Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Konfliktlösungen durch Sprache


Studienarbeit, 2011

20 Seiten, Note: 2,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation
2.1 Biographie von Marshall B. Rosenberg
2.2 Begriffserklärung Kommunikation
2.3 Begriffserklärung: Gewalt und Gewaltfreiheit

3. Das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation
3.1 Das Vier-Schritte-Modell
3.2 Ziele in der Gewaltfreien Kommunikation
3.3 Gewaltfreie Kommunikation in der Sozialen Arbeit

4 Schlusswort

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Arbeit soll das Konzept „Gewaltfreie Kommunikation“ von Marshall B. Rosenberg vorgestellt werden.

Die Themenwahl fiel auf dieses Konzept, weil es mich durch seine Zielführung, den Betroffenen mithilfe der konfrontativen und sprachlichen Methode zu helfen von Gewalt loszulassen, fair miteinander umzugehen und ein Leben ohne Gewalt zu führen, sehr überzeugt.

Das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation gibt Sozialarbeitern, Sozialpädagogen und anderen Personen, die mit Menschen zu tun haben, Kraft und Mut, den Betroffenen zu helfen. Sie sollen mithilfe des Vier-Schritte-Models lernen, Beobachtungen zu machen und diese ohne Bewertungen abzugeben, Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken und um das bitten, was unser Leben oder unsere momentane Situation bereichern könnte. Zudem lässt sich diese Form der Kommunikation in vielen Praxisanwendungen einsetzen, in denen die Teilnehmer lernen wie sie in Konfliktsituationen reagieren sollen und mithilfe ihrer Sprache einen geeigneten Lösungsweg zu finden. Diese Form der Kommunikation ist jedoch kein Allheilmittel für alle Probleme, denn es gibt auch Situationen, in denen die Gewaltfreie Kommunikation an ihre Grenzen stößt. Beispiele dazu werden in dieser Arbeit vorgestellt.

Im zweiten Kapitel sollen zunächst Begriffs- und Verständniserklärungen von Kommunikation, Gewalt und Gewaltfreiheit erfolgen, um ein besseres Verständnis für das Thema der Gewaltfreien Kommunikation zu ermöglichen. Im Anschluss wird eine Kurzbiographie von Marshall B. Rosenberg, dem Entwickler der Gewaltfreien Kommunikation, vorgestellt. Diese beinhaltet Daten über das Leben Rosenbergs sowie persönliche und berufliche Ereignisse, die Rosenberg zur Entwicklung seines Konzeptes drängten.

Im dritten Kapitel wird das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation vorgestellt. Dabei werden die vier wichtigsten Bestandteile des Konzeptes in einem Vier-Schritte-Modell dargestellt. Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und die Bitten eines Menschen sind die Hauptbestandteile des Konzeptes. Diese werden in vier Unterkapiteln ausführlich beschrieben. Um sich ein Bild über die Alltagstauglichkeit dieser Kommunikation zu verschaffen, werden im letzten Teil dieser Arbeit einige Erfahrungen von Trainern präsentiert, die seit einigen Jahren im Bereich der Schulsozialarbeit dieses Training anbieten und auch Erfolge verzeichnen. Zudem werden Probleme vorgestellt, mit der die Gewaltfreie Kommunikation zu kämpfen hat.

Das Schlusswort fasst die Schwerpunkte der vorliegenden Arbeit zusammen und beantwortet die Problemstellung.

2. Einführung in das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation

In diesem Kapitel wird ein Einblick in das Leben von Marshall B. Rosenberg gegeben, welcher verdeutlichen soll, wie die Theorie der Gewaltfreien Kommunikation entstand. Parallel dazu werden Informationen über seinen beruflichen Werdegang widergespiegelt. Im nächsten Teil dieses Kapitels wird der Begriff der Kommunikation näher erläutert. Dabei handelt es sich um den allgemein gesellschaftlich verwendeten Begriff. Dieser beschreibt uns, was Kommunikation auf menschlicher Ebene bedeutet und welche technischen Methoden heute zur Kommunikation verwendet werden. Anschließend beginnt die Einführung in das eigentliche Thema. Zunächst erfolgt eine Begriffserklärung von Gewalt und Gewaltfreiheit. Im nächsten Kapitel wird dann das Konzept von Marshall B. Rosenberg vorgestellt.

2.1 Biographie von Marshall B. Rosenberg

Anhand einer Biographie von Marshall B. Rosenberg soll verdeutlicht werden, welche persönlichen und beruflichen Ereignisse oder Einflüsse ihn dazu bewegt haben, das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation zu entwickeln. Gleichzeitig wird sein beruflicher Werdegang dargestellt.

Marshall B. Rosenberg wurde 1934 in Canton, Ohio geboren. In seiner Jugend wohnte er in Detroit. In dieser Stadt lernte er eine unschöne Seite des Lebens kennen, die Gewalt. Dadurch entfaltete er ein großes Interesse, der Gewalt durch gezielte Kommunikation entgegenzuwirken. 1961 erwarb er seinen Doktortitel in Psychologie an der University of Wisconsin. Nach vielen Jahren des Studierens und Arbeitens hatte er sehr viel Lebenserfahrung gesammelt und begann sein Konzept „Gewaltfreie Kommunikation“ zu entwickeln. Er setzte sein Konzept in die Praxis um und unterstützte verschiedenste Projekte. 1984 wurde das Center for Nonviolent Communication gegründet. Bis heute ist daraus eine großgewachsene internationale Organisation entstanden, die seitdem über einhundert Trainer aufweisen kann. Dank Rosenberg spielt das Konzept in über dreißig Ländern eine bedeutende Rolle. Dabei werden Programme und Workshops für Polizisten, Lehrer, Erzieher, Gefängnisinsassen und weiteren Personenkreisen angeboten.

Zudem setzt sich Marshall B. Rosenberg für den Frieden in Kriegsgebieten ein und unterstützt diesen in vielen Ländern. Seine Trainingsprogramme werden auch zunehmend in den Ost-Europäischen-Ländern angenommen und lassen tausende Menschen in Begeisterung ausbrechen (vgl. Rosenberg, 2010, S. 221)

2.2 Begriffserklärung Kommunikation

„Kommunikation bedeutet die Übermittlung von Informationen und Bedeutungsinhalten zum Zweck der Steuerung von Meinungen, Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen bestimmter Adressaten gemäß spezifischer Zielsetzungen“ (Bruhn, 2007, S. 1).

Wenn man diese kurze Definition interpretiert, kann man feststellen, dass es sich bei der Kommunikation um einen Entstehungsprozess handelt. Dabei werden Informationen und Bedeutungsinhalte, die übermittelt werden sollen, an den Kommunikationsprozess gekoppelt. Eine Person, die eine Information weitergeben möchte, wird als Kommunikator bezeichnet. Meist verfolgt der Kommunikator mit seinen kommunikativen Aktivitäten bestimmte Absichten. Diese kommunikativen Aktivitäten werden eingesetzt, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Kommunikative Aktivitäten beschreiben eine Form von „Kann-Beschreibungen“, was man in einer Sprache tatsächlich tun kann. Dazu gehören das Lesen, Schreiben, Hören sowie das zusammenhängende Sprechen und die Teilnahme an einem Gespräch. Das bedeutet, dass Meinungen, Einstellungen, Erwartungen, Beeinflussung beziehungsweise Steuerung und bestimmte Verhaltensweisen eine große Rolle spielen können. Der Kommunikationsbegriff ist immer durch einen Adressatenbezug gekennzeichnet. Das bedeutet, dass immer eine Person A und eine Person B oder auch mehrere Personen zu einer Kommunikation dazugehören. Meist hat der Kommunikator eine Vorstellung darüber, welche Empfänger er durch seine Kommunikationsaktivitäten erreichen möchte. Der Kommunikator lässt den Empfänger wissen, was er von ihm möchte, löst so einen Reiz bei ihm aus, worauf eine Reaktion des Empfängers erfolgt. Diese Reaktion könnte schon das Ziel des Kommunikators beinhalten, denn es kann die richtige Antwort auf seine Frage gewesen sein. Neben dem miteinander sprechen ist auch die Körpersprache, Gestik und Mimik, die Körperhaltung, die Sprachweise und der gesamte weitere Kontext zu berücksichtigen, wobei gerade die nichtsprachlichen analogen Elemente der beziehungssemantischen und damit die Beziehungsaussagen tragend sind. Die Berücksichtigung dieser analogen Kommunikation dient zur besseren Deutung der inhaltlichen, sprachlichen Aussage. Zu warnen vermag uns die Tatsache, dass sie manchmal im Widerspruch zum Gesagten steht: gequältes Lachen, wilde Drohung bei zugleich schüchterner Körperhaltung oder ängstliche Stimmlage in einer Diskussion. Für eine erfolgreiche und friedliche Kommunikation sollten sich die verbale und nonverbale Kommunikation ergänzen und nicht widersprechen. Heranwachsenden sollte man ein Vorbild sein und sich klar und deutlich ausdrücken, denn in diesem Alter sind sie sehr aufmerksam und lernfähig. Zudem sind die verbalen und nonverbalen Beziehungsbotschaften, die die Heranwachsenden neben dem Inhalt einer Aussage von ihrer Bezugsperson empfangen wichtig für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung (vgl. Bruhn, 2007, S. 1ff).

Heute ist der Begriff „Kommunikation“ ein sehr vielfältiger Begriff, denn er meint nicht nur miteinander reden, sondern wird auch mit Werbung und Public Relations gleichgesetzt. Beispielsweise vermittelt die Werbung Informationen an uns. Wir reagieren mit einem Reiz und die Reaktion auf die Werbung ist der Kauf des vorgestellten Produkts. Heute kommunizieren Menschen sehr oft über das Internet, per E-Mail, Handy und Fax. Es herrscht sozusagen eine weltweite Vernetzung und jede Person kann mit jeder auf gewünschter Basis und Plattform kommunizieren (vgl. LeMar, 2001, S. 9ff).

2.3 Begriffserklärung: Gewalt und Gewaltfreiheit

Es ist schwer Gewalt zu definieren, da es in vielen verschiedenen Schriften anders beschrieben wird. Mit Sicherheit kann man sagen, dass die Gewalt immer und überall auf der Welt vorhanden ist. Ein Blick auf die täglichen Nachrichten reicht um ein Bild der Gewalt zu erhalten. Aber ich möchte mich bei der Gewaltdefinition auf das Thema der Gewaltfreien Kommunikation beziehen. Denn bei dieser Art geht es nicht um physische Gewalt, sondern viel mehr um Gewalt im Sinne von Kritik, Beurteilung, Zwang oder einer Forderung gegenüber eines Menschen. Diese Art der Gewalt findet dann statt, wenn negative Vorurteile über eine andere Person getroffen werden oder ein Mensch verspottet, beschuldigt oder kritisiert wird. Diese Dinge können einen Menschen depressiv machen und somit eine schwere seelische Verletzung hervorrufen, die dazu führen kann, dass die Betroffenen Wut entwickeln, die dann in eine Art der körperlichen Gewalt umgewandelt wird. Diese Art der Kommunikation findet täglich statt. Dabei kann die kleinste Kritik oder Beschuldigung der Auslöser sein. Um sich von solchen Konflikten distanzieren zu können, wurde durch Marshall B. Rosenberg die Gewaltfreie Kommunikation geschaffen (vgl. Internetquelle 1).

Die Gewaltfreiheit ist eine Haltung, die sich von Gewalt distanziert und ohne sie Konfliktlösungen sucht. Dabei ist es wichtig, dass die Menschen sich einander zuhören und das ernst nehmen, was die anderen sagen. Bedeutsam ist, dass die Personen Mut haben, das auszusprechen, was ihnen auf den Herzen liegt und auch zu dem zu stehen, was sie sagen. Wichtig ist es, dass wir immer an eine Lösung des Problems glauben, denn nur wenn wir fest daran glauben, haben wir die Kraft zu einem Ziel zu kommen und eine Lösung für das Problem zu finden. Hier ist das Ziel, ohne Gewalteinfluss kommunizieren zu können. Durch die Konzepte und vielen Hilfsmittel, die uns die Gewaltfreie Kommunikation zur Verfügung stellt, soll unser Denken, Sprechen und Hören, aber auch Mitgefühl und Großzügigkeit, geweckt werden. Die Gewaltfreiheit lässt uns Menschen auf einer Ebene kommunizieren, bei der jeder respektiert wird und die Bedürfnisse aller beachtet werden. Auf dieser Ebene wird unsere Motivation geweckt, uns selbst und anderen ohne Verpflichtung, Schuldgefühle oder Angst zu helfen. Das basiert auf Freiwilligkeit. Rosenberg meint, dass diese Art von Kommunikation nicht nur dafür geeignet sei Beziehungen und Freundschaften zu retten und zu verbessern, sondern es hat sich vielmehr zu einer Kommunikation entwickelt, die fast in allen Lebenslagen angewandt werden kann. Die positiven Aspekte dabei sind, dass Menschen Erfahrungen sammeln und lernen, sich besser zu organisieren und zu artikulieren. So können sie ihre Produktivität am Arbeitsplatz steigern und mit emotionalen Problemen entspannter umgehen (vgl. Internetquelle 1)

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Konfliktlösungen durch Sprache
Hochschule
Duale Hochschule Gera-Eisenach (ehem. Berufsakademie Thürigen in Gera)
Note
2,7
Jahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V539615
ISBN (eBook)
9783346145833
ISBN (Buch)
9783346145840
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gewaltfreie, kommunikation, marshall, rosenberg, konfliktlösungen, sprache
Arbeit zitieren
Anonym, 2011, Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Konfliktlösungen durch Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539615

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