Die folgende Hausarbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen abweichendem Verhalten von Jugendlichen und der Jugendkriminalität.
Zunächst betrachten wir abweichendes, deviantes und delinquentes Verhalten. Dazu befassen wir uns mit den verschiedenen Formen von Devianz und dem Klassifikationsmodell jugendlicher Delinquenz von Terrie Moffitt. Des Weiteren setzen wir uns mit sozialen Problemlagen und dem Thematisierungsmodell nach Giesen auseinander. Außerdem greifen wir die Grundlagen der Jugendkriminalität auf und beschreiben die neun Thesen zu den Gründen kriminellen Verhaltens nach Sutherland.
Ein zentraler Punkt unserer Hausarbeit ist das Entstehen sozialer Problemlagen aufgrund abweichenden Verhaltens von Jugendlichen. Hierzu nehmen wir Bezug auf die Theorien abweichenden Verhaltens nach Bernd Dollinger und Jürgen Raithel und bearbeiten die Frage, in welchem Einfluss Peer-Groups und Subkulturen im Zusammenhang mit abweichendem Verhalten und der Jugendkriminalität stehen. Um dies besser zu erläutern, gehen wir auch auf die Subkulturentheorie nach Cohen ein und setzen uns kritisch mit dem Thema Peer-Groups auseinander.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Abweichendes Verhalten, Devianz und Delinquenz
2.1 Abweichendes Verhalten und Devianz
2.2 Delinquenz
3. Soziale Problemlagen und Interventionsmaßnahmen
3.1 Soziale Problemlagen
3.2 Drogenkonsum als soziales Problem
4. Jugendkriminalität
5. Peer-Groups und Subkulturen
5.1 Peer-Groups
5.2 Subkulturen
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Peer-Groups und Subkulturen auf die Entstehung von abweichendem Verhalten und Jugendkriminalität. Ziel ist es, theoretische Ansätze zur Erklärung von Delinquenz aufzuarbeiten und zu hinterfragen, inwiefern soziale Zugehörigkeiten delinquente Entwicklungen bei Jugendlichen fördern oder unterstützen.
- Theoretische Grundlagen von Devianz und Delinquenz
- Soziale Problemlagen und deren Intervention
- Drogenkonsum als soziales Problem und Phänomen
- Lerntheoretische Erklärungsmodelle kriminellen Verhaltens
- Die Rolle von Peer-Groups und Subkulturen in der Adoleszenz
Auszug aus dem Buch
2.1 Abweichendes Verhalten und Devianz
Dollinger und Raithel unterscheiden zwischen Kriminalität und Normabweichungen. „Normen stellen eine Form der Verhaltensregulation dar, ohne die weder Interaktionen noch gesellschaftliches Leben denkbar sind.“ (Groenemeyer 2017: 604) Die Normabweichungen umfassen Verhaltensweisen, „die Normen nicht gerecht werden, deswegen aber nicht kriminell sind“ (Dollinger 2006: 11). Es wird beschrieben, dass das Individuum in „einem vorgegebenen System an Normen und Werten“ (ebd.) lebt und ein gegensätzliches Verhalten, wie zum Beispiel „eine unfreundliche Bemerkung oder ein unterlassener Gruß“ (Dollinger 2006: 12), als abweichendes Verhalten verstanden werden kann.
Hierbei kann auch die Rede von Formen der Devianz sein. „Devianz bezeichnet die Abweichung von einer Norm“ (Dollinger 2017: 187). Sie kann in „vier idealtypische(n) Arten“ (Dollinger 2006: 13) eingeteilt werden, in die konventionelle, die provozierende, die problematische Devianz und die Kriminalität (ebd.). Die konventionelle Devianz kennzeichnet sich dadurch, dass das Verhalten „an einer Grenze zwischen Konformität und Devianz“ (Dollinger 2006: 13), dies meint „unspektakuläre Abweichungen“ (ebd.) steht. Die zweite Form ist die provozierende Devianz. Diese lässt sich am Beispiel eines unterlassenen Grußes beschreiben. Das Verhalten stößt auf Ablehnung in der gesellschaftlichen Konvention.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Jugendkriminalität ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Fragestellungen der Arbeit.
2. Abweichendes Verhalten, Devianz und Delinquenz: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Devianz und Delinquenz und stellt das Klassifikationsmodell von Terrie Moffitt zur Erklärung delinquenter Entwicklungspfade vor.
3. Soziale Problemlagen und Interventionsmaßnahmen: Hier werden soziale Probleme theoretisch hergeleitet und am Beispiel des Drogenkonsums verdeutlicht, inklusive der verschiedenen gesellschaftlichen Interpretations- und Kontrollinstanzen.
4. Jugendkriminalität: Dieses Kapitel expliziert die lerntheoretischen Grundlagen kriminellen Verhaltens anhand der neun Thesen von Sutherland, die den Erwerb von Delinquenz durch soziale Interaktion betonen.
5. Peer-Groups und Subkulturen: Dieser Abschnitt analysiert die identitätsstiftende Funktion von Peer-Groups und die Entstehung von Subkulturen als Reaktion auf Anpassungsprobleme von Jugendlichen.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont den Einfluss von Peer-Groups und Subkulturen als potenzielle Förderfaktoren für Jugendkriminalität.
Schlüsselwörter
Jugendkriminalität, Abweichendes Verhalten, Devianz, Delinquenz, Peer-Groups, Subkulturen, Soziale Problemlagen, Drogenkonsum, Lerntheorie, Sutherland, Normabweichung, Sozialisation, Anpassungsprobleme, Intervention, Kriminologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht, wie Peer-Groups und Subkulturen die Entstehung von abweichendem Verhalten bei Jugendlichen und deren Kriminalisierung beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Definitionen von Delinquenz, den Ursachen kriminellen Verhaltens, dem Phänomen des Drogenkonsums und der sozialen Dynamik innerhalb von Jugendgruppen.
Welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?
Die zentrale Frage ist, in welchem Einfluss Peer-Groups und Subkulturen im Zusammenhang mit abweichendem Verhalten und der Jugendkriminalität stehen.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden verwendet?
Die Arbeit nutzt unter anderem das Klassifikationsmodell von Terrie Moffitt, das Thematisierungsmodell von Giesen sowie die Theorien von Bernd Dollinger, Jürgen Raithel und Edwin Sutherland.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert zunächst die Konzepte von Devianz und Delinquenz, analysiert soziale Probleme und Drogenkonsum und beleuchtet detailliert Sutherlands Lerntheorien sowie die Subkulturtheorie nach Cohen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendkriminalität, Peer-Groups, Subkulturen, Devianz, Soziale Kontrolle und Differenzielles Lernen.
Wie unterscheiden sich die Delinquenz-Typen bei Terrie Moffitt?
Moffitt unterscheidet zwischen der "adolescence limited"-Delinquenz, die sich auf die Jugendphase beschränkt, und der "life-course-persistent"-Delinquenz, die bereits in der Kindheit beginnt und lebenslang andauern kann.
Warum ist die Unterscheidung der drei Interpretationsformen von Drogenkonsum wichtig?
Sie ist entscheidend für die Wahl der Interventionsmaßnahme: Während Normalität Toleranz oder Training erfordert, führt Kriminalität zu Bestrafung und Pathologie zu Therapie.
Welche Rolle spielen Subkulturen laut Albert K. Cohen?
Subkulturen werden als Reaktion von Gruppen beschrieben, die keine erfolgreiche Lösung für ihre Anpassungs- und Statusprobleme in der dominierenden Gesellschaftsschicht finden.
- Arbeit zitieren
- Cynthia Beckmann (Autor:in), Alicia Schneider (Autor:in), 2020, Abweichendes Verhalten und Jugendkriminalität. Der Einfluss von Peer-Groups und Subkulturen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539449