In diesem Werk geht es um die Frage, ob das Massaker an den Jesiden 2014 ein Genozid war oder nicht. Zudem wird die Frage geklärt, was überhaupt ein Genozid ist und woher das Wort Genozid kommt. Sie erhalten viele verschiedene Informationen über das jesidische Volk, über ihr Leben, Kultur, Sprache und Feste. Auch berichte ich, wie sich das Massaker an dem jesidischen Volk am 3. August 2014 abgespielt hat und gehe auf die Verbrechen des Islamischen Staates an dem jesidischen Volk ein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Begriff des Genozids – Eingeführt von Raphael Lemkin
3 Das Volk der Jesiden
3.1 Verbreitung
3.2 Sprache
3.3 Geschichte
3.4 Religion
3.5 Jesidentum heute
3.6 Der Glaube an Engel
3.7 Das Heiligtum Lalish
3.8 Reformer Sheikh Adi
3.9 Feste
3.10 Gesellschaftliche Strukturen
4 Islamischer Staat
4.1 Frauen als Kriegswaffe des IS
4.2 Die Ereignisse im Sindschar Gebirge im Jahr 2014
4.3 Die Auswirkungen und Folgen
5 Nadia Murad
6 UN- Äußerungen zum Genozid an den Jesiden
7 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das im August 2014 vom Islamischen Staat begangene Massaker an den Jesiden nach der Definition der Vereinten Nationen als Genozid einzustufen ist, und analysiert hierfür die historische sowie religiöse Identität der Jesiden, die Ideologie des IS und die völkerrechtliche Bewertung der Ereignisse.
- Historische Verfolgung und religiöse Grundlagen der Jesiden
- Die Ideologie des Islamischen Staates und dessen Gewaltpraxis
- Schicksale von Betroffenen als Beispiel für die Genozid-Problematik
- Reaktionen und Stellungnahmen der Vereinten Nationen
- Völkerrechtliche Bewertung des Massakers als systematischer Völkermord
Auszug aus dem Buch
3 Das Volk der Jesiden
Mit ca. 1 Million Menschen weltweit sind die Jesiden eine „Minderheit in der Minderheit“.7 Sie gehören zu den kurdischen Volksstämmen. Die Jesiden sind damit Teil des „größten Volk(s) ohne eigenen Staat.“.8 Ihre Hauptsiedlungsgebiete sind im nördlichen Irak, in Nordsyrien und in der südöstlichen Türkei. Im Irak lebten vor dem Genozid 2014 ca. 600.000 - 700.000 Jesiden.9 Durch verschiedene Migrationen leben einige jesidische Gruppen auch in Armenien, Russland sowie in Georgien. Seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts leben durch Anerkennung als Flüchtling oder als Arbeitnehmer („Gastarbeiter“) Jesiden auch in Deutschland.10 Das jesidische Volk ist eine eigenständige religiöse Minderheit ohne Bezüge zum Islam oder Christentum.
Dadurch unterscheiden sie sich von anderen Minderheiten im Nahen Osten wie z.B. Aleviten11 und Aramäern.12
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage, ob das Massaker an den Jesiden als Genozid zu werten ist, sowie Überblick über den Aufbau der Untersuchung.
2 Der Begriff des Genozids – Eingeführt von Raphael Lemkin: Darstellung der historischen Entwicklung und der völkerrechtlichen Definition des Genozid-Begriffs durch Raphael Lemkin.
3 Das Volk der Jesiden: Detaillierte Betrachtung der Herkunft, der religiösen Überzeugungen, der sozialen Strukturen und der Geschichte des jesidischen Volkes.
4 Islamischer Staat: Analyse der Ideologie des IS, dessen Vorgehen gegenüber Minderheiten und der gezielten Instrumentalisierung von Frauen als Kriegswaffe.
5 Nadia Murad: Exemplarische Schilderung des Schicksals von Nadia Murad, um die Grausamkeit des Massakers und die Auswirkungen der Vertreibung zu verdeutlichen.
6 UN- Äußerungen zum Genozid an den Jesiden: Zusammenfassung der internationalen Reaktionen und der offiziellen Äußerungen von UN-Institutionen bezüglich der Gräueltaten.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass die systematische Vernichtung jesidischer Identität und Bevölkerung den Tatbestand des Genozids gemäß der UN-Definition erfüllt.
Schlüsselwörter
Jesiden, Islamischer Staat, Genozid, Völkermord, Sindschar, Religion, Nadia Murad, Menschenrechtsverletzungen, UN-Sicherheitsrat, Kurdische Minderheit, Lalish, Kastensystem, Kriegswaffe, Scharia, Vertreibung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die systematischen Übergriffe des Islamischen Staates auf die jesidische Bevölkerung im Jahr 2014 völkerrechtlich als Genozid bzw. Völkermord eingestuft werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind die religiöse und soziale Struktur der Jesiden, die Ideologie des IS sowie die internationale juristische und politische Einordnung der Ereignisse im Irak.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die wissenschaftliche Begründung, warum das Massaker vom 3. August 2014 als gezielte Vernichtungsabsicht gegenüber einer religiösen Gruppe verstanden werden muss.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Berichten internationaler Organisationen und individueller Erfahrungsberichte zur Beantwortung der Forschungsfrage.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der jesidischen Kultur, die Analyse der Terrorstrategien des IS gegen Frauen und die Dokumentation der Ereignisse in Sindschar.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Genozid, Jesiden, Islamischer Staat, Sindschar, Menschenrechte und die UN-Konvention von 1948.
Warum spielt Nadia Murad eine wichtige Rolle in der Arbeit?
Sie dient als konkretes Beispiel, um das Leid der jesidischen Frauen und die systemische Gewalt des IS greifbar zu machen und den Weg der öffentlichen Aufarbeitung zu dokumentieren.
Wie unterscheidet sich der jesidische Glaube von den sogenannten Buchreligionen?
Die Arbeit erläutert, dass das Jesidentum keine Buchreligion mit autoritativen Texten ist, was historisch zu Missverständnissen und Diskriminierung durch andere Gruppen führte.
Was ist das Kastensystem der Jesiden?
Es ist eine von Sheikh Adi eingeführte soziale Struktur, die den Zusammenhalt und die religiöse Identität der Jesiden schützen und bewahren soll.
- Arbeit zitieren
- Selin Schaefer (Autor:in), 2019, Das Massaker an den Jesiden 2014. Ein Genozid?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539593