvolle Nutzung von Digital Health. Diese Elemente stehen also in enger gegenseitiger Abhängigkeit zueinander.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage der Digitalisierung in Deutschland, identifiziert den bestehenden Aufklärungsbedarf und definiert das Ziel der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Erläutert die Definitionen von Digitalisierung, eHealth und Telemedizin sowie das Technology-Acceptance-Model nach Davis (1989) und untersucht Stakeholder-Gruppen.
3 Methodik: Beschreibt das explorative Forschungsdesign und die Durchführung der Online-Umfrage zur Erfassung der Einstellung der Bevölkerung.
4 Ergebnisse: Präsentiert die Häufigkeitsdaten der Umfrage sowie die signifikanten Korrelationen zwischen Nutzungsbereitschaft und verschiedenen Einflussfaktoren.
5 Diskussion: Analysiert die Ergebnisse kritisch im Hinblick auf Bereitschaft, Digitalkompetenz, Aufklärung, das Akzeptanzmodell und Datenschutzaspekte.
6 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer neutralen Aufklärungsstrategie für Patienten.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Gesundheitswesen, Akzeptanz, E-Health, Patienten, Aufklärung, Digitalkompetenz, Technology-Acceptance-Model, ePatientenakte, Telemedizin, Datenschutz, Online-Umfrage, Gesundheits-Apps, Prävention, Krankenhausinformationssystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die aktuelle Akzeptanz und den Wissensstand der Bevölkerung bezüglich der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen, um daraus Handlungsansätze für eine bessere Patientenaufklärung abzuleiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Akzeptanz digitaler Technologien wie ePatientenakten, Videosprechstunden und Apps, die Bedeutung der digitalen Kompetenz sowie die Rolle des Datenschutzes.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist die Analyse des Status quo der Akzeptanz, um eine optimale, zielgruppengerechte Informationsstrategie (Patientenbroschüre) zu entwerfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein exploratives Forschungsdesign gewählt, das eine Literaturanalyse mit einer quantitativen Online-Umfrage unter 151 Teilnehmern kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise, die Darstellung der Ergebnisse (Häufigkeiten und Korrelationen) sowie eine tiefgehende Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Digitalisierung, Akzeptanz, Patienten, Aufklärung, Digitalkompetenz, ePatientenakte und Technology-Acceptance-Model.
Welche Rolle spielt das Technology-Acceptance-Model nach Davis (1989)?
Das Modell dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, dass Akzeptanz maßgeblich vom wahrgenommenen Nutzen und der einfachen Bedienbarkeit der Technologien abhängt.
Warum spielt der Datenschutz eine zentrale Rolle?
Die Umfrage zeigt, dass für 52 % der Teilnehmer Datenschutzbedenken ein Grund sind, auf digitale Gesundheitsangebote zu verzichten, was eine erhebliche Hürde für die digitale Transformation darstellt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zu Ärzten?
Die Arbeit stellt fest, dass viele niedergelassene Ärzte der Digitalisierung skeptisch gegenüberstehen, was eine Verzögerung des Vorhabens verursacht und eine gezielte Aufklärungsarbeit auch bei dieser Berufsgruppe erforderlich macht.
- Arbeit zitieren
- Marie Albrecht (Autor:in), 2020, Digitale Angebote im Gesundheitswesen. Förderung der Akzeptanz sowie Empfehlungen für die Aufklärung der Patienten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539251