Ziel dieser Arbeit ist, alle verfügbaren Publikationen über spezifisch veränderte Hirnregionen in der MRT bei aMCI-Patienten, welche innerhalb eines Beobachtungszeitraums von mindestens einem Jahr zu AD konvertieren, zusammenzutragen. PubMed und Web of Science wurden systematisch nach Studien durchsucht, welche eine Konversion von aMCI-Patienten zu Alzheimer-Demenz mittels struktureller MRT oder DTI in einer Langzeitstudie beobachten und weitere Hirnregionen untersuchen als die schon bekannten Prädiktoren für eine Konversion von unspezifischer MCI zu AD.
Eine qualitative Bewertung der eingeschlossenen Studien erfolgt durch die Newcastle-Ottawa Skala. Die Review-Erstellung orientiert sich am PRISMA-Statement. Als eine in Zukunft zu beobachtende Region für eine Konversion mittels sMRT wurde der Precuneus identifiziert. Das DTI-Verfahren ermittelte als betroffene Regionen den Fasciculus uncinatus, die Fasciculi longitudinalis inferior/superior sowie das Genu Callosum. Aus der Recherche geht hervor, dass gefundenen Strukturen als mögliche spezifische Prädiktoren infrage kommen, jedoch verstärkt in Langzeitstudien erforscht werden müssen, um eine breitere Datengrundlage für Empfehlungen zu ermöglichen.
Die Diagnose Alzheimer Demenz (AD) betrifft nicht nur das Individuum und sein Umfeld, auch die Gesellschaft, als Solidargemeinschaft, wird sich aufgrund des demografischen Wandels auf ein ernst zu nehmendes Zukunftsproblem einstellen müssen. Alois Alzheimer beschrieb Plaques und Neurofibrillen als Hauptbefunde schon vor rund 100 Jahren. Seitdem ist die AD zu einem immensen Forschungsfeld angewachsen. Obwohl bis heute keine wirksame medikamentöse Therapie für AD existiert, sorgen anatomische und biochemische Grundlagenforschung für eine frühere und verbesserte Diagnostik.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Problemstellung und Zielsetzung
Aufbau der Arbeit
Theoretischer Hintergrund
Normale Alterungsprozesse im Gehirn
Demenzen allgemein
Differenzialdiagnose und Gedächtnis
Leichte kognitive Störung, MCI (mild cognitive impairment)
MCI speziell bei Alzheimer Demenz, Therapie und Prävention
Erster Überblick Alzheimer Demenz
Epidemiologie
Diagnostik
Alzheimer als Kontinuumerkrankung
Präklinische Alzheimer Erkrankung.
MCI als AD-assoziierte leichte kognitive Beeinträchtigung.
Klinisch apperentes demenzielles Syndrom der Alzheimer-Erkrankung.
Kaskadenmodell
Die Morphologie im Krankheitsverlauf
Theorien zur Ätiologie der AD.
Neuropathologische Forschung.
Bildgebende Verfahren
Magnetresonanztomographie (MRT)
Funktion der MRT.
Untersuchung.
Bildgebung bei MCI und AD.
Aktueller Forschungsstand betroffener Hirnstrukturen bei AD
Temporallappen
Gyrus parahippocampalis mit entorhinalem Kortex
Hippocampus
Gyrus dentatus
Posteriores Cingulum und Precuneus
Amygdala
Mammillarkörper und Fornix
Locus caeruleus
Basales Vorderhirn
Substantia nigra
Relevanz des Reviews
Fragestellung
Methodik
Systematisches Review
Suchkomponenten
Ein- und Ausschlusskriterien
Identifikation der Studien/Suchstrategie
Auswahl und Beschreibung der Datenbanken
Entwicklung des Suchstrings
Synonyme Suchbegriffe.
Literaturverwaltung
Datenevaluation/Datenextraktion
Beschaffung der Volltexte
Studienauswertung und Datenextraktion
Biasrisiko der Studien
Biasrisiko des Reviews
Ergebnisse
Ergebnisse der Literatursuche und Darstellung der Studienauswahl
Identifikation
Screening
Engere Auswahl
Eingeschlossen
Ergebnisse der einzelnen Studien vor dem Hintergrund der Fragestellung
Methodische Aspekte der Studien
Diskussion
Zusammenfassung der Ergebnisse
Precuneus.
Diskussion der Ergebnisse der Bildgebung
Methodische Qualität der inkludierten Studien
Fazit, Ausblick sowie Implikationen für Theorie und Praxis
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die systematische Zusammenfassung verfügbarer Publikationen über spezifisch veränderte Hirnregionen in der MRT bei Patienten mit amnestischer leichter kognitiver Störung (aMCI), die innerhalb von mindestens einem Jahr eine Alzheimer Demenz (AD) entwickeln. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob sich durch ein systematisches Review prospektiver Kohortenstudien frühe, signifikante Marker in der strukturellen MRT-Bildgebung identifizieren lassen, die eine Konversion von aMCI zu AD prädizieren.
- Identifikation spezifischer Hirnregionen als Biomarker mittels MRT/DTI
- Vergleich von aMCI-Konvertern und stabilen Patienten
- Qualitative Bewertung der Studienqualität anhand der Newcastle-Ottawa Skala
- Methodische Analyse der strukturellen Bildgebung im Kontext der AD-Früherkennung
- Ableitung von Implikationen für die klinische Praxis und zukünftige Forschung
Auszug aus dem Buch
Die Morphologie im Krankheitsverlauf
In diesem Kapitel soll eine Verknüpfung zwischen morphologischen Veränderungen und klinischer Symptomatik erfolgen. Die aktuelle Forschungslandschaft ist aufgrund der verschiedenartiger Befunden, Diagnosen, Diagnosekriterien, Theorien und ihrer Einordnungen schwer überschaubar. Vorliegende Arbeit versucht, strukturelle Veränderungen in den Verlauf der AD einzuordnen und leitet diese Bemühungen mit einer Auflistung aktueller Theorien ein. Diverse Forschungsarbeiten verwenden verschiedene theoretische Ansätze, welche die im Vorfeld genannten Befunde erklären und einzuordnen versuchen. Nachfolgend werden die aktuellsten Ansätze dargestellt.
Theorien zur Ätiologie der AD. Stoffwechseltheorien: Die cholinerge Hypothese versucht, kognitive Defizite durch Störungen des cholinergen Transmittersystems zu beschreiben, vermag aber nicht die Veränderung anderer Neurotransmittersysteme zu erklären, welche an der funktionellen Einschränkung der AD einen Anteil haben (Ärzteblatt, 1997). Genetische Theorie: Diese Theorie ist anerkannt, gilt aber nur für familiär auftretende Fälle und betrifft somit eine absolute Minderheit der großen Anzahl der sporadisch von AD Betroffenen (Maurer, Ihl & Frölich, 2013, S. 71). Auch die Hypothesen zur zellulären Glucosestoffwechselstörung sowie der Glutamat- und Kalziumstoffwechselstörungen nehmen biochemische Reaktionen und in deren Folge eine Neuronendegeneration an. Andere Theorien wie die Radikalhypothese, die immunologische Theorie, die Neurotoxintheorie, die Stresstheorie oder auch eine virale Übertragung sollen hier nur am Rande Erwähnung finden, sie konnten bisher nur teilweise oder gar nicht bewiesen werden (Maurer et al., 2013, S. 69-72).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Alzheimer-Demenz ein, erläutert die Relevanz der Früherkennung bei aMCI-Patienten und definiert das Ziel der Arbeit.
Theoretischer Hintergrund: Hier werden die physiologischen Alterungsprozesse, Grundlagen von Demenzen, diagnostische Kriterien, das Kontinuum der Alzheimer-Erkrankung sowie der Forschungsstand zu betroffenen Hirnstrukturen detailliert dargestellt.
Fragestellung: Das Kapitel formuliert präzise die Zielsetzung der systematischen Untersuchung der strukturellen MRT-Bildgebung zur Vorhersage der AD-Konversion bei aMCI-Betroffenen.
Methodik: Hier wird der Prozess des systematischen Reviews beschrieben, inklusive der Suchstrategie, Ein- und Ausschlusskriterien, Datenextraktion und Bewertung des Biasrisikos mittels der Newcastle-Ottawa Skala.
Ergebnisse: In diesem Teil werden die Ergebnisse der Literatursuche präsentiert, die Studienauswahl dargestellt und die methodischen Aspekte der inkludierten Primärstudien detailliert analysiert.
Diskussion: Dieses Kapitel fasst die gefundenen Biomarker zusammen, ordnet die Ergebnisse in den Forschungsstand ein, kritisiert die methodische Qualität und diskutiert Limitationen der Arbeit.
Fazit, Ausblick sowie Implikationen für Theorie und Praxis: Das abschließende Kapitel bewertet die Eignung der untersuchten Bildgebungsverfahren und leitet Empfehlungen für die zukünftige klinische Diagnostik und Forschung ab.
Schlüsselwörter
systematic Review, amnestic mild cognitive impairment, aMCI, AD, converter, Konverter, MRI, sMRT, DTI, Alzheimer, Bildgebung, Früherkennung, Biomarker, Neurodegeneration, Kohortenstudie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht systematisch, welche spezifischen veränderten Hirnregionen in der strukturellen Magnetresonanztomographie (sMRT) bei Patienten mit amnestischer leichter kognitiver Störung (aMCI) auf eine bevorstehende Konversion zur Alzheimer-Demenz hindeuten könnten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Alzheimer-Diagnostik, das Konzept der aMCI als Vorstufe, moderne bildgebende Verfahren wie MRT und DTI sowie die Identifikation prädiktiver Biomarker für den Krankheitsverlauf.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, durch eine systematische Übersichtsarbeit zu klären, ob prospektive Kohortenstudien frühe, signifikante Marker in der strukturellen MRT-Bildgebung liefern, die eine Entwicklung von aMCI zu Alzheimer-Demenz bei Betroffenen vorhersagen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um ein systematisches Review. Dabei wurden medizinische Datenbanken wie PubMed und Web of Science nach Primärstudien durchsucht, die anschließend nach expliziten Kriterien qualitativ bewertet und deskriptiv ausgewertet wurden.
Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den theoretischen Hintergrund zu AD-Pathologien, die Funktionsweise der MRT- und DTI-Bildgebung, die Darstellung relevanter Hirnstrukturen sowie die methodische Durchführung und die Analyse der Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem systematic Review, amnestic mild cognitive impairment (aMCI), Alzheimer Demenz (AD), Konverter, MRT, sMRT, DTI und Neurodegeneration.
Warum ist der Precuneus für die Bildgebung bei aMCI-Patienten besonders interessant?
Der Precuneus wird in der Arbeit als eine Region identifiziert, die bereits früh Atrophie-Erscheinungen zeigt und somit als potenzieller Biomarker in der sMRT für eine Konversion von aMCI zu AD in Frage kommt.
Welchen Stellenwert nimmt die DTI-Bildgebung im Vergleich zur reinen sMRT ein?
Die Arbeit stellt fest, dass die DTI-Bildgebung für die Fragestellung oft geeigneter ist als die sMRT allein, da sie in der Lage ist, spezifischere Veränderungen in der Mikrostruktur der weißen Substanz (z.B. Fasciculus uncinatus) darzustellen.
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- Rubi Mauer (Author), 2020, Frühe Biomarker der strukturellen Magnetresonanztomographie bei aMCI-Betroffenen mit Entwicklung einer Alzheimer Demenz im Beobachtungszeitraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539475