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Jugendzeitschriften - Die BRAVO

Title: Jugendzeitschriften - Die BRAVO

Term Paper , 2004 , 13 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Daniela Daus (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Die 50er Jahre waren ein wirklich außergewöhnliches Jahrzehnt in der deutschen Nachkriegsgeschichte, da die Bundesrepublik noch jung und der NS-Staat noch im unmittelbaren Gedächtnis der Bevölkerung war, und das vom Krieg zerstörte Land nun wieder aufgebaut werden musste. Kaspar Maase beschreibt dieses Jahrzehnt des Aufbaus als eine Periode der „...verbissene[n] Entschlossenheit der Westdeutschen..., die den Nationalsozialismus zum Alptraum erklärten und nun mit aller Gewalt modern sein wollten.“ Passend zu diesem westdeutschen Aufbruch in die Modernität brachte der Münchner Kindler & Schiermeyer-Verlag am 26. August 1956 zum Preis von 50pf ein neues Zeitschriftenformat auf den Markt: Die „BRAVO -Zeitschrift für Film und Fernsehen“, welche vor allem Einflüsse der amerikanischen Kulturindustrie zu den Westdeutschen, bzw. zur westdeutschen Jugend bringen wollte. Zunächst war die Bravo als Unterhaltungsblatt für Menschen jeden Alters und jeder sozialen Stellung gedacht. Zielgruppen der sogenannten `BRAVO-Familie` waren Eltern, Großeltern sowie in einer Ausgabe auch „...gestandene Hamburger Hafenarbeiter...“. Diese Zielgruppe schien erfolgversprechend zu sein, da amerikanische Musik und Filme zunächst auch für ein großes Publikum interessant schienen. Jedoch fand die Bravo bald ihren größten Leserkreis in der westdeutschen Jugend: 1960 waren 36% der Leser zwischen 12 und 16 Jahren sowie 18% zwischen 17 und 20 Jahren. Aufgrund der Berichterstattung über die privaten Freizügigkeiten mancher US-Stars, wurde der Bravo, vor allem von der Elterngeneration, schnell ein Platz am Rande der sogenannten „Kultur“ zugewiesen, die Maase mit „...Ordnung, Sauberkeit und Bildungsanspruch...“ definierte.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich die Bravo und ihre inhaltlichen Bestandteile vornehmlich in den 50er Jahren ergründen sowie eine Einschätzung ihres kulturellen, kommerziellen und politischen Einflusses auf die westdeutsche Jugend versuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die inhaltlichen Bestandteile der BRAVO

2.1 Kulturimporte aus Übersee

2.2 Kommentare und Glossen

2.3 Ratgeberfunktionen und traditionelle Werte

2.4 Deutsche Stars

2.5 Politische Elemente

2.6 Kommerzielle Einstellungen

2.7 `Zwar steuern wir, aber ihr bestimmt, wohin die Reise gehen soll`

3. Die BRAVO - Ausdruck einer neuen Jugendpopulärkultur

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die inhaltlichen Schwerpunkte der Jugendzeitschrift „BRAVO“ während der 1950er Jahre und analysiert deren Einfluss auf die westdeutsche Jugend im Hinblick auf kulturelle, kommerzielle und politische Aspekte.

  • Die Rolle der BRAVO als Medium zwischen Teenager- und Elterngeneration.
  • Die Vermittlung amerikanischer Kulturimporte und deren Adaption.
  • Das vermittelte Frauenbild und traditionelle gesellschaftliche Werte.
  • Die Bedeutung der BRAVO für die Entstehung einer kommerziellen Jugendkultur.
  • Der politische Einfluss und die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wie Rassismus.

Auszug aus dem Buch

2.1 Kulturimporte aus Übersee

Da Film- und Schallplattenimporte aus den USA auf dem bundesdeutschen Markt bereits einen großen Stellenwert hatten – im Jahr 1956 gehörten beispielsweise Elvis Presleys „Love me tender“ und der Schauspieler James Dean zu den begehrtesten US-Importen8- berichtete man über diese kulturellen Strömungen im großen Rahmen und schon das erste Bravo Titelblatt zierten Marilyn Monroe und Richard Widmark.9 Schwerpunkt war die bebilderte Berichterstattung über amerikanische Stars wie Elvis Presley, Marlon Brando oder James Dean. Letzterer wurde als Verkörperung der neuen amerikanischen Lässigkeit gefeiert, die gerade „en vogue“ war. So war er mit vielen Filmbildern, Star-Aufnahmen wirklich privaten Fotos oft in der Zeitschrift vertreten.10 Gerade weil die junge Zeitschrift eine bebilderte Berichterstattung, vor allem über die privaten Eskapaden der US-Stars, fokussierte, verlor sie schnell an Ansehen bei der Elterngeneration,11 konnte sich jedoch als wichtigste Informationsquelle des künstlerischen Lebens in Übersee für die bundesdeutsche Jugend etablieren.12

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über den zeithistorischen Kontext der 50er Jahre in Westdeutschland und führt in die Entstehung sowie die ursprüngliche Zielsetzung der „BRAVO“ ein.

2. Die inhaltlichen Bestandteile der BRAVO: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die verschiedenen Säulen der Zeitschrift, von der Berichterstattung über US-Stars und das „Steffi“-Tagebuch bis hin zu politischen Kommentaren und der kommerziellen Ausrichtung.

3. Die BRAVO - Ausdruck einer neuen Jugendpopulärkultur: Das Fazit fasst zusammen, wie die BRAVO trotz ihrer Rolle als Unterhaltungsmedium gesellschaftliche Normen prägte und als zentraler Vermittler für eine neue Jugendkultur fungierte.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen zur Analyse der Thematik.

Schlüsselwörter

BRAVO, Jugendzeitschrift, 1950er Jahre, Jugendkultur, Amerikanisierung, Elvis Presley, James Dean, Konsumverhalten, Teenager, Elterngeneration, Medienanalyse, Popkultur, Frauenbild, Bundesrepublik Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die inhaltliche Gestaltung der Jugendzeitschrift BRAVO in den 1950er Jahren und deren kulturelle sowie politische Bedeutung für die westdeutsche Jugend.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Einfluss amerikanischer Kultur, der Vermittlung von Rollenbildern (insbesondere für Frauen), den Ratgeberfunktionen und der kommerziellen Rolle der Zeitschrift als Motor für Konsum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Einfluss der BRAVO auf die westdeutsche Jugend der Nachkriegszeit kritisch zu hinterfragen und ihr Wirken als Kulturmedium zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine medienhistorische Analyse, die auf der Auswertung publizistischer Inhalte der BRAVO und dem Abgleich mit fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Rubriken der Zeitschrift, darunter Kulturimporte, die Ratgeberfunktion durch „Steffi“, die politische Einordnung und die kommerzielle Verknüpfung mit der Konsumwelt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Jugendkultur, Amerikanisierung, Konsum, Generationenkonflikt und Medienwandel beschreiben.

Welche Rolle spielte die Figur „Steffi“ für das Frauenbild in der BRAVO?

„Steffi“ diente als Identifikationsfigur für Teenager, die zwar einen modernen Anschein erweckte, inhaltlich jedoch stark traditionelle Werte und ein romantisch-häusliches Frauenbild propagierte.

Warum wurde die BRAVO von den Behörden kritisch beobachtet?

Aufgrund des Starkults und der befürchteten negativen Einflüsse auf die Jugend wurde die Zeitschrift mehrfach durch Behörden, wie das Sozialministerium Rheinland-Pfalz oder das bayerische Staatsministerium, indiziert.

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Details

Title
Jugendzeitschriften - Die BRAVO
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2.3
Author
Daniela Daus (Author)
Publication Year
2004
Pages
13
Catalog Number
V53945
ISBN (eBook)
9783638492560
ISBN (Book)
9783656795308
Language
German
Tags
Jugendzeitschriften BRAVO
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Daus (Author), 2004, Jugendzeitschriften - Die BRAVO, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53945
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