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Diskriminierung im Recruiting. Geschlechtergerechtigkeit und Sprache in Stellenanzeigen

Title: Diskriminierung im Recruiting. Geschlechtergerechtigkeit und Sprache in Stellenanzeigen

Seminar Paper , 2020 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Leadership and Human Resources - Recruiting
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Ziel dieser Arbeit ist die Überprüfung der Forschungsfrage, ob Stellenanzeigen direkte oder indirekte Diskriminierungen enthalten und anhand welcher Merkmale man diese erkennen kann. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei darauf gerichtet, wodurch es zustande kommt, dass sich manche Menschen durch Stellenanzeigen diskriminiert fühlen und inwiefern die Sprachgestaltung Einfluss darauf hat. Der Fokus wird auf die Geschlechtergerechtigkeit gelegt. Auf dieser Grundlage werden Handlungsempfehlungen gegeben, um Stellenanzeigen in Zukunft diskriminierungsfrei zu gestalten.

Zunächst werden die theoretische Grundlage anhand von Begriffsdefinitionen und die aktuelle Rechtslage von Stellenanzeigen in Deutschland dargelegt. Danach wird der Sprachwissenschaftsansatz des generischen Maskulinums erklärt und die Grundlage für die eigene Analyse mithilfe von anderen Studien zum Thema Diskriminierung in Stellenanzeigen gelegt. Anschließend führt der Autor eine eigene Untersuchung von Stellenanzeigen im Hinblick auf Diskriminierung an.

Die Diskriminierung von verschiedenen Personengruppen ist eine aktuelle Herausforderung eines jeden Unternehmens. In vielen Bereichen gibt es diese bereits und offensichtliche Diskriminierungen werden weniger. Allerdings gibt es viele Diskriminierungen, die wir nur unbewusst wahrnehmen, aber unsere Handlungen stark beeinflussen. Stellenanzeigen sind der erste Kontakt zwischen Unternehmen und Arbeitssuchenden. Sie entscheiden unter anderem, ob sich eine Person bewirbt oder nicht. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es besonders wichtig, die passenden Fachkräfte für sich zu gewinnen. Daher sorgt eine Verringerung der Diskriminierungen in Stellenanzeigen für eine erhöhte Bewerberanzahl und somit für mehr Auswahl der passenden Fachkraft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Definitionen

2.2 Rechtliche Grundlagen

3 Empirische Daten

3.1 Das generische Maskulinum

3.2 Aktueller Forschungsstand

3.2.1 Eye-Tracking Studie

3.2.2 Studie der Antidiskriminierungsstelle

4 Eigene Untersuchung

4.1 Überblick über ausgewertete Stellenanzeigen

3.3 Auswertungskriterien der Stellenanzeigen

3.4 Ergebnisse der Auswertung

3.5 Handlungsempfehlungen + Kritische Diskussion

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob Stellenanzeigen direkte oder indirekte Diskriminierungen enthalten, welche Merkmale auf diese hindeuten und wie Unternehmen durch eine inklusive Sprachgestaltung ein vielfältigeres Bewerberumfeld schaffen können.

  • Identifikation von Diskriminierungsrisiken in Stellenanzeigen
  • Einfluss des generischen Maskulinums und unbewusster Vorurteile
  • Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen (AGG, GG, BetrVG)
  • Vergleich von Berufsfeldern und Branchen hinsichtlich diskriminierender Inhalte
  • Empfehlungen für eine diskriminierungsfreie Gestaltung von Stellenanzeigen

Auszug aus dem Buch

3.1 Das generische Maskulinum

In Deutschland wird das generische Maskulinum verwendet, also Pronomen und Substantive in der männlichen Form. Bei gemischten Gruppen mit beiden Geschlechtern wird stets die männliche Form verwendet und vor allem Berufsbezeichnungen sind häufig in der männlichen Form, obwohl eine Frau diesen genauso ausüben könnte. Dadurch werden durch die Sprache besonders Frauen diskriminiert. Es ist zwar so, dass im alltäglichen Sprachgebrauch bei diesen Formen Frauen mitgemeint werden sollen, allerdings gehen diese dann in der Sprache unter. Das menschliche Gehirn neigt dazu den einfachsten Weg zu gehen, wodurch bei der „Rezeption und auch bei der Produktion solcher Äußerungen weniger an Frauen als an Männer gedacht wird.“ Zur Verdeutlichung wie Wahrnehmung und Sprache zusammenhängen, kann man sich folgendes Beispiel anschauen: Ein Vater hat einen Autounfall mit seinem Sohn und stirbt am Unfallort. Der Sohn wird hingegen ins Krankenhaus gebracht und der dortige Chirurg dann sagt: „Ich kann dieses Kind nicht operieren – das ist mein Sohn!“ Wenn man nun Personen zu diesem Szenario befragt, kommen diese zu vielen unterschiedlichen Schlüssen, wie es sein könnte, dass der Vater noch lebt, oder reinkarniert wurde oder ob der Verstorbene nicht der leibliche Vater war. Die wenigsten Menschen kommen darauf, dass es sich bei „dem Chirurgen“ eigentlich um eine Chirurgin handelt, die die Mutter des Jungen ist. Dieses Phänomen nennt man Unconscious Bias. Unbewusste Vorurteile resultieren nicht aus bewusstem Verhalten, sondern werden durch unsere Gehirnaktivitäten beeinflusst. Daher reicht es nicht aus, wenn der generische Maskulinum Frauen in der Theorie mit einbezieht, aber in der Praxis unsere Denkprozesse Frauen ausschließen. Mit einer geschlechtsneutralen Sprache könnte man dieses Phänomen umgehen und würde alle Menschen zu gleichen Teilen miteinbeziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Erläutert die Relevanz der Diskriminierungsthematik im Personalmanagement und stellt die Forschungsfrage zur geschlechtergerechten Gestaltung von Stellenanzeigen.

2 Theoretische Grundlagen: Definiert zentrale Diskriminierungsgruppen und fasst die rechtlichen Rahmenbedingungen wie das AGG und das Grundgesetz zusammen.

3 Empirische Daten: Analysiert das generische Maskulinum sowie bestehende Forschungsergebnisse zu Leseverhalten und Diskriminierungsrisiken.

4 Eigene Untersuchung: Beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Analyse von 200 Stellenanzeigen und präsentiert die Ergebnisse der Auswertung nach Berufsfeldern und Kriterien.

4 Fazit: Führt die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Sprachgestaltung als aktives Mittel gegen Diskriminierung einzusetzen.

Schlüsselwörter

Diskriminierung, Recruiting, Stellenanzeigen, HR Management, Gendergerechte Sprache, Generisches Maskulinum, Unconscious Bias, AGG, Diversität, Berufsfelder, Gleichberechtigung, Personalbeschaffung, Rechtliche Grundlagen, Sprachgestaltung, Inklusion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung von Diskriminierungspotenzialen in Stellenanzeigen und deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung potenzieller Bewerber.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die rechtlichen Grundlagen (AGG), sprachwissenschaftliche Ansätze (generisches Maskulinum), empirische Daten aus Eye-Tracking-Studien sowie eine eigene quantitative Untersuchung von Stellenanzeigen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Stellenanzeigen aktuell formuliert sind und wie Unternehmen durch eine sprachliche Anpassung Diskriminierung abbauen können, um ein breiteres Spektrum an Fachkräften anzusprechen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin führte eine quantitative Inhaltsanalyse von 200 Stellenanzeigen der Plattform Stepstone im PLZ-Gebiet 4 durch, ergänzt durch einen Vergleich der Berufsfelder und Branchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben theoretischen Definitionen die eigene Untersuchung der 200 Anzeigen, die Auswertungskriterien (Geschlecht, Alter, Herkunft etc.) und die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen für das Personalmanagement diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Diskriminierung, Recruiting, Gendergerechte Sprache, Unconscious Bias und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

Warum spielt die Handwerksbranche eine besondere Rolle in der Untersuchung?

Die Untersuchung ergab, dass das Handwerk mit 75 % die höchste Quote an diskriminierenden Inhalten aufweist, was auf tief sitzende Rollenbilder in diesem Berufsfeld hindeutet.

Welchen Einfluss hat das generische Maskulinum laut der Studie?

Das generische Maskulinum führt laut der Arbeit zu unbewussten Ausschlussmechanismen, da das menschliche Gehirn bei männlichen Berufsbezeichnungen weniger an Frauen denkt und sich diese somit weniger angesprochen fühlen.

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Details

Title
Diskriminierung im Recruiting. Geschlechtergerechtigkeit und Sprache in Stellenanzeigen
College
University of applied sciences, Düsseldorf
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
19
Catalog Number
V540446
ISBN (eBook)
9783346145086
ISBN (Book)
9783346145093
Language
German
Tags
Diskriminierung Geschlechtergerechte Sprache Stellenanzeigen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Diskriminierung im Recruiting. Geschlechtergerechtigkeit und Sprache in Stellenanzeigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540446
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