Wordsworths Werke beschreiben eindringlich und gefühlsbetont die Schönheit der Natur, den Reichtum, den dieses Gefüge zu bieten vermag sowie die Beziehung zwischen dem Individuum und der Natur. Im Mittelpunkt steht in dieser Arbeit nicht die objektive Wiedergabe der Landschaft, sondern vielmehr das individuelle, kontemplative Erleben der Natur, das William Wordsworth auf eine eindrucksvolle Art und Weise in seinen Werken schildert. Die Faszination, die diese ausstrahlen aufgrund ihrer weiterhin andauernden Aktualität und der intensiven und berührenden Illustration der Schönheit und Erhabenheit der Natur ist die Grundlage dieser Arbeit, deren Ziel darauf liegt, das vielschichtige Konzept sowie die außergewöhnliche und expressive Beschreibung und Darstellung in den Dichtungen Wordsworths zu analysieren und zu bewerten.
William Wordsworths kann als einer der herausragendsten und bedeutendsten Dichter der englischen Romantik angesehen werden sowie als einer der einflussreichsten „poets of nature“. Seine Werke zeugen von einer ausdrucksstarken und verehrenden Darstellung des natürlichen Lebensraumes und der ihm innewohnenden Formen und Lebewesen; obwohl diese Werke vor mehr als 200 Jahren veröffentlicht wurden, haben die darin formulierten Auffassungen und Leitgedanken, insbesondere in der heutigen Zeit der Verstädterung, wachsender Ausbeutung natürlicher Ressourcen und Umweltverschmutzung an Aktualität und Brisanz nichts eingebüßt, sondern können selbst im 21. Jahrhundert als Grundlage für ein naturbewusstes, achtsames Verhalten der Natur gegenüber gelten.
Durch die Analyse und Deutung ausgewählter Zeilen und Metaphorik anhand eigener Untersuchungen und in Verbindung mit Aussagen entsprechender Sekundärliteratur betrachtet die Arbeit Wordsworths Annäherung an die Natur sowie seine Methodik, die Dimensionen und Bestandteile des natürlichen Lebensraumes zu beschreiben.
Der Hauptteil der Arbeit ist der Analyse der Naturdarstellung und des besonderen Naturerlebens in den Werken William Wordsworth gewidmet. Da die Darstellung und das Erleben der Natur in den Werken des Dichters äußerst komplexe, vielschichtige Abläufe markieren, wird zunächst auf die Bedeutung eingegangen, die die Natur für Wordsworth aufweist. Im weiteren Verlauf werden sowohl die Potenziale, Kräfte und Funktionen, die der Dichter der Natur zuschreibt, betrachtet wie auch die in vielen Werken Wordsworths angelegte Kontrastierung von Natur und menschlicher Zivilisation und Kultur.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Kulturgeschichtlicher Kontext
3. Der sich verändernde Naturbegriff der englischen Lyrik
3. 1. Die Natur und deren dichterische Darstellung im Neoklassizismus
3.2. Der Naturbegriff und die Darstellung der Natur in der Romantik
3.3. Die romantische Natur bei William Wordsworth
4. Das Naturerlebnis bei William Wordsworth
4.1. Die Beziehung zwischen Dichter und Natur
4.2. Das Verhältnis der Natur zu Kultur und Gesellschaft
4.3. Die göttlich-spirituelle Kraft der Natur
4.4. Die Natur als Lehrmeister und Quelle der Wahrheit
4.5. Das Erhabene und Schöne in der Natur
4.6. Die Geräusche und Klänge der Natur
4.7. Die astrale Symbolik in den Werken Wordsworths
4.8. Das Naturerlebnis in Form, Stil und Bildsprachlichkeit
5. Der Einfluss der Naturdarstellungen Wordsworths auf nachfolgende Dichtergenerationen
5.1. Dier Auswirkungen auf die romantischen Dichter der zweiten Generation
5.2. Die Auswirkungen auf die Dichter des viktorianischen Zeitalters
6. Schlussbetrachtung
7. Literaturverzeichnis
Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Natur in ausgewählten Werken von William Wordsworth und analysiert, wie sich sein Naturbegriff im Vergleich zur neoklassizistischen Epoche gewandelt hat. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, welche Rolle die Natur als Quelle von Inspiration, moralischer Instanz und transzendentem Erlebnis im Werk des Dichters einnimmt und wie Wordsworth die Interaktion zwischen Mensch und Umwelt als multisensorischen Prozess definiert.
- Vergleich des neoklassizistischen Naturbegriffs mit der romantischen Auffassung.
- Die Rolle der Natur als spirituelle Kraft und Lehrmeisterin.
- Einfluss der Industrialisierung auf die Naturdarstellung in der Romantik.
- Analyse der multisensorischen Wahrnehmung in Wordsworths Lyrik.
- Rezeption von Wordsworths Naturdarstellungen durch spätere Dichtergenerationen.
Auszug aus dem Buch
Die Beziehung zwischen Dichter und Natur
Wordsworths Werke und seine Darstellung der Natur und des Erlebens der Natur bekunden ein extraordinäres und intensives, von Ästimation und Hingabe geprägtes Verhältnis des Dichters zu dem ihn umgebenden natürlichen Lebensraum. Diese Liebe zur Natur bildete sich schon in seiner Kindheit heraus, die er im Lake District, einer imposanten Berg- und Seenlandschaft in Nordwesten Englands verbrachte. Der dort verspürte Einklang und die tiefe Verbindung mit der von Verstädterung und Industrialisierung noch weitgehend unberührten Umgebung waren prägend, und „von nachhaltigem Einfluss“ auf die späteren Vorstellungen und Betrachtungen des Dichters, da sie die in seinen Werken wiedergegebenen charakteristischen Naturdarstellungen und Formen des Naturerlebnisses begründeten. Den Mittelpunkt seines Lebens und den Ausgangspunkt seiner Inspiration sieht Wordsworth daher nicht im rastlosen Leben der Städte, sondern in der ländlichen Natur, die sein Leben mit Substanz und Zufriedenheit erfüllt.
Die gefühlsbetonte Deskription der Natur, ihrer erhabenen und schönen Gestalt und ihrer Geschöpfe macht die intensive emotionale Verbundenheit und die Bewegtheit spürbar, die Wordsworth im Einlassen auf die Natur erfährt; in seinen Werken lässt sich erkennen, dass deren Wunder und Reichtum ihn tief zu berühren und zu beeindrucken scheinen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Vorstellung des Dichters als bedeutende Figur der Romantik und Zielsetzung der Arbeit, das vielschichtige Konzept von Natur in seinen Dichtungen zu analysieren.
2. Kulturgeschichtlicher Kontext: Darstellung des Zeitalters der Romantik als Periode des Umbruchs, geprägt von industrieller Revolution und gesellschaftlichen Reformen.
3. Der sich verändernde Naturbegriff der englischen Lyrik: Vergleich zwischen der objektiven Naturdarstellung des Neoklassizismus und der subjektiv-kontemplativen Naturerfahrung der Romantik.
4. Das Naturerlebnis bei William Wordsworth: Detaillierte Analyse der Natur als göttlich-spirituelle Kraft, Lehrmeisterin und Gegenwelt zur zivilisatorischen Entfremdung.
5. Der Einfluss der Naturdarstellungen Wordsworths auf nachfolgende Dichtergenerationen: Untersuchung der Rezeption von Wordsworths Naturkonzept bei späteren Romantikern und viktorianischen Dichtern.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Erörterung der Ergebnisse und Bestätigung der anhaltenden Aktualität von Wordsworths naturbewusster Lebensauffassung.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
William Wordsworth, englische Romantik, Naturbegriff, Naturerlebnis, Neoklassizismus, Imagination, Transzendenz, industrielle Revolution, Lyrik, Ecocriticism, spirituelle Naturdarstellung, Anthropomorphisierung, Mensch-Natur-Beziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Naturdarstellung in ausgewählten Werken von William Wordsworth und beleuchtet seinen Wandel im Naturbegriff im Vergleich zur vorangegangenen Epoche des Neoklassizismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der spirituellen Bedeutung der Natur, dem Einfluss der Industrialisierung auf die literarische Wahrnehmung und der Natur als moralische Instanz im Leben des Individuums.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Wordsworths expressives und vielschichtiges Konzept der Natur als Korrektiv zur modernen Zivilisation und als Inspirationsquelle für den Menschen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten (Gedichten) unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur durchgeführt, um die Naturphilosophie Wordsworths herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem spezifischen Naturerlebnis Wordsworths, seiner Vorstellung von Natur als göttliche Kraft und der Kontrastierung von Natur mit gesellschaftlichen Zwängen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben William Wordsworth und Romantik prägen Begriffe wie Naturerlebnis, Imagination, Transzendenz und Ecocriticism die thematische Ausrichtung.
Wie bewertet Wordsworth das Verhältnis zwischen Mensch und Natur im Vergleich zu seiner Zeit?
Er sieht die Natur als notwendigen Rückzugsort und Korrektiv gegen die Entfremdung, die durch Industrialisierung und ein materialistisches Streben der modernen Gesellschaft verursacht wird.
Warum spielt die Religion in Wordsworths Naturdarstellung eine Rolle?
Er verbindet Naturerfahrungen mit transzendenten und spirituellen Elementen, wodurch die Natur oft die Funktion einer sinnstiftenden Instanz übernimmt, die über die etablierte Frömmigkeit hinausgeht.
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- Anonym (Autor:in), 2013, Die Darstellung der Natur in ausgewählten Werken von William Wordsworth, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539483