Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Normalität und Behinderung. Die Konstruktion von Normen und Normalität in einer Gesellschaft

Title: Normalität und Behinderung. Die Konstruktion von Normen und Normalität in einer Gesellschaft

Term Paper , 2019 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage nach dem Normalen. Es wird danach gefragt, was überhaupt normal ist und auf welche Art und Weise Gesellschaften Normalitäten produzieren. Im ersten Teil dieser Arbeit wird zunächst die Entstehung und die Ziele der Behindertenbewegung dargestellt. Es soll verdeutlicht werden, welche Bedeutung Normalität im Bezugsrahmen von Behinderung hat. Anschließend hierzu, wird das Normalisierungsprinzip nach Bengt Nirje vorgestellt. Aus der Behindertenbewegung entstanden, werden im nächsten Abschnitt die Disability Studies vorgestellt, welche Behinderung aus einer anderen Perspektive beleuchten und als ein soziales Modell von Behinderung zugrunde legen.

Der nächste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Herausbildung von Normen, die auf den Körper bezogen werden. Es wird die Sichtweise des französischen Sozialphilosoph Michel Foucault dargestellt, der den (behinderten) Körper als Konstrukt verschiedener Diskurse und Effekt vielfältiger Normalisierungspraktiken versteht. Im nächsten Abschnitt soll anschließend aufgezeigt werden, welche Anschlüsse es an die Theorie des zuvor vorgestellten Michel Foucault in den Disability Studies gibt, welcher ein medizinisches Modell von Behinderung darlegt und auf den klinischen Blick aufmerksam macht.

Im fünften Abschnitt wird der Frage nachgegangen, was überhaupt Normalität ist. Hierfür wird auf die Arbeiten von Jürgen Link zurückgegriffen, welcher einen Vorschlag für die Differenzierung von Norm und Normalität vorgelegt hat. Nachdem die Differenzierung stattgefunden hat, werden die Normalistischen Strategien, der Protonormalismus und der flexible Normalismus, dargestellt. Im letzten Abschnitt, dem Fazit dieser Arbeit wird aufgezeigt, wo und in welcher Form sich der Normalismus im Umgang mit behinderten Menschen zeigt. Die Sichtweise von Michel Foucault und Jürgen Link werden kurz reflektiert, um anschließend zu verdeutlichen, wie angewandte Wissenschaften und Professionen wie die Soziale Arbeit, in die Normalisierung involviert sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Behindertenbewegung

2.1 Welche Bedeutung hat Normalität im Kontext von Behinderung

2.2 Das Normalisierungsprinzip

3. Die Disability Studies und ihre Perspektiven

4. Die Herausbildung von Körpernormen

4.1 Körpernormen nach Michel Foucault

4.2 Normalisierungspraktiken nach Michel Foucault

4.3 Anschlüsse an Michel Foucault in den Disability Studies (DS)

5. Differenzierung von „Norm“ und „Normalität“ nach Jürgen Link

5.1 Normativität und normative Norm

5.2 Normalität und normalistische Norm

6. Normalistische Strategien

6.1 Protonormalismus

6.2 Flexibler Normalismus

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das gesellschaftliche Konstrukt der Normalität und deren Rolle bei der Entstehung von Behinderung. Ziel ist es zu analysieren, wie Gesellschaften Normalitäten produzieren und welche Mechanismen – insbesondere im Kontext von Körpernormen – dazu führen, dass Menschen als „behindert“ oder „abnormal“ markiert und diszipliniert werden.

  • Die historische und politische Bedeutung der Behindertenbewegung
  • Perspektiven der Disability Studies auf das soziale Modell von Behinderung
  • Michel Foucaults Analysen zu Diskursen, Macht und Normalisierungspraktiken
  • Die begriffliche Differenzierung zwischen Norm, Normativität und Normalität nach Jürgen Link
  • Protonormalismus und flexibler Normalismus als Strategien gesellschaftlicher Grenzziehung

Auszug aus dem Buch

4.2 Normalisierungspraktiken nach Michel Foucault

„Normen“ sind nach Foucault keineswegs als „Naturgesetz“ und als „Erkenntnisraster“ zu verstehen (vgl. Foucault, 2003, S. 71f.). Sie verfügen vielmehr über einen spezifischen Zwangscharakter und dienen der Legitimierung von Machtansprüchen (vgl. Dederich, 2010, S. 177). In einem seiner Werke, „Überwachen und Strafen“, spricht Michel Foucault von der „Macht der Norm“: „Zusammen mit der Überwachung wird am Ende des klassischen Zeitalters die Normalisierung zu einem der großen Machtinstrumente. An die Stelle der Male, die Standeszugehörigkeit und Privilegien sichtbar machten, tritt mehr und mehr ein System von Normalitätsgraden, welche die Zugehörigkeit zu einem homogenen Gesellschaftskörper anzeigen, dabei jedoch klassifizierend, hierarchisierend und rangordnend wirken. Einerseits zwingt die Normalisierungsmacht zur Homogenität, andererseits wirkt sie individualisierend, da sie Abstände misst, Niveaus bestimmt, Besonderheiten fixiert und die Unterschiede nutzbringend auseinander abstimmt“ (Foucault, 1977, S. 237).

Foucault hebt an anderer Stelle hervor, dass die Norm „ein Prinzip der Bewertung und ein Prinzip der Korrektur mit sich bringt. Die Funktion der Norm besteht nicht darin, auszuschließen oder zurückzuweisen, sondern ist im Gegenteil immer eine positive Technik der Intervention und Transformation, an eine Art normatives Projekt gebunden“ (vgl. Foucault, 2003, S. 72). Demnach ist der menschliche Körper Effekt vielfältiger „Normalisierungspraktiken“. Erst die normierende Differenzsetzung zwischen so genannten normalen und abweichenden; anormalen Körpern, gekennzeichnet durch körperliche Besonderheiten, erkennbare Defizite, „Abnormalitäten“, die in ein Bewertungsverhältnis zu den jeweils herrschenden Normalitäten- „dem Normalkörper“ gebracht werden, konstituiert seine vermeintliche biophysische Gegebenheit (vgl. Gugutzer & Schneider, 2007, S. 31f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Normalitätskonstruktion ein und umreißt den Aufbau der Arbeit sowie die theoretischen Bezugspunkte.

2. Die Behindertenbewegung: Dieses Kapitel thematisiert die emanzipatorische Bewegung der 1970er Jahre und das damit aufkommende Normalisierungsprinzip.

3. Die Disability Studies und ihre Perspektiven: Hier wird der interdisziplinäre Ansatz der Disability Studies vorgestellt, der Behinderung als soziale und kulturelle Konstruktion begreift.

4. Die Herausbildung von Körpernormen: In diesem Kapitel wird Michel Foucaults Theorie auf den Körper angewendet, um zu verstehen, wie Diskurse den „normalen“ Körper erst herstellen.

5. Differenzierung von „Norm“ und „Normalität“ nach Jürgen Link: Das Kapitel bietet eine begriffliche Klärung zwischen der normativen (juridischen) Norm und der deskriptiven (statistischen) Normalität.

6. Normalistische Strategien: Hier werden die Konzepte des Protonormalismus und des flexiblen Normalismus als Mechanismen der Grenzziehung zwischen Normalität und Abweichung analysiert.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Rolle angewandter Disziplinen bei der Normalisierung zusammen und reflektiert die widersprüchliche Haltung der modernen Gesellschaft gegenüber behinderten Menschen.

Schlüsselwörter

Normalität, Behinderung, Diskurstheorie, Michel Foucault, Jürgen Link, Disability Studies, Körpernormen, Normalisierung, Macht, Inklusion, Exklusion, soziale Konstruktion, Normalismus, Protonormalismus, Flexibler Normalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziokulturelle Konstruktion von Normalität und wie diese Prozesse dazu führen, dass Menschen als „behindert“ klassifiziert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den Machtmechanismen der Normalisierung, der theoretischen Fundierung durch Foucault und Link sowie der Analyse von Behinderung als soziales Phänomen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, was „das Normale“ überhaupt ist und durch welche spezifischen Prozesse moderne Gesellschaften Normalitäten produzieren.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven oder Theorien werden verwendet?

Es wird primär auf die Diskurstheorie von Michel Foucault sowie auf die systemtheoretische Differenzierung von „Norm“ und „Normalität“ nach Jürgen Link zurückgegriffen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Behindertenbewegung, die Perspektive der Disability Studies sowie eine vertiefte Analyse von Körpernormen und normalistischen Strategien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Normalität, Normalisierung, Behinderung, Diskurse, Macht, Körpernormen und das soziale Modell von Behinderung.

Wie unterscheidet sich der Protonormalismus vom flexiblen Normalismus?

Der Protonormalismus strebt eine strikte Trennung zwischen „Normal“ und „Anormal“ an und setzt auf dauerhafte Ausgrenzung, während der flexible Normalismus variabler ist und versucht, abweichendes Verhalten wieder in die Mitte zu integrieren.

Welche Rolle spielen „angewandte Disziplinen“ bei der Normalisierung?

Disziplinen wie die Medizin, Psychologie oder Soziale Arbeit fungieren als Produzenten von Normalität, indem sie Abweichungen messen, kategorisieren und durch therapeutische oder pädagogische Interventionen zu „normalisieren“ versuchen.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Normalität und Behinderung. Die Konstruktion von Normen und Normalität in einer Gesellschaft
College
Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie - Das Rauhe Haus
Course
Lebenswelt
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
15
Catalog Number
V540142
ISBN (eBook)
9783346167057
ISBN (Book)
9783346167064
Language
German
Tags
behinderung gesellschaft konstruktion normalität normen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Normalität und Behinderung. Die Konstruktion von Normen und Normalität in einer Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540142
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint