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Die Frauenbilder in Heinrich von Kleists "Marquise von O." und "Penthesilea"

Ein Vergleich

Title: Die Frauenbilder in Heinrich von Kleists "Marquise von O." und "Penthesilea"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 33 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M.A. Nicole Gast (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Arbeit gibt Aufschluss über das gesellschaftliche Frauenideal um 1800 und erläutert den Einfluss von Jean Jaques Rousseau und Johann Gottlieb Fichte auf das (zwiespältige) Frauenbild Heinrich von Kleists, das in der Novelle „Die Marquise von O.“ und dem Trauerspiel „Penthesilea“ besonders deutlich zum Vorschein kommt. Im Fokus der Untersuchung steht ein Vergleich der beiden Frauenbilder, der, mit Hilfe verschiedener Textbeispiele, Aufschluss über die Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Wandlungen der Protagonistinnen gibt:
Mit ihrer brav-naiven Besonnenheit und femininen Schüchternheit entspricht die Marquise von O. zu Beginn perfekt den gesellschaftlichen Rollenerwartungen. Ihr Gegenpol ist Penthesilea: Kämpferisch, aktiv und durch ihre mentale und physische Stärke als Führungsperson innerhalb ihrer Gesellschaft anerkannt. Kurz: Die Verkörperung des Unweiblichen. Die Wandlung der beiden Frauen im Verlauf der Novelle bzw. des Trauerspiels ist ebenfalls gegensätzlich: Während die Marquise sich zu einer selbstsicheren, rational denkenden und starken Frau entwickelt, entdeckt Penthesilea die Liebe, die sie emotional und passiv werden lässt. Gegen Ende wird der Kontrast der beiden Frauenbilder erneut besonders deutlich, wenn sich die Marquise zu Gunsten ihrer Familie zurück in eine freiwillig passive Abhängigkeitssituation begibt während Penthesilea sich durch den Mord an Achill nicht nur unweiblich, sondern sogar unmenschlich verhält. Beide Charaktere durchlaufen somit eine Wandlung, um am Ende mit neuem Ich in ihr altes Rollenverhalten zurückzukehren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Frauenbild um 1800

2.1 Rousseau über die Regeln der Geschlechterbeziehung

2.2 Die Stellung der Frau innerhalb der Ehe

2.3 (Schein-)Emanzipationsbestrebungen

2.4 Das Frauenbild Kleists

2.4.1 Briefe an Ulrike und Wilhelmine

3. Die Marquise von O.

3.1 Witwe durch Tragik, Tochter aus Zufall, Ehefrau aus Kalkül ?

3.2 Charakteristische Figurenmerkmale

3.2.1 Körpersprache und Wortwahl

4. Penthesilea – Wunschbild, Schreckbild, Selbstbild ?

4.1 Das Amazonentum in „Penthesilea“

4.2 Penthesilea – Frau, Mann oder beides?

4.2.1 Körpersprache und Wortwahl

5. Die Frauengestalten Marquise von O. und Penthesilea im Vergleich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild in Heinrich von Kleists Werken „Die Marquise von O.“ und „Penthesilea“ und analysiert, inwieweit Kleists Protagonistinnen den gesellschaftlichen Rollenerwartungen um 1800 entsprechen oder diese durchbrechen.

  • Analyse des zeitgenössischen Frauenbildes um 1800 (Einfluss von Rousseau und Fichte).
  • Untersuchung der Figurenmerkmale der Marquise von O. und Penthesilea.
  • Vergleich der Rollen von Frau und Amazone hinsichtlich Emanzipation und Rollenbruch.
  • Betrachtung von Körpersprache und Wortwahl als Ausdruck des Reifeprozesses.
  • Einordnung der Frauenfiguren in den Kontext der zeitgenössischen Kleist-Rezeption.

Auszug aus dem Buch

Die Frau als Quelle allen Glückes

Die Frau als Quelle allen Glückes zu sehen, könnte Kleist fast romantisch ausgelegt werden, wäre seine Aussage nicht durch das Erstgenannte relativiert und ihres naiv-träumerisch scheinenden Inhalts beraubt worden. Eine Frau nach Kleists Vorstellungen, das ist eine Frau, die ihm ohne zu zögern folgt. Die sich durch Passivität, absolute Hingabe an seine Bedürfnisse, ihren Sanftmut und tugendhafte Gutmütigkeit auszeichnet. In den Briefen an Wilhelmine, die im folgenden Kapitel besprochen werden, wird dies verdeutlicht.

Kleists Frauenbild war geprägt von Rousseau, Fichte und von Ulrike, seiner Schwester. Sie war Beweis dafür, dass die gängigen Geschlechterstereotypen nicht fehlerfrei auf alle Frauen angewendet werden konnten, dass Frauen auch durchaus auch männlich-zupackende Züge besitzen konnten (z.B. wenn Ulrike nicht vor Angst gelähmt nach dem Zusammenstoß mit einem anderen Fuhrwerk im Wagen kauert, sondern darauf sinnt, wie aus der misslichen Lage herauszukommen ist; wenn Ulrike bei einem Unwetter auf einem See das Ruder übernimmt, während die Männer „die Besinnung verloren“ haben oder wenn sie sich von dem steinernen Satyr nicht ins Schwärmen versetzen lässt, sondern wissen möchte, wie die Skulptur Flötentöne erzeugt). Handlungswille und Wissensdurst waren für Ulrike keine Männerdomäne. Aber solch beherzte Aktivität sah Kleist als unweiblich an. Die eigensinnige Aktivität einer Frau mache Männer zu zaudernden, zagenden Gestalten, da sie in eine passive Rolle gedrängt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Kleist traditionelle Frauenbilder konterkariert und die Rollen seiner Protagonistinnen in den Texten hinterfragt.

2. Das Frauenbild um 1800: Dieses Kapitel erörtert die zeitgenössischen Ideale, geprägt von Philosophen wie Rousseau und Fichte, die auf Unterwerfung und häusliche Bestimmung zielen.

3. Die Marquise von O.: Hier wird analysiert, wie die Marquise durch verschiedene Lebensphasen wandert und wie ihre Handlungen als erste Emanzipationsschritte gedeutet werden können.

4. Penthesilea – Wunschbild, Schreckbild, Selbstbild ?: Das Kapitel untersucht den Amazonenstaat und die Figur Penthesilea als Gegentypus zur Marquise, die zwischen männlichem Kampfgeist und weiblicher Identität schwankt.

5. Die Frauengestalten Marquise von O. und Penthesilea im Vergleich: Abschließend werden die beiden Charaktere gegenübergestellt, um Dynamiken, Reifeprozesse und die zeitgenössische Abwehrhaltung gegenüber den dargestellten Frauenrollen aufzuzeigen.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Frauenbild, Penthesilea, Marquise von O., Emanzipation, Rollenverständnis, Rousseau, Fichte, Amazonentum, Geschlechterrollen, 18. Jahrhundert, Literaturwissenschaft, Frauenrolle, Identität, Geschlechterkampf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Frauen in Kleists „Marquise von O.“ und „Penthesilea“ und prüft, wie diese Charaktere mit den Rollenbildern ihrer Zeit kollidieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind das gesellschaftliche Frauenbild um 1800, der Einfluss patriarchaler Strukturen und die Frage nach Emanzipation in der Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es herauszufinden, ob die Protagonistinnen den Rollenerwartungen entsprechen oder durch ihre Handlungen gesellschaftliche Normen sprengen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse, basierend auf zeitgenössischen philosophischen Texten (Rousseau, Fichte) und literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Figurenzeichnung, der Körpersprache und der Wortwahl, um die innere Entwicklung der Frauenfiguren zu deuten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Kleists Frauenbild, Emanzipation, Rollenkonflikte und die Analyse der spezifischen Charaktere Marquise von O. und Penthesilea.

Inwiefern ist die Ohnmacht für die Marquise von O. charakteristisch?

Die Ohnmacht dient in der Arbeit als Zeichen eines psychischen Ausnahmezustands, aus dem die Figur erst durch Krisen zur Selbstfindung und Autonomie gelangt.

Wie unterscheidet sich Penthesilea von der Marquise von O.?

Penthesilea agiert als aktiv kämpfende Amazone, während die Marquise zunächst dem passiven Frauenideal entspricht, bevor sie ihre eigene Handlungsfähigkeit entdeckt.

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Details

Title
Die Frauenbilder in Heinrich von Kleists "Marquise von O." und "Penthesilea"
Subtitle
Ein Vergleich
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Grade
1,7
Author
M.A. Nicole Gast (Author)
Publication Year
2006
Pages
33
Catalog Number
V53977
ISBN (eBook)
9783638492812
ISBN (Book)
9783638693301
Language
German
Tags
Frauenbilder Heinrich Kleists Marquise Penthesilea Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Nicole Gast (Author), 2006, Die Frauenbilder in Heinrich von Kleists "Marquise von O." und "Penthesilea", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53977
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