In dieser Hausarbeit geht es um die Wundertaten der Religionsstifter aus dem Alten und dem Neuen Testament. Dabei handelt es sich um Moses und Jesus. Es werden hierbei nicht nur die Wunder berücksichtigt, die sie selbst bewirkten, sondern auch die Wunder, die um sie herum geschahen. Zudem werden die Wunder zeitlich kategorisiert und zwar nach Geburt, Leben und Tod der zwei jeweiligen Religionsbegründer. Zu beachten gilt es allerdings, dass nicht alle Punkte gleich gewichtet sind, da sich hauptsächlich im Leben der Religionsstifter die meisten Wunder abspielten. Eine Ausnahme bildet hier selbstverständlich Jesus, dessen Auferstehung nach dem Tod für das Christentum das größte aller Wunder darstellt.
Die Wunder sollen für diese Hausarbeit als Realität angenommen werden, denn das taten die Menschen, die Zeugen dieser Phänomene wurden, auch. Es wird also in diesem besonderen Fall davon ausgegangen, dass sich alle Ereignisse so abspielten wie in der Bibel beschrieben. Anderenfalls wäre eine Überprüfung der menschlichen Reaktionen nicht möglich, wenn schon die Wunder an sich angezweifelt und historisch-kritisch hinterfragt werden. Die Reaktionen der Menschen stellen jedoch die wesentliche Grundlage dar, um die Fragestellung und These dieser Hausarbeit zu überprüfen. Es soll nämlich herausgefunden werden, inwiefern die Wundertaten der Religionsstifter den Glauben ihrer Gemeinschaft stärkten. Am naheliegendsten wäre wohl die Annahme, dass die Wunder natürlich die wichtigste Instanz waren, um den Grundstein für den Glauben der Menschen zu legen. Aber täuschen wir uns da nicht? Können Wunder nicht auch Aberglauben, Angst, Wut, oder sogar die völlige Abkehr von Gott erzeugen? Die Antwort darauf, soll in dieser Hausarbeit schrittweise erarbeitet und belegt werden.
Worauf diese Hausarbeit keine Antwort liefern wird, sind Wunder, die nicht im religiösen Kontext stehen. Demnach also keine Wunder der Natur, Wunder der Technik oder dergleichen. Allerdings auch keine mystischen Wunder wie Geisterwelten, oder mythische Wunder wie antike Götterlegenden. Es geht einzig und allein um die Wundertäter aus der Bibel. Ausschlaggebend ist nur der Zeitraum ihres Wirkens, wodurch auch die Heiligenwunder des Mittelalters und Wunder in unserer heutigen Zeit entfallen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wundersame Ereignisse bei der Geburt
2.1. Moses
2.2. Jesus
3. Auszeichnung und Bestätigung durch Wundertaten im Leben der Religionsstifter
3.1. Moses
3.2. Jesus
4. Wunder nach dem Tode
4.1. Moses
4.2. Jesus
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Wundertaten von Moses und Jesus im Alten und Neuen Testament, um den Einfluss dieser Phänomene auf den Glauben der Gläubigen sowie deren Rolle als Bestätigung für die göttliche Sendung der Religionsstifter zu analysieren.
- Vergleichende Analyse der Wunderereignisse in Leben und Tod von Moses und Jesus
- Kategorisierung der Wunder nach zeitlichen Abschnitten
- Untersuchung der psychologischen Wirkung von Wundern auf die zeitgenössische Bevölkerung
- Hinterfragung der Korrelation zwischen Wundertaten und der Festigung religiöser Überzeugungen
Auszug aus dem Buch
3.1. Moses
Nachdem in Kapitel 2.1. die Wunder rund um Moses Geburt behandelt wurden, sollen hier nun die wundersamen Ereignisse während seines langen Lebens betrachtet werden. Man kann wohl zurecht die Annahme aufstellen, dass Moses als Ziehsohn der Pharaonentochter gut behandelt wurde, obwohl er hebräischer Herkunft war. Als er erwachsen wurde, merkte er schnell, dass dies auf die anderen Mitglieder seines Volkes nicht zutraf. Eines Tages beobachtete er, wie ein ägyptischer Sklavenaufseher einen Juden schlug, woraufhin Moses so wütend wurde, dass er den Ägypter tötete. Die Kunde von seinem Mord verbreitete sich jedoch schnell, sodass er vor dem Pharao fliehen musste. Er kam ins Gebiet Midian, wo er schließlich eine Frau fand und zum Schafhirten wurde.
An einem der Tage, wo er die Schafe hütete, entbrannte vor ihm ein Dornenbusch. Das Bewundernswerte war jedoch, dass das Feuer den Busch nicht verzehrte. Als Moses näher ging, sprach der Busch zu ihm und es stellte sich heraus, dass es die Stimme Gottes war. Gott befahl ihm noch näher zu kommen, aber seine Schuhe dabei auszuziehen. Zudem hatte Moses Angst davor, Gott direkt zu erblicken und deshalb verhüllte er sein Gesicht. Hier ist nun die erste Auswirkung der Wundererscheinung sichtbar. Sie wirkt sich zwar nicht auf das Volk der Juden aus, dafür jedoch auf die muslimische Religion. Denn das Verschleiern des Gesichts und das Ausziehen der Schuhe, wenn man Gott (in der Moschee) gegenübertritt, ist aus dieser Szene abgeleitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Wundertaten der Religionsstifter den Glauben der Menschen stärken oder ob sie als bloßer Aberglaube zu betrachten sind.
2. Wundersame Ereignisse bei der Geburt: Dieses Kapitel vergleicht die lebensrettenden Umstände der Geburt des Moses mit der als göttlich empfundenen Geburt Jesu unter dem Stern von Bethlehem.
3. Auszeichnung und Bestätigung durch Wundertaten im Leben der Religionsstifter: Hier werden zentrale Wunder wie die Dornenbusch-Erscheinung bei Moses sowie Heilungen und Totenerweckungen bei Jesus detailliert analysiert.
4. Wunder nach dem Tode: Das Kapitel befasst sich mit den Ereignissen nach dem Ableben der Religionsstifter, insbesondere der Auferstehung Jesu als zentrales Glaubensmoment.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Wunder zwar primär auf Gott verweisen, jedoch in ihrer Wirkung auf das menschliche Vertrauen und den Glauben zweigeteilt wahrgenommen werden können.
Schlüsselwörter
Religionsstifter, Moses, Jesus, Wundertaten, Bibel, Glaube, Auferstehung, Ägypten, Zehn Gebote, Wunder, Theologie, Christentum, Judentum, Sklavenaufseher, Gottesglauben
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die in der Bibel beschriebenen Wundertaten von Moses und Jesus und deren Bedeutung für die religiöse Überzeugungskraft der jeweiligen Stifterfiguren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die wundersame Geburt, die Lebenswunder als Bestätigung göttlicher Macht sowie Wunder nach dem Tod der Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Es soll untersucht werden, ob Wundertaten tatsächlich den Glauben stärken oder ob sie alternative Reaktionen wie Angst, Aberglaube oder Ablehnung hervorrufen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt primär eine textanalytische Vorgehensweise, wobei die Bibel sowie apokryphe Schriften als Primärquellen dienen und durch ausgewählte wissenschaftliche Literatur ergänzt werden.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ereignissen um die Geburt, das Wirken zu Lebzeiten (u.a. Heilungen, Plagen) sowie die signifikanten Wunder nach dem Tod beider Figuren.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Religionsstifter, Wundertaten, Bibel, Glaube, Auferstehung, Moses und Jesus.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen Ägyptern und Juden in den Moses-Wundern?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Gott durch die Plagen eine klare Differenzierung vornahm, was den Glauben der Israeliten an ihre Erwähltheit und Gottes Schutz festigen sollte.
Wie unterscheidet sich Jesu Verhalten bei Heilungen von den Erwartungen seiner Zeitgenossen?
Jesus verknüpfte Heilung oft mit der Bedingung des Glaubens an ihn und an Gott, wobei er Wunder auch gezielt nutzte, um Menschen außerhalb des jüdischen Kontextes zu beeindrucken.
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- Roman Luigi Spallina (Author), 2015, Die Religionsstifter im Alten und Neuen Testament als Wundertäter. Inwiefern stärkten die Wundertaten den Glauben ihrer Gemeinschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540234