Die bereits seit dem Ende des zweiten Weltkriegs existente Spannung zwischen den beiden Supermächten Sowjetunion (SU) und USA (United States of America = Vereinigte Staaten von Amerika) gipfelte im Oktober 1962 in der sogenannten Kubakrise (Ku-Kr.). Auf dem Höhepunkt der Aufrüstung mit atomaren Waffen etablierte die SU auf Kuba Atomwaffenraketen, durch die sich die USA bedroht fühlten. Die USA verlangten von dem damaligen Staatspräsidenten der SU, Nikita Chruschtschow (C.), die sofortige Abrüstung. Üblicherweise wird angenommen, dass der damalige Präsident der USA, John F. Kennedy (K.), hier eine deeskalierende Rolle einnahm und somit einen drohenden atomaren Weltkrieg verhinderte. Während der Ku-Kr. fand ein Briefwechsel zwischen den beiden Präsidenten statt, der eine Deeskalation des Konflikts zur Folge hatte. Mit Hilfe der sogenannten Kennedy Tapes vom 28.10.1962 wird in dieser Arbeit dargestellt, wie sich ein Herrschaftskonflikt in einen Interessenkonflikt transformieren lassen kann. Laut der ersten Hypothese eskalieren Herrschaftskonflikte immer. Dennoch zeigt der Briefwechsel, dass der Herrschaftskonflikt durch C.`s deeskalierende Haltung in einen Interessenkonflikt transformiert werden konnte.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 FORSCHUNGSDISKUSSION
3 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
3.1 DEFINITION HERRSCHAFTSKONFLIKT
3.2 DEFINITION INTERESSENKONFLIKT
3.3 DEFINITION NEOKLASSISCHER REALISMUS NACH GIDEON ROSE
3.4 DEFINITION KUBAKRISE IM RAHMEN DIESER HAUSARBEIT
4 HAUPTTEIL
4.1 METHODIK
4.2 TABELLARISCHE ANALYSE DES BRIEFES VON C. AN K. VOM 28.10.1962
4.3 TABELLARISCHE ANALYSE DES BRIEFES VON K. AN C. VOM 28.10.1962
5 INTERPRETATION DER BEIDEN TABELLEN
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit der Briefwechsel zwischen Nikita Chruschtschow und John F. Kennedy vom 28. Oktober 1962 dazu beitrug, den bestehenden Herrschaftskonflikt über die Stationierung sowjetischer Atomwaffen auf Kuba in einen Interessenkonflikt zu transformieren, um einen atomaren Weltkrieg zu verhindern.
- Transformation von Konflikttypen (Herrschafts- zu Interessenkonflikt)
- Analyse der Kommunikation der beiden Staatsoberhäupter anhand der Kennedy Tapes
- Anwendung der neoklassischen Realismus Theorie nach Gideon Rose
- Deeskalationspotenzial durch individuelle Akteure in der Außenpolitik
Auszug aus dem Buch
4.2 Tabellarische Analyse des Briefes von C. an K. vom 28.10.1962
“in addition to previously issued instructions on the cessation of further work at building sites for the weapons,”
“has issued a new order on the dismantling of the weapons”
“Which you describe as “offensive“
“The Soviet government decided to help Cuba with means of defense against aggression - and only with means for purposes of defense.”
“I express my satisfaction and gratitude for the sense of proportion and understanding of the responsibility borne by you at present for the preservation of peace throughout the world which you have shown.”
“American people, who, I am certain, want peace as much as the people of the Soviet Union.”
“All people are interested in insuring peace.”
“We value peace, perhaps even more than other people, because we experienced the terrible war against Hitler.”
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die historische Problematik der Kubakrise ein und stellt die Hypothesen sowie das Ziel der Arbeit vor, die Transformation des Herrschaftskonflikts in einen Interessenkonflikt zu analysieren.
2 FORSCHUNGSDISKUSSION: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Kubakrise und identifiziert die Lücke, die diese Arbeit durch die tabellarische Analyse der Kennedy Tapes füllen möchte.
3 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Hier werden zentrale theoretische Begriffe wie Herrschaftskonflikt, Interessenkonflikt sowie der neoklassische Realismus definiert, die als Grundlage für die Untersuchung dienen.
4 HAUPTTEIL: Der Hauptteil beschreibt die angewandte Methodik und führt die qualitative Inhaltsanalyse in Form von Tabellen durch, die den Briefwechsel zwischen den Präsidenten im Detail untersuchen.
5 INTERPRETATION DER BEIDEN TABELLEN: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der tabellarischen Analyse zusammengeführt, um aufzuzeigen, wie Chruschtschow durch seine einlenkende Haltung zur Deeskalation beitrug.
6 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Hypothese zur Transformation des Konflikts und diskutiert kritisch die Limitierungen der vorliegenden Untersuchung.
Schlüsselwörter
Kubakrise, Herrschaftskonflikt, Interessenkonflikt, Kennedy Tapes, Nikita Chruschtschow, John F. Kennedy, Deeskalation, neoklassischer Realismus, Atomkrieg, Außenpolitik, Qualitative Inhaltsanalyse, internationale Beziehungen, Kalter Krieg, Krisenmanagement, diplomatische Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die diplomatische Kommunikation zwischen Nikita Chruschtschow und John F. Kennedy während der Kubakrise 1962 und deren Rolle bei der Entschärfung des drohenden atomaren Konflikts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Transformation von Konfliktformen (vom Herrschafts- zum Interessenkonflikt), die Außenpolitik während des Kalten Krieges und die Rolle führender Staatsmänner bei der Konfliktbearbeitung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie der Briefwechsel vom 28.10.1962 als entscheidender deeskalierender Faktor fungierte, um eine Transformation des Konflikts zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse durchgeführt, bei der transkribierte Gespräche und Briefe der Präsidenten tabellarisch kodiert und ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die methodische Herangehensweise sowie die detaillierte tabellarische Analyse und Gegenüberstellung der Argumente aus dem Briefwechsel zwischen den beiden Staatschefs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kubakrise, Herrschaftskonflikt, Deeskalation, neoklassischer Realismus und die Kennedy Tapes.
Warum wird der neoklassische Realismus als Theorie herangezogen?
Die Theorie hilft zu verstehen, wie individuelle Entscheidungen von Staatsmännern, basierend auf ihrer Wahrnehmung der relativen Macht und der Situation, die internationale Politik beeinflussen.
Welche Rolle spielt Chruschtschow laut der Autorin bei der Deeskalation?
Die Analyse legt nahe, dass Chruschtschow eine aktivere und entgegenkommendere Rolle bei der Transformation des Konflikts einnahm, indem er auf Forderungen verzichtete, um einen Atomkrieg abzuwenden.
- Arbeit zitieren
- Pinar Wetzel (Autor:in), 2019, Vom Herrschaftskonflikt zum Interessenkonflikt. Der Briefwechsel von Kennedy und Chruschtschow am 28.10.1962, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540318