Gewaltpräventive Arbeit anhand der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden


Studienarbeit, 2012

40 Seiten, Note: 2,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein – Blick in die Geschichte

3. Die Fangewalt entsteht
3.1 Begriffsdefinition Gewalt
3.2 Weshalb nimmt die Gewaltneigung unter Fußballfans zu?
3.3 Kategorisierung von Fußballfans

4. Soziale Arbeit

5. Soziale Arbeit im Fußballverein Dynamo Dresden
5.1 Historische Fakten über Dynamo Dresden
5.2 Dresdner Fans und ihr schlechtes Image?
5.3 Was kann gegen das schlechte Image getan werden?

6. Zusammenfassung

7. Literatur

1. Einleitung

Laut aktueller Studien nimmt die Gewalt in den Fußballstadien Deutschlands erheblich zu. Weshalb es zur Gewalt kommt und was gegen diese getan werden kann, veranlasste den Verfasser dieser Arbeit sich mit dem Thema „Gewalt im Fußball“ näher zu beschäftigen. Der Verfasser ist selbst ein großer Fußballfreund und beschäftigt sich seit längerem mit dieser Problematik.

Primär geht es darum zu ergründen, weshalb es zu Gewalttaten im Sport kommt und warum dies beim Fußballsport so häufig auftritt. Des Weiteren werden gewaltpräventive Ansätze gesucht. Mithilfe sozialpädagogischer Ansätze, gelingt es scheinbar, die Gewalt in den deutschen Fußballstadien einzudämmen. Die Gründung von Faninitiativen und Fanprojekten sollen dies ermöglichen. Ob dies tatsächlich umsetzbar ist und welchen Anteil am Erfolg der Sozialen Arbeit zu verdanken ist, wird Inhalt dieser Arbeit sein.

Zu Beginn jedoch, beschäftigt sich die Arbeit mit der Geschichte des Fußballs. Dabei wird erklärt, wie der Fußball entstanden ist und wie er so populär wurde (Kapitel 2). Ziel ist es, ein Verständnis über die Beliebtheit und Attraktivität des Fußballsports zu vermitteln, um vorgestellte Handlungen nachvollziehen zu können. Da auch während der Entwicklung des Fußballs Gewalt eine Rolle spielte, wird sie bereits in diesem Kapitel erwähnt, bevor sie im darauffolgenden Kapitel ausführlicher behandelt wird.

Nachdem geklärt wurde, wie sich der Fußball zum Lieblingssport entwickelte, wird sich die Arbeit der Gewaltproblematik im Fußball widmen. Deshalb wird der Begriff Gewalt bestimmt. Anschließend beschäftigt sich dieses Kapitel mit der Frage: Weshalb nahm die Gewaltneigung der Fans seit Beginn der Bundesligagründung zu und kam es schon vor ihrer Gründung zu Gewalthandlungen? Des Weiteren werden die Fangruppen vorgestellt, welche für die meiste Gewaltausübung in und um die Stadien verantwortlich sind. Inwieweit sich dabei Hooligans und Ultras unterscheiden und welche Gemeinsamkeiten sie haben, wird im Kapitel 3 thematisiert. Außerdem wird der politische Extremismus angesprochen, weil dieser auch zur Gewalt in den Stadien beiträgt und auf keinen Fall unkommentiert bleiben darf.

Das nächste Kapitel dient ausschließlich zum besseren Verständnis über die Soziale Arbeit. In Vorbereitung auf Kapitel fünf, soll eine Definition der Sozialen Arbeit erfolgen (Kapitel 4).

Der Begriffsdefinition folgt eine Darstellung über die Soziale Arbeit im Fußballverein Dynamo Dresden. Nach einem historischen Überblick über den Verein, widmet sich die Arbeit den Fans. Folgende Fragen spielen eine übergeordnete Rolle: Weshalb haben die Fans von Dynamo Dresden ein negatives Image? Was kann gegen dieses schlechte Image getan werden? In Bezug auf die letzte Frage wird das Fanprojekt in Dresden näher betrachtet. Das Fanprojekt wurde durch andauernde Gewaltattacken und Randalen aus der Zeit kurz nach der Wende, in der die Hooligan- und Ultraproblematik zunahm, gegründet. Das Fanprojekt arbeitet ausschließlich auf sozialpädagogischer Ebene und versucht mit Beziehungsarbeit die Klienten zu erreichen. Die Aufgaben und Zielbereiche sowie die Veranstaltungen und Projekte, welche durch das Fanprojekt organisiert werden, werden in diesem Kapitel thematisiert. Zudem wird die Rolle des Fanbeauftragten näher beschrieben. Gegen Ende dieses Kapitels beschäftigt sich die Arbeit mit der Frage: Kann die Soziale Arbeit einen Beitrag zur Sozialisation leisten (Kapitel 5)?

Zum Schluss werden die Erkenntnisse und Ergebnisse der Arbeit in den Kernargumenten zusammengefasst und die Fragestellungen beantwortet.

2. Ein – Blick in die Geschichte

Der Fußball lässt sich bis ins 3. Jahrhundert vor Christus zurückverfolgen. Zu dieser Zeit spielten Chinesen „Ts’uh-küh“, welches dem Fußballsport sehr ähnelt. Die Spieler mussten lediglich einen Ball mit dem Fuß stoßen. Diese Sportart wurde zur militärischen Ausbildung benutzt und gewann stets an Beliebtheit. Das Interesse am Fußball stieg und gewann auch in anderen Ländern Anerkennung. In Großbritannien war das Spiel so beliebt, dass regelmäßig Spiele stattfanden, an denen mehr als 100 Personen pro Team teilnahmen. Es spielten meist ganze Dörfer gegeneinander. Das Ziel war es den Ball mithilfe des Fußes über eine Torlinie zu schieben.

Studenten der Universität in Cambridge verfassten um 1848 die ersten Fußballregeln. Die Mannschaften bestanden aus 15 bis 20 Spielern. Der erste Fußballverein wurde 1857 gegründet und hörte auf den Namen „FC Sheffield“. Um 1870 hat die FA (The Football Association, England-Fußballverband) die Anzahl der Spieler auf 11 pro Mannschaft begrenzt. Durch britische Studenten und Kaufleute, welche außerhalb ihres Landes arbeiteten, wurde der Fußball auch in andere Länder exportiert. Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Fußball auch nach Deutschland und entwickelte sich dort bis heute, zum beliebtesten und bedeutendsten Mannschaftssport (vgl. Brauer 2010, S. 4).

Während dieser Entwicklung entstanden viele Vereine, wie der Bremer Football Club oder der BFC Germania Berlin, welche zu den ersten gegründeten Vereinen zählen. Um 1900 wurde der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in Leipzig gegründet. 86 Vereine schlossen sich dem DFB an. Die Zahl der Vereine sowie der Mitgliederzahlen stiegen rasant. 1904 verzeichnete der DFB 194 Vereine mit 9317 Mitgliedern. 1913 waren es bereits 161.613 Mitglieder. Das Interesse am Fußball stieg enorm. „Im Krieg war das Fußballspiel eine beliebte Sportart für die Soldaten, zum einen als Ausgleich, aber auch als physisches sowie teambildendes Training an der Front“ (Brauer 2010, S. 5). Heute sind rund 6,7 Millionen Menschen Mitglied in einem der 25.726 registrierten Vereine in Deutschland.

Die Besuche eines Fußballspiels sind vielfältig und sind auf Freizeitgestaltung, dem Interesse am Sport, der Verbundenheit mit dem Verein oder einem Spieler zurückzuführen. „Allein die Tatsache, dass Fußball eine breite Masse der Bevölkerung anspricht und beschäftigt, er häufig zum Medium gemeinsamer Gespräche in der Freizeit wird und auf diese Art soziale Kontakte schafft und daher auch die Informationsmedien umfangreich über ihn berichten, trägt zur Motivation bei, Spiele im Stadion zu schauen. Die Möglichkeit sein Team zu unterstützen, anzufeuern, zum Sieg beizutragen und somit selbst ein Teil des Ereignisses zu werden, welches tags darauf in den Nachrichten erscheint oder welches in die Vereinsgeschichte eingehen wird, macht bei vielen Zuschauern den Teil des Reizes aus“ (Brauer 2010, S. 7).

Der britische Autor Schulz hat die Entwicklung des Fan-Lebens untersucht und Studien über Fußballfans verfasst. Er unterteilt die Fans in folgende Gruppen:

- Konsumorientierte Fans

(Fußball spielt im Leben eine große Rolle, kann aber auch bzgl. der Kosten oder Attraktivität anderer Freizeitbeschäftigung in den Hintergrund geraten.)

- Erlebnisorientierte Fans

(Fußball spielt nicht die primäre Rolle und wird nur bei besonderen Spielen wichtig.)

- Fußballzentrierte Fans

(Fußball spielt die primäre Rolle im Leben und Freizeitaktivitäten sowie Arbeitszeiten, werden je nach Spielansetzung durchgeführt.)

Diese 3 elementaren Fangruppen zeigen deutlich, welche Fans im Stadion aufeinandertreffen. Im 3. Kapitel wird diese Arbeit näher auf die 3 genannten Fangruppen eingehen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Spiele vom Heimatverein oder die der deutschen Nationalmannschaft besucht. Auch damals strömten viele Menschen ins Stadion und füllten die Stadien mit bis zu 70.000 Zuschauern. Bei einem Länderspiel gab es erste erwähnenswerte Auseinandersetzungen zwischen deutschen und englischen Fangruppen. Der Anteil der Gewalttäter war jedoch so gering, dass keiner von bürgerkriegsähnlichen Zuständen sprechen konnte. Zudem gab es noch keine so ausführliche Berichterstattung durch die Medien, so dass das Thema Gewalt nicht so ernst genommen wurde. Die Medien beschränkten sich lediglich auf die sportliche Berichterstattung. Das erste live gesendete Fußballspiel brach sämtliche Rekorde. Der Sieg der deutschen Nationalmannschaft über Ungarn brachte Millionen neuer Fans und ist bis heute gesehen eines der wichtigsten und bedeutendsten Ereignisse in der Fußballgeschichte Deutschlands.

Aufgrund der großen Popularität des Fußballsports und der sehr hohen Vereins- und Mitgliederzahlen wurde1962 die Bundesliga gegründet. Das ist die bis heute höchste deutsche Spielklasse. Die Spieler bekamen einen gültigen Arbeitsvertrag und verdienten ihren Lebensunterhalt mit Fußball. In den ersten Jahren strömten tausende Zuschauer in die deutschen Stadien. Jedoch sank die Zuschauerzahl, da Spiele der Bundesligasaison 1972/73 manipuliert wurden. Die Zuschauerzahlen sanken nicht nur aufgrund der manipulierten Spiele, sondern auch durch die immer aktiver werdenden Fanszenen und deren steigende Gewaltneigung. Die Bundesligavereine hatten erhebliche finanzielle Engpässe durch eben diese gesunkenen Zuschauereinnahmen und der erstandenen Reisekosten für Auswärtsspiele im In- und Ausland. Sponsoren wurden gesucht und boten Geld für Werbung im Stadion. Durch die gestiegenen finanziellen Mittel war es möglich bessere Spieler zu kaufen und sie zu fördern (vgl. Brauer 2010, S. 6 ff.).

Durch die 1990 gewonnene Weltmeisterschaft und ihre positiven Medienberichterstattungen stiegen die Zuschauerzahlen bis heute an und gewannen in der Saison 2008/2009 ein Rekordhoch von 41.914 Zuschauern im Schnitt pro Bundesligaspiel. Diese Zuschauerzahlen sind der gesellschaftlichen Entwicklung und dem Bau moderner Stadien zu verdanken. „Neben den Spielen entstand bei den meisten Vereinen, oft mit Hilfe von Sponsoren, ein Rahmenprogramm mit Spielmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene, ein Unterhaltungsprogramm auf der Videowand des Stadions, Vereinsmuseen sowie die Möglichkeit auch am Spieltag im kaufhausartigen Fanshop einzukaufen. Die Bundesliga wurde familienorientierter, das zeigt auch die Schaffung der Familienblöcke in den Stadien mit verbilligten Eintrittspreisen für die Kinder, und der Fan wurde mehr und mehr als Kunde wahrgenommen“ (Brauer 2010, S. 13).

Die ersten Fanclubs gründeten sich um 1970. Sympathisanten und Fans eines Vereins schlossen sich einer Gruppe an, trugen Fanutensilien, grölten Vereinslieder und verfolgten gemeinsam Heim- und Auswärtsspiele ihrer Mannschaft. Vom Fußballverein stark begeisterte Menschen schlossen sich den Fanclubs an oder gründeten eigene. „Fanclubs bieten den Fans ein Zusammengehörigkeitsgefühl sowie die Möglichkeit, an einem Vereinsleben teilzunehmen, die der Profifußballverein dem Fan nicht mehr bieten kann“ (Brauer 2010, S. 15). Die Professionalisierung der Vereine und eine immer größere Zahl an Mitgliedern und Zuschauern führen zu einer Entfremdung. Das eigentliche Vereinsleben spaltet sich in eben diese Fanclubs und Gruppierungen auf, in welchen sich dann jeweils ein vielfältiges und kreatives Fanleben entwickelt.

3. Die Fangewalt entsteht

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Gewalt in Fußballstadien und den Präventivmaßnahmen durch Sozialarbeit. Um sich mit dem Hauptthema zu beschäftigen, gilt es jedoch, noch einige Sachverhalte genauer darzustellen, um ein besseres Verständnis dieser Arbeit erzielen zu können. Zu Beginn dieses Kapitels wird der Begriff Gewalt vorgestellt und in Bezug auf Fußballfans nach dem Strafgesetzbuch genauer definiert. Folglich beschäftigt sich die Arbeit mit den Gründen für die Gewalt im und um das Fußballstadion. Anschließend werden die Hardcoreszenen des Fußballs vorgestellt. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Ultra- und Hooligan-Bewegungen werden thematisiert. Zudem wird das Thema des politischen Extremismus angesprochen, da dieser auch im Fußballstadion keine Seltenheit ist.

3.1 Begriffsdefinition Gewalt

„In den Verhaltenswissenschaften wird Gewalt zumeist in Anlehnung an den Aggressionsbegriff definiert, wobei als Besonderheit von Gewalt die Anwendung von Zwang angesehen wird, durch den anderen Menschen vorsätzlich Schaden zugefügt oder Sachen zerstört werden sollen. Gewalt wird darüber hinaus im gesellschaftlichen und politischen Bereich als legitimes Zwangsmittel zur Sicherung von Recht und Ordnung (lat. potestas = Amtsgewalt), aber auch als unrechtmäßiges Mittel zur Durchsetzung von Herrschaft gegen den Willen der Opfer (lat. violentia = Gewalttätigkeit, Unterwerfung, Terror) verstanden. Auf die Vielgestaltigkeit der Gewalt verweisen Attribute wie direkte oder indirekte, offene oder versteckte, personale, institutionelle oder strukturelle Gewalt“ (Meier 2010, S. 268-269).

Das bedeutet, dass Gewalt meist zur Ausübung von Herrschaft und Macht dient. Im Fußball dient die Gewaltausübung, um die Macht der Fanszene zu präsentieren. Des Weiteren ist Gewalt die Anwendung physischer sowie psychischer Zwänge (vgl. Internetquelle 1).

Marx differenziert zwischen Gewalttätern und einem großen Teil der Gesellschaft. „Zum einen wurde das normale Maß an gewalttätigem Verhalten, was sicherlich zu der Entwicklung eines Menschen gehört, bei einem Gewalttäter meist überschritten. Zum anderen ist entscheidend bei der Definierung des Unterschiedes, dass der Gewalttäter in der Regel ohne fremde Hilfe dieses (schädliche) Verhalten nicht ablegen kann/wird“ (Marx 2011, S. 107). Deshalb besteht Handlungsbedarf, welcher in Bezug auf das Thema „Gewalt im Fußball“ in Kapitel 5 ausführlich besprochen wird.

Die Vielfältigkeit des Gewaltbegriffs zeigt, wie schwer es ist diesen klar zu definieren. In den Recherchen dieser Arbeit wurde festgestellt, dass dieser Begriff in vielen verschiedenen Schriften anders aufgefasst und beschrieben wird. Eines ist sicher, die Gewalt ist immer und überall auf der Welt vorhanden.

„Von Gewalt wird dann gesprochen, wenn einem Menschen gegen dessen Willen ein Verhalten oder Tun aufgezwungen wird: bis hin zur psychischen Überwältigung oder gar Vernichtung“ (Kreft & Mielenz 2005, S. 382). Gewalt sollte man stets sehr ernst nehmen, denn es kann, wie im Zitat thematisiert, sehr schlimme Folgen haben. Im Fußball spricht man nicht nur von Gewalt, wenn eine Person körperlich geschädigt wurde, sondern auch wenn sich Personen bestimmten Regeln und Normen des Deutschen Fußballbundes und denen des Strafgesetzbuches wiedersetzen. Deshalb wird zunehmend auf gewaltpräventive Sozialarbeit gesetzt, um eine friedliche Atmosphäre in und um das Stadion zu ermöglichen und „…Jugendliche davor zu bewahren, deviant zu handeln und so Jugendkriminalität zu minimieren und, wenn möglich ganz zu verhindern“ (Brauer 2010, S. 17).

Brauer beschreibt folgende zu beachtende Gesetze des Strafgesetzbuches:

§ 223 Abs. 1 StGB – Körperverletzung:

„Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“ (Stascheit 2010, S. 1816).

§ 231 Abs. 1 StGB – Beteiligung an einer Schlägerei:

„Wer sich an einer Schlägerei oder an einem von mehreren verübten Angriff beteiligt, wird schon wegen dieser Beteiligung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn durch die Schlägerei oder den Angriff der Tod eines Menschen oder eine schwere Körperverletzung (§ 226) verursacht worden ist“ (Stascheit 2010, S. 1817).

§303 StGB – Sachbeschädigung:

„(1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.
(3) Der Versuch ist strafbar“ (Stascheit 2010, S. 1837).

Unter Sachbeschädigung versteht man das mutwillige Zerstören und Beschädigen einer Sache, die im Sinne des Gesetzes einen körperlichen Gegenstand beschreibt (§ 90 BGB). Eine zerstörte Sache ist zum Beispiel ein Haus, welches durch Graffitis der Fanszenen beschmutzt wurde. Weiterhin haben alle Fans die Regeln der Stadionordnung sowie der des Veranstalters zu beachten. Bei Verstoß wird die Regelwidrigkeit geahndet.

3.2 Weshalb nimmt die Gewaltneigung unter Fußballfans zu?

Schon früher kam es zu Auseinandersetzungen auf den Rängen der Stadien. Die Ursachen dafür sind überfüllte Blöcke, Besucher mit persönlichen Problemen, aber auch die fehlende Sicherheit im Stadion. Zu Beginn der Bundesliga gab es keine Konzepte für Stadionsicherheit. Zu wenig beziehungsweise mangelhaft ausgebildete Ordnungsdienste konnten die Gewalt nicht stoppen.

Auch die Spielregeln des Fußballs waren noch sehr begrenzt, weshalb es bei Unstimmigkeiten auf dem Platz zu häufigen Prügeleien kam. Diese Wut übertrug sich auch auf die Zuschauer. Es bildeten sich rivalisierende Fangruppen, welche sich gegenseitig Fanutensilien stahlen. Man wollte kaum noch alleine zum Fußball und schloss sich größeren Fangruppen an, unter denen sich teilweise sehr gewaltbereite Anhänger wiederfanden. Die Abwehrhaltung der Fans nicht bestohlen zu werden, kippte des Öfteren zur Angriffshaltung. So entwickelten sich gewaltbereite Fanszenen, unter die sich auch Personen mischten, welche nicht die Absicht hatten, ein Fußballspiel zu sehen. Die Schlägereien im und um das Stadion hatten für diese Personen einen größeren Stellenwert als das Spiel selbst (vgl. Brauer 2010, S.18). Man geht davon aus, dass Arbeitslosigkeit, kaputte Familien, Probleme in Ausbildung und Beruf die Ursache für Gewaltneigung sind. Diese Fangruppierungen bieten ihnen Zusammenhalt, Schutz sowie ein Gefühl der Angehörigkeit. „Gewaltfaszination, Selbstinszenierung, Abenteuerlust, Erlebnisorientierung spielen heutzutage sicherlich eine ebenso große Rolle“ (Internetquelle 2).

[...]

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Gewaltpräventive Arbeit anhand der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden
Hochschule
Duale Hochschule Gera-Eisenach (ehem. Berufsakademie Thürigen in Gera)
Note
2,7
Jahr
2012
Seiten
40
Katalognummer
V539611
ISBN (eBook)
9783346183668
ISBN (Buch)
9783346183675
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeit, dresden, dynamo, gewaltpräventive, sportgemeinschaft
Arbeit zitieren
Anonym, 2012, Gewaltpräventive Arbeit anhand der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539611

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