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Subkulturen im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Kommerzialisierung am Beispiel der HipHop Kultur

Title: Subkulturen im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Kommerzialisierung am Beispiel der HipHop Kultur

Term Paper , 2006 , 31 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Mathias Dauer (Author)

Communications - Intercultural Communication
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1. Was ist eine Subkultur – Definition und Eigenschaften
„In der Soziologie beschreibt der Begriff Subkultur kulturelle Teilbereiche innerhalb
einer ausdifferenzierten Gesellschaft, mittels derer sich Menschen jeweils von der
„dominanten Kultur“ (A. Giddens) abgrenzen. Nach dem Soziologen Anthony
Giddens umfasst Subkultur „jedes Segment einer Bevölkerung, das von der
umfassenderen Gesellschaft durch ihr kulturelles Muster unterscheidbar ist.“
Subkulturen dienen der Identitätsbildung, die sich über Religion, Ethnizität, Klasse,
sexuelle Zugehörigkeit, Lebensstil und Anhängerschaft/Fantum definieren kann.“ 1
Ende der sechziger Jahre wurde die Subkultur als eine Art „Gegenkultur“
angesehen, die sich mit ihren Werten gegen eine vorherrschende Kultur auflehnt
und deren Normen in Zweifel stellt. In diesem Zusammenhang werden
Subkulturen auch als „progressive Avantgarden“ 1 beschrieben.
Vor allem, und dies ist auch der Hintergrund dieser Arbeit, haben Subkulturen
einen wesentlichen Einfluss auf den Selbstfindungsprozess von Jugendlichen.
Musikstile wie HipHop oder Punk, mit denen viele heutzutage lediglich nur noch
zwei Musikgenres verbinden, basieren auf dem Gedanke eines „umfassenden
alternativen Lebensentwurf“1, der sich eben nicht nur durch Musik, sondern auch
durch Mode, Weltanschauung und einer eigenen Bildkultur identifiziert.
Da diese Kulturen jedoch nicht komplett von der Außenwelt isoliert sind, spielen
äußere soziale wie auch kulturelle Einflüsse eine große Rolle bei der Entstehung,
Veränderung und später der Annährung der Subkulturen an den Mainstream.
Denn auch wenn die sogenannten Gegenkulturen immer größten Wert auf
Authentizität und Glaubwürdigkeit legen, so lässt sich jedoch auch immer eine
anschließende Kommerzialisierung in gewisser Weise nicht leugnen. Da diese
Entwicklung besonders in der HipHop Kultur extreme Gegensätze und Kontraste
wiederspiegelt, soll das Spannungsfeld zwischen Individualisierung und
Kommerzialisierung am Beispiel HipHop die Grundlage dieser Arbeit sein. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Was ist eine Subkultur – Definition und Eigenschaften

2. HipHop als hybride Kultur

2.1. Ethnologie und kulturelle Ursprünge

2.2. Die 4 Elemente

2.2.1. MCing

2.2.2. DJing

2.2.3. B-Boying

2.2.4. Graffiti und Writing

2.3. Musikalische Entwicklung

2.3.1. Oldschool – gelehrt von Kool Herc und Afrika Bambaataa

2.3.2. Newschool eingeläutet durch Def Jam Records

2.3.3. HipHop erlebt seine goldene Ära

2.3.4. Gangster-Rap und G-Funk als Salz in der Suppe

2.4. HipHop und soziales Engagement

2.4.1. Afrika Bambaataa und seine Zulu Nation

2.4.2. KRS One als Ikone des Consciousness-Rap

2.4.3. Black-on-black-crimes

2.5. Kulturelle Neukontextualisierungen

3. Der Mediendiskurs über HipHop

3.1. Kommerzialisierung als politisches Sprachrohr und Medientrend

3.2. Verlust unserer Werte

4. Schlussfolgerung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem ursprünglichen, individualistischen Selbstverständnis der HipHop-Kultur und der zunehmenden Kommerzialisierung, die insbesondere durch mediale Einflüsse vorangetrieben wurde, um zu verstehen, wie dieser Prozess die Glaubwürdigkeit und Authentizität der Bewegung beeinflusst.

  • Grundlagen von Subkulturen
  • Die vier konstituierenden Elemente des HipHop (MCing, DJing, B-Boying, Graffiti)
  • Soziales Engagement und politisches Bewusstsein innerhalb der HipHop-Bewegung
  • Kulturelle Transformationen und Neukontextualisierungen
  • Einfluss der Medien und Kommerzialisierung auf die Werte der Szene

Auszug aus dem Buch

2.2.3 B-Boying

„Breakdance ist eine Tanzform, bei der man die Wurzeln parallel zu der frühen Geschichte der Menschen ziehen kann. Vor ca. 300 Jahren wurden afrikanische Bantu-Stämme aus Angola nach Brasilien verschleppt, die die Urform der Capoeira mitbrachten. Was aber ursprünglich ein ritueller Tanz war, entwickelten die Sklaven in kurzer Zeit zur einer effektiven Selbstverteidigungstechnik. Doch natürlich durfte diese Technik nicht frei erlernt werden, so tarnten die Sklaven diesen Kampf in einen Tanz begleitet von Trommeln und Gesang.“ 11

Darüber hinaus findet man in den 50er und 60er Jahren weitere Ursprünge. Da in diesen Jahrzehnten der Einwohnerzustrom rapide anstieg, trafen verschiedenste Einflüsse aus jeder Ecke des Globus auf engstem Raum aufeinander und hauchten mit ihrem Potential dem heutigen Breakdance seinen Atem ein. Dabei sind der Salsa, der Stepptanz, der African Dance und die Afrikanische Kultur generell, die asiatischen Kampfsportarten und das o.g. Capoeira die einflussreichsten Faktoren.

Als der Breakdance nach weiterer Entwicklung Anfang der 70er Jahre langsam von der HipHop Kultur aufgenommen wurde, entstand auch ein Konkurrenzdenken und das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Gruppe wurde zum entscheidenden Merkmal. Formationen bildeten sich, um miteinander zu trainieren und gemeinsame Shows zu bestreiten. Die erste Breakdance Crew formierte sich Mitte der 70er, The Zulu Kings.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was ist eine Subkultur – Definition und Eigenschaften: Einführung in die soziologische Definition von Subkulturen als Identitätsbildung und Abgrenzung zur dominanten Kultur.

2. HipHop als hybride Kultur: Analyse der HipHop-Kultur als hybride Bewegung, Untersuchung ihrer vier Elemente und deren historische Entwicklung sowie deren soziale Verantwortung.

3. Der Mediendiskurs über HipHop: Untersuchung der Rolle von Medien bei der Kommerzialisierung der Kultur und der damit einhergehenden Veränderung oder des Verlusts der ursprünglichen Werte.

4. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse mit dem Fazit, dass HipHop einen natürlichen Reifeprozess durchlaufen hat, der ihn von einer Ghetto-Bewegung zur globalen kommerziellen Größe transformiert hat.

Schlüsselwörter

HipHop, Subkultur, Kommerzialisierung, Individualisierung, Authentizität, Realness, MCing, DJing, B-Boying, Graffiti, Zulu Nation, Consciousness-Rap, G-Funk, Medialisierung, Identitätsbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Spannungsfeld zwischen der ursprünglichen Selbstverwirklichung innerhalb der HipHop-Kultur und der zunehmenden Kommerzialisierung durch mediale Einflüsse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der vier HipHop-Elemente, das soziale und politische Engagement der Szene sowie die Transformation und globale Ausbreitung der Kultur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die HipHop-Kultur von ihren Wurzeln im Ghetto hin zu einem kommerziellen globalen Phänomen entwickelt hat und wie sie dabei ihre Glaubwürdigkeit ausbalanciert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine qualitative Analyse auf Basis soziologischer Definitionen, historischer Entwicklungen und Experteninterviews durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der vier Elemente (MCing, DJing, B-Boying, Graffiti), die musikalische Entwicklung, das soziale Engagement von Pionieren sowie den kritischen Mediendiskurs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

HipHop, Subkultur, Kommerzialisierung, Authentizität, Realness, Identität und Medialisierung sind die prägenden Begriffe.

Was unterscheidet den Oldschool-HipHop vom Newschool-HipHop laut Text?

Der Oldschool-HipHop war geprägt vom positiven „Positivity“-Gedanken und Party-Spirit, während der Newschool-HipHop verstärkt kommerzielle Interessen verfolgte und auf den „Realness“-Faktor als Authentizitätsmerkmal setzte.

Warum spielt die Zulu Nation für das soziale Engagement eine so wichtige Rolle?

Die Zulu Nation gilt als friedliche Form der Zuflucht, die durch die Förderung von Kreativität kriminelles Potenzial von Jugendlichen in eine positive Richtung lenkte.

Welche Rolle spielt Berlin für die Graffiti-Szene?

Nach dem Kalten Krieg entwickelte sich Berlin innerhalb kürzester Zeit zu einer internationalen Writing-Metropole mit einer der vielfältigsten Graffiti-Szenen weltweit.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Medien auf HipHop?

Der Autor sieht die Medien als zweischneidiges Schwert: Sie ermöglichen einerseits die globale Bekanntheit, führen aber andererseits zur Kommerzialisierung, Manipulation und zur Verwässerung der kulturellen Ursprungswerte.

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Details

Title
Subkulturen im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Kommerzialisierung am Beispiel der HipHop Kultur
Course
Musikbusiness
Grade
2,0
Author
Mathias Dauer (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V53990
ISBN (eBook)
9783638492867
ISBN (Book)
9783640865451
Language
German
Tags
Subkulturen Spannungsfeld Individualisierung Kommerzialisierung Musikbusiness
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mathias Dauer (Author), 2006, Subkulturen im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Kommerzialisierung am Beispiel der HipHop Kultur , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53990
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