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Patientenedukation. Information, Schulung und Beratung

Title: Patientenedukation. Information, Schulung und Beratung

Term Paper , 2017 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Robin Scharfenberg (Author)

Health Sciences - Health education
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Der Begriff der Edukation ist im anglo-amerikanischen Raum seit Jahren fest verankert und gehört zum Selbstverständnis der Pflegenden. Durch die lange Tradition der Akademisierung und Professionalisierung der Pflege ist die Edukation ein Kernbestandteil. Die Prämisse „Nursing is teaching“ gilt seit den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. In Deutschland war dies lange Zeit anders. „Hands on nursing“ lautete hier die Devise. Beratende und anleitende Funktionen waren keine zentralen Aufgaben. Die Edukation war eine Domäne der Psychologen und der Verhaltensmediziner. So wurde die Medizin als zentrale Aufklärungsinstanz verstanden und die Pflege hatte in „Gesundheitsfragen“ keine eigenständige Beratungskompetenz. (Müller-Mundt, Schaeffer, Pleschberger & Brinkhoff, 2000). Neue Impulse gingen erst von der Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 aus. Dies war der Anstoß zu einer Auseinandersetzung der Pflegenden mit beratenden und anleitenden Aufgaben. Durch das neue Krankenpflegegesetz im Jahr 2004 bekamen zudem die Beratung und Anleitung als zentrale Aufgaben der Pflegenden hinzu. Nach wie vor gehört jedoch die Beratung in Deutschland nicht zum pflegerischen Selbstverständnis, Gespräche und Anleitungen haben häufig einen niedrigen Stellenwert im pflegerischen Alltag.

Die Notwendigkeit einer Patientenedukation wird immer deutlicher. Die demografische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland zeigt, dass die Zahl älterer Menschen und ihr Bevölkerungsanteil zunimmt. Dieser Alterungsprozess lässt die Anzahl von pflegebedürftigen Menschen immer mehr anwachsen. Zwischen 1999 und 2015 ist diese bereits von 2,0 auf 2,9 Millionen angestiegen. Bis zum Jahr 2060 könnte die Zahl der Pflegebedürftigen bis auf 4,8 Millionen steigen. Rund 7 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland wären dann pflegebedürftig; ein doppelt so hoher Anteil wie heute. (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2017). 73 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause betreut, knapp die Hälfte davon allein durch Angehörige (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2017).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Patientenedukation in der Theorie

2.1 Definition

2.2 Paradigmenwechsel

2.3 Ziel

2.4 Methoden

2.4.1 Information

2.4.2 Schulung

2.4.3 Beratung

2.5 Gesetzliche Verankerung

2.6 Ablauf

3 Patientenedukation: Beispiele aus der Praxis

3.1 Patienteninformationszentrum

3.2 Broschüren

3.3 Mikroschulung

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Bedeutung, Methoden und praktische Anwendung der Patientenedukation im pflegerischen Kontext zu beleuchten und den Wandel hin zu einer stärkeren patientenzentrierten Gesundheitsförderung aufzuzeigen.

  • Entwicklung der Patientenedukation als Kernaufgabe der Pflege in Deutschland.
  • Theoretische Fundierung durch Definitionen, Paradigmenwechsel und Zielsetzungen.
  • Methodische Ansätze: Informieren, Schulen und Beraten im Pflegealltag.
  • Rechtliche Grundlagen und deren Verankerung in Ausbildungsgesetzen.
  • Praxisbeispiele wie Patienteninformationszentren, Broschüren und Mikroschulungen.

Auszug aus dem Buch

3.3 Mikroschulung

Mikroschulungen sind kleine Lerneinheiten, in denen eine „Wissensportion“, eine Fertigkeit oder Verhaltensweise vermittelt wird. Die Dauer der Mikroschulung liegt zwischen 15 und 30 Minuten, Aufbaueinheiten und Wiederholungen sind möglich. Adressaten sind ein bis zwei Personen, bspw. der Patient und seine Bezugsperson. Am Ende findet eine kurze Ergebnissicherung statt. Geeignet für Mikroschulungen sind zahlreiche Themen, in der Regel häufig vorkommende kleinere Pflegeinterventionen, wie Blutdruckmessung, PEG-Versorgung, kleine Verbandwechsel, Augentropfengabe, Transfer, 30-Grad-Lagerung, Umgang mit Dosier-Aerosol. (Abt-Zegelin, 2006, S.62). Für jede Mikroschulung existiert ein schriftliches Konzept, damit ein planvolles Vorgehen für alle schulenden Personen möglich ist. Dennoch können Ziele, Inhalte und das Vorgehen individuell angepasst werden. So werden bspw. vorhandene Erfahrungen und Fähigkeiten berücksichtigt. (Tolsdorf, 2010a, S.10 ff.) Grundlegend sind drei Bestandteile: Sachanalyse, Schulungsmaterialien und Schulungsablauf.

Die verschiedenen Schritte einer Mikroschulung laufen wie folgt ab:

1. Vorwissen festhalten, Haltung erkennen

2. Richtziel für Schulungsinhalt mit Patienten bzw. Angehörigen vereinbaren

3. Feinziele für Schulungseinheiten festlegen

4. Wissen ergänzen

5. Anschauungsmaterial vorstellen und erklären

6. Demonstration der jeweiligen Technik

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung und die wachsende Bedeutung der Patientenedukation als essenzielle pflegerische Aufgabe angesichts demografischer Veränderungen.

2 Patientenedukation in der Theorie: Hier werden Definitionen, der Paradigmenwechsel von der reinen Unterweisung hin zur Gesundheitsförderung sowie die methodischen Grundpfeiler Informieren, Schulen und Beraten analysiert.

3 Patientenedukation: Beispiele aus der Praxis: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand konkreter Konzepte wie Patienteninformationszentren, Broschüren und Mikroschulungen, wie Edukation in den klinischen Alltag integriert werden kann.

4 Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht die Notwendigkeit einer professionellen, fachlich fundierten und evidenzbasierten Patientenedukation als festen Bestandteil pflegerischen Handelns.

Schlüsselwörter

Patientenedukation, Pflege, Gesundheitsförderung, Beratung, Schulung, Information, Mikroschulung, Selbstpflege, Patientenorientierung, Qualitätssicherung, Pflegewissenschaft, Krankheitsbewältigung, Gesundheitskompetenz, Angehörigenberatung, Dokumentation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle der Patientenedukation als zentrale Komponente des pflegerischen Handelns und analysiert deren theoretische sowie praktische Ausgestaltung im deutschen Gesundheitswesen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und den Zielen der Edukation, den rechtlichen Rahmenbedingungen, den drei Säulen der Methodik (Information, Schulung, Beratung) sowie deren praktischer Umsetzung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Pflegekräfte durch gezielte edukative Maßnahmen Patienten und deren Angehörige bei der Krankheitsbewältigung unterstützen und deren Selbstmanagement fördern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender fachwissenschaftlicher Konzepte, Expertenstandards und gesetzlicher Vorgaben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, einschließlich der Abgrenzung von Begriffen und des Paradigmenwechsels in der Pflege, sowie in praxisnahe Anwendungsbeispiele für edukative Interventionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Patientenedukation, Pflegeaufgabe, Selbstpflege, Beratungsmethoden und Qualitätssicherung geprägt.

Was unterscheidet eine Mikroschulung von herkömmlichen Schulungsprogrammen?

Im Gegensatz zu großen Gruppenangeboten ist die Mikroschulung auf den individuellen Alltag und spezifische, kurze Lerneinheiten für ein bis zwei Personen ausgerichtet.

Welche Rolle spielt die sogenannte "Wittener Liste" im Kontext von Broschüren?

Sie dient als Bewertungs- und Auswahlkriterium, um die Qualität und Eignung von Informationsbroschüren für Patienten sicherzustellen.

Warum ist die Dokumentation der Patientenedukation so wichtig?

Die Dokumentation dient der Qualitätssicherung, dient als Leistungsnachweis und stellt die Transparenz zwischen den beteiligten Akteuren, wie Ärzten, Pflegenden und Angehörigen, sicher.

Kann ein Besuch im Patienteninformationszentrum den Arztbesuch ersetzen?

Nein, ein Patienteninformationszentrum ist als ergänzendes Angebot zu verstehen, das den fachlichen Austausch unterstützt, aber nicht die ärztliche Diagnose oder Therapie ersetzt.

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Details

Title
Patientenedukation. Information, Schulung und Beratung
College
Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften
Grade
1,3
Author
Robin Scharfenberg (Author)
Publication Year
2017
Pages
14
Catalog Number
V539630
ISBN (eBook)
9783346152633
ISBN (Book)
9783346152640
Language
German
Tags
Patientenedukation Information Schulung Beratung Patienteninformationszentrum Broschüren Mikroschulung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robin Scharfenberg (Author), 2017, Patientenedukation. Information, Schulung und Beratung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539630
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