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Der Tintinnabuli-Stil im Werk "Für Alina" von Arvo Pärt

Titel: Der Tintinnabuli-Stil im Werk "Für Alina" von Arvo Pärt

Hausarbeit , 2019 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tilman Vogt (Autor:in)

Musik - Musik der Gegenwart
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Neuschöpfung des Tintinnabuli-Stils durch Arvo Pärt beschäftigen. Dahingehend findet eine musikanalytische Annäherung statt, um musikalische Kernelemente des Stils hervorheben zu können.

Beginnend mit einer historischen Einführung und Beschreibung der musikalischen Bezüge zum Wort "Tintinnabuli" und des kompositorischen Kerns der neuartigen Stilistik auf Basis eines Zitates von Arvo Pärt werde ich exemplarisch zur Erläuterung einzelner kompositorischer Kernelemente des Tintinnabuli- Stils eine Analyse zu einem Werk der Frühphase des Tintinnabuli-Stils mit dem Titel "Für Alina" durchführen.

Von besonderer Bedeutung wird dabei, neben der Analyse musiktheoretischer Dimensionen (Harmonik, Melodik, Rhythmik etc.), die Leopold Brauneiss unter dem Titel "Pärts einfache kleine Regeln" bereits systematisiert hat, die Poetik Pärts und dessen Umsetzung in der neuartigen Stilistik sein, um so die Ergebnisse der Werkanalyse eindringlicher reflektieren zu können.

Grundsätzlich werden in der musiktheoretischen Rezeption des Tintinnabuli-Stils mehrerer Werkausschnitte unterschiedlicher Werke Pärts miteinbezogen, um musiktheoretische Elemente der Stilistik erläutern zu können. Dies lässt der Argumentationsverlauf des Wissenschaftlers Hermann Conen mutmaßen, der als Herausgeber und Autor des mir als Leitliteratur zu Verfügung stehenden Werkes "Die Musik des Tintinnabuli-Stils" aus dem Jahre 2006 unterschiedliche Werkpassage verschiedener Werke zitiert, um die Musiktheorie des Tintinnabuli-Stils greifbar machen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Der Neubeginn 1976 und die „Suite Tintinnabuli“

3. Begriffsannäherung - „Tintinnabuli“-Stil

4. Musiktheoretische Annäherung an den „Tintinnabuli“-Stil nach Pärt

5. Werkanalyse

a. Besetzung

b. Formale Gliederung des Satzes

c. Tonalität

d. Tempo und Dynamik

e. Metrik und Rhythmik

f. Der Klangraum

g. Tonsatzanalyse

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die musikalischen Kernelemente des von Arvo Pärt entwickelten Tintinnabuli-Stils durch eine musikanalytische Untersuchung des Werkes Für Alina zu ergründen und die kompositorische Poetik Pärts in den Kontext seiner Stilistik zu setzen.

  • Historische Einordnung des Neubeginns 1976 und der „Suite Tintinnabuli“
  • Etymologische und philosophische Annäherung an den Begriff „Tintinnabuli“
  • Systematische Analyse von Besetzung, Tonalität und Metrik am Beispiel Für Alina
  • Untersuchung der satztechnischen Wechselwirkung von Melodie- und Tintinnabuli-Stimme

Auszug aus dem Buch

g. Tonsatzanalyse

Das satztechnische Grundprinzip, das Pärt in seinem Klavierstück Für Alina erstmals anwendete, erklärt sich, wenn wir den Bordun-Klang vorerst ausklammern. Grundsätzlich treten nun zwei selbstständige Stimmen in den Vordergrund, die rhythmisch identisch sind. Im Kontext der Analyse des Tintinnabuli-Stils wird in der Musikwissenschaft hier von einem zweistimmigen „Ursatz“ gesprochen, der das satztechnische Kernelement des Tintinnabuli Stils verkörpert.

Eine Stimme wird als Melodiestimme bezeichnet und die andere als Tintinnabuli-Stimme. Im Werk Für Alina bildet die erste Oberstimme die Melodiestimme und die zweite Oberstimme, die eine Oktave tiefer erklingt die Tintinnabuli-Stimme. Wie harmonieren nun die beiden Stimmen miteinander, wenn einleitend zur Grundlage der Satztechnik Brauneiss und Conen betonen, dass die Stimmen „auf vielfältige Art miteinander verwoben“ sind? „Die Mst. [Melodiestimme] besteht in der einfachsten Form aus Tonleiterausschnitten. Zentraltöne [weiße lange Noten] […] stehen am Anfang oder am Ende dieser diatonischen Bewegungen und legen so den Anfangs- oder Endpunkt der Tonleiterausschnitte fest“.

Ausgehend davon, wie sich nun die vorausgehenden oder nachfolgenden Töne (diatonisches Material im Werk Für Alina aus h-aeolisch) zu einem Zentralton der Melodiestimme verhalten, ergeben sich vier verschiedene Typen: wegführend steigend (Grundgestalt), wegführend-fallend (Umkehrung) oder hinführend-steigend/fallend (Krebs/Krebsumkehrung). Die beiden zuletzt genannten Formen treten im Werk Für Alina in Erscheinung. Wenn nun beispielhaft dieses Phänomen der diatonischen Bewegung hin zu einem Zentralton in Takt 4 hervorgehoben werden soll, so zeigt sich, dass zum Zentralton h’’ der Phrase des vierten Taktes diatonisch stufenweise von e’’’ ausgehend fallend hingeführt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Hinführung zur Fragestellung und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Analyse des Tintinnabuli-Stils anhand des Werkes Für Alina.

2. Der Neubeginn 1976 und die „Suite Tintinnabuli“: Historische Kontextualisierung der schöpferischen Krise Arvo Pärts und die Etablierung des Tintinnabuli-Stils im Jahr 1976.

3. Begriffsannäherung - „Tintinnabuli“-Stil: Untersuchung der symbolischen Bedeutung der Glocke und des Stille-Begriffs als Grundlage für Pärts Klangästhetik.

4. Musiktheoretische Annäherung an den „Tintinnabuli“-Stil nach Pärt: Darstellung der Abkehr von der Dodekaphonie hin zur Reduktion auf Tonalität und den charakteristischen Dreiklangs-Strukturen.

5. Werkanalyse: Detaillierte musiktheoretische Untersuchung von Für Alina hinsichtlich Besetzung, Form, Tonalität, Rhythmik und Satztechnik.

6. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der musikalischen Reduktion und die Beständigkeit von Pärts Kompositionsprinzip.

Schlüsselwörter

Arvo Pärt, Tintinnabuli-Stil, Für Alina, Musiktheorie, Werkanalyse, Bordun-Klang, Melodiestimme, Tonsatz, Tonalität, h-aeolisch, Musikgeschichte, Kompositionstechnik, Klangraum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der musikalischen Analyse des Tintinnabuli-Stils von Arvo Pärt, wobei das Klavierstück Für Alina als exemplarischer Fall für die Untersuchung der kompositorischen Kernprinzipien dient.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die historische Einordnung des Pärtschen Neubeginns 1976, die musikphilosophische Bedeutung des Glockenklangs sowie die systematische Analyse von Tonsatz, Metrik und formaler Struktur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine musiktheoretische Analyse zu zeigen, wie Pärt mittels „primitivstem Stoff“ (Skalen, Dreiklänge) und strikter Reduktion eine neue, charakteristische Tonsprache entwickelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es wird ein musikanalytischer Ansatz verfolgt, der unter Einbeziehung von Fachliteratur (insb. Conen, Brauneiss) die kompositorischen Parameter des Werkes methodisch dekonstruiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine musiktheoretische Einführung und eine detaillierte Werkanalyse, die Aspekte wie Besetzung, Tonalität, Metrik, den Klangraum und das Zusammenspiel von Melodie- und Tintinnabuli-Stimme beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tintinnabuli, Arvo Pärt, Musiktheorie, Werkanalyse, Bordun-Klang und kompositorische Reduktion charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Melodiestimme bei Für Alina von späteren Werken Pärts?

Im Gegensatz zu späteren Werken, bei denen Pärt die Skala streng formalisiert als Ausgangspunkt nutzt, sind die Melodien in Für Alina laut Analyse eher frei erfunden, wobei die Zentraltöne durch verschiedene Intervallsprünge erreicht werden.

Welche Bedeutung kommt dem Bordun-Klang im Stück zu?

Der Bordun-Klang fungiert nicht nur als tonale Basis in h-aeolisch, sondern dient auch als symbolisches Verbindungselement zwischen dem „Hörbaren“ und der „Stille“, was den ästhetischen Kern des Tintinnabuli-Stils unterstreicht.

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Details

Titel
Der Tintinnabuli-Stil im Werk "Für Alina" von Arvo Pärt
Hochschule
Hochschule für Musik Saar Saarbrücken
Note
1,3
Autor
Tilman Vogt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
12
Katalognummer
V539659
ISBN (eBook)
9783346159465
ISBN (Buch)
9783346159472
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arvo Pärt Tintinnabuli Alina Musik Komposition Satzanalyse Analyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tilman Vogt (Autor:in), 2019, Der Tintinnabuli-Stil im Werk "Für Alina" von Arvo Pärt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539659
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Leseprobe aus  12  Seiten
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