Analyse des Telekommunikationsmarktes der EU-Beitrittsländer am Beispiel der Tschechischen Republik


Seminararbeit, 2005
21 Seiten, Note: 1.3

Leseprobe

Inhalt

1. Die Geschichte der Tschechischen Republik

2. Die Tschechische Republik in Zahlen und Fakten
2.1 Das Land
2.2 Die Volkswirtschaft
2.3 Die Bevölkerung
2.4 Die Ausstattung der Haushalte

3. Der Telekommunikationsmarkt
3.1 Übersicht
3.2 Marktbedingungen
3.3 Marktregulierung
3.4 Die Regulierungsbehörde
3.5 Marktanteile im TK-Sektor

4. Das Telefonnetz
4.1 Übersicht
4.2 Das Festnetz
4.3 Preselection
4.4 Das Mobilfunknetz

5. Das Internet
5.1 Übersicht
5.2 Der Faktor Werbung im Internet
5.3 Zugangstechniken
5.4 Strategien

6. Der audiovisuelle Bereich
6.1 Übersicht
6.2 Marktanteile

7. Fazit

8. Anhang
8.1 Die wichtigsten Unternehmen der ITK-Branche
8.1.1 Kurzübersicht
8.1.2 Beispiel 1: Cesky Telecom
8.1.3 Beispiel 2: Eurotel
8.1.4 Beispiel 3: T-Mobile CR
8.1.5 Die höchsten Wachstumsraten im ITK-Sektor
8.2 Abkürzungsverzeichnis
8.3 Quellenverzeichnis

1. Die Geschichte der Tschechischen Republik

Die Tschechische Republik ist eine der jüngsten Republiken des neuen Europas. Ihre Geschichte beginnt mit der Gründung der ersten Tschechoslowakischen Republik (CSR) nach dem ersten Weltkrieg. Diese Gründung geschah am 18. Oktober 1918 durch die Abspaltung von Teilen Österreich-Ungarns – hauptsächlich Slowakei - und Teilen des Deutschen Reiches - hauptsächlich Böhmen und Mähren - um den dort lebenden Völkern einen eigenen Staat zu schaffen und die Macht Österreichs und des Deutschen Reiches in Europa zu schwächen. Unter steigendem politischem Druck wird die CSR 1938 gezwungen Teilgebiete an Polen und Ungarn abzutreten. Der geschwächte Staat zerfällt entgültig, als das Deutsche Reich die Abtretung der Sudetengebiete fordert und Böhmen und Mähren besetzt und zum Protektorat erklärt. Durch den großen außenpolitischen Druck wird auch die Slowakei gezwungen sich in den Schutz des Führers zu begeben. Die Slowakei bleibt aber weiterhin, zumindest nach außen, ein souveräner Staat.

1939, nach dem Beginn des 2. Weltkrieges, tritt die Slowakei dem 3-Mächte-Pakt bei um kriegerische Auseinandersetzungen mit der übermächtigen Wehrmacht zu verhindern. Dies veranlasst die Heeresführung-Ost im Laufe des Krieges, durch den dadurch gewährten ungehinderten Transit durch die Slowakei, die Stadt Prag, die nun die best Lage zu allen Frontstellungen im Osten hat, zum Drehkreuz des Nachschubes für die Ostfront zu machen. Ergebnis dieser Entscheidung war der massive Ausbau aller Kommunikationseinrichtungen rund um Prag und in Richtung Berlin und der Ostfront. Auch heute ist Prag noch Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Verkehr aus Ost- und Südosteuropa.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges erfolgte die Anlehnung an die Besatzungsmacht der UdSSR und am 25. Februar 1948 die Gründung der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (CSSR) mit der Wiedereingliederung der Slowakei. Das von den Deutschen erstellte und weitestgehend unzerstörte Kommunikationsnetz wurde als Grundstock für das Telefonnetz der CSSR wieder vollständig instand gesetzt und in Betrieb genommen.

1969 erfolgte die Föderalisierung der CSSR die bis 1992 in Form der Tschechoslowakischen Föderalen Republik (CSFR) Bestand hatte. Der Name CSFR wurde jedoch erst nach dem Ende des kalten Krieges offiziell geführt. Am 25.November 1992 wurde im Föderalen Parlament das Gesetz zur Auflösung der CSFR beschlossen, welches am 1. Januar 1993 mit Gründung der Tschechischen Republik und der Slowakischen Republik in Kraft trat. Da die Kommunikationseinrichtungen in der ehemaligen CSFR nach Kriegsende kaum ausgebaut worden sind und die im 2. Weltkrieg durch den späten Beitritt der Slowakei zum 3-Mächte-Pakt vorhandene „Trennung der Kommunikationseinrichtungen“ zwischen Böhmen/Mähren und der Slowakei immer noch mehr oder weniger Bestand hatte, brachte auch die erneute (teilweise) Trennung der Einrichtungen keine weiteren Probleme mit sich.

2. Die Tschechische Republik in Zahlen und Fakten

2.1 Das Land

Die Tschechische Republik (CR) ist eine Republik mit Mehrparteiensystem. Die Staatsführung obliegt dem Staatspräsidenten, die Regierungsführung dem Premierminister. Die Amtssprache ist Tschechisch. Die Einwohnerzahl im 78.884km² großen Gebiet der CR beläuft sich auf ca. 10,3 Mio. Einwohner, von den ca. 1,3 Mio. in der Hauptstadt Prag leben. Gesetzliches Zahlungsmittel ist die Tschechische Krone; aber auch Euro und Dollar werden, zumindest in den Städten, akzeptiert. Die Bevölkerungsdichte liegt mit etwa 130 Einwohnern je km² wenig über der Hälfte der Bevölkerungsdichte der BRD von 235 Einwohnern je km². Das amtliche internationale Landeskennzeichen ist CZ, ebenso die Internet- TLD .cz. Die internationale Telefonvorwahl lautet +420. (Quellen: [AA-1], [AA-2])

2.2 Die Volkswirtschaft

Die tschechische Volkswirtschaft hat sich in den letzten 15 Jahren rasant entwickelt. Das BIP stieg im letzten Jahr auf 59.039.490.000 US-$, woraus sich ein BIP pro Kopf in Höhe von 5.760 US-$ ergibt. Geht man vereinfacht davon aus, das die Kaufkraft des Dollars im eigenen Land in etwa der durchschnittlichen Kaufkraft des Euros in der EU15 entspricht , so lässt sich feststellen, dass unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität (KkP) zwischen US-$ und tschechischer Krone, das BIP der CR (ca. 157Mrd.US-$ inkl. KkP) nur wenig unter dem BIP des Landes Niedersachsen (ca. 183Mrd. €) liegt. Dies gilt ebenso für das Pro-Kopf- BIP. Dieses beträgt für die Tschechische Republik 15.328 US-$ und für das Land Niedersachsen ca. 22.700 €. Hieraus lässt sich ohne weitere Schwierigkeiten erkennen, dass die CR, wenn auch nicht mit der Volkswirtschaft der großen EU- Mitgliedsstaaten, so aber mindestens mit den Volkwirtschaften der kleineren EU- Mitgliedsstaaten mithalten kann.

Das geringe Wirtschaftswachstum von 2,0% und die relativ hohe Arbeitslosigkeit von 9,8% in 2003 weisen eindeutig darauf hin, dass auch in der CR der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft sehr weit fortgeschritten ist und zunehmend hochqualifizierte Arbeitskräfte gesucht werden. Untermauert wird diese Tatsache durch den Anteil der einzelnen volkswirtschaftlichen Sektoren am BIP. Zum Gesamt-BIP trägt der Sektor Landwirtschaft nur 3,8%(2.243.500.620 US-$) bei. Auch der Anteil des Industriesektors ist mit einem Beitrag von nur 41% (24.206.190.900 US-$) weit weniger am gesamten BIP beteiligt, wie der Sektor der Dienstleistungen mit 55,2% (32.589.798.480 US-$), zu dem auch der Großteil des ITK-Marktes zählt.(Quelle: [WIZ-1])

Die geringe Inflationsrate deutet auf eine ausgewogene und stabile Volkswirtschaft hin.

2.3 Die Bevölkerung

Die Gesamtbevölkerung der CR beläuft sich auf ca. 10,249 Mio. Menschen. Diese teilen sich wie folgt auf:

- 0-14 Jahre: 1.578.392 (15,40%)
- 15-64 Jahre: 7.236.006 (70,60%)
- über 65 Jahre: 1.434.902 (14,00%)

Das Bevölkerungswachstum pro Jahr liegt mit -8.199 (-0,08%) in etwa auf dem Niveau anderer hochentwickelter Länder und lässt in Verbindung mit der aktuellen Altersverteilung darauf schließen, dass auch die CR, sollten keine gravierenden Änderungen eintreten, langfristig mit der Vergreisung der Gesellschaft zu kämpfen hat.

Die geringe Analphabetenquote von 0,1% der Bevölkerung über 14 Jahre liegt fast auf deutschem Niveau. Der Großteil der tschechischen Analphabeten ist in der Generation zu suchen, die in der Zeit kurz vor dem 2. Weltkrieg bis zur Besetzung durch die UdSSR geboren wurde. Betrachtet man nur den Bereich der Schüler und Bürger im arbeitsfähigen Alter, so liegt die Analphabetenquote mit nahezu 0% auf deutschem Niveau. (Quelle: [WIZ-1])

2.4 Die Ausstattung der Haushalte (TK-Bereich)

Die Ausstattung der Haushalte lässt sich gut an folgender Grafik darstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1

Berücksichtigt wurde hier die Ausstattung der Haushalte mit Telekommunikations mitteln und/oder Diensten bis zum 31.Dezember 20031. Demnach verfügen fast 90% der Haushalte über ein Mobiltelefon, aber nur ca. 65% über einen Festnetz- anschluss. Gut zu erkennen ist auch, dass die Nutzung des Mobilfunks von zunehmender Bedeutung ist, während die Nutzung des Festnetzes langsam abnimmt. Ebenfalls erkennbar ist, dass die Anzahl der Internetzugänge in direktem Zusammenhang mit der Anzahl der vorhanden PCs steht2. Die Ausstattung der Haushalte mit Kabelfernsehen ist während der letzten Jahre nahezu gleich geblieben. Der Einbruch bei der Ausstattung der Haushalte mit Kabel-TV und Internet im 3-4 Quartal 2003 (siehe Kreis) ist auf die Flutkatastrophe zurückzuführen, welche Ursächlich für den Ausfall etlicher Kommunikationseinrichtungen war. Das Telefonnetz war hiervon nur gering betroffen.(Quelle: [CTc-1])

3. Der Telekommunikationsmarkt

3.1 Übersicht

Der Telekommunikationsmarkt in der Tschechischen Republik wird vor allem durch den Mobilfunk geprägt. Der Anzahl der Festnetzanschlüsse von 4.050.000 (395,15 pro 1000 Einwohner), von denen alleine 30% auf die Stadt Prag entfallen, stehen 7.260.000 Mobilfunkanschlüsse (708,34 pro 1000 Einwohner) gegenüber. Damit gibt es in der CR mehr Mobilfunkanschlüsse je 1000 Einwohner als in der BRD (695,40 pro 1000 Einwohner). Das Mobiltelefon hat also in der CR einen noch höheren Stellenwert wie hierzulande. Die relativ geringe Anzahl der Rundfunkempfänger von nur 620,34 pro 1000 Einwohner (6.358.000 gesamt) spricht eine deutliche Sprache. Das Medium Radio scheint kaum attraktiv zu sein.

Eric Dreier Seminar Wirtschaft/Telekommunikation

Im Gegensatz dazu zeigt die hohe Verbreitung der Fernsehgeräte3 mit 486,57 Geräten pro 1000 Einwohnern (4.987.000 gesamt), welchen Standpunkt dieses Medium im Alltag einnimmt.

Die Anzahl der Internetnutzer liegt mit 262,46 Benutzern pro 1000 Einwohnern (2.690.000 gesamt) in etwa auf dem Niveau Frankreichs. (Quelle: [WIZ-1])

Die relevante Zielgruppe, die für die Nutzung von TK-Dienstleistungen und damit verbundenen weiteren Produkten in Frage kommt, liegt im allgemeinen in einem Altersbereich zwischen 15 und 65 Jahren. Betrachtet man die Ausstattung der Haushalte in Verbindung mit dem Wachstum im Festnetz- und Mobilfunkgeschäft (siehe Abb. 2, Kap. 2.4), sowie die für das aktuelle Jahr prognostizierte Wachstumsrate im TK-Markt von 4,1%, so kann man den Markt als weitestgehend gesättigt ansehen. Alleine die Verbreitung der Mobiltelefone ist ein eindeutiges Indiz hierfür4.Die prognostizierte Wachstumsrate von 4,1% kann nur noch durch die Einführung neuer Services, die auch in Zusammenhang mit UMTS und ähnlichen Diensten stehen, bewerkstelligt werden.

Das Wachstum des TK-Marktes von nur 4,1% ist das kleinste Wachstum dieses Marktes in Ost- und Mitteleuropa und liegt weit unter dem Durchschnitts- wachstum dieser Region, wie in Abb.2 zu erkennen ist (Quelle: [EIT-1]). Die CR befindet sich mit dem von ihr angestrebten Wachstumsziel innerhalb der Grenzen, die von einigen Ländern der EU15 angestrebt werden.

Quelle: [EIT-1]

Abb. 2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das geschätzte Marktvolumen der ITK-Branche der CR liegt bei ca. 6.819 Mio. €. Damit kann sich die CR ohne Probleme mit den kleineren Mitgliedsstaaten der EU15, wie z.B. Irland (6.247 Mio. €) oder Griechenland (7.844 Mio. €) messen. (Quelle: [EIT-1])

Wie bereits zuvor festgestellt, ist der Mobilfunk die treibende Kraft im Markt. Ca. 80% der tschechischen Bevölkerung telefonieren vorwiegend mobil. (Quelle: [TEC-1]) Die Gesamtpenetration des Mobilfunkmarktes liegt bei ca. 95%. Die des Festnetzmarktes dagegen bei nur 36% und weiter abnehmend. (Quelle: [CTc-1]) Die Privatisierung und Liberalisierung ist, nachdem sie wegen der Flutkatastrophe - bei der, lt. Cesky Telecom, 120.000 Anschlüsse kurzfristig ausfielen - kurz ausgesetzt wurde, nun wieder in vollem Gange. Die EU-Richtlinien und -Normen zur Umstrukturierung des Telefonnetzes wurden bereits in den vergangenen Jahren umgesetzt. (Quelle: [CTc-1])

Der Hype-And-Fall des Internets, wie er hierzulande erlebt wurde, blieb in der CR vollkommen aus, was zur Folge hat, dass das Internetgeschäft in der CR weiterhin boomt. (Quelle: [MM-1])

3.2 Marktbedingungen

Nach neuesten Erwartungen soll das BIP in 2004 um 2,8% wachsen. Gleichzeitig steht der tschechischen Regierung jedoch ein Rekord-Haushaltsdefizit in Höhe von ca. 115 Mrd. CZK (3.654 Mio. €) ins Haus. Aufgrund des Wirtschaftswachstums von 2,8% ist im Moment ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit eher ausgeschlossen. Der Preisanstieg betrug in den Monaten von 12/2002 bis 12/2003 nur 0,1%. Dies ist teilweise auf die Stärkung der CZK gegenüber dem US-$5 zurückzuführen. Gegenüber dem Euro zeigte die CZK jedoch eine Schwäche, was hierzulande zu einem Anstieg der Investitionen in der CR führte.

Die gesamten Einnahmen des TK-Sektors machen etwa 4% des gesamten BIP aus. Von diesen 4% entfallen ca. 1,4% auf Leistungen die mit dem Festnetz zusammenhängen. Die restlichen 2,6% entfallen auf den Mobilfunk. Wegen der veränderten Haushaltssituation sind einschneidende Änderungen im Steuersystem beschlossen bzw. bereits vorgenommen worden. Die wichtigsten Änderungen, die den TK-Markt betreffen sind die mehrstufige Änderung der Mehrwertsteuer auf TK-Dienstleistungen, die zum 01. Januar 2004 von 5% auf 22% angehoben und anschließend am 01. Mai 2004 auf 19% gesenkt wurde, sowie die Absenkung der Unternehmenssteuern auf 28% am 01. Januar 2004 und jeweils weitere 2% in den kommenden 2 Jahren. (Quelle: [CTc-1])

3.3 Marktregulierung

Bezüglich der Marktregulierung werden bereits alle EU-Vorgaben seitens der tschechischen Betreiber und Carrier erfüllt. Einzig und allein die Rufnummernportabilität im Mobilfunk ist bisher noch nicht eingeführt worden. Die tschechischen Telekommunikationsanbieter, allen voran die Cesky Telecom, haben mit denselben Problemen zu kämpfen, die auch in den meisten anderen

EU-Ländern auftreten. Die Entscheidungen der tschechischen

Regulierungsbehörde sind teilweise zu einseitig ausgelegt. Des weiteren gibt es einige Unvereinbarkeiten zwischen Telekommunikationsbehörde und Kartellamt, da die Regulierungsbehörde seit ihrer Neugründung im Jahr 2000 nun mehr Rechte besitzt wie ihre Vorgängerorganisation. Daher führen gerade ältere Beschlüsse, die vor 2000 - zu einem Zeitpunkt als die Zuständigkeiten der Vorgängerinstitution der Regulierungsbehörde mehr als schwammig formuliert waren - gefällt worden sind, öfter zu Zwistigkeiten bzw. verschiedenen Meinungen der Betroffenen mit den damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten.

Die Hauptpunkte der Marktregulierung sind:

- Local Loop Unbundling (LLU)
- Festlegung und Einführung marktfördernder einheitlicher Leitungspreise (Interconnection Charges)
- Aufhebung der Zugangsbeschränkungen zu Diensten und Netzen x Internetverbindungsentgelte
- Gestaltung der Customer Services-, Carrier Preselection- und Network Performance-Preise
- Umsetzung der Universal Services

Die Netzbetreiber und Carrier erwarten durch die Regulierungsbehörde in diesem Jahr eine Senkung der Verbindungsentgelte in Höhe von 20% bei Verbindungen im Festnetz, sowie eine Senkung der Verbindungsentgelte von 13% in netzübergreifenden Verbindungen

Als weiterer wichtiger Schritt stehen in diesem Jahr noch die Entscheidungen zur Gestaltung der Internetverbindungsentgelte, sowie Preisentscheidungen für die Universal Services und LLU an, wie sie im „New Electronic Communications Act“ im letzten Jahr zwischen Regierung, Regulierungsbehörde und TK-Unternehmen festgelegt wurden. (Quelle: [CTc-1])

3.4 Die Regulierungsbehörde

Die tschechische Regulierungsbehörde wurde zum 1. Juli 2000 als eigenständige unabhängige Behörde neugegründet, nachdem sie zuvor diversen Ministerien unterstellt war. Zuletzt war dies das Ministerium für Transport und Kommunikation. Seit dem 1 Juli 2000 untersteht die neue Regulierungsbehörde direkt der tschechischen Regierung und trägt Sorge für die Umsetzung der im Parlament zum Thema Telekommunikation gefassten Beschlüsse. Ihre Kompetenzen liegen im weitesten im Frequenz-Management, Lizenzvergabe für Telekommunikationsdienstleister, Netzzusammenschaltungen und Netzzugänge, Rufnummernmanagement, Preisüberwachung und -regulierung sowie auf dem Gebiet der Telekommunikationsdienstleistungen.

Zusätzlich zum Haupsitz Prag gibt es regionale Büros für die Gebiete Nord-, Süd-, West- und Ostböhmen sowie Nord- und Südmähren.

Leiter der Regulierungesbehörde ist David Stádnik. (Quelle: [REG-1])

3.5 Marktanteile im TK-Sektor

Die Marktanteile im TK- Sektor haben sich nicht zuletzt durch die Vorgehensweise der Regulierungsbehörde in den letzten Jahren immer weiter zu Gunsten der Mitbewerber der ehemaligen staatlichen CTc verändert. Alle Mitbewerber konnten in den vergangenen Jahren stetig ihre Marktposition ausbauen. Das größte Wachstum konnte indes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 CTc = Cesky Telecom

OLOs = Andere (Other Line Operators) Quelle: [CTc-1] verzeichnen, die in den vergangenen 2 Jahren ihren Markanteil verdoppeln konnten. Auch die OLOs, konnten Ihren Markanteil annähernd verdoppeln. (Quelle: [CTc-1]) Allerdings sind unter den OLOs sämtliche Preselectionanbieter zusammengefasst, so dass keine differenzierte Aussage über das Wachstum der einzelnen Anbieter getroffen werden kann. Alles in allem scheint jedoch das Vorgehen der Regulierungsbehörde gerechtfertigt zu sein, da sich als Ergebnis bereits ein Markt mit verschiedensten, wenn auch nur wenigen, Teilnehmern etabliert hat. Im reinen Carrier-Geschäft wird aber vermutlich wegen der doch enormen Investitionen, die für einen Neueinsteiger anfallen würden, und des

[...]


1 Es besteht kein Bezug zur Erschließung der einzelnen Zielgruppen für jedes einzelne Produkt/Dienstleistung

2 zu PC zählen hier auch Notebooks, Sub-Notebooks, etc.

3 es existieren auf dem Land weniger Zweit- und Drittgeräte, da Fernsehen dort noch als Familiensache gilt. Daher die scheinbar geringe Anzahl der Geräte.

4 ca. 70 Geräte pro 100 Einwohner bzw. 84 Geräte pro 100 Einwohner inkl. Inaktiver Geräte

5 da Rohstoffimporte hauptsächlich in US-$ abgewickelt werden

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Analyse des Telekommunikationsmarktes der EU-Beitrittsländer am Beispiel der Tschechischen Republik
Hochschule
Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Standort Wilhelmshaven  (Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen)
Veranstaltung
Seminar Wirtschaft/Telekommunikation
Note
1.3
Autor
Jahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V53953
ISBN (eBook)
9783638492614
ISBN (Buch)
9783638779364
Dateigröße
735 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit beinhaltet eine komplette Analyse des Tschechischen Telekommunikationsmarktes inklusive Landesgeschichte, Volkswirtschaft, Unternehmen, Dienste und Services im Bereich Telefonie, Mobiltelefonie, Internetzugang, Werbung, TV, etc.
Schlagworte
Analyse, Telekommunikationsmarktes, EU-Beitrittsländer, Beispiel, Tschechischen, Republik, Seminar, Wirtschaft/Telekommunikation
Arbeit zitieren
Dipl. Wirtschaftsing. Eric Dreier (Autor), 2005, Analyse des Telekommunikationsmarktes der EU-Beitrittsländer am Beispiel der Tschechischen Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53953

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