Die These der Arbeit lautet: Der musikalische Begabungstest nach Arnold Bentley "Messung musikalischer Fähigkeiten" und der Begabungstest "Advanced Measures of Music Audiation" von Edwin E. Gordon messen bei einer Person die gleiche Ausprägung einer musikalischen Begabung. Die These soll anhand einer Untersuchung belegt werden, in der beide Begabungstests an zehn Gymnasialschülern getestet werden sollen. Im Vorfeld der Untersuchungen werden beide musikalischen Begabungstests vorgestellt, ihre Funktionsweise offengelegt, diskutiert und analysiert. Vor der geplanten Testreihe wird ein Interview in Form einer qualitativen Methodik mit dem Musiklehrer der Schüler durchgeführt, um zusätzlich eine Einschätzung der musikalischen Befähigungen der zehn Probanden zu erhalten. Die Auswertung des Interviews wird am Ende mit den Ergebnissen der musikalischen Begabungstests verglichen, um im Falle einer Abweichung der Begabungstestergebnisse eine zusätzliche Vergleichskomponente der musikalischen Befähigungen der Probanden zu erhalten. Weitere Ziele der Arbeit sind zudem die Beschreibungen der Ausprägung von musikalischen Fähigkeiten und die Klärung von fachspezifischen Definitionen von musikalischer Begabung und musikalischer Befähigung.
Eine musikalische Begabung, auch Musikalität oder musikalisches Talent genannt, ist die Charakterisierung der Befähigung, Musik zu spielen oder machen zu können. Der Autor dieser Arbeit spielt selbst mehrere Instrumente und komponiert Musik. Im Laufe seines Studiums beschäftigte er sich bereits mit dem Thema Musikpsychologie und stieß in diesem Zusammenhang auf die Thematik der Messung von musikalischer Begabung. Dabei faszinierte ihn neben der Tatsache, dass Musikalität messbar scheint, auch die Möglichkeit, durch die Ergebnisse Urteile über eine Befähigung fällen zu können. Bei näherem Betrachten dieser Thematik stellte der Autor fest, dass es verschiedene Messmöglichkeiten und Tests dazu gibt. Dies motivierte ihn dazu, musikalische Begabungstests als Ausgangspunkt für diese Arbeit zu verwenden.
Inhaltsverzeichnis
4. Einleitung
4.1 Motivation
4.2 These
4.3 Zielsetzung
4.4 Industrierelevanz
4.5 Schwerpunkte
5. Grundlagen
5.1 Messung Musikalischer Fähigkeiten nach Arnold Bentley
5.1.1 Keine Messung in "toto"
5.1.2 Definition einer musikalischen Begabung nach Bentley
5.1.3 Grundlagen musikalischer Fähigkeiten nach Bentley
5.1.4 Aufbau des Bentley-Tests
5.1.4.1 Tonhöhenunterscheidungstest
5.1.4.2 Tongedächtnistest
5.1.4.3 Rhythmusgedächtnistest
5.1.4.4 Akkordanalysetest
5.1.5 Durchführung des Bentley-Tests
5.1.6 Auswertungsdurchführung und Standardisierung
5.1.7 Gültigkeit und Repräsentativität des Bentley-Tests
5.1.8 Musikalisches Begabungsalter
5.2 Musikalische Begabungsforschung nach Edwin E. Gordon
5.2.1 Edwin E. Gordon
5.2.2 Musical Aptitude Profile
5.2.3 Aptitude und Audiation
5.2.4 Typen der Audiation
5.2.5 Entwicklungsstadien der Audiation
5.2.6 Advanced Measures of Music Audiation
5.2.7 Grundlagen von Advanced Measures of Music Audiation
5.2.8 Der Begabungstest
5.2.9 Anweisungen zum Begabungstest
5.2.10 Testdurchführung
5.2.11 Auswertung des Begabungstests
5.2.12 Normung des Advanced Measures of Music Audiation Test
5.2.13 Feststellung der musikalischen Begabung anhand des Percentile Ranks
6. Methodik
6.1 Qualitatives Interview
6.2 Experteninterview - Leitfadeninterview
6.3 Merkmale des Leitfadeninterviews
6.4 Pretest
6.5 Durchführung des Interviews
6.6 Auswertung des Interviews
6.7 Themenkomplexe des Leitfadeninterviews dieser Arbeit
7. Durchführung
7.1 Durchführung des Bentley-Tests "Messung musikalischer Fähigkeiten"
7.2 Durchführung des Begabungstests "Advanced Measures of Music Audiation" von Edwin E. Gordon
7.3 Durchführung des Leitfadeninterviews
8. Ergebnisse
8.1 Auswertung der Begabungstests "Messung musikalischer Fähigkeiten" nach Arnold Bentley und "Advanced Measures of Music Audiation" nach Edwin E. Gordon
8.2 Ergebnisse "Messung musikalischer Fähigkeiten" nach Arnold Bentley
8.3 Ergebnisse "Advanced Measures of Music Audiation" nach Edwin E. Gordon
8.4 Ergebnisse des Leitfadeninterviews
8.5 Diskussion der Ergebnisse des Leitfadeninterviews
8.6 Vergleich der Ergebnisse der musikalischen Begabungstests und des Leitfadeninterviews (Experteninterview)
9. Zusammenfassung
9.1 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die These, ob die musikalischen Begabungstests nach Arnold Bentley ("Messung musikalischer Fähigkeiten") und Edwin E. Gordon ("Advanced Measures of Music Audiation") bei einer Person die gleiche Ausprägung einer musikalischen Begabung messen. Hierfür werden die Tests theoretisch analysiert und empirisch an einer Gruppe von zehn Gymnasialschülern durchgeführt, ergänzt durch ein qualitatives Experteninterview mit deren Musiklehrer.
- Vergleichende Analyse der Testverfahren von Arnold Bentley und Edwin E. Gordon
- Qualitative Methodik: Durchführung und Auswertung von Experteninterviews mit Musikpädagogen
- Empirische Messung musikalischer Fähigkeiten bei Schülern (12-14 Jahre)
- Diskussion der Validität und Reliabilität der Testverfahren
- Synthese aus Testdaten und pädagogischer Expertenbeurteilung
Auszug aus dem Buch
5.1.4.1 Tonhöhenunterscheidungstest
In diesem Test wird vom Probanden die Fähigkeit abverlangt, unterschiedliche Töne voneinander unterscheiden zu können. Dabei handelt es sich insgesamt um 20 Aufgaben, wobei jede Aufgabe für ein Tonpaar, also zwei nacheinander folgende Töne, steht. Jeder gespielte Ton hat eine Tondauer von einer Sekunde. Nach dem gehörten Tonpaar hat der Proband 6 Sekunden Zeit zu antworten, bis die nächste Aufgabe zu hören ist. Der erste hörbare Ton in jeder Aufgabe des Tonhöhenunterscheidungstests ist stets der gleiche Ton. Der Ton schwingt bei 440 Hz und wird auch als Kammerton bezeichnet. Im musikalischen System handelt es sich dabei um den Ton a. Die Auswahl dieses Tones hat Bentley keinesfalls willkürlich getroffen. Er begründet diese Wahl damit, dass der Ton mit 440 Hz ungefähr in der Mitte des Tonumfanges der Stimme eines Kindes liegt. Er geht von der Annahme aus, dass der Kehlkopf eines Menschen bei der Tonhöhenunterscheidung eine wesentliche Rolle spielt, auch wenn dieser bei einer Erkennung von Tonhöhendifferenzen gar nicht benutzt wird. Weiter stellt Bentley in diesem Zusammenhang fest, dass die Tonhöhenunterschiede, die innerhalb des Stimmenumfangs liegen, leichter zu unterscheiden sind, als die, die außerhalb dieses Umfangs liegen.
Zusammenfassung der Kapitel
4. Einleitung: Motivation, Zielsetzung und die zentrale These der Arbeit hinsichtlich der Vergleichbarkeit zweier musikalischer Begabungstests werden dargelegt.
5. Grundlagen: Es erfolgt eine theoretische Einführung in die Begabungstests von Arnold Bentley und Edwin E. Gordon, deren Aufbau sowie die Definition musikalischer Begabung.
6. Methodik: Der methodische Ansatz der Arbeit wird beschrieben, insbesondere das Leitfadeninterview als qualitative Forschungsmethode zur Expertenbefragung.
7. Durchführung: Die praktische Umsetzung der Begabungstests an einer Leipziger Schule und die Durchführung der Experteninterviews werden detailliert dokumentiert.
8. Ergebnisse: Die gesammelten Testdaten und Interviewergebnisse werden systematisch ausgewertet, diskutiert und miteinander verglichen.
9. Zusammenfassung: Abschließende Bewertung der Untersuchungsergebnisse, Erkenntnisse zur These sowie ein Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Musikalische Begabung, Musikpsychologie, Arnold Bentley, Edwin E. Gordon, Advanced Measures of Music Audiation, Messung musikalischer Fähigkeiten, Leitfadeninterview, Experteninterview, Begabungsforschung, Audiation, Tonalität, Rhythmusgefühl, Testvalidität, Schulpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und vergleicht zwei spezifische musikalische Begabungstests, um zu prüfen, ob sie die gleiche musikalische Begabung bei Probanden messen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Kerngebiete sind die theoretischen Grundlagen musikalischer Begabung nach Bentley und Gordon, die qualitative Forschungsmethodik durch Experteninterviews sowie die praktische Durchführung von Begabungstests im schulischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die These zu belegen oder zu widerlegen, dass der "Bentley-Test" und der Gordon-Test ("Advanced Measures of Music Audiation") identische Ausprägungen musikalischer Begabung erfassen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Der Autor verwendet eine Kombination aus einer theoretischen Literaturanalyse der Testmanuale, einer empirischen quantitativen Datenerhebung bei Schülern sowie einer qualitativen Methodik in Form von Leitfadeninterviews mit Musiklehrern.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Untersuchung im Vordergrund?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Vorstellung der Testaufbauten, der methodischen Durchführung der Testreihen an einer siebten Klasse und der anschließenden Auswertung der erzielten Punktzahlen und Percentile Ranks im Vergleich zur Expertenmeinung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind musikalische Begabungsforschung, Testvalidität, Audiation, psychologische Messverfahren und die pädagogische Einschätzung von musikalischen Fähigkeiten.
Warum spielt das "Begabungsalter" in der Arbeit eine Rolle?
Das "musikalische Begabungsalter" nach Bentley ist eine berechnete Kennzahl aus den Testergebnissen, die laut Bentley Hinweise auf die Stärke der musikalischen Begabung geben soll.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zum Gordon-Test?
Der Autor stellt bei der Anwendung des Gordon-Tests Widersprüche bei einigen Probanden fest und vermutet, dass das Alter der Zielgruppe oder eine mangelnde Reife die Testergebnisse beeinflusst haben könnten.
- Arbeit zitieren
- Tino Kulisch (Autor:in), 2014, Die musikalischen Begabungstests von Bentley und Gordon im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539384