Nachhaltigkeit als ethisches Prinzip? Der Cradle-to-cradle-Ansatz von Michael Braungart und William McDonough im Kontext der Anthropozän-Diskussion


Hausarbeit, 2019

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nachhaltigkeit

3. Cradle to Cradle
3.1. Funktionsweise
3.2. Ökoeffizienz vs. Ökoeffektivität
3.3. C2C- Zertifizierung

4. Anthropozän
4.1. Das Zeitalter des Menschen
4.2. Effizienzrevolution- ein Ausweg?
4.3. Welche Rolle spielt der Cradle to Cradle Ansatz?

5. Fazit

6. Quellenangabe

1. Einleitung

Unser momentanes Zeitalter ist geprägt vom stetigen Gedanken des Wachstums. Nicht nur die Unternehmen sind daran interessiert, ihre Produktivität zu steigern und stets ein Wachstum aufzeigen zu können, sondern auch der Mensch als aktiver Konsument fördert durch den Kauf neuer Produkte den Abbau von immer neuen Rohstoffen, die für die Herstellung verwendet werden.

Der Mensch arbeitet mit Hochdruck an der Mission, sich die Erde nach seinen Maßstäben und Wünschen zu formen, durch modernste Technik und Technologien. Die Perversion an der Situation ist, gerade durch den Bau dieser Technologien, werden wir die Erde weiter ausbeuten und dies auf zwei Ebenen. Der Mensch beginnt seine Umwelt zu ordnen und drückt ihr seinen Willen auf. Folglich werden jetzt Vorgänge realisiert, die in der Natur nicht autark eintreten würden.1 Das Wachstum hat den Menschen in ein neues geologisches Zeitalter getrieben: dem Anthropozän. Katastrophale Wetterereignisse, wie extreme Dürren und starke Stürme, der Verlust der Biodiversität, die Veränderung des Klimas beherrschen die Titel unserer Zeitungen und symbolisieren die Überforderung der Umwelt - hervorgerufen durch den Menschen und dessen Bestreben nach Wachstum.

Der Mensch steht daher in der Verpflichtung zu handeln. Wie Einstein einst sagte: „Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will“.2 Mit dem Cradle to Cradle - System beschreiben Braungart und McDonough eine vielversprechende Alternative, die versucht, alle Aspekte der Nachhaltigkeit abzudecken und den Kampf gegen die Rohstoffverschwendung ansagt. Um dieser prekären Lage wirksam zu begegnen, reicht es nicht nur, neue Konzepte zu entwickeln, sondern die Veränderung muss in den Gedanken der Bevölkerung anfangen und sie zu einem Umdenken bewegen. Schüler gehen aktiv freitags auf die Straße und protestieren gegen die aktuelle Klimapolitik, ins Leben berufen wurde diese Protestaktion namens Fridays for future durch die sechszehnjährige schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg. Auch die diesjährige Europawahl wird von vielen als eine Klimawahl betitelt. In Deutschland geben nach einer Umfrage aus dem Jahr 2018 79% Befragte von 1.129 Probanden an, das Thema Nachhaltigkeit sei ein wichtiger Aspekt in ihrem Leben.3 Dennoch hat Deutschland zum Beispiel seine Klimaziele drastisch verfehlt. Betrachtet man die Zahlen im Verkehr, so liegen die Emissionswerte sogar leicht über dem Wert von 1990, obwohl das Ziel von 2030 lautet, diesen Wert um 40% zu reduzieren.4

Fakt ist, dass der Mensch und vor allem die Wirtschaft auf die Klimaereignisse und der Ausbeutung der Erde entgegenwirken muss, damit der Planet Erde, unsere Lebensgrundlage, nicht vernichtet wird. In dieser Hausarbeit soll erarbeitet werden, inwiefern der Cradle to Cradle -Ansatz eine Möglichkeit darstellt, die aktuelle Problematik, ein ressourcenschonendes Verfahren zu etablieren, um dem möglichen neuen geografischen Zeitalter dem Anthropozän entgegenzuwirken, ohne dabei die Produktion der Unternehmen in ihren Kompetenzen zu schwächen. Ansonsten endet die Situation wie im folgenden Witz:

Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: "Du siehst aber gar nicht gut aus!"

Der andere: "Ja, ich weiß. Ich hab homo sapiens."

"Das kenn ich, das geht vorbei!"5

2. Nachhaltigkeit

Gibt man den Begriff Nachhaltigkeit bei Google ein, so werden einem innerhalb weniger Sekunden 44.300.000 Ergebnisse zu diesem Thema vorgeschlagen.

Der Begriff Nachhaltigkeit hat seinen Ursprung um das 18. Jahrhundert in der Forstwirtschaft, und wird auf Hans Carl von Calrowitz zurückgeführt. Die Nachhaltigkeit wird in seinem Werk namentlich „Slyvicultura oeconomica“ zum ersten Mal erwähnt und er spricht dort von einem pfleglichen Umgang mit dem Holz, sodass keine Verschwendungen entstehen und die Nutzung des Waldes nachhaltig zu handhaben sei.6 Ebenfalls nennenswert ist die Definition der Brundtland Kommission 1987 mit dem veröffentlichten Report „Our common future“, zu Deutsch „Unsere gemeinsame Zukunft“. Hier heißt es, eine nachhaltige Entwicklung ist dann gegeben, wenn die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation befriedigt werden können, ohne dass diese Bedürfnisbefriedigung negative Auswirkungen auf die kommende Generation hat.7

Letztendlich gewann der Begriff an Popularität nach der UN- Umweltkonferenz von Rio de Janeiro im Jahre 1992 und ist das deutsche Synonym zu der Sustainability. Der Streitpunkt obliegt der Frage, ob das Prinzip der Nachhaltigkeit nun als ein Rechtsgrundsatz zu verstehen ist oder eine Art politisches Programm, das als Basis für die Umgestaltung der Wirtschafts- und Sozialordnung dient. Eine Beschreibung um die man nicht herumkommt ist das „Drei Säulen Konzept“, welches das Gleichgewicht zwischen dem wirtschaftlichen System, der sozialen Struktur und der Umwelt beschreibt. Berg zitiert dabei nach Kotzur, welcher die Nachhaltigkeit als Existenzgrundlage des Verfassungsstaates betrachtet und formuliert dies folgendermaßen: „Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der die ökonomische, ökologische und soziale Dimension zusammenführt, erhält ihn reform- wie gestaltungsfähig […]ein ressourcenschonenden Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen sowie ein langfristiges, generationenübergreifendes Denken“.8

a) soziale Nachhaltigkeit

Angestrebt wird eine Gesellschaft, welche sich als lebenswert und zukunftsfähig erweist und jeder die Möglichkeit besitzt, sich zu entfalten und an der Gemeinschaft teilnehmen kann.9

b) ökonomische Nachhaltigkeit

Verlangt wird von der Gesellschaft, nicht über ihre Verhältnisse zu leben, damit auch die nachfolgende Generation ohne Einbußen leben kann. Eine Wirtschaftsweise ist dann nachhaltig, wenn sie auf langfristige Funktion ausgelegt ist.10

c) ökologische Nachhaltigkeit

Gefordert wird eine Lebensgrundlage, die die Natur in einem natürlichen Ausmaß beansprucht und die Selbstgeneration der Natur ermöglicht. Daher gilt es den Raubbau an der Natur zu beenden.11

3. Cradle to Cradle

3.1. Funktionsweise

Die Vielfalt der Erde ist der Inbegriff von dem Satz „von der Wiege zur Wiege“ – Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff bilden den natürlichen Motor der Erde und werden in einem in sich geschlossenen Kreislauf immer wieder verwendet. Bis der Mensch sich mit der Industrie in dieses natürliche Kreislaufsystem einmischte, herrschte ein Gleichgewicht an Materialien auf der Erde. Braungart und McDonough sprechen von zwei Strömen an Materialien: der Biomasse und der technischen Masse. Diese sind wiederum biologische Nährstoffe, Biosphäre betreffend, und den technischen Nähstoffen, essentiell für die Technosphäre, der industriellen Infrastruktur.12

Die Problematik vor der die Menschheit steht, ist das Wiege- zu-Wiege- System zu imitieren. Die Industrie konzipiert ihre Produkte nach unserem Konsumverhalten, heißt Produkte sind oftmals nicht angelegt lange zu halten oder recycelbar zu sein, sondern sind nur für eine bestimmte Zeitspanne konstruiert, damit sich der Konsument nach neuen Gütern orientiert. Fälschlicherweise assoziiert man das Wegbringen von einem Gut, mit dem völligen Verschwinden von einem Gut. Diese Annahme ist irrsinnig, da der Ort „weg“13 nicht existiert. Die Erde ist so konzipiert worden, dass im Grunde nichts außer Hitze und Meteoriten den Planeten verlassen kann. Daher bleibt alles, was der Mensch je erschaffen hat, in diesem System erhalten.

Das übergeordnete Ziel lässt sich daher folgendermaßen formulieren: „Die Vorstellung, Abfall als Designerprinzip abzulegen, bedeutet, Dinge – Produkte, Verpackungen und Systeme – von vornherein unter der Voraussetzung zu konzipieren, dass Abfall überhaupt nicht vorkommt“.14 In anderen Worten bedeutet dies, nicht die Funktion des Produktes sollte ausschlaggebend sein, sondern vielmehr die Nährstoffe, die für die Materialherstellung benötigt werden, sollten das Design festlegen.

Wie bereits oben erwähnt, gibt es zwei unterschiedliche Metabolismen auf unserem Planten. Wird das Design nach dem oben genannten Kriterium ausgewählt, so werden alle von der Industrie hergestellten Produkte, bzw. Materialen diesen zwei Metabolismen wieder zugeführt. Es gilt dabei aber zu beachten, dass diese beiden Metabolismen voneinander unabhängig betrieben werden sollten, bzw. sich nicht kontaminieren. Materialen des technischen Kreislaufes sollten dem organischen Kreislauf nicht zugeführt werden, da sich die Stoffe nicht im natürlichen System der Erde wiederfinden. Im gleichen Zuge sollten umgekehrt keine biologischen Nährstoffe in den technischen Stoffwechsel gelangen. Die Folgen wären eine Minderung der Qualität sowie ein Verlust für die Biosphäre.15

Da in den vorherigen Absätzen viel von den beiden Metabolismen gesprochen wurde, möchte ich nun näher darauf eingehen, was Braungart und McDonough spezifisch darunter verstehen.

„Ein biologischer Nährstoff ist ein Material oder Produkt, das dazu bestimmt ist, in den biologischen Kreislauf zurückzukehren- es wird buchstäblich von Mikroorganismen im Boden und von anderen Tieren aufgefressen.“16 Die Idee, die dahinter steckt, ist die Materialen für ein Produkt so zu wählen, dass es theoretisch auf den Boden geworfen werden darf, biologisch abgebaut wird, bzw. konsumiert wird von den Mikroorganismen.

Das gleiche gilt für den technischen Metabolismus. Der technische Nährstoff, heißt das Material oder Produkt, wurde so konstruiert, dass es in den technischen Kreislauf zurückgeführt werden kann, nämlich dem industriellen Metabolismus. In der Praxis sollte dies folgendermaßen umgesetzt werden: das Produkt, nehmen wir als Beispiel ein Mikrowellengerät, besteht aus Nährstoffen die für die Industrie noch weiterhin von Wert sind. Damit keine Stoffe in den biologischen Kreislauf ungewollt gelangen, müssen diese getrennt werden. Die verbleibenden Stoffe können nun upcycelt werden, anstatt nur recycelt. Das heißt, die Qualität des Produktes bleibt erhalten und zirkuliert, in diesem Beispiel als Mikrowellengehäuse, im industriellen Kreislauf. Ein Produkt zu downcyceln, z.B. als Blumentopf, sollte nicht das Ziel sein.17

Gerade die Automobilbranche begeht nach dem oben erläuterten Schema einen großen Fehler. Erklärt der Besitzer sein Auto für unbrauchbar, so wird es auf den Schrottplatz in Form gepresst und mit anderen Automodellen recycelt. Es entsteht eine homogene Masse, die aus vielen verschiedenen Edelstahlmetallen und Kabeln besteht, die nun nicht mehr für ihren eigentlichen technischen Zweck, Kabel können nicht mehr als Kabel dienen oder der Edelstahl für die Wiederherstellung des gleichen Autos, wiederverwendet können. Das Resultat ist eine drastische Qualitätsminderung. Das Konzept, das Braungart und McDonough dabei vorschwebt, nennt sich Dienstleistung- oder Serviceprodukt. Der Service umfasst Produkte, die wertvolle technische Nährstoffe enthalten, z.B. Autos und Computer. Der Kunde erwirbt den Service des Produktes für eine vorgegebene Nutzerzeit. Der Kunde bezahlt daher nur für den Service, nicht aber für Materialen, für die er persönlich keine Verwendung findet. Möchte der Kunde das Produkt abgeben, so nimmt dies der Hersteller wieder an und kann die Materialien für neue Produkte verwenden. Der Hersteller wäre somit stets der Eigentümer der Materialien.18

Zusammenfassend entstehen Produkte, die nach Ende ihres Produktzyklus keinen unbrauchbaren und schädlichen Abfall produzieren. Der Hersteller profitiert ebenfalls von diesem System, da er nicht jedes Mal auf ein Neues die Rohmaterialien bestellen muss. Die Nährstoffe eines Produktes zirkulieren in einem ständigen Kreislauf und führen zu einer Reduktion der gesundheitsschädlichen Rohstoffe wie z.B. Petrochemikalien oder PVC.

3.2. Ökoeffizienz vs. Ökoeffektivität

Ökoeffizienz kann gleichgesetzt werden mit den Verben „vermindern, vermeiden, minimieren, reduzieren und begrenzen“.19 Schlägt man Effizienz im Wirtschaftslexikon nach so kann folgende Definition entnommen werden: „In der ökonomischen Theorie wird Effizienz im Pareto Optimum erreich. Effizienz beinhaltet damit einen Zustand, in dem die Produktion […]bei gegebener Technologie nicht mehr erhöht werden kann“.20 Es war Maurice Strong, der Generalsekretär der UNCED, United Nations Conference on Environment and Development, der Schmidheiny beauftragte, den Gedanken einer nachhaltigen Entwicklung unter den Unternehmen zu verbreiten, vor allem in Anbetracht des kommenden Weltgipfeltreffens in Rio 1992. Mit dem Buch „changing course“ begründet das „Business Council for Sustainable Development“, zu Deutsch Wirtschaftsrat für nachhaltige Entwicklung und Umwelt, das Konzept der Ökoeffizienz. Der Kerngedanke ist, die Vereinigung zwischen dem Wirtschaftswachstum, der Ökologie und dem sozialen Fortschritt herzustellen.21 Das signifikanteste Resultat des Weltgipfeltreffens war die Agenda 21, welche die zentralen Punkte zu dem Thema Fortschritt und Entwicklung in den Industrienationen und Entwicklungsländern im Einklang mit der Umwelt festhält. Diese Nachhaltigkeitsstrategien erfolgen auf der nationalen Ebene eines jeden Landes.22 1995 erfolgte die Fusion des „Business Council for Sustainable Development“ und dem „World Industry Council fort the Environment, zu dem heute bekannten WBCSD, World Business Council for Sustainable Development. Doch um nun auf den Vergleich zurückzukommen, was ist das Ziel der propagierten Ökoeffizienz? Unternehmen zielen darauf ab, eine Steigerung der Effizienz und der Produktivität zu verzeichnen. Die Effizienz spiegelt sich in der Gewinnmaximierung wieder, wobei die Ausgaben und Anstrengungen minimiert wurden. Betrachtet wird stets das Verhältnis zwischen dem Aufwand und dem Nutzen dafür, und man spricht daher von einer ressourcenorientierten Wirksamkeit, dem Einsatz der richtigen Mittel. Innovationen im Bereich einer umweltschonenden Produktion sind daher essentiell, um den Nachhaltigkeitsgedanken voranzubringen.23 Fakt ist aber, dass die Ökoeffizienz nicht darauf ausgelegt ist, die Rohstoffverknappung oder die Umweltverschmutzung endgültig zu stoppen, sondern sie lediglich verlangsamt. Die steigende Umweltverträglichkeit ist daher mehr ein positiver zusätzlicher Effekt, denn primär liegt der Fokus eines Unternehmens auf der Rentabilität. Kosteneinsparungen aufgrund einer Steigerung der Prozesseffizienz, Innovationen im Bereich der Produktgestaltung münden in neue Gewinne und Umgestaltungen der Marktmechanismen sind Anlass für neue Dienstleistungen sowie der der Reduktion von Materialien.24 Mit diesen drei Entwicklungsstufen wirbt die WBCSD für die Ökoeffizienz, ein Konzept das dem Motto „weniger ist mehr“ geschuldet ist.

Mit der Ökoeffektivität möchten Braungart und McDonough die Ökoeffizienz ablösen, bzw. revolutionieren. Produkte, die nach dem Maßstab der Ökoeffektivität hergestellt wurden, sind nach dem obigen Prinzip in 3.1 zu verstehen. Heißt, die biologischen Nährstoffe werden in den biologischen Kreislauf zurückgeführt und die technischen dem technischen Kreislauf. In dieser Kreislaufwirtschaft werden Rohstoffe daher nicht weiter abgebaut, sondern man zielt auf eine endgültige Reduktion des weiteren Abbaus. Das Resultat ist wie oben schon beschrieben, ein Produkt, das nach seinem Verbrauchsdatum wieder für die Ursprungsform verwendet wird. Ein Downcycling, wie in den Umwelt- und Wirtschaftswissenschaften, ist in diesem Modell nicht vorhanden. Das Prinzip lässt sich in drei Worten zusammenzufassen: „Abfall ist Nahrung“.25 Ein weiterer konträrer Punkt verbirgt sich im Begriff effektiv, denn er umfasst den Gedanken, die Ziele auf die richtige Weise zu erreichen. Die Wirkung spielt daher eine bedeutende Rolle und ist somit zusammenfassend eine zielorientierte Wirksamkeit.26

3.3. C2C- Zertifizierung

Die Cradle to Cradle Zertifizierung möchte ich anhand eines Unternehmens kurz vorstellen, das bereits versucht, einige der Kriterien auf ihre Produkte anzuwenden. Neben der EPEA, EPEA GmbH – Part of Drees & Summer, gegründet von Michael Baumgart, gibt es auch weitere Vereine die Cradle to Cradle Zertifizierung vergeben. Ein Beispiel wäre „OmniCert“, ein Umweltgutachtungsunternehmen.

Das Unternehmen, das ich vorstellen möchte, wurde von der EPEA überprüft, wodurch ich mich auch auf deren Kriterien stützen werde.

Desso ist ein niederländischer Teppichlieferant und hat sich auf die Teppiche in der gewerblichen Nutzung spezialisiert. Das Unternehmen wirbt, dass über 95% ihrer Teppichkollektionen die Cradle to Cradle Zertifizierung erhalten haben.27 Sie teilen die Ansicht von Braungart und McDonough, die Inhaltsstoffe eines Produktes zu kennen, um daraus ein effektives Produkt designen zu können. Durch die Arbeit verbringt der Mensch sehr viel Zeit in geschlossenen Räumen, viele davon sind mit Teppichen ausgelegt, da sie den Raum ansprechender gestalten. Doch gerade Teppiche bergen ein hohes gesundheitliches Risiko, da durch Materialabriebe schädliche Stoffe in die Luft gelangen und den Menschen schädigen. Gegen diese Gefahr möchte daher Desso vorgehen.

Die Zertifizierung erfolgt anhand fünf zu überprüfender Qualitätsstandards: dem Material, der Wiederverwendbarkeit, dem Verwenden von erneuerbaren Energien, die CO2- Bilanz eines Produktes, dem Wasserverbrauch oder Wasserhaushalt und der sozialen Komponenten. In jeder Kategorie wird das Produkt bewertet und erhält eine Auszeichnung. Diese erstreckt sich von Basis, Silber, Gold und Platin. Die niedrigste Bewertung ist gleichzeitig die Gesamtwertung des Produktes. Das Unternehmen muss ebenfalls auch nach der Zertifizierung den Willen zur stetigen Verbesserung aufweisen.28

[...]


1 Vgl. Lesch/Kamphausen (2016), S.143ff.

2 Albert Einstein Zitate (o.D.)

3 Vgl. Nier (2018)

4 Vgl. Tagesschau (2018)

5 Klimawitze (2019)

6 Vgl. Altundas /Memeti /Rau /Schrag (2015), S.16.

7 Lexikon der Nachhaltigkeit (2015)

8 Berg (2008), S. 430

9 Vgl. Altundas /Memeti /Rau /Schrag (2015), S.16.

10 Vgl. Karner (2010), S.195.

11 Vgl. Karner (2010), S.196

12 Vgl. Braungart/McDonough (2003), S.124

13 Vgl. Braungart/McDonough (2003), S.48.

14 Braungart/McDonough (2003), S.136

15 Vgl. Braungart/McDonough (2003), S. 135f.

16 Braungart/McDonough (2003), S.137

17 Vgl. Braungart/McDonough (2003), S. 141f.

18 Vgl. Braungart/McDonough (2003), S.144.

19 Vgl. Braungart/McDonough (2003), S. 69.

20 Sellien/ Sellien (1979)

21 Vgl. WBCSD (2019)

22 Vgl. Radke (1999), S. 16.

23 Vgl. Baumgartner/Biedermann (2009), S.12f.

24 Vgl. Weizsäcker/ Seiler-Hausmann (1999), S.276.

25 Braungart/McDonough (2003), S.198.

26 Vgl. Baumgartner/Biedermann (2009), S.9.

27 Vgl. Desso (2019)

28 Vgl. Cradle Products Innovation Institute (2019)

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Nachhaltigkeit als ethisches Prinzip? Der Cradle-to-cradle-Ansatz von Michael Braungart und William McDonough im Kontext der Anthropozän-Diskussion
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Veranstaltung
Nachhaltigkeit als ein ethisches Prinzip
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V539833
ISBN (eBook)
9783346184610
ISBN (Buch)
9783346184627
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anthropozän-diskussion, braungart, cradle-to-cradle-ansatz, kontext, mcdonough, michael, nachhaltigkeit, prinzip, william
Arbeit zitieren
Anna Merk (Autor:in), 2019, Nachhaltigkeit als ethisches Prinzip? Der Cradle-to-cradle-Ansatz von Michael Braungart und William McDonough im Kontext der Anthropozän-Diskussion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539833

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