Der ethische Diskurs über Klonen


Hausarbeit, 2019

14 Seiten, Note: 2,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserklärung/Definition „Klon“

3 Klontechniken
3.1 Natürliche Klontechnik
3.2 Therapeutische Klonen
3.2.1 Vor-Nachteile des therapeutischen Klonens
3.3 Reproduktive Klonen
3.3.1 Beispiel Dolly
3.3.2 Vor-Nachteile des reproduktiven Klonens

4 Evolutionstheorie

5 Ansichten verschiedener Religionen
5.1 Christentum
5.2 Judentum
5.3 Islam

6 Rechtlicher Aspekt

7 Ethische Beurteilung und Ziele

8 Fazit

Literaturverzeichnis

Der ethische Diskurs über Klonen

1 Einleitung

Einer meiner besten Freunde hat das Buch „Blueprint“ von Charlotte Kerner gelesen.

In diesem Buch geht es um eine Frau, die eine sehr talentierte Pianistin ist, doch leider an Multiple Sklerose erkrankt. Um ihr Talent weiter am Leben zu erhalten, hat sie sich Klonen lassen. Während des Gesprächs mit meiner Freundin über das Thema Klonen ist mir bewusst geworden, dass es verschiedene Meinungen dazu gibt. Nach dem Gespräch bin ich zu dem Entschluss gekommen, mein Wissen zu erweitern und mich persönlich mit der Fragestellung, ob es moralisch und ethisch vertretbar ist einen Menschen zu klonen zu befassen und mich mit den verschiedenen Aspekten näher auseinanderzusetzen. Es entstand schnell ein ethischer Diskurs über das Thema Klonen, der näher in dieser Hausarbeit thematisiert wird.

Im Folgenden möchte ich mich mit dem Begriff und der Definition des Klonens auseinandersetzen. Danach werde ich mich auf die verschiedenen Klontechniken und deren Vor -sowie Nachteile beziehen, sowie kurz die Evolutionstheorie von Darwin mit in Betracht ziehen. Anschließend werde ich mich mit den Ansichten in den verschiedenen Religionen befassen und dazu Argumente aufzeigen. Im Anschluss wird die rechtliche Grundlage beleuchtet und eine ethische Beurteilung mit Zielen beschrieben. Ein Fazit beschließt die Arbeit.

2 Begriffserklärung/Definition „Klon“

Der Begriff „Klon“ kommt aus dem Griechischen und heißt Sprössling. Das Klonen von Menschen ist die umstrittenste aber auch einer der bekanntesten gentechnischen Anwendungsgebiete. Es lässt sich dazu sagen, dass eine allgemeingültige Definition des Begriffs Klon nicht existiert, da diese Bezeichnung für verschiedene Arten von Lebewesen gleichermaßen genutzt wird. Ein Klon ist ein Lebewesen, das aus einem Ursprungslebewesen hervorgegangen und ihm genetisch identisch ist. Das bedeutet, dass beide Lebewesen genau die gleiche Erbinformation haben. Das Klonieren verläuft asexuell. Bei Pflanzen und einigen Tieren ist dies neben der sexuellen eine gängige Form der Fortpflanzung1. Wenn jemand von „klonen“ spricht, meint er damit die künstliche Entwicklung von genetisch identischen Nachkommen eines einzigen Lebewesens. Bei einer biologischen Zeugung werden Erbanlagen von Vater und Mutter vererbt. Die entstehenden Nachkommen sind somit genetisch anders und einzigartig. Bei einem Klon handelt es sich dahingehend um eine „Kopie“ eines einzigen Wesens. Das Klonen verfolgt unterschiedliche Ziele, von dem Retten aussterbender bedrohter Tiere, bis hin zu Organzüchtung, um diese bei kranken Menschen einzusetzen. Die Vorgehensweise des Klonens ist sehr komplex und eine umstrittene Technik2.

Um einen Klon zu erschaffen gibt es verschiedene Klontechniken. Im Folgenden werde ich mich auf diese und deren Vor- sowie Nachteile beziehen.

3 Klontechniken

Man unterscheidet zwischen dem natürlichen Klonen, dem therapeutischen Klonen und dem reproduktiven Klonen.

3.1 Natürliche Klontechnik

Ein Beispiel für eine natürliche Klonbildung sind eineiige Zwillinge3. Dabei ist anzumerken das eineiige Zwillinge keine vollkommen identischen Gene aufweisen. Neue Forschungen ergaben, dass im Erbgut von eineiigen Zwillingen ganze Textteile fehlen, oder auch mehrfach vorkommen können. Bei einer Studie der University of Alabama in Birmingham wurden Neunzehn Zwillingspaare untersucht. Danach musste die allgemein angenommene und akzeptiere Theorie über Bord geworfen werden. Die Forscher entdeckten bei allen Paaren die sogenannte „Copy Number Variations“. Diese sind Veränderungen, bei denen die Anzahl der Kopien eines Erbgutabschnittes von der Norm abweichen. Hierbei ist ein fehlender Teil eines Chromosoms gemeint, oder die Vervielfältigung eines Abschnittes dieser. Laut Carl Bruder von der Universität von Alabama erklären diese Abweichungen nicht nur, warum in einigen Fällen nur ein Zwilling eine Krankheit entwickelt, sondern könnten sie auch bei der Suche nach den Ursachen der entstandenen Krankheiten helfen. Dennoch bleiben Zwillinge weiterhin ein entstandenes Faszinosum4.

3.2 Therapeutische Klonen

Das therapeutische Klonen ist eine Methode, um embryonale Stammzellen zu erzeugen. Der Embryo wird bei dieser Methode zerstört. Der Zellkern der befruchteten Eizelle wird entnommen und durch den Zellkern einer ausdifferenzierten Körperzelle ersetzt. Durch geeignete Wachstumsfaktoren lassen sich aus diesen Stammzellen Gewebearten und vielleicht sogar ganze Organe züchten5.

3.2.1 Vor-Nachteile des therapeutischen Klonens

Auf der einen Seite ergibt sich durch das therapeutische Klonen die Möglichkeit, durch die gezüchteten Organe und Gewebearten für den Menschen eine Art „Ersatzteillager“ zu erschaffen. Durch dieses könnte es beispielsweise kranken Menschen ermöglicht werden, weiter zu leben. Außerdem könnte man durch dieses „Ersatzteillager“ bisherige unheilbare Krankheiten heilen. Befürworter des therapeutischen Klonens sind der Meinung, dass ein menschlicher Embryo im Blastocystenstadium kein Mensch sei, sondern als Zellhaufen gelte und daher nicht schutzwürdig ist. Auf der anderen Seite sagt man, dass man, um diese Technik anwenden zu können, einen in der Entwicklung zum Menschen befindlichen Kern zerstören muss6.

Darüber hinaus gibt es einige wissenschaftliche Bedenken und medizinische Risikofaktoren zu dieser Klontechnik, so könnte man durchaus einen Tumor mit transplantieren oder sich mit tierischen Viren infizieren7. Zu bedenken ist auch, dass das therapeutische Klonen schnell als Türöffner für das reproduktive Klonen fungieren könnte8,welches sowohl positive wie auch negative Aspekte mit sich bringt.

3.3 Reproduktive Klonen

Das reproduktive Klonen ist die Erzeugung eins genetisch identischen Säugetiers. Der geklonte Embryo wird in eine Gebärmutter eingesetzt, wo er zur Kopie des Spenders heranwächst9.

3.3.1 Beispiel Dolly

Eines der bekanntesten reproduktiven Klonvorgänge, ist das Klonen des Schafes Dolly. Es kam am 05.06.1996 geschaffen durch Keith Campbell und Ian Wilmut von Roslin, in einem schottischen Labor in Edinburgh zur Welt. Dolly wurde als erstes Säugetier aus einer adulten Zelle geklont, es war also eine genetische Kopie eines lebenden Tieres. Fast das gesamte Erbgut konnte Dolly mit ihrer Körper-Zellspenderin teilen10. Für den Klonvorgang benötigten die Wissenschaftler viele Versuche, denn die wichtigsten Erbinformationen stecken in den winzigen Zellkernen. Dolly wurde etwa sieben Jahre alt und bekam drei Lämmer. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Schafen beträgt zwölf Jahre. Da jedoch im Herbst 2001 dann Arthritis festgestellt und zwei Jahre später eine unheilbare Lungenkrankheit diagnostiziert wurde, Dolly am 14. Februar 2003 eingeschläfert. Später stellten Forsche fest, dass übertragene Gene schneller altern. Derzeit steht Dolly im National Museum of Scotland in Edinburgh11. Die Nachricht von der Klonierung ging um die Welt. Die Errungenschaft rund um das Klonen machte den Menschen auf der einen Seite Hoffnung auf neue Heilmethoden, auf der anderen entstanden Befürchtungen. Dolly hat bewiesen, dass es die Möglichkeit gibt, Säugetiere, also auch Menschen mit identischem Erbgut zu erschaffen. Besonders zu diesem Zeitpunkt entstand auch ein ethischer Diskurs zur Thematik.

3.3.2 Vor-Nachteile des reproduktiven Klonens

Das reproduktive Klonen bietet also eine weitere Möglichkeit zur Fortpflanzung des Menschen. Da Zellen jedoch auf bestimmte und gewisse Funktionen spezialisiert sind, ist die Reproduktion oft mit Missbildungen verbunden. Diese Fortpflanzung würde sich von den herkömmlichen Methoden der natürlichen Fortpflanzung, sowie von der künstlichen Befruchtung unterscheiden und so auch unterschiedlichen Menschen die Möglichkeit auf Nachkommen gewährleisten. Da man für die reproduktive Erzeugung eines Menschen nur eine mitochondriale DNA der Empfängereizelle benötigt und nicht das Erbmaterial von Frau und Mann, sondern nur von einer der beiden Parteien, eignet sich diese Fortpflanzung nicht nur für gemischt- oder gleichgeschlechtliche Paare, sondern auch für unfruchtbare und Einzelpersonen mit dem Wunsch nach Nachkommen. Der Nachteil hierbei ist, dass der erzeugte Mensch nicht eine Vermischung des Erbguts aus beispielsweise beiden Personen ist, sondern nur das Erbgut von dem Menschen in sich trägt, von dem er kloniert wurde. Dies kann jedoch auch von Vorteil sein, denn wenn eine Person eine genetisch bedingte Krankheit hat, kann man diese durch das Klonen der anderen Person umgehen12. Negativ ist hingegen, dass durch das Klonen die Individualität eines jeden Menschen verloren gehen kann, beispielsweise könnte man durch das Klonieren eine Armee mit Elite Soldaten erschaffen und diese an beliebigen Orten einsetzen. Der klonierte Mensch hätte also weder die Möglichkeit, eigenständig über sein Leben zu bestimmen, noch seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse auszuleben, oder gar neue zu entdecken. Darüber hinaus ist ein weiterer Aspekt, dass man durch das Klonen der Menschheit der Natur die Macht über das Leben nimmt.

[...]


1 Hillebrand, Lanzerath, Klonen: Stand der Forschung, ethische Diskussion, rechtliche Aspekte, S.11.

2 Vgl. https://www.duda.news/wissen/klonen-dolly-klonschaf/ ; 26.12.2019.

3 Vgl. ebd. S. 11.

4 Vgl. Hanselmann, Eineiige Zwillinge: „natürliche Klone?“, S.1.

5 Vgl. Schwendemann, Stahlmann , Ethik für das Leben, Neue Aspekte der Biomedizin, S. 27.

6 Vgl. Luger, Tröstl, Urferer, Eine Übersicht über Gentechnik und Klone, S.76f.

7 Vgl. Luger Oskar, Tröstl Astrid, Urferer Katrin S.74f.

8 Vgl. ebd. S.77.

9 Vgl. ebd. S. 73.

10 Vgl. Henderson, Mark Genetik – 50 Schlüsselideen, S.144.

11 Vgl. https://www.duda.news/wissen/klonen-dolly-klonschaf/ ; 26.12.2019

12 Vgl. Hillebrand Ingo, Lanzerath Dirk, S.26.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der ethische Diskurs über Klonen
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale
Note
2,2
Autor
Jahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V539288
ISBN (eBook)
9783346144072
ISBN (Buch)
9783346144089
Sprache
Deutsch
Schlagworte
diskurs, klonen
Arbeit zitieren
Anne Wölfle (Autor), 2019, Der ethische Diskurs über Klonen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539288

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