Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit den komplexen Zusammenhängen und Auswirkungen des Freihandels auf die Subsahara-Staaten Afrikas. Es wird hierbei insbesondere untersucht, aus welchen Gründen diese wirtschaftliche Zone nicht wie die meisten anderen Regionen der Welt vom Freihandel profitiert. Das Ausbleiben der vielfältigen positiven Auswirkungen des Freihandels, wird mit vorherrschenden Problemen und Missständen, auf wirtschaftlicher und politischer Ebene, in Verbindung gesetzt. Primärer Fokus ist hierfür die Theorie des komparativen Vorteiles, die von dem berühmten Ökonomen David Ricardo entwickelt wurde.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Freihandel
2.1 Die Entstehungsgeschichte
2.2 Die wirtschaftliche Wirkungsweise
3 Die Subsahara-Staaten
3.1 Geschichte
3.2 Aktuelle politische und wirtschaftliche Situation
4 Argumentation für die Relevanz des Problems
5 Probleme und Missstände die den Freihandel verhindern
5.1 Unebene wirtschaftliche Machtverhältnisse
5.2 Politische Lage und fehlende Demokratie
5.3 Falscher Ansatz zur Etablierung des Freihandels
5.3.1 Die Rolle der Handelsorganisationen
5.3.2 Die Auswirkungen auf die afrikanische Wirtschaft
5.4 Die Wirtschaftliche Ausrichtung der Subsahara-Staaten
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe, warum die Staaten der Subsahara-Region trotz Handelsliberalisierungen nicht in gleichem Maße vom Freihandel profitieren wie andere Weltregionen, und analysiert die dabei hemmenden wirtschaftlichen und politischen Missstände.
- Theorie des komparativen Vorteils nach David Ricardo
- Historische und aktuelle wirtschaftliche Situation in Subsahara-Afrika
- Ungleiche wirtschaftliche Machtverhältnisse im Welthandel
- Kritische Analyse internationaler Handelsorganisationen
- Strukturelle Defizite und Industrialisierungsnotwendigkeit
Auszug aus dem Buch
5.1 Unebene wirtschaftliche Machtverhältnisse
Eines der größten vorliegenden Probleme ist, dass ein Großteil von SSA im Vergleich zu beinahe allen Ländern der restlichen Welt sehr große Defizite bezüglich Bildung, Infrastruktur, Wirtschaft, Kapital und Technologie hat. So ist exemplarisch „Das gesamte Bankensystem Äthiopiens (gemessen beispielsweise am Wert seiner Aktiva) […] etwas kleiner als das von Bethesda, Maryland, einem Vorort von Washington mit etwa 55000 Einwohnern.“34 Auch die bereits in Kapitel 3.2 gezeigte Graphik zu den komplett abgehängten BIPs vieler SSA-Staaten spricht für sich.35
Durch diese enormen Defizite und den daraus resultierenden technologischen und wirtschaftlichen Vorsprüngen - gerade der großen Handelspartnern wie der EU, USA oder mittlerweile auch China - spielt sich der freie Handel nicht mehr auf Augenhöhe ab und transformiert ohne aktive Regelungen daher zu einem monopolistischen Handel, bei dem die Vormachtstellung fast immer beim nicht afrikanischen Handelspartner liegt. Die Verzerrung des Handels kommt wie folgt zustande:
Die fortschrittlicheren Nationen können ihre Produkte, durch die technologischen und wirtschaftlichen Vorteile bedingt, so billig produzieren und transportieren, dass sie auf den SSA-Märkten zu konkurrenzlos billigen Preisen angeboten werden können und damit oft den Absatzversuchen der lokalen Produzenten nur wenig Chance lassen. Als Gegenmaßnahme belegen die verschiedenen afrikanischen Regierungen die Importprodukte daher mit Zöllen und Quoten, was sich allerdings wiederum negativ auf die Effekte des Freihandels auswirkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, warum der Freihandel in Subsahara-Afrika nicht die erhofften positiven Wohlstandseffekte erzielt.
2 Der Freihandel: Dieses Kapitel erläutert die geschichtlichen Hintergründe des Freihandels und erklärt die Theorie des komparativen Vorteils nach David Ricardo.
3 Die Subsahara-Staaten: Hier wird ein Überblick über die Geschichte sowie die aktuelle wirtschaftliche und politische Situation der Region gegeben.
4 Argumentation für die Relevanz des Problems: Dieses Kapitel begründet anhand wirtschaftlicher Indikatoren, dass trotz Handelsliberalisierung in SSA kein nachhaltiger wirtschaftlicher Fortschritt eintrat.
5 Probleme und Missstände die den Freihandel verhindern: Hier werden zentrale Hemmnisse wie ungleiche Machtverhältnisse, politische Instabilität, falsche externe Strategien und die einseitige Rohstoffausrichtung detailliert untersucht.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer Industrialisierung für die künftige wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Schlüsselwörter
Afrika, Subsahara-Afrika, Freihandel, Handelsbeziehungen, Komparativer Vorteil, Wirtschaft, Handelspolitik, Probleme, Unebene Machtverhältnisse, Internationale Handelsorganisationen, Weltbank, IWF, Industrialisierung, Rohstoffabhängigkeit, Armut
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, warum die Staaten in Subsahara-Afrika trotz der Anwendung von Freihandelsprinzipien wirtschaftlich nicht vom globalen Handel profitieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Theorie des komparativen Vorteils, die wirtschaftliche Realität der Subsahara-Staaten, ungleiche Machtverhältnisse und die Auswirkungen internationaler Organisationen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die spezifischen politischen und wirtschaftlichen Missstände zu identifizieren, die als Barrieren für einen positiven Freihandelseffekt in dieser Region wirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der Thematik durch eine Literaturanalyse sowie die Einbeziehung ökonomischer Studien und Indikatoren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begründung der Problemrelevanz durch statistische Belege und die Untersuchung von vier Kernmissständen: Machtasymmetrien, politische Instabilität, ineffektive externe Ansätze und die einseitige rohstoffbasierte Wirtschaftsausrichtung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Freihandel, Subsahara-Afrika, komparativer Vorteil, ungleiche Machtverhältnisse sowie Handelsliberalisierung.
Warum zerstören billige Importe laut der Arbeit lokale Sektoren?
Durch ungleiche wirtschaftliche Machtverhältnisse und westliche Subventionen gelangen Produkte zu Preisen auf den SSA-Markt, mit denen lokale Produzenten aufgrund fehlender Technologie und Kapital nicht konkurrieren können.
Wie bewertet der Autor die Rolle internationaler Organisationen?
Der Autor kritisiert Organisationen wie den IWF und die Weltbank dafür, standardisierte und oft unpassende Liberalisierungsmodelle zu erzwingen, die statt Wachstum oft soziale Not und Abhängigkeit verursachen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Vorherrschende Missstände in den Subsahara-Staaten, die den positiven Effekt des Freihandels auf die Wirtschaft verhindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539531