Das Ziel vorliegender Arbeit ist, einen Entwurf für die Thematisierung tropischer Wirbelstürme und ihrer Folgen auf Kuba im Rahmen des deutsch-spanischen Bilingualen Geographieunterrichts zu bieten. Dabei werden wichtige Aspekte der Theorie des BU vorgestellt und im Entwurf der Unterrichtseinheit berücksichtigt. Damit wird ein Plädoyer für die Einbeziehung und die Intensivierung weiterer Sprachen im BU formuliert und gleichzeitig ein Entwurf vorgestellt, wie dies auf konkreter Ebene zu bewerkstelligen sein kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Theorie des bilingualen Geographieunterrichts
2.1 Allgemeines
2.1.1 Entstehung und Situation heute
2.1.2 Definition und Durchführung
2.1.3 Chancen und Risiken: bilingualer Geographieunterricht auf dem Prüfstand
2.1.4 Die Herausbildung einer bilingualen Didaktik
2.2 Unterrichtstheoretische Aspekte
2.2.1 Kompetenzen, Standards und Lehrpläne
2.2.2 Das Verhältnis von geographischem und sprachlichem Lernen
2.3 Unterrichtspraktische Aspekte
2.3.1 Prinzipien des bilingualen Geographieunterrichts
2.3.2 Methoden des bilingualen Geographieunterrichts
2.3.4 Medien des bilingualen Geographieunterrichts
3 Sachanalyse: Tropische Wirbelstürme und ihre Auswirkungen auf Kuba
3.1 Grundlagen
3.1.1 Vorstellung des Raumes: Kuba – zwischen tropischem Paradies, Sozialismus und Wirbelstürmen
3.1.2 Geographische Risikoforschung
3.2 Tropische Wirbelstürme aus naturgeographischer Perspektive
3.2.1 Definition, Entstehung und Lebenszyklus eines tropischen Wirbelsturms
3.2.2 Pfade der Zerstörung – Zugbahnen tropischer Wirbelstürme
3.2.3 Öfter, länger, verheerender – mögliche Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels auf tropische Wirbelstürme
3.3 Tropische Wirbelstürme aus humangeographischer Perspektive
3.3.1 Schäden durch tropische Wirbelstürme
3.3.2 Ein globales Vorbild – das kubanische Katastrophenmanagement
3.4 Synthese: Struktur des Themas und mögliche unterrichtliche Nutzung
4 Überlegungen zum Unterricht
4.1 Didaktische Überlegungen
4.1.1 Exemplarische Bedeutung
4.1.2 Gegenwartsbedeutung
4.1.3 Zukunftsbedeutung
4.1.4 Thematische Struktur
4.1.5 Zugänglichkeit
4.1.6 Lehr-Lern-Prozessstruktur
4.2 Ziele und Kompetenzen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein didaktisches Konzept für eine deutsch-spanische bilinguale Unterrichtsreihe zum Thema tropische Wirbelstürme und deren Auswirkungen auf Kuba zu entwickeln. Hierbei steht die Vermittlung einer raumbezogenen Handlungskompetenz im Fokus, die es Schülern ermöglichen soll, Risiken besser einzuschätzen und sich reflektiert mit den naturgeographischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen in Kuba auseinanderzusetzen.
- Grundlagen des bilingualen Geographieunterrichts (Theorie, Didaktik und Methodik)
- Naturgeographische Analyse tropischer Wirbelstürme und deren Klimawandel-Kontext
- Humangeographische Perspektive auf Auswirkungen und Katastrophenmanagement in Kuba
- Entwicklung und fachdidaktische Analyse einer bilingualen Unterrichtsreihe
- Förderung interkultureller Kompetenz und Sprachbewusstsein durch authentische Materialien
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Ein globales Vorbild – das kubanische Katastrophenmanagement
Der karibische Inselstaat Kuba ist regelmäßig mit Naturereignissen konfrontiert. Während die Erdbeben sporadischer Natur sind und kaum große Schäden anrichten (Lizarralde 2014: 80), wohnt den tropischen Wirbelstürmen, die das Land heimsuchen, ein gewaltiges Zerstörungspotenzial inne, wie die gigantischen Sach- und Personenschäden, welche gleichstarke Stürme in den USA anrichten, zeigen. Obwohl es in einschlägigen Kreisen quasi als Dogma gilt, dass wirtschaftlich benachteiligte Länder stärker von Naturereignissen in Mitleidenschaft gezogen werden als diejenigen mit einer starken Wirtschaft (Otto 2016: 16), zeigt sich Kuba trotz seiner keineswegs hervorragenden ökonomischen Verhältnisse erstaunlich resistent gegenüber tropischen Wirbelstürmen (Smith 2007: 778-780; Otto 2016: 16-17).
So wurden beispielsweise 2004 rund 50 Personen durch Hurrikan Ivan in den USA getötet, in Kuba forderte er jedoch keine Menschenleben, obwohl er dort als Kategorie-4-Sturm wütete und Sachschäden von ca. 1 Mrd. $ hinterließ (Smith 2007: 778-779). Dass Hurrikan Katrina, obwohl er in den USA so verheerend wütete und auf Kuba ca. 20.000 Häuser zerstörte, in dem Inselstaat keine Todesopfer forderte, mutet ebenso erstaunlich an (Lizarralde 2014: 80). Angesichts der dargelegten Fakten ist es jedoch kaum überraschend, dass auf der Suche nach einem wirkungsvollen Vorsorge- und Risikomanagement Kuba global als Referenz und Modell betrachtet wird (Smith 2007: 779; Otto 2016: 17).
Die hohe Resilienz, mit der der sozialistische Staat den regelmäßigen Stürmen entgegentritt, wird auf mehrere Maßnahmen und Charakteristika der kubanischen Gesellschaft zurückgeführt. Die folgenden Maßnahmen, welche Kuba zur Erhöhung seiner Resilienz ergreift, sollen anhand des Schemas von Gaeta-Carrillo (2011: 62) in den folgenden vier Kategorien dargelegt werden: prevención, preparativos, respuesta, recuperación.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit begründet die Notwendigkeit und das Potenzial eines bilingualen Unterrichts, insbesondere im Fach Geographie, unter Einbeziehung weiterer Sprachen wie Spanisch.
2 Die Theorie des bilingualen Geographieunterrichts: Dieses Kapitel erörtert theoretische und unterrichtspraktische Aspekte, darunter Kompetenzmodelle, sprachliche Anforderungen und methodische Prinzipien wie Scaffolding.
3 Sachanalyse: Tropische Wirbelstürme und ihre Auswirkungen auf Kuba: Es erfolgt eine detaillierte fachliche Aufarbeitung von Entstehung, Dynamik und Zerstörungspotenzial von Hurrikans sowie eine Analyse des kubanischen Katastrophenmanagements als resilientes System.
4 Überlegungen zum Unterricht: Der fachdidaktische Entwurf übersetzt die theoretischen und inhaltlichen Erkenntnisse in eine konkrete Unterrichtsplanung, unter Berücksichtigung von Lehrplänen, Medien und didaktischen Kriterien.
5 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die vorgestellte Unterrichtsreihe die Theorie des bilingualen Unterrichts erfolgreich auf das Beispiel Kuba anwendet und damit einen Beitrag zur Stärkung der interkulturellen und geographischen Kompetenz leistet.
Schlüsselwörter
Bilingualer Geographieunterricht, BGU, Kuba, Tropische Wirbelstürme, Hurrikan, Katastrophenmanagement, Resilienz, Vulnerabilität, Didaktik, Scaffolding, Sprachbewusstsein, Interkulturelle Kompetenz, Risikoforschung, Handlungsfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept für den bilingualen Geographieunterricht (Spanisch-Deutsch), das die Thematik der tropischen Wirbelstürme in Kuba behandelt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind die Theorie des bilingualen Unterrichts, die natur- und humangeographische Sachanalyse von Hurrikans sowie die didaktische Planung und Umsetzung im Unterrichtskontext.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein konkretes Unterrichtskonzept zu entwerfen, das fachliche geographische Inhalte mit dem Erwerb interkultureller Kompetenz und fremdsprachlicher Diskursfähigkeit verbindet.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zur bilingualen Didaktik und geographischen Risikoforschung sowie auf eine fachdidaktische Analyse, die Kriterien wie die exemplarische Bedeutung und Zugänglichkeit (nach Klafki) berücksichtigt.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Sachanalyse tropischer Wirbelstürme, deren Entstehungsprozessen, der spezifischen Gefährdungssituation in Kuba sowie der Analyse des dortigen Katastrophenvorsorgesystems.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie bilingualer Unterricht, Resilienz, Vulnerabilität, geographische Handlungskompetenz und Scaffolding.
Warum wird Kuba als Fallbeispiel gewählt?
Kuba dient aufgrund seiner hohen Resilienz und seines effizienten, weltweit anerkannten Katastrophenmanagements bei gleichzeitig herausfordernden ökonomischen Bedingungen als ein exzellentes, lehrreiches Fallbeispiel für den Geographieunterricht.
Welche Rolle spielt die spanische Sprache in diesem Kontext?
Spanisch fungiert als authentische Zielsprache, die neben dem fachlichen Lernen den Erwerb von interkultureller Kompetenz ermöglicht und durch den Zugang zu originalsprachlichen Quellen neue Perspektiven eröffnet.
- Arbeit zitieren
- Hendrik Bergers (Autor:in), 2017, Huracanes en Cuba. Die Entwicklung einer deutsch-spanischen bilingualen Unterrichtsreihe tropischer Wirbelstürme auf Kuba, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539880