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Soziologische Dimensionen von Geschlecht bei frühkindlicher Erziehung und im Schulsport

Titel: Soziologische Dimensionen von Geschlecht bei frühkindlicher Erziehung und im Schulsport

Seminararbeit , 2015 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Leonhard Thömmes (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie äußert sich das rollenspezifische Verhalten der Geschlechter in der Bewegung und welche Faktoren tragen von Geburt an zum Rollenverständnis und der Identitätsbildung bei? Ergeben sich aus der Zweigeschlechtlichkeit für Jungen und Mädchen Folgen im Rahmen des Schulsports? Diese Fragen gilt es in vorliegender Arbeit zu beantworten. Zur besseren Erfassung der geschlechtlichen Hintergründe, welche die Grundlage des Themenbereichs bilden, werden zu Anfang die soziologischen Dimensionen des Geschlechts aufgegriffen und erläutert. Anschließend wird ein kurzer Einblick in die Bewegungswissenschaft gegeben, um nachfolgend die Hintergründe der frühkindlichen Bewegungserziehung zu erfassen. Des Weiteren werden die geschlechtlichen Unterschiede in der Bewegungserziehung aufgezeigt, sowie auf geschlechtsspezifische Ungleichheiten im Schulsport eingegangen. Abschließend werden bestehende Ansätze zur Überwindung geschlechtlicher Ungleichheiten im Schulsport vorgestellt. Zusammenfassend werden im Fazit die vorhandenen Defizite aufgezeigt und theoretische Lösungsansätze dargelegt.

Die soziale Stellung von "Frau" und "Mann" in der heutigen Gesellschaft und das damit assoziierte geschlechtstypische Verhalten, sind den Menschen nahezu einverleibt, sodass sie von vielen nicht in Frage gestellt werden, sondern vielmehr als natürlich gelten. Der Umstand, dass diese Unterschiede in der Hauptsache soziale und gesellschaftliche Hintergründe haben, ist der Mehrheit nicht in vollem Umfang bewusst.

Obgleich die Emanzipation der Frau stetig voran geschritten ist, kann sie letztendlich nicht mit einer Ebenbürtigkeit bezüglich der Geschlechtergerechtigkeit gleichgestellt werden. Trotz einiger Ausnahmen, in der die Gleichberechtigung von Frau und Mann als sozialer Prozess an Legitimation erfährt, werden bestimmte geschlechtsspezifische gesellschaftliche Erwartungen an die Rolle des Mannes und die der Frau gestellt, welche schon in der frühkindlichen Erziehung - teils bewusst, teils unterbewusst - mit einfließen und die Kinder somit in ihrer Identitätsbildung entscheidend beeinflussen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Soziologische Dimensionen von Geschlecht

3 Hintergründe der Bewegungswissenschaft

4 Grundlagen der frühkindlichen Bewegungserziehung

5 Geschlechtliche Unterschiede in der frühkindlichen Bewegungserziehung

6 Existenz geschlechtsspezifischer Ungleichheiten im Schulsport?

6.1 Ansätze zur Überwindung der Ungleichheiten im Rahmen des Schulsports

7 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht, wie gesellschaftliche Geschlechterrollen bereits in der frühkindlichen Bewegungserziehung sowie im späteren Schulsport konstruiert und verfestigt werden. Das primäre Ziel ist es, die soziologischen Hintergründe geschlechtsspezifischer Ungleichheiten aufzudecken, die bestehenden Benachteiligungen für Mädchen im Sport zu analysieren und Möglichkeiten für eine geschlechtergerechte pädagogische Praxis aufzuzeigen.

  • Soziologische Konstruktion von Geschlecht und Identität
  • Konzepte der Bewegungswissenschaft und frühkindliche Entwicklung
  • Empirische Erkenntnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden im Bewegungsverhalten
  • Analyse von Ungleichheiten und Dominanzstrukturen im Schulsport
  • Pädagogische Lösungsansätze zur Förderung von Genderkompetenz

Auszug aus dem Buch

6 Existenz geschlechtsspezifischer Ungleichheiten im Schulsport?

Obgleich die Geschlechtsdifferenzen im Schulsport in Relation zum Leistungssport verhältnismäßig unbedeutend sind, sind auch hier geschlechtsbezogene soziale Ungleichheiten zu beobachten, welche auf mehreren Faktoren basieren, angefangen bei den organisatorischen Bedingungen, unter denen der Schulsport absolviert wird. Ein Beispiel hierfür sind baden-württembergische Schulen der Sekundarstufe 1 und 2, deren Bewegungsangebote in Sport-AGs sich vorrangig auf die Neigungen der Jungen beziehen. Somit werben 19,3 % der AGs für den Fußballsport. Dieses Verhältnis mag vorerst angemessen erscheinen, jedoch spezialisieren sich 62,3 % davon nur auf Jungen (vgl. Gramespacher 2006: 106).

Vergleichsweise vertreten nur 11,4 % der Sport-AGs geschlechtsstereotypische Interessen von Mädchen wie beispielsweise den Tanzzweig. Indes werden auch hier die geschlechtsbezogenen Ungleichheiten sichtbar, da sich von den 11,4 % etwa 60 % lediglich an Mädchen richten (vgl. ebd.).

Infolgedessen wird die Gelegenheit, den Schulsport als Überwindung der rollenspezifischen Geschlechtertrennung einzusetzen, häufig nicht genutzt und bei weitem nicht ausgeschöpft, vielmehr werden Mädchen und Jungen damit in eine für sie jeweils geschlechtstypische Rolle gezwängt und ihnen damit der Ausbruch aus dem vorgefertigten Stereotyp „Mann“ und „Frau“ erschwert. Zudem sind in der Fachbereichsleitung Sport überwiegend Männer tätig und Frauen nur gering vertreten, was ebenfalls zu einer Unausgeglichenheit bezüglich des Geschlechts im Schulfach Sport führt (vgl. Gramespacher 2006: 107).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorwort: Einleitung in die Thematik der geschlechtsspezifischen Rollenbilder und deren Einfluss auf die kindliche Identitätsbildung und sportliche Entwicklung.

2 Soziologische Dimensionen von Geschlecht: Erläuterung der soziologischen Grundlagen, wie Identität und soziale Rollen durch gesellschaftliche Normen und Erwartungen geformt werden.

3 Hintergründe der Bewegungswissenschaft: Darstellung der Entwicklung von Bewegungs- und Körperkonzeptionen zwischen medizinischen und pädagogisch-anthropologischen Ansätzen.

4 Grundlagen der frühkindlichen Bewegungserziehung: Untersuchung der Bedeutung von Bewegung für die kognitive Entwicklung des Kindes auf Basis der Entwicklungspsychologie von Jean Piaget.

5 Geschlechtliche Unterschiede in der frühkindlichen Bewegungserziehung: Analyse der differierenden Erwartungshaltungen von Eltern und Erziehern sowie deren Auswirkung auf das Bewegungsverhalten von Jungen und Mädchen.

6 Existenz geschlechtsspezifischer Ungleichheiten im Schulsport?: Untersuchung der strukturellen und sozialen Benachteiligungen von Mädchen im schulischen Sportunterricht und AG-Angeboten.

6.1 Ansätze zur Überwindung der Ungleichheiten im Rahmen des Schulsports: Vorschläge zur Verbesserung der Sportlehrerausbildung und Implementierung geschlechtergerechter pädagogischer Konzepte.

7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung des Handlungsbedarfs und Plädoyer für eine höhere Genderkompetenz zur Förderung individueller Potenziale beider Geschlechter.

Schlüsselwörter

Geschlechterrollen, Bewegungserziehung, Schulsport, Gender Mainstreaming, Identitätsbildung, soziale Ungleichheit, frühkindliche Entwicklung, Stereotypisierung, Sportpädagogik, Geschlechtsseparation, Genderkompetenz, Motorikforschung, Rollenverständnis, Sozialisation, Körperkonzeptionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie gesellschaftlich konstruierte Geschlechterrollen das Bewegungsverhalten und die sportliche Förderung von Kindern und Jugendlichen beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die soziologische Identitätsbildung, die Bedeutung der frühkindlichen Bewegungserziehung sowie die bestehenden Diskrepanzen und Rollenklischees im schulischen Sport.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Stereotypisierung Mädchen im Sport benachteiligt, und Strategien für eine geschlechtergerechtere Unterrichtsgestaltung zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung soziologischer und pädagogischer Fachliteratur sowie der Analyse empirischer Studien zum Sportverhalten von Kindern und Jugendlichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Geschlechtersoziologie und Bewegungswissenschaft sowie die konkrete Untersuchung von Verhaltensunterschieden in der frühkindlichen Erziehung und im Schulsport.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Gender Mainstreaming, Geschlechterrollen, Sportpädagogik und soziale Ungleichheit.

Inwiefern beeinflusst das Elternhaus das Bewegungsverhalten?

Die Arbeit stellt fest, dass bildungsferne Familien häufiger zu geschlechtsstereotypen Erziehungsstilen neigen, während gebildete Familien tendenziell versuchen, die Kinder individueller und geschlechtsneutraler zu fördern.

Warum wird geschlechtshomogener Sportunterricht diskutiert?

Obwohl er Mädchen ermöglicht, offener zu agieren, besteht die Gefahr, dass er als Maßnahme zur weiteren Geschlechtsseparation missverstanden oder instrumentalisiert wird.

Welche Rolle spielt die Ausbildung der Sportlehrkräfte?

Die Autorin argumentiert, dass eine gezielte Erweiterung der Genderkompetenz in der Lehrerausbildung essenziell ist, um bestehende Vorurteile abzubauen und beide Geschlechter gleichermaßen zu unterstützen.

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Details

Titel
Soziologische Dimensionen von Geschlecht bei frühkindlicher Erziehung und im Schulsport
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Institut für Sportwissenschaften)
Note
2,0
Autor
Leonhard Thömmes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V540518
ISBN (eBook)
9783346159182
ISBN (Buch)
9783346159199
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologische Dimensionen Geschlecht frühkindliche Bewegungserziehung Schulsport Soziale Stellung Geschlechtstypisch Geschlechtergerechtigkeit Verhalten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leonhard Thömmes (Autor:in), 2015, Soziologische Dimensionen von Geschlecht bei frühkindlicher Erziehung und im Schulsport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540518
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Leseprobe aus  16  Seiten
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