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Die Linguistic Landscapes von Universitätstoiletten. Eine empirische Analyse

Titel: Die Linguistic Landscapes von Universitätstoiletten. Eine empirische Analyse

Hausarbeit , 2017 , 34 Seiten , Note: Bestanden

Autor:in: Lisa Graf (Autor:in)

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Forschung zu den Linguistic Landscapes (LL), die die Sichtbarkeit, Bedeutung, Anordnung und Wirkung von geschriebener Sprache im öffentlichen Raum untersucht, hat sich seit dem Aufsatz von Landry und Bourhis, der als Anfang der LL-Studien propagiert wird, zu einem vielfältigen Forschungsfeld entwickelt. Als Untersuchungsgegenstand behandeln LL-Studien ein öffentliches, vorwiegend urbanes, Areal und betrachten die dort verwendeten Sprachen. Die Fokussierung auf die Untersuchungsvariablen Schilder und öffentliche Orte, wie beispielsweise die Erforschung der Linguistic Landscapes in einer Einkaufsstraße, wird heute zunehmend weiter interpretiert, sodass einerseits Schilder und andererseits öffentliche Orte aller Art erforscht werden. Diese Entwicklung spielt auch in der vorliegenden Arbeit eine zentrale Rolle, da als Untersuchungsort die Toilettenlandschaft der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München fungiert.

In dieser Arbeit soll reflektiert und auch aufgezeigt werden, welche kulturellen und kognitiven Faktoren auf die LL einwirken.
Einerseits ist es angebracht, da die LMU als größte deutsche Universität mit vielen internationalen Studenten ein interessantes und durch Diversität geprägtes Forschungsgebiet darstellt. Andererseits bieten Toiletten einen besonderen Forschungsansatz für LL-Studien, der schon in manchen Studien untersucht wurde. Darüber hinaus gibt es bei diesem Untersuchungsgegenstand noch die Besonderheit, dass immer nur ein Rezipient zu einer bestimmten Zeit aktiv die LL einer Toilettenkabine betrachten kann. Aus diesen Gründen ergaben sich mehrere Forschungsfragen und -hypothesen, die unter einem zentralen Erkenntnisinteresse subsummiert werden können: Wie gestalten sich die LL von Universitätstoiletten aus? Zur Überprüfung der Forschungshypothesen sollen Anmerkungen zu den LL geschehen, bevor in Kapitel 3 ausführlicher auf die Methodik der Datenerhebung und -auswertung Bezug genommen wird. In den nachfolgenden Abschnitten soll auf für die Arbeit relevante Kontextualisierungen von Toiletten und Studierenden eingegangen werden, bevor in Kapitel 5 die Methodik genauer beleuchtet wird. Schließlich soll in Kapitel 6 die qualitative und quantitative Auswertung der Daten dargestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik und Forschungsfrage

1.1 Die Untersuchungsvariablen der Linguistic Landscapes

1.2 Forschungsfrage und Forschungshypothesen dieser Arbeit

2 Bemerkungen zu den Linguistic Landscapes

2.1 Charakteristika und Forschungsstand der Linguistic Landscapes

2.2 Verbindung der Linguistic Landscapes zu Cultural Linguistics

2.3 Verbindung der Linguistic Landscapes zu Cognitive Linguistics

3 Kontextualisierung: Toiletten

3.1 Allgemeines und aktueller Forschungsstand

3.2 Exkurs: die Tabuisierung des Toilettenganges

4 Kontextualisierung: Studierende

5 Methodik und Datenkorpus

5.1 Methodik

5.2 Problematiken der Forschung

5.3 Datenkorpus

6 Auswertung der Daten

6.1 Generelles

6.2 Quantitative Auswertung

6.2.1 Differenzen zwischen Herren- und Damentoiletten

6.2.2 Differenzen zwischen Analyseorten

6.2.3 Zusammenfassung quantitative Analyse

6.3 Qualitative Auswertung

7 Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Linguistic Landscapes (LL) in Universitätstoiletten als semi-publike Orte. Das primäre Ziel ist es, kulturelle und kognitive Faktoren zu identifizieren, die diese spezielle Form der Kommunikation prägen, und durch eine empirische Analyse der LMU München zu klären, wie sich diese Sprachlandschaften inhaltlich und strukturell gestalten.

  • Analyse der kulturellen und kognitiven Einflussfaktoren auf Linguistic Landscapes
  • Empirische Erhebung und Kategorisierung studentischer Kommunikation an Toiletten
  • Vergleich der Linguistic Landscapes zwischen Standorten und Geschlechtern
  • Integration von Ansätzen aus der Cultural Linguistics und Cognitive Linguistics
  • Untersuchung der Interaktivität und Prozesshaftigkeit schriftlicher Botschaften

Auszug aus dem Buch

Die Untersuchungsvariablen der Linguistic Landscapes

Die Forschung zu den Linguistic Landscapes (LL), die die Sichtbarkeit, Bedeutung, Anordnung und Wirkung von geschriebener Sprache im öffentlichen Raum untersucht (vgl. Shohamy & Gorter 2009: 1), hat sich seit dem viel zitierten Aufsatz von Landry und Bourhis (vgl. Landry & Bourhis 1997), der zumeist als Anfang der LL-Studien propagiert wird, zu einem vielfältigen Forschungsfeld entwickelt.

Als Untersuchungsgegenstand behandeln LL-Studien üblicherweise ein öffentliches, vorwiegend urbanes, Areal und betrachten die dort verwendeten Sprachen, weswegen in der Literatur teilweise der Name der Linguistic Cityscapes gewählt wird (vgl. Koll-Stobbe & Muth 2009: 131). Die Fokussierung auf die Untersuchungsvariablen Schilder und öffentliche Orte, wie beispielsweise die Erforschung der Linguistic Landscapes in einer Einkaufsstraße, wird heute zunehmend weiter interpretiert, sodass einerseits Schilder und andererseits öffentliche Orte aller Art erforscht werden (vgl. Hanauer 2009). Diese Entwicklung spielt auch in der vorliegenden Arbeit eine zentrale Rolle, da als Untersuchungsort die Toilettenlandschaft der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München fungiert.

Untersuchungsgebiete, die in LL-Studien dokumentiert werden, können demnach hinsichtlich der Variable Öffentlichkeit in verschiedene Kategorien unterteilt werden, die die möglichen Ausprägungen hinsichtlich Status und Anzahl der Rezipierenden einbeziehen: Publike Orte: Rezipierende können prinzipiell alle Personen sein und eine hohe Anzahl von Rezipierenden ist zu erwarten (unlimitierter Zugang). Beispiel: LL einer Einkaufsstraße, LL einer Internetseite. Semi-publike Orte: Der Zugang ist durch den Status der Personen limitiert, sodass eine geringere Anzahl von Personen als Rezipierende in Frage kommt. Beispiel: LL von Firmen/Institutionen/Universitäten, LL des Darknets.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung in die Thematik und Forschungsfrage: Einführung in das Forschungsfeld der Linguistic Landscapes und Darlegung der spezifischen Untersuchungsgebiete an Universitätstoiletten.

2 Bemerkungen zu den Linguistic Landscapes: Theoretische Auseinandersetzung mit der Historie und Kategorisierung von Linguistic Landscapes unter kulturellen und kognitiven Gesichtspunkten.

3 Kontextualisierung: Toiletten: Untersuchung des Toilettengangs als Ort unterliegt handlungspragmatischer Tabuisierung und ist kulturell geprägt.

4 Kontextualisierung: Studierende: Profilierung der Zielgruppe der Studierenden an der LMU und deren Einfluss auf die Kommunikation in den Toiletten.

5 Methodik und Datenkorpus: Beschreibung der empirischen Vorgehensweise mittels Grounded-Theory-Methodologie und die Erstellung des Korpus aus Farbfotografien.

6 Auswertung der Daten: Detaillierte quantitative und qualitative Analyse der erfassten Signs bezüglich ihrer Thematik, Position und Interaktivität.

7 Resümee und Ausblick: Zusammenführung der Ergebnisse und Identifizierung kultureller und kognitiver Einflussfaktoren sowie Vorschläge für weitere Studien.

Schlüsselwörter

Linguistic Landscapes, Cultural Linguistics, Cognitive Linguistics, Universitätstoiletten, LMU München, Bottom-up Signs, Semiotic Landscapes, Grounded Theory, Sprachanalyse, Interaktivität, Kommunikation, Studierende, Toilettengraffiti, Tabuisierung, Zeichen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die geschriebene Kommunikation in Form von Linguistic Landscapes, die sich an Wänden und Türen von Universitätstoiletten finden lassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Cultural Linguistics und Cognitive Linguistics, angewandt auf den spezifischen, oft tabuisierten Raum öffentlicher Toiletten.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, zu analysieren, welche kulturellen und kognitiven Faktoren das Zustandekommen dieser Sprachlandschaften bedingen und wie sich diese in der Praxis der Universitätstoiletten der LMU manifestieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine empirische, induktive Vorgehensweise auf Basis der Grounded-Theory-Methodologie, kombiniert mit einer quantitativen statistischen Auswertung und einer qualitativen Analyse ausgewählter Einzelfälle.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Neben theoretischen Grundlagen zu Linguistic Landscapes werden der Kontext von Toiletten als Ort sowie die Rolle der Studierenden kontextualisiert. Der empirische Teil wertet ein Korpus von 178 fotografisch dokumentierten Signs aus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Linguistic Landscapes, Cultural Linguistics, studentische Lebenswelt und semi-publike Orte definieren.

Warum wurden Toiletten als Untersuchungsort gewählt?

Toiletten bieten als semi-publike Orte einen einzigartigen Untersuchungsraum, in dem Kommunikation asynchron stattfindet und aufgrund der räumlichen Begrenztheit spezifischen handlungspragmatischen Regeln unterliegt.

Welche Rolle spielt die Interaktivität bei den untersuchten Signs?

Die Interaktivität ist ein wesentlicher Aspekt: Rezipienten treten mit den Signs in Kontakt, entweder durch das Abreißen von Sollreißstellen oder durch das Hinzufügen eigener schriftlicher Kommentare, was die Signs als prozesshafte, veränderliche Entitäten kennzeichnet.

Gibt es Unterschiede zwischen Männer- und Frauentoiletten?

Ja, die Studie konnte signifikante Unterschiede in den Thematiken, der Interaktionshäufigkeit und der durchschnittlichen Wortanzahl der Zeichen zwischen den Standorten und den Geschlechtern feststellen.

Welche Bedeutung hat das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun für die Analyse?

Das Modell wird im qualitativen Teil verwendet, um die vier Aspekte einer Nachricht (Sachinhalt, Appell, Beziehung, Selbstoffenbarung) auf konkrete Beispiele in den Toiletten anzuwenden und so die Intention der Produzenten besser zu verstehen.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Linguistic Landscapes von Universitätstoiletten. Eine empirische Analyse
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Allgemeine und Typologische Sprachwissenschaft)
Note
Bestanden
Autor
Lisa Graf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
34
Katalognummer
V539534
ISBN (eBook)
9783346139764
ISBN (Buch)
9783346139771
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linguistic Landscapes Semiotic Landscapes Universität Toiletten Schilder Bilder Sprachen Sprachwissenschaft Linguistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Graf (Autor:in), 2017, Die Linguistic Landscapes von Universitätstoiletten. Eine empirische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539534
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Leseprobe aus  34  Seiten
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