Mind The Gap. Theorien zu Körper und Seele im 17.Jahrhundert

Das Körper-Seele-Modell von Mary Astell erörtert am Werk "A Serious Proposal to the Ladies for the Advancement of their true and greatest Interest. Part 1 and 2. By a Lover of her Sex"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015

11 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Mary Astell

II. Körper-Seele Konzept nach Astell
2.1. Aufbau und Funktionsweise des Geistes
2.2. Aufbau und Funktionsweise des Körpers

III. Vorschläge zum Umgang mit Körper und Geist
3.1. Beziehung Körper und Geist
3.2. Praktische Handlungsvorschläge
3.3. Parallelen zu den Theorien von Rene Descartes und Henry More

IV. Resümee, Kritik und Ausblick

Literaturverzeichnis

I. Mary Astell

„Wenn alle Männer frei geboren sind, warum sind dann alle Frauen als Sklaven geboren?“

(Astell, Some Reflections Upon Marriage, 1730, S.150)

Mary Astell (1666-1732) war eine Philosophin und kann als „erste englische Feministin“ (Bridget, 1986, S.52) bezeichnet werden. Mit ihrem Werk „A Serious Proposal to the Ladies for the Advancement of their true and greatest Interest. Part 1 and 2. By a Lover of her Sex“1 erreichte sie ihren Durchbruch in der Öffentlichkeit.

In den beiden Teilen ihrer philosophischen Schrift führt sie eine scharfe Gesellschaftskritik an und appelliert für die Aufklärung der Frau im 17. Jahrhundert. Astell fordert dabei eine grundlegende Veränderung der Rolle und Aufgaben, die durch die Gründung von Bildungseinrichtungen für Frauen realisiert werden soll. So stellt Astell in ihrem ersten Teil des Werkes ein Konzept für eine Frauenakademie vor. Sie will hier ihr eigens entwickeltes Lernprogramm anbieten, welches auf die Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit der Frau durch den Glauben an Gott ausgerichtet ist. Dieses Konzept stößt in der Öffentlichkeit auf wenig Anklang. Die Anklage, sie wolle eigentlich ein Kloster errichten und nicht eine Akademie, wehrt Astell ab. So beschreibt sie im 2. Teil ihrer Vorschläge konkrete Anweisungen für ein häusliches Selbststudium der Frau zur Schulung des Geistes. Astell appelliert an die Befreiung der Frau aus starren gesellschaftlichen Denkmustern und von männlichen Vorurteilen durch die Nutzung des eigenen Verstandes. Durch das neue Selbstbewusstsein und Wissen der Frau über die Beziehung und Wichtigkeit von Körper und Geist kann sie sich aus der Unmündigkeit ihrer misslichen Lage befreien. Diese Befreiung bewirkt gleichzeitig auch ein moralisches Handeln in der Gesellschaft2 (vgl. Vorschlag II).

Wie einige andere Denker/innen und Philosoph/innen im 17. Jahrhundert ist auch Astell überzeugte Substanzdualistin3, da sie den Körper und die Seele als zwei verschiedene Substanzen4 versteht. Obwohl nach Astell die zwei Substanzen für den Menschen erfahrbar sind, kann die genaue Interaktion beider nicht verstanden werden. Hier muss der Mensch seine intellektuelle Grenze respektieren.5 Folglich ist das einzige was der Mensch tun kann, sein Leben auf Gott, welcher der Urheber aller Dinge ist, zu richten und sich auf das Wesentliche vorzubereiten, nämlich das Leben nach dem Tod. (vgl. Vorschlag I/II)

Im Folgenden werden der Aufbau sowie die Beziehung des Körpers und des Geistes nach Astell erläutert und dabei ihre Handlungsvorschläge zur Schulung und Umgang beider erklärt. Anschließend wird Astells Körper-Seele Konzept den Theorien der Philosophen Rene Descartes und Henry Moore gegenübergestellt. Abschließend wird Astells philosophische Theorie kritisch beleuchtet und Parallelen zur Verhaltensweise in der heutigen Gesellschaft aufgedeckt.

II. Körper-Seele Konzept nach Astell

„[…] daß die menschliche Natur in der Vereinigung einer vernunftbegabten Seele mit einem sterblichen Körper besteht, daß der Körper sehr oft den Geist bei seinen edelsten Unternehmungen blockiert, besonders wenn er verwöhnt ist.“ (Vorschlag II, S.314)

2.1. Aufbau und Funktionsweise des Geistes

Der Geist schließt nach Astell die Seele, den Willen, die Vernunft, Neigungen und den Wille Gottes mit ein. Dabei ist die Seele bei Astell von herausragender Bedeutung, da sie das Vermögen hat zu denken. Die Seele verfügt über den Willen, welchen sie als „die Kraft irgendeinen Gedanken oder eine Vorstellung vorzuziehen“ (Vorschlag II, S.308) definiert. Der Wille ist von Natur aus gut, er weiß aber nicht, was gut oder schlecht für ihn ist, da er nicht selbst denken kann. Deswegen soll der gute Wille Gottes als Richtlinie fungieren. Dieser wird dem Menschen durch die Vernunft offenbart. Durch die Befolgung des Willen Gottes weiß der menschliche Wille nun was gut ist und wird zum Ort moralischer Empfindungen. Da die Seele über ihn verfügen kann, ist sie in der Lage moralisch zu denken und gute Taten zu veranlassen. Auch ist die Seele fähig, über die menschlichen Neigungen zu verfügen, welche nach Astell „natürlich, unvermeidbar und auch nützlich sind.“ (Vorschlag II, S.320) Diejenigen Neigungen, die mit dem Willen Gottes verbunden sind, können als gut angesehen werden und beschwingen die Seele, während die nicht göttlichen Neigungen Schaden anrichten und zu Schmerzen führen. Von schlechten Neigungen, wie beispielweise „Eitelkeit“ (Vorschlag II, S.250), „Arroganz“ (Vorschlag II, S.250) oder „Voreingenommenheit“ (Vorschlag II, S.312) sollte sich deswegen der Mensch abwenden. (vgl. Vorschlag II)

Damit sich der Wille Gottes durch die Vernunft offenbaren kann, gibt Astell einige praktische Handlungsvorschläge. Zum einen soll sich der Geist aus der Welt zurückziehen, und sich somit von materiellen Neigungen abwenden, da diese ihn nur falsches begehren lassen. Die richtige Ausrichtung der Neigungen erfolgt dabei durch ein intensives Bibelstudium und die Befolgung der 10 Gebote. Der Rückzug aus der Welt gelingt durch die Meditation über die Natur „stoffliche[r] Wesen“6 (Vorschlag II, S.314) und die vernünftige Natur Gottes. Zweiteres kann als die Bewusstwerdung darüber, was der christliche Glaube bedeutet und welche Pflichten und Vergnügen dieser für den Menschen in der Gesellschaft mit sich bringt interpretiert werden. Astell beschreibt dies wie folgt: „[…] sondern in gewissem Maß mit allen verbunden sind, die die menschliche Form tragen, besonders mit der Gemeinschaft in der wir leben […]; und würden wir weiter bedenken, welche die rechten Pflichten und Vergnügungen für solch ein Wesen wie unseres sind […], die man deshalb vielleicht vernünftigerweise von uns erwarten kann, und welche Art der Freuden wir dadurch veranlaßt werden zu genießen.“ (Vorschlag II, S.315)

2.2. Aufbau und Funktionsweise des Körpers

Hinsichtlich des Wohlbefindens des Körpers spielen die Leidenschaften eine große Rolle. Astell definiert sie als „Wallungen im Blut“ (Vorschlag II, S.320) und macht sie dadurch zu klaren körperlichen Eigenschaften. Leidenschaften sind somit notwendig, um den Körper am Leben zu halten. Die Eindrücke, die wahrgenommen oder gefühlt werden, lösen nach Astell diese Blutwallungen aus. Über den Körper werden die Leidenschaften an die Seele weitergegeben. Da sie aber nur in indirekter Verbindung mit der Seele stehen, kann die Seele diese auch nicht ausschalten. (vgl. Vorschlag II)

Auf der einen Seite schaden diese körperliche Leidenschaften den Menschen, wie Astell im folgenden Zitat beschreibt: „[…] an keinen anderen Freuden Geschmack zu finden als an denen, welche uns durch die Sinnesorgane vermittelt werden; wir verwöhnen unsere Körper bis sie störrisch und unbezähmbar werden und statt dem Geist zu dienen, die Herrschaft über ihn zu erlangen“ (Vorschlag, S.316). Folglich können Leidenschaften, wie beispielsweise „Furcht“ und „Haß“ (Vorschlag, S.327) den Geist bei der Ausführung moralischer Handlungen blockieren. Durch diese Fremdsteuerung generiert der Mensch auf Dauer zum Tier. (vgl. Vorschlag II) Auf der anderen Seite sind die Leidenschaften auch nötig und gut, da sie den Geist für seine Aufgaben bereit machen sollen. Lebensnotwenige Bedürfnisse, wie Hunger oder Schlaf, müssen über den Körper an die Seele weitergeleitet werden, damit die Seele entsprechende Handlungen auslösen kann. Auch die Seele kann gewisse Bewegungen im Blut durch ihre Gedanken auslösen und sich somit vor schlechten Leidenschaften schützen. Nach Astell sind somit Leidenschaften immer dann gut, wenn sie aus dem Glauben und der Liebe Gottes abgeleitet werden. Zudem fordert Astell, dass der Köper immer dem Geist unterzuordnen ist. (vgl. Vorschlag II)

III. Vorschläge zum Umgang mit Körper und Geist

“Wir stimmen alle darin überein, dass es angemessen ist, so glücklich zu sein wie wir können, […] es ist uns angeboren und untrennbar mit unserem Wesen verbunden; aber wir brauchen dringend eine Unterweisung darüber, was der wahre Weg zum Glück ist.“

(Vorschlag II, S.208 f.)

3.1. Beziehung Körper und Geist

Nach Astell sind der Körper und die Seele zwei verschiedene Substanzen, die von einander abhängig sind und sich gegenseitig positiv wie negativ beeinflussen. „Denn wenn wir den Körper gänzlich außer Acht lassen, geben wir vor, wie Engel zu leben, obwohl wir nur Sterbliche sind. Und wenn wir ihn vorziehen oder ihn dem Geist gleichsetzen, degenerieren wir zu Tieren.“ (Vorschlag II, S.316) Astell sieht die Irreführung des Menschen darin, dass er zu oft die Triebe und körperlichen Bedürfnisse über den Geist stellt und nur die Befriedigung materieller Dinge anstrebt. Dieses Verhalten kann aber nicht nachhaltig zum Glück führen. Vielmehr entwickelt der Mensch dadurch einen tierischen Charakter, da sich der Geist „erschöpft“, „untätig und auch schwermütig“ (Vorschlag II, S.320) wird. Das Ziel für eine intakte Körper-Geist-Beziehung sollte es demnach sein, sich auf den Geist zu fokussieren. Dies wird durch die bereits erwähnte Meditation, dem Rückzug aus der Welt und dem gelebten Glauben erreicht. Dabei darf der Mensch seinen sterblichen Körper nicht vollkommen außer Acht lassen, denn dieser ist menschlich und wird gebraucht. (vgl. Vorschlag II)

Zu betonen ist meines Erachtens, dass Astell im Vergleich zu anderen Denker/innen ihrer Zeit den Körper nicht nur als reines Hindernis der Seele betrachtet. Vielmehr verweist sie daraufhin, dass der Körper eben zum Menschen in der Welt dazugehört und für die Weiterleitung lebensnotweniger Bedürfnisse unabdingbar ist. So kann sich der Mensch im Hier und Jetzt in aller Bedachtsamkeit auf die Zeit nach dem Tod vorbereiten. (vgl. Vorschlag II)

3.2. Praktische Handlungsvorschläge

Solange die Seele mit einem Körper verbunden ist, ist sie Sinneseindrücken wie Schmerzen ausgesetzt. Über diese Sinneseindrücke kann die Seele nicht verfügen und ist ihnen ausgesetzt. Doch nach Astell soll der Mensch aus „Selbst-Liebe“ (Vorschlag II, S.316) heraus diese Schmerzen erdulden, um die Seele weiter zu entwickeln. Obwohl die Selbst-Liebe gewöhnlich als eine schlechte Eigenschaft verstanden wird, ist sie nach Astell „richtig angewendet natürlich und notwendig, der große Anreiz zu jeder Form der Tugend“. (Vorschlag II, S.316) Sie unterscheidet dabei zwei Arten von Selbst-Liebe, nämlich Arroganz und gesunde Selbstachtung, deren Abgrenzung angesichts ihrer christlichen Überzeugung interpretiert werden muss. Denn wenn man sich selbst liebt, hat man kein Bedürfnis zu sündigen. Obwohl die Sünde leicht und angenehm ist, erkennt der bewusste und gläubige Mensch, dass sie das Wohlbefinden nicht nachhaltig fördert. Infolgedessen wird derjenige, der sich selbst liebt immer bewusst und tugendhaft mit sich selbst umgehen, da dies förderlich für das seelische Gleichgewicht ist und ihn näher zu Gott bringt, was das eigentliche Lebensziel darstellt. Somit ist nach Astell eine gesunde Selbstachtung als Tugend anzusehen, während Arroganz eine schlechte Neigung darstellt, die ihn von Gott abbringt. Da der Mensch, solange er mit einem Körper verbunden ist, von animalischen Eindrücken und Leidenschaften konfrontiert wird, gilt es diese durch die Vernunft zu beherrschen und auf konstruktive Ziele umzulenken7 (vgl. Vorschlag II)

Einen zentralen Punkt in Astells praktischen Vorschlägen nimmt die ruhige und nüchterne Geisteshaltung im Alltag ein, die es der Vernunft ermöglicht, immer wachsam zu sein. Dies gelingt durch die Abwendung von materiellen Dingen und die ständige Meditation zur Beruhigung der Lebensgeister. Denn diese Haltung führt dazu, in jeder Lebenssituation das Positive zu sehen. Die Kraft dafür generiert sich aus dem Glauben an Gott. Diese positive Lebenserfahrung führt letztendlich zu einem bewussten, moralischen Umgang mit den Mitmenschen. Damit es nicht zu unkontrollierten Gefühlsausbrüchen kommt, die den Geist durch zu hohe Blutwallungen aus seinem Gleichgewicht bringen, fordert Astell sich von „unmäßigen Fröhlichkeiten“ (Vorschlag II, S.325) und von zu starken Gefühlen, wie sie zum Beispiel durch Theatervorstellungen verursacht werden, fernzuhalten.

Das Ziel sollte es sein, den Körper und den Geist in Ruhe zu halten. Eine nüchterne, aber dennoch glückliche Lebensweise entspricht nach Astell dem „glückliche[n] Naturell“ (Vorschlag II, S.321). Durch diese Lebenshaltung ist der Mensch fähig, sich voll und ganz auf das Wesentliche zu konzentrieren, nämlich auf das Leben nach dem Tod: „[…] sondern unsere ganze Aufmerksamkeit auf Dinge von größerer Bedeutung zu lenken und all unsere Bewunderung für sie zu bewahren, auf solche Dinge, wie auf jene, die sich auf eine andere Welt beziehen.“ (Vorschlag II, S.326)

3.3. Parallelen zu den Theorien von Rene Descartes und Henry More

Astell geht in dem hier diskutierten Werk öfters auf die Theorien ihrer philosophischen Zeitgenossen Descartes und More direkt und indirekt ein. Sowohl Descartes als auch More haben in ihren Schriften die Körper-Seele Problematik ausführlich behandelt. So übernimmt Astell die Auffassung hinsichtlich der Natur der Leidenschaften von Descartes und More mit folgender Begründung: „Aber da das bereits von Descartes [Les Passions de l’Ame]8 und Dr. More in seiner ausgezeichneten Account of Virtue9 erklärt worden ist, kann ich nicht vorgeben irgendetwas hinzuzufügen, worüber sie sich so gut ausgesprochen haben.“ (Vorschlag II, S.326)

[...]


1 Im Folgenden wird die deutsche Übersetzung von Petra Altschuh-Riederer (2000). Mary Astell. Reflexionen und Vorschläge. Eine Stimme der englischen Restauration . Aachen: ein-Fach-verlag (Philosophinnen Band 10) verwendet und zitiert mit: (Vorschlag I bzw. II). Zu betonen ist, dass in der vorliegenden Arbeit der Schwerpunkt auf Kapitel IV „Betrifft die Zügelung des Willens und die Beherrschung der Leidenschaften“ (Vorschlag II) gerichtet ist.

2 Anmerkung: Kant schreibt 1783 in seinem Aufsatz „Beantwortung der Frage: WAS IST AUFKLÄRUNG?“, dass sich das Handeln gemäß dem „Geist der Freiheit“ und der „eigenen Vernunft“ (Kant, 1783, S.60) positiv auf die Mitmenschen, die Gesellschaft und das staatliche System übertragen kann. (vgl. Kant, Was ist Aufklärung, S.55-61) Bemerkenswert ist, dass Astell bereits 100 Jahre vor Kant das Verständnis und die Wirkung von der Aufklärung mit Kant teilt, auch wenn Astell ihre Theorie dafür aus dem Glauben ableitet.

3 Definition Substanzdualismus: „Jeder Mensch hat neben dem Körper auch eine Seele; diese Seele ist eine immaterielle, vom Körper unabhängige Substanz, die das eigentliche Selbst des Menschen ausmacht und die auch ohne den Körper nach dessen Tod weiter existieren kann.“ (Beckermann, 2008, S.20)

4 Definition Substanz: „[…] Unter Substanz versteht man gemeinhin das, was selbstständig existieren kann und Träger von Eigenschaften ist. Ein Ball z.B. ist eine Substanz. Seine Eigenschaften wie seine Kugelform oder Farbe dagegen sind keine Substanzen; denn sie können nicht ohne einen Träger existieren – etwas das diese Form oder diese Farbe hat.“ (Beckermann, 2008, S.120)

5 Astell vergleicht die Verständnisgrenze der Körper-Seele Interaktion mit dem Phänomen der Dreifaltigkeit Gottes: Gott tritt in der Form des Vaters, des Sohnes und des Geistes auf, obwohl die Vernunft und die Offenbarung sagen, dass „GOTT ein einziges Wesen ist, ungeteilt und unendlich in jeder Vollkommenheit“. (Vorschlag II, S.231) In unserer Vorstellung „gibt es nur GOTT; Und: Es gibt drei Personen in der Gottheit; aber wir kennen die Art und Weise nicht, in der diese Dinge existieren“. (Vorschlag II, S.231f.) Durch diesen Vergleich sieht Astell keine Notwendigkeit mehr genauer auf die Körper-Seele Interaktion einzugehen.

6 Im Originalwerk wird hierfür der Ausdruck „material beings“ verwendet. Astell meint damit „die Objekte der Sinne“ (Vorschlag II, S.317), durch die der Körper vergnügt und befriedigt wird. (vgl. Vorschlag II)

7 Anmerkung: Astells Prinzip, die Selbstliebe nicht negativ zu erfassen, sondern als gesunde Selbstachtung darzulegen, ähnelt der Kantischen Auffassung von Selbstliebe in seinem Werk Kritik der praktischen Vernunft (1788), die Höffe treffend als „vernünftige Selbstliebe […], die sich stets innerhalb der Grenzen der reinen praktischen Vernunft bewegt“ beschreibt. (Höffe, 2002 , S.12)

8 Vgl. Descartes, R. (1996). Die Leidenschaften der Seele . Herausgegeben und übersetzt von Klaus Hammacher. Hamburg: Meiner Verlag.

9 Vgl. More, H. (1690). An Account of Virtue or Dr. Henry’s abridgment of morals . London: Printed for Benjamin Tooke.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Mind The Gap. Theorien zu Körper und Seele im 17.Jahrhundert
Untertitel
Das Körper-Seele-Modell von Mary Astell erörtert am Werk "A Serious Proposal to the Ladies for the Advancement of their true and greatest Interest. Part 1 and 2. By a Lover of her Sex"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Philosophie)
Veranstaltung
Mind The Gap – Theorien zu Körper und Seele im 17.Jahrhundert
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V539311
ISBN (eBook)
9783346182678
ISBN (Buch)
9783346182685
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mary Astell, Körper-Seele Konzept, Renes Descartes, Henry More, Philosophinnen im 17.Jahrhundert
Arbeit zitieren
Nicole Kaczmar (Autor), 2015, Mind The Gap. Theorien zu Körper und Seele im 17.Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539311

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