Roman Friggs Einwände gegen das “People's Choice” und das “Future Wealth” Argument


Essay, 2016

11 Seiten, Note: 1,0


Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis

I. Klimawandel als intergenerationeller Gerechtigkeitskonflikt

II. Die Diskontierung als zentraler Diskussionspunkt in der Klimapolitik

III. Kritische Betrachtung des „People’s Choice“ und „Future Wealth“ Arguments

IV. Konklusion: Entscheidung unter Unsicherheit

Glossar

Literaturverzeichnis

I. Klimawandel als intergenerationeller Gerechtigkeitskonflikt

Der Klimawandel stellt eine große Herausforderung des 21.Jahrhunderts dar. Der renommierte Naturwissenschaftler und Philosoph Roman Frigg diskutiert in seinem Vortrag den Klimawandel als generationsübergreifendes Gerechtigkeitsdilemma1. Die aktuelle Klimapolitik ist mit der ökonomischen Entscheidung konfrontiert, wie viel Aufwand in Form von Investitionskosten die heutige Ge­neration gegen den Klimawandel aufwenden soll, um künftig Lebende vor den massi­ven Folgen zu schützen. Die Abwägung, wie Kosten und Nutzen generationsübergreifend aufgeteilt werden, stellt einen Gerechtigkeitskonflikt dar. So ist die Entscheidung nicht nur eine ökonomische, sondern vor allem auch eine ethische.

In der Mikroökonomie werden Investitionsentscheidungen anhand des Capital Budgeting Models 2 getroffen. Das Diskontierungsverfahren, das auch bei klimapolitischen Entscheidungen angewendet wird, ist ein Bestandteil dieses Modells. Die Formel der Diskontierung beruht auf drei Kenngrößen. Eine davon ist die Diskontrate [R], die unter anderem das Risiko einer Investitionsentscheidung repräsentiert. Sowohl das „People’s Choice“ als auch das „Future Wealth“ Argument unterstützen eine Diskontrate in Höhe aktueller Finanzmarktzinssätze.

Im Folgenden werde ich Friggs Einwände gegen das „People’s Choice“ und das „Future Wealth“ Argument rekonstruieren sowie deren problematische Annahmen darstellen. Die Kritik verdeutlicht, dass Investitionsentscheidungen in Klimaschutzmaßnahmen nicht anhand einer Diskontrate in Höhe von aktuellen Finanzmarktzinssätzen getroffen werden sollten.

Hierfür werden zuerst die beiden möglichen Optionen der heutigen Generation gegenüberstellt: Die Investition in Klimaschutz mittels Maßnahmen zur CO2 Reduktion (Climate Mitigation) oder die Anpassung an bereits veränderte Klimasituationen (Climate Adaption). An­schließend wird das Diskontierungsverfahren anhand eines klimapolitischen Entscheidungsbeispiels erklärt. Im Anschluss werde ich Friggs Einwände gegen das „People’s Choice“ und das „Future Wealth“ Argument bestärken und für eine sehr niedrige Diskontierungsrate im klimapolitischen Entscheidungskontext plädieren.

II. Die Diskontierung als zentraler Diskussionspunkt in der Klimapolitik

In der aktuellen Klimapolitikdebatte treffen zwei kontroverse Strategien aufeinander, wie die heutige Generation auf den Klimawandel reagieren soll: Entweder wird aktiv in Maßnahmen zur CO2 Reduktion (Climate Mitigation) investiert, so dass mögliche negative Folgen auf künftige Generationen abgemildert werden oder es wird die Strategie der Klimaanpassung (Climate Adaption) gewählt. Die Klimaanpassung impliziert, dass die heutige Generation so wenig Aufwand wie möglich betreibt, die CO2 Emissionen zu reduzieren, um die finanzielle Belastung auf das sozio-ökonomische System zu minimieren. Es findet lediglich eine Anpassung an die Klimaveränderung statt (vgl. Frigg, MPK, 2015).

Die rationale Entscheidung zwischen Investition heute oder morgen beschäftigt Ökonomen seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Erst in den 1960er Jahre wurde das Capital Budgeting Model als das Standardmodell für mikroökonomische Investitionsentscheidungen eingeführt (vgl. Johnson & Kaplan, 1991). Das Modell basiert auf drei Kenngrößen (F, R, N).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es ermöglicht den Vergleich des Zukunftswertes mit dem Gegenwartswert von Ein- und Ausgaben. Der Diskontfaktor [R] beinhaltet den „Zeitwert des Geldes“ und einen „Risikofaktor“ (vgl. Bierman & Smidt, 2007, S.170). Im klimapolitischen Entscheidungskontext werden nur die Ausgaben betrachtet. Zudem wird das Modell samt seinen Annahmen auf eine komplexe, makroökonomische Ebene gestellt.

Angenommen es liegt folgende klimapolitische Investitionsentscheidung vor, wobei genau eine der beiden Strategien gewählt werden muss. Option A bedeutet eine heutige Investition von 100 Billionen Euro in Maßnahmen zur CO2 Reduktion, wie zum Beispiel in die Forschung und Produktion erneuerbarer Energien. Oder: Option B impliziert eine Investition von 1 Trillion Euro in 100 Jahren [N], um die Folgen des irreversiblen Klimaschadens durch beispielsweise Flutdämme zu bekämpfen.3 Welche Strategie sollte heute rational verfolgt werden?

Tabelle 1: Investitionskosten der Entscheidungsoptionen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei einer Diskontrate von 3% ist der Gegenwartswert von 1 Trillion 52 Billionen. Da 52 Billionen in der Gegenwart fast um die Hälfte weniger sind als die Option A – Ausgaben heute von 100 Billionen, sollte Option B gewählt werden. Sobald der Diskontfaktor auf 2% verringert wird, ist der Gegenwartswert von 1 Trillion bereits 138 Billionen – also eindeutig mehr als 100 Billionen. In diesem Fall müsste rational Option A gewählt werden. Das heißt also, je höher [R] gewählt wird, umso weniger ist ein zukünftiger Vorteil in der Gegenwart wert. Hier zeigt sich die Problematik, dass eine minimale Veränderung des Diskontsatzes zu einer anderen Entscheidung führt (vgl. Frigg, MPK, 2015).

Die Größenordnungen der Kennzahlen beruhen auf unsicheren, schwer kalkulierbaren Annahmen, die ethisch gerechtfertigt werden müssen. So herrscht unter Experten Uneinigkeit darüber, welcher Diskontsatz für die Berechnung des heutigen und künftigen Klimawertes vertretbar ist.

Der Klimaökonom Nicolas Stern (2007) argumentiert für eine Wertgleichheit und postuliert, dass eine Diskontrate von mehr als 0.5% ethisch unakzeptabel ist (vgl. Stern, 2007). Andere Klimaökonomen betrachten eher eine parteiische Sichtweise. Nordhaus (2008) fordert, dass der Diskontsatz an die Präferenzen heute lebender Menschen angeglichen werden muss. Da sich die aktuellen Präferenzen der Konsumenten in den Marktzinssätzen widerspiegeln, sollte die Diskontrate an diese angeglichen werden. Nordhaus (2008) postuliert ein [R] von ungefähr 5,5 % (vgl. Nordhaus, 2008). Hier muss beachtet werden, dass sich beide Aussagen auf die Jahre 2007/08 bezogen. Die 5,5 % entsprachen also den amerikanischen Finanzmarktzinssätzen im Jahr 2008 bei einer positiven Inflationsrate von ca. 3,8 %4 während einer ökonomischen Extremsituation - der globalen Finanzkrise. Ferner ist ein [R] in Höhe der Finanzmarktzinssätze zu postulieren problematisch, da diese länderspezifisch und zeitlich ständig variieren.5

III. Kritische Betrachtung des „People’s Choice“ und „Future Wealth“ Arguments

Als Voraussetzungen für eine Diskontrate in Höhe von Finanzmarktzinssätzen in der Klimaökonomie gelten das „People’s Choice“ und das „Future Wealth“ Argument.

Das „People‘s Choice” Argument basiert auf dem ökonomischen Präferenzkriterium.6 Dies besagt, dass die aktuellen Marktzinssätze die individuellen Präferenzen von Konsum heute oder morgen widerspiegeln. Da sich politische Entscheidungen an den Präferenzen der Individuen orientieren, sollte auch für klimapolitische Entscheidungen eine marktübliche Diskontrate verwendet werden (vgl. Nordhaus, 2008).

Auch das „Future Wealth“ Argument rechtfertigt eine Diskontrate in Höhe von Finanzmarktzinssätzen für Zukunftsgüter. Es beinhaltet das ökonomische Postulat des stetigen Wirtschaftswachstums durch technischen Fortschritt, so dass künftige Generationen reicher sind als heutige. Deswegen sind ihre Kosten für den Umgang mit Klimaveränderungen geringer als die Kosten für die heutige, ärmere Generation in Klimaschutzmaßnahmen zu investieren. Denn weil sie reicher sind, nimmt ihr Grenznutzen gegenüber zusätzlichem Konsum von Geld ab (vgl. Berk & DeMarzo 2016 / Blanchard & Illing, 2014). Gemäß dem „Future Wealth“ Argument ist es vernünftig, über die Interessen künftig Lebender weniger besorgt zu sein, als über die Interessen heute Lebender (vgl. Frigg, MPK, 2015).

Zuerst möchte ich die Widersprüchlichkeit in der Prämisse des „People’s Choice“ Arguments darlegen. Angenommen, ein in Zukunft lebendes Individuum erscheint in der Gegenwart, um künftige Güter am heutigen Markt zu erwerben. Für das Individuum sind Zukunftsgüter mehr wert als für heute lebende Menschen, da es einen Nutzen aus deren Konsum generiert. Weiterhin soll angenommen werden, dass das Individuum so reich ist, dass es eine hinreichend große Menge an künftigen Wirtschaftsgütern kaufen kann und somit den Marktpreis beeinflusst. Gemäß dem Gesetz des Marktgleichgewichtes steigt unter hinreichend großer Nachfrage bei konstantem Angebot das Preisniveau.7 Dadurch erhöht sich auch der Gegenwartswert des betrachteten Gutes. Bei gleichbleibendem Zukunftswert und gleichbleibender Anzahl der betrachteten Jahre sinkt gemäß obiger Diskontierungsformel der Marktzinssatz (vgl. Broome, 2008). Folglich müsste auch die klimapolitische Diskontrate an den verminderten Marktzinssatz angeglichen werden. Das Gedankenexperiment rechtfertigt eine Diskontrate, die niedriger ist als der aktuelle Marktzinssatz, da auch die Präferenzen künftiger Generationen in heutige politische Entscheidungen inkorporiert werden müssen (vgl. Frigg, MPK, 2015).

Auch das „Future Wealth“ Argument birgt problematische Prämissen. Zum einen muss es nicht notwendigerweise so sein, dass künftige Generationen reicher sind als heutige. Denn durch den Klimawandel könnte es zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums kommen, so dass künftige Generationen ärmer als heutige sind.8 Folglich müsste eine niedrigere Diskontrate angesetzt werden, damit Zukunftsgütern ein größerer Wert als heutigen zugeschrieben wird. Zum anderen vernachlässigt das Argument generelle Gerechtigkeitsprinzipien. Nur weil künftige Generationen eventuell finanziell besser gestellt sind als heutige, heißt das nicht, dass sie ipso facto unsere Kosten tragen müssen. Aus Gerechtigkeitsgründen sollten eigentlich die Schadensverursacher für die Kosten aufkommen gemäß dem Verursacherprinzip.

Ferner bezieht sich das Prinzip des Grenznutzens nicht nur auf einen generationsübergreifenden Nutzenvergleich, sondern kann auch auf die Nutzenverteilung innerhalb einer Generation angewendet werden. Wenn man das Prinzip so deutet, dass die Reicheren für die Probleme und Kosten der Ärmeren aufkommen müssen, dann müsste auch der Reichtum heute lebender Individuen durch beispielsweise Hilfszahlungen auf die Ärmeren der Gesellschaft umverteilt werden. Doch weder sehen sich die heutigen Reichen dazu verpflichtet, die Ärmeren der Gesellschaft finanziell zu unterstützen, noch wollen künftige Generationen für den Klimaschaden aufkommen (vgl. Frigg, MPK, 2015).

Sowohl das „People’s Choice“ als auch das „Future Wealth“ stellen aufgrund problematischer Prämissen keine überzeugende Argumente dar, um klimapolitische Investitionsentscheidungen anhand von Marktzinssätzen zu treffen. Deswegen sollte eine sehr niedrige Diskontrate gewählt werden, sodass die Präferenzen künftig Lebender im klimapolitischen Entscheidungskontext berücksichtigt werden (vgl. Frigg, MPK, 2015).9

IV. Konklusion: Entscheidung unter Unsicherheit

Im vorliegenden Essay wurden die Einwände Friggs gegen das „People‘s Choice“ und „Future Wealth“ Argument erläutert und bestärkt. EntscheidungsträgerInnen in der Klimapolitik sind vor die Wahl zwischen heutiger Investition in Klimaschutzmaßnahmen zur CO2 Reduktion (Climate Mitigation) oder Klimaadaption (Climate Adaption) gestellt. Entscheidungen werden aus der Sicht mikroökonomischer Investitionstheorie diskutiert, wobei unter ExpertInnen Uneinigkeit über die Höhe der Diskontrate herrscht (II). Anschließend habe ich das „People‘s Choice“ und „Future Wealth“ Argument, welche die Voraussetzungen für eine Diskontierung in Höhe aktueller Finanzmarktzinssätze darstellen, erörtert und kritisiert. Die Inkonsistenzen in den Annahmen der Argumente zeigen, dass sie keine überzeugenden Gründe für eine marktübliche Diskontrate im klimapolitischen Entscheidungskontext liefern können. Deswegen sollte eine möglichst niedrige Diskontrate angesetzt werden, um die Präferenzen künftiger Generationen in Klimaentscheidungen zu berücksichtigen (III).

Die meist diskutierteste Frage in der aktuellen Klimapolitik ist, wie Kosten und Nutzen der Schadensminimierung generationsgerecht aufgeteilt werden (vgl. Bear, 2010). Die Uneinigkeit über die Höhe des Diskontfaktors resultiert aus den vielen empirischen Unsicherheiten auf denen die Entscheidung beruht. Zu bemerken ist, dass in der Literatur der Klimapolitik vor allem die Höhe der Diskontrate diskutiert wird (vgl. Arrow (1995) / Broome (2008) / Nordhaus (2008) / Stern (2007). Doch der Zukunftswert des Klimaschadens oder die Anzahl der betrachteten Jahre im Modell beruhen auf genauso volatilen Annahmen und Berechnungen, die weiteren Diskussionsbedarf haben.

Zudem sollte aufgrund der problematischen Anwendung reiner ökonomischer Nutzentheorie ein größerer wissenschaftlicher Fokus auf ethische Prinzipien, wie dem Vorsorgeprinzip, gerichtet werden. Denn dadurch kann der Wert eines möglichen künftigen Nutzens mit in den Gesamtnutzen als Optionswert der Entscheidung einbezogen werden. Derartige Lösungsansätze verlangen weiterer Forschung und Diskussion. So stellt der Klimawandel nicht nur eine ökonomische, sondern aufgrund des intergenerationellen Gerechtigkeitsdilemmas die ethische Herausforderung des 21. Jahrhunderts dar.

Glossar

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Literaturverzeichnis

Arrow, Kenneth J. (1995). Discounting Climate Change: Planning for an Uncertain Future. Vortrag an der Université des Sciences Sociales, Toulouse . Zugriff: 04.03.2016 http://idei.fr/doc/conf/annual/paper_1995.pdf

Bear, P. (2010). Adaption to Climate Change: Who Pays Whom?. In: S. Gardiner / S. Caney / D. Jamieson / H. Shue (Hg.). Climate Ethics: Essential Readings . Oxford: Oxford University Press, S. 247–262.

Berk, J. / DeMarzo, P. (2016). Finanzwirtscha ft: Analyse, Entscheidung und Umsetzung . (3. aktual. Aufl.). München: Pearson Verlag.

Bierman, H. / Smidt, S. (2007). The Capital Budgeting Decision . (9. aktual. Ausgabe). New York: Routledge.

Biermann, F. / Böhm, F. / Brohm, R. / Dröge, S. / Trabold, H. (2003). Verursacherprinzip, WTO-Recht und ausgewählte Instrumente der deutschen Energiepolitik . Reihe: texte/75/2003. Dessau – Roßlau: Umweltbundesamt Verlag. Zugriff: 02.03.2016 https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/2548.pdf

Blanchard, O. / Illing, G. (2014). Makroökonomie . (6. aktual. Aufl.). München: Pearson Verlag.

Broome, J. (2008). The Ethics of Climate Change. Scientific American, 298 . S. 96–102.

Frigg, R. (2015). Climate Change and Intergenerational Injustice . Abendvortrag des 3. Münchner Philosophischen Kolloquiums am 21.10.2015. Foliensatz zum Vortrag.

Diefenbacher, H. (2014). Der Wert der Natur. Anmerkungen zu Chancen, Grenzen und Risiken der Monetarisierung von Naturgütern. In: Hartung, G. / Kirchhoff, T. (Hg.). Welche Natur brauchen wir? Analyse einer anthropologischen Grundproblematik des 21. Jahrhunderts. München: Herder Verlag.

Johnson, H. / Kaplan, S. (1991). RELEVANCE LOST. The Rise and Fall of Management Accounting . Boston, Massachusetts: Harvard Business Press.

Finance, Yahoo. (2016). Chart Fina nzmarktzinssätze (TYX) in den USA . Zugriff: 19.03.2016 http://finance.yahoo.com/echarts?s=%5ETYX+Interactive#{"range":"max","allowChartStacking":true}

Meadows, D. (1987). Grenzen des Wachstums – Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit . Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt.

Nordhaus, W. (2008). A Question of Balance . New Haven: Yale University Press.

Stern, N. (2007). The Economics of Climate Change : The Stern Review. Cambridge: University Press.

US Inflation Calculator. (2016). Historical Inflation Rates 1914-2016 . Zugriff: 19.03.2016 http://www.usinflationcalculator.com/inflation/historical-inflation-rates/

Varian, H. (2011). Grundzüge der Mikroökonomik . (8. aktual. Aufl.). Mün­chen: Oldenbourg Verlag.

Woll, A. (2007). Volkswirtschaftslehre . (15. aktual. Auflage). München: Vahlen Verlag.

[...]


1 Vortrag im Rahmen des 3. Münchner philosophischen Kolloquiums: “Climate Change and Intergenerational Injustice”, gehalten von Professor Dr. Roman Frigg (Director of the Centre for Philosophy of Natural and Social Science (CPNSS), and Co-Director of the Centre for the Analysis of Time Series (CATS), London School of Economics and Political Science) am 21.10.2015 an der LMU, München. Im folgenden Essay wird aus dem bereitgestellten Foliensatz zum Vortrag zitiert. Im Weiteren abgekürzt mit: (Frigg, MPK, 2015)

2 Sämtliche Fachtermini aus der Ökonomie, die für das Verständnis der Argumentation notwendig sind, werden im Glossar alphabetisch erläutert. Im Fließtext sind diese kursiv markiert.

3 Das Beispiel wurde aus dem bereitgestellten Foliensatz zum Vortrag übernommen. Frigg ging dabei nicht genauer auf die gegebenen Größen ein. Da die angenommenen Zahlen, wie Investitionskosten heute [P] versus später [F] und der Zeithorizont [N] eine große Auswirkung auf die Investitionsentscheidung in Klimaschutz haben, unabhängig davon wie hoch [R] ist, wäre hier weitere Klärung wünschenswert gewesen (vgl. Frigg, MPK, 2015, S.27).

4 Überblick über die historische Inflationsrate in den USA siehe: http://www.usinflationcalculator.com/inflation/historical-inflation-rates/

5 Zum Vergleich: monatliche Schwankung der Finanzmarktzinssätze (TYX) in den USA siehe: http://finance.yahoo.com/echarts?s=%5ETYX+Interactive#{"range":"max","allowChartStacking":true}

6 Das Präferenzkriterium bezeichnet die volkswirtschaftliche Theorie der Zeitpräferenz. Diese beschreibt die Ungeduld im Konsumentenverhalten. Es wird angenommen, dass Konsum heute besser ist als Konsum morgen. Dies wird von der Annahme unterstützt, dass sich rationale Konsumenten riskoavers verhalten. Warten birgt immer ein Risiko, da unvorhergesehene Veränderungen am zukünftigen Markt eintreten können. Weiterhin gilt die Prämisse, dass der Wert von Geld im Laufe der Zeit durch Inflation abnimmt. Deswegen ziehen rationale und risikoaverse Akteure heutigen Güterkonsum vor (vgl. Varian, 2011).

7 Das Gesetz des Marktgleichgewichts und der Effekt eines Nachfrageüberschusses sind graphisch im Glossar dargestellt.

8 Pionierarbeit in der wissenschaftlichen Verbreitung dieser These gegen die klassische Wirtschaftstheorie leistete „Der Club of Rome“ mit seiner internationalen Studie “Grenzen des Wachstums“ und seinen Folgen (vgl. Meadows, 1987).

9 Aus ethischer Perspektive sollte sogar ein Diskontsatz von Null angewendet werden, bzw. ist das Diskontierungsmodell auf klimapolitischen Investitionsentscheidungen nicht anwendbar. Diese Ansicht wird in Essay 3 vertreten.

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Roman Friggs Einwände gegen das “People's Choice” und das “Future Wealth” Argument
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Philosophie)
Veranstaltung
3. Münchner Philosophischen Kolloquium (MPK)
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V539691
ISBN (Buch)
9783346182647
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Roman Frigg, Klimawandel, Diskontierung, intergenerationeller Gerechtigkeitskonflikt
Arbeit zitieren
Nicole Kaczmar (Autor), 2016, Roman Friggs Einwände gegen das “People's Choice” und das “Future Wealth” Argument, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539691

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Roman Friggs Einwände gegen das “People's Choice” und das “Future Wealth” Argument



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden